Highway to Höhl

IMG_7584_pakou_1MINIHeute dreht sich mal alles ums Rad, und da daheim im Ruhrgebiet bereits jeder Feldweg hinreichend dokumentiert ist, versuche ich mich mal an einem simplen Radausflug in Laos. Natürlich nicht irgendwo durchs Feld, sondern mit keinem geringerem Topziel als den berühmten Pak Ou CavesWir starten auf der Savangvong Road im Old Quarter und suchen uns erstmal ein Mountain Bike. Anbieter gibt es einige, der Preis scheint sich bei 40.000 KIP pro Tag (~4 EUR) kartellisiert zu haben. Probefahrt nicht vergessen, im Schnitt braucht man 3 Bikes, bis man eines gefunden hat, bei dem Schaltung und Bremse zumindest zu 50% funktionieren. Gegenüber der Primary School bin ich dann fündig geworden, zumal man hier auch nur seinen guten Namen und nicht gleich den Reisepass als Pfand hinterlegen musste.

Wat Xiengthong am Morgen

Es wird oder ist wahrscheinlich schon heiß, aber entgegen gängiger Regeln sollte man keinesfalls Unmengen an Wasser mitschleppen, sondern einfach nur etwas Kohle dabei haben, da es Flüssiges auch außerhalb Luang Prabangs an jeder Ecke gibt. Essentiell ist jedoch die ebenfalls auf der Savangvong Road käuflich erwerbbare knuffige „Hobo Map Luang Prabang Area Surrounding“, die tatsächlich statt nutzloser Werbung mal sinnvolle Hinweise und Orientierungspunkte enthält. Jetzt gehts auch endlich los. Die Straße, die lautlos in die Sakkaline Road übergeht, ist voller Wats – so macht man natürlich keine Strecke, aber zumindest einem sollte man auf dem Weg einen Besuch abstatten. Im Zweifel Wat Xiengthong am Ende, damit macht man nix falsch.

Mönche auf der 5000 Kip Brücke

Anschließend schleppt man das Bike schnurstracks geradeaus runter zum Nam Khan Ufer (links halten, rechts ist steiler), um dort die etwas wacklige Bambusbrücke für 5000 KIP (50 Cent wie der Rapper) zu überqueren. Gilt übrigens auch für die Rückkehr (markantes Gesicht haben oder Miniticket aufbewahren). Dann links halten Richtung Mekongzufluss, dort wartet eine improvisierte Kneipe mit herrlicher Aussicht auf Kundschaft, aber wir bleiben naürlich stark, schleppen das Bike den Berg hoch, und jetzt können wir auch wirklich aufsatteln. Der Weg führt zunächst auf einem gut ausgebauten Kiesweg parallen zum Mekong durch dörflichere Gefilde entlang, während man schleichend den Touristenäquator überquert (die Grenze, bei der man plötzlich als Exot gilt, von kleinen Kinder bewunken und von großen belächelt wird).

Rückweg

Ungefähr beim km 392 biegt der Weg rechts auf den Highway 13 ein, die Hauptverkehrsader Laos, der wir in nördlicher Richtung folgen. Hier entlang zu radeln mag nach einer bescheuerten Idee klingen, aber in Wirklichkeit herrscht nicht viel Verkehr, und die Straße gleicht eher hiesigen Landstraßen. Nur Schatten ist leider Mangelware, dafür macht man ordentlich Strecke und bestaunt dabei Dörfer, Viecher, Land und Leute. Bei km 399 knutscht der Highway 13 nach einem Anstieg den Mekong, hier bietet es sich an, in einer der Kneipen zur Linken zum „Tanken“ halt zu machen und die Aussicht zu genießen. Hinter km 405 verlassen wir den highway 13 nach links auf einen unbefestigen Weg, Pak Ou ist am Abzweig großflächig ausgeschildert. Hobo meint „serene cycling on good dirt road with some shade and views on the Mekong“, und besser kann man es eigentlich nicht formulieren. Auf halber Strecke befindet sich ein Elefanten Camp, mit etwas Glück trifft man einen Dickhäuter beim Gassi gehen auf dem Weg. Dann folgt das „Whisky Dorf“ Xang Hai, ein beliebter Shopping Stop der Ausflugsboote nach Pak Ou und bekannt für seinen selbsgebrannten Fusel – ob das ein oder eben gerade kein Grund ist, hier zu halten, muß jeder für sich selbst entscheiden. Dann erblickt man auch schon in der Ferne imposante Kalksteinfelsen, und ehe man sichs versieht, ist man am Ortseingang von Pak Ou, die so derart öko sind, dass man neben motorisierten Gefährten nicht mal sein Rad „einführen“ darf und es draußen für 4.000 KIP (Umrechung spare ich mir ab hier) parken muß.

Laotisches Multitasking (Navigieren, Scheppen, Motorcheck)

Der Besuch der Caves ist natürlich kein Muß, aber nach der langen Fahrt können natürlich nur Hartgesottene wiederstehen, und für vergleichsweise billige 25.000 KIP bekommt man einen Privatbootsmann nebst Boot, der dann auch tatsächlich gleich lostuckert, ohne noch Stunden auf Mitreisende zu warten. Dass sich die Höhlen auf der anderen Mekongseite befinden, dürfte sich an dieser Stelle von selbst verstehen. Und es sind in der Tat zwei, Tham Thing (unten) und Tham Phum (oben). Kurzform: Oben ist anstrengender, unten eindrucksvoller, Buddha Skulpturen gibt es wohin das Auge reicht, mehr Infos gibt es auf zahllosen webpages! Zweifelsohne macht die Lage einen großen Teil der Faszination dieses Ortes aus. Und natürlich auch die Anfahrt, zumindest für die Radler 🙂 Zum Ausklang bei der Rückkehr nach Luang Prabang empfehlen wir eine Mekong Sunset Cruise nebst kühlem Beerlao. Wohl bekomms!

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4 Antworten zu Highway to Höhl

  1. Christian schreibt:

    Bekommst schon 10 Gummipunkte allein für den Titel! Der Rest ist so anschaulich verfasst, dass man glaubt mit im Boot zu sitzen. Es macht Spaß euch zu verfolgen und nach neuen Berichten zu gieren.

    C aus U

  2. Pingback: Zwei Radler bitte – in und um Unawatuna herum | TiMaFe on Tour

  3. Herbb schreibt:

    Interesanter Artikel. Da hab ich wohl was verpasst. Na ja man muss sich ja was für das nächten mal aufsparen.
    Gruß herbb

  4. Pingback: Tagesmenü: Hpa-an Höhlenhopping mit Mawlamyine Sunset | TiMaFe on Tour

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