Nichtstuerei in Nong Khai

IMG_7061_buddhapark_MINIMit dem Bloggen sind wir etwas in Verzug geraten, aber wie Herr S. Loose schon so trefflich bemerkt hat: Am Mekong gehen die Uhren etwas langsamer, und vornehmen tut man sich am besten gar nix. Ganz untätig waren wir natürlich nicht, nachdem sich die Mittagshitze etwas verzogen hat, begebe ich mich erst einmal auf Erkundungstour. Bis zum Ortsmittelpunkt ist es ungefähr eine halbe Stunde Fußmarsch, teils hat man dem Mekong eine überdimensionierte Uferpromenade spendiert (Beton war wohl gerade günstig), teils muss man wieder auf die Mainroad ausweichen, auf der sich der Verkehr aber zum Glück in Grenzen hält. Klar, die Uhren gehen ja auch langsamer.

Eigentlich wollten wir uns für morgen einen Mietwagen organisieren, das Angebot ist allerdings äußerst bescheiden: Nong Khai zieht offenbar im wesentlichen ältere Herrschaften kurz vor oder nach dem Rentenalter sowie Backpacker auf dem Sprung nach Laos an, beides nicht unbedingt die Zielgruppe für Autovermieter. Da wir natürlich auch noch einen Kindersitz brauchen, was in Thailand selbst in den Metropolen als exotisches Utensil gilt, ist das Projekt eigentlich zum Scheitern verurteilt, hätte uns das Schicksal nicht den liebenswerten Herrn Tunt beschert, der in seinem Camera Cafe nicht nur vorzüglichen Kaffee braut, sondern zufällig noch einen gut erhaltenen Römer-Sitz aus den Tiefen seiner Hütte zu Tage fördert. Sein Freund hat dann noch den passenden Nissan dazu, und der Deal für morgen vormittag steht!

Nach einem Pflicht-Besuch im viel gerühmten Mut Mee Guesthouse (sehr lauschig, sieht man mal von den emsigen Promenadenbaggern ab), gibts lecker Essen am Ufer, und den Rest den Abends verbringen wir auf unserem gemütlichen Balkon mit 1a Mekong Blick. Offenbar sind wir heute die einzigen Gäste und haben die Hütte für uns. Wermutstropfen: Maria wurde auf dem Heimweg von einem übereifrigen Tempelköter ins Bein gebissen, das hat man natürlich trotz Tetanus nicht so gerne, also wird morgen die erste Amtshandlung mit der neu gewonnenen Mobilität ein Besuch beim Thai-Doc sein.

Der nächste Tag erwacht, das Frühstück ist genehm und pünktlich um halb 10 steht Herr Tunt mit seinem Kumpel, dem Nissan und dem Sitz vor der Tür. Nach zähen Formalitäten (Herr „Nissan“ mag es offenbar gerne korrekt) und Fuddelei mit der Sitzbefestigung sind wir dann endlich mobil.
Während Maria beim Doc wartet, checke ich mit Felix den üppigen und relativ kühlen Thatsalet (?) Markt aus. Die anschließende Diagnose: Viel Nippes auf dem Markt, und der Biss ist zum Glück nicht entzündet, eine Spritze gabs zur Sicherheit trotzdem hinterher. Die Behandlungskosten halten sich mit knapp 4 EUR zum Glück im Rahmen, in good old Germany hätte das nicht mal für einen feuchten Händedruck gereicht.

Anschließend gehts zum shoppen in der lokalen Tesco Supermarkt (eine Art Thai-REAL), um für Felix Brei und Windeln aufzustocken – die sind in den üblichen Tante Emma Läden bzw. Seven-Elevens nämlich Mangelware. Kurioses am Rande aus der Rubrik „Dinge die jeder Reiseführer verschweigt“: Die Auswahl an Windeln für Erwachsene war merklich größer als die für Kleinkinder – Inkontinenz ick hör dir trapsen.
Nachdem die lästigen Tasks erledigt sind, gehts jetzt endlich auf Tour. Die Thais fahren links, relativ zivil und auf überwiegend guten Straßen, und wir machen auf dem Highway 212 parallel zum Mekong ordentlich Kilometer. Die Landschaft ist ansehnlich und trotz Trockenzeit überraschend grün. Nach 60km erreichen wir den Wat Hin Maak Peng, einen eindrucksvollen voll ausgestatteten Tempelkomplex mit Mausoleum, See und Bambuswald. Das eigentliche Highlight – die Tempelanlage direkt an einem Steilufer des Mekongs – hätten wir vor lauter Gelände hingegen fast verpasst.

Zurück in Nong Khai Gefilden statten wir selbstredend kurz vor Feierabend noch dem Buddha Park Salakaewkoo einen Besuch ab, das Lebenswerk des laotischen Schamanen Boun Leua Sourirat, der hier auch mumifiziert in einen Mausoleum bestattet liegt. Unbestätigten Gerüchten zufolge wachsen seine Haare immer noch und müssen von Zeit zu Zeit gekürzt werden *brrrr*. Die riesigen äußerst bizarren buddhistisch/hinduistisch inspirierten Betonskulpturen sind in der Tat sehr imposant, wir bleiben bis zum Sonnenuntergang und dann ist auch dieser Tag leider schon wieder gelaufen. Keine soo schlechte Bilanz, wo wir doch eigentlich „Nichtstun“ geplant hatten. Morgens gehts auf die andere Seite des Mekongs, aber das ist eine andere Geschichte, die hoffentlich nicht wieder so lange auf sich warten lässt!

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Über Till@TiMaFe on Tour

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