Zimmer mit Khmer Blick

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Auf dem riesigen Lilawalai Gelände mit den diversen Pavillions könnte man sicher auch ohne Parkbesuch einfach ein paar Tage abhängen, aber wir müssen langsam wieder etwas Strecke machen, und biegen pünktlich zur Mittagszeit wieder auf den Highway 2 ein. Nach der doch recht stressigen Anfahrt vor 3 Tagen, hat dieser bei Tageslicht irgendwie seinen Schrecken verloren. (Fast) alle fahren zivil, die Beschilderungen sind unmissverständlich, und sogar auf der gewohnt untouristischen Thai Raste erjagen wir erfolgreich etwas Essbarens, dass dem ähnelt, was wir haben wollten. Nach knapp 2h rollen wir auf der 206 in Phimai ein, ein eher unspektakulärer kleiner Ort, wären da nicht die gewaltigen Khmer Ruinen, die unübersehbar aus dem Ortszentrum hervorragen. Leicht übersehbar ist hingegen das Schild unseres im Vorfeld ausgekuckten Boonsiri Guesthouses. Hat man es lokalisiert, gilt es, als nächste Hürde das Gepäck in einem engen Korridor durch eine Art Garküche an schlafenden Hunden vorbei zu rangieren. OK, die Butze kostet umgerechnet 13 EUR die Nacht, dafür muss man eben auch auf Concierge und Jacuzzi verzichten. Das „zweckmässig“ eingerichtetet Zimmer ist hingegen überraschend groß, hat Aircon, und man teilt sich mit den Mitbewohnern eine nette üppige Terrasse. Die Ruinen sieht man zwar entgegen des Blogtitels zugegebenermaßen nicht wirklich, aber man spürt förmlich, dass sie nur weniger Meter weg sein können. Also nix wie hin!
Das Thailand des 21. Jahrhunderts ist bis auf Ausnahmen nicht unbedingt barrierefreundlich, wieso sollte es also eine 1000 Jahre alte Khmer Ruine sein? Dieses Frage stellen wir uns, als wir mit dem Babybuggy das Südtor durchschritten haben und schnell belämmert merken, dass hier eher Kraxelei angesagt ist, und somit der Buggy dem Bondolino weichen muß, den wir natürlich im Zimmer zurück gelassen haben. Während Maria zurückflitzt, dringe ich schon mal in Richtung der Haupttürme vor. Die Anlage macht in der Tat ordentlich Eindruck, zumal eine dicke Wolkenfront für die nötige kribbelige Atmosphäre sorgt. Es wird vermutet, dass sie sogar älter als Angkor im heutigen Kambodscha ist und quasi als Modell gedient haben soll. Historiker munkeln gar von einer Art Khmer Highway, die beide Bauwerk in grauer Vorzeit verbunden hat. Mit Mautstellen! Aber zurück in die Gegenwart, die dicke Wolkenfront von eben hat gerade beschlossen, sich direkt über Phimai zu entleeren, und wir suchen Schutz im Inner Sanctuary (wer früher Diablo gezockt hat weiß: Dort lauerten immer die fiestesten Zombies). Es ist gut zu wissen, dass die alten Mauern inmitten der Stadt liegen, da wir zu dieser späten Stunde kurz vor Toresschluss fast die einzige Besucher sind, könnte man sich sonst wirklich gruseln. Aber Thai Gewitter sind selten resistent, und so kommen wir doch gegen 6 halbwegs trocken zum Südtor zurück, bevor man uns einschließt.

Die letzte Herausforderung des Tages: Dinner Hunting. Obwohl Phimai schon als Touriziel durchgeht, kommen die meisten als organisierte Touren und sind abends längst verschwunden, so das sich die Restaurantdichte in Grenzen hält. Wir suchen das viel gepriesene Bai Teuy, welches sich angeblich südlich der Stadt in der Nähe des Hospitals befindet, finden jedoch weder zu Fuß noch mit dem Auto das eine oder das andere. Bevor wir wieder im Khao Yai Park landen, kehren wir etwas entnervt um, und versuchen als letztes unser Glück im Phimai Inn Hotel etwas außerhalb der Stadt. Und sie haben in der Tat ein Restaurant, diverse pichelnde Gäste, eine noch offene Küche trotz später (> 10pm) Stunde, und obendrein schmeckt es direkt gut. Das Bai Teuy kann uns mal! Am nächsten Morgen statten wir vor der Weiterfahrt noch der zweiten Attraktion des Ortes einen Besuch ab: Der Banyan Tree, ein gigantisches begehbares Wurzelgeflecht am Moon River nordöstlich der Stadt und somit ein idealer Picknick- und Relaxplatz vor der nächsten und längsten Tagesetappe. Da heute Sonntag ist, sind zwar die Locals in Scharen auf den Beinen, aber die vergnügen sich offenbar lieber im riesigen schlichten Fresszelt oder spielen Fußball bei 35°C. Suum cuique!

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Über Till@TiMaFe on Tour

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