Zahlen bitte – der lange Weg nach Süden

Offenbar erst halb beladen

Offenbar erst halb beladen

Die Etappe für Heute und Morgen hat es in sich, zumindest was Zahlenkolonnen angeht. Auf der 206 (ex 2163) südlich geht es zur 226, von dort östlich nach Lam Plai Mat, wo uns die 2073 südlich zum Highway 24 führt, dem wir dann östlich bis zum Abzweig der 2117 folgen, von dort auf einer nicht näher spezifzierten Route die 224 treffen werden, der wir gen Westen folgen, bis uns die 2120 schließlich auf die 348 leitet, von der wir dann südwärts über die 3486, 3393 und 3198 schlussendlich den Highway 33 treffen, der auf diesem Teilstück 3197 heißt, und uns hoffentlich in westlicher Richtung nach Sa Kaeo führt, von wo aus die 317 abzweigt, die uns hinter Chantaburi direkt auf den Highway 3 lotsen sollte, der uns ohne Zweifel direkt in Trat ausspucken wird. Dafür, dass wir wenige Tage vorher die vergleichsweise simple „Highway 1 -> 2“ Route verbaselt haben, mag das mutig erscheinen, aber unser Vertrauen in Kartenmaterial und Beschilderung ist in den letzen Tagen auch extrem gewachsen. Der Weg nach Phanom Rung entpuppt sich dann gleich als Selbstläufer, da der neben Phimai bedeutendste Khmer Tempel der Region bereits nach dem ersten Abzweig ausgeschildert ist. Immerhin bestätigt es unsere Routenplanung und stärkt somit das Navigations-Ego. Für Nerds: Phanom leitet sich schlauen Quellen zufolge aus dem Khmer Wort „Phnom“ ab, was soviel bedeutet wie Hügel, und somit geht es am Ende inmitten der relativ flachen Landschaft auch ordentlich bergauf, da sich die Anlage auf einem 380m hohen erloschenen Vulkan befindet. Das sorgt schonmal für eindrucksvolle Ausblicke ins Umland, aber auch die gut restaurierten Tempel dürften selbst den größten Steinhaufenmuffeln ein anerkennendens „Ahhh“ abringen. Anekdote am Rande: Das Relief mit der aufregendsten neuzeitlichen Geschichte der Anlage dürfte das Phra Naraj sein (siehe Gallery), da es Anfang der 1960er spurlos verschwand, dann in einem Museum in Chicago wieder auftauchte, und eine ernsthafte diplomatische Krise auslöste, da sich die Amis zunächst hartnäckig weigerten, die offensichtliche Diebesbeute wieder herauszurücken. Inzwischen ist das Original angeblich wieder an Ort und Stelle, Gerüchten zufolge sind 7 der 8 am Kunstraub beteiligten Personen eines nicht natürlichen Todes gestorben.

Ende der Anekdote, Beginn der Weiterfahrt bei herrlichstem Sonnenuntergang. Weniger herrlich ist jedoch der Zustand der Straße, noch ungelegener kommt uns die Polizeikontrolle ausgerechnet in dieser abgelegenen Ecke, im Übrigen meine erste außerhalb Deutschlands. Doch für gesteigerte Nervosität bleibt kaum Zeit, der freundliche Herr will auch nur den internationalen Führerschein sehen, bestätigt in passablem Englisch Himmelsrichtung und Route und winkt uns durch. Ein Pluspunkt für die Royal Thai Police, bevor es gegen 7 wie immer schlagartig dunkel wird. Inzwischen sind wir zwar wieder auf einer der Hauptverkehrsadern (348), aber die Fahrt bei Nacht macht wahrhaft keinen Spaß – immer wieder tauchen unbeleuchtete Roller oder gar dunkle LKWs auf, letztere überwiegend untermotorisiert mit teilweise nur 30 km/h dahintuckernd, so das man ohne fleißiges Überholen nicht vom Fleck kommt. Hier preisen wir wirklich jedes PS, dass der muntere Honda aus seinen Zylindern zaubert. Dafür versöhnt die ausgezeichnete Beschilderung, und wir kommen nach knapp 300km wohlbehalten in Sa Kaeo an. Das River Resort & Spa (offenbar nur über Facebook-Nachrichten im voraus buchbar) entpuppt sich als großzügige und zugleich preiswerte Anlage am Osteingang des nicht gerade pittoresken Ortes. Man will uns zwar kurz nach 9 nix mehr zu Essen auftischen, aber der Scherge erkennt schnell, dass wir kein leichter Gegner sind (grimmige Maria weil hungrig, zombieartiger Till weil stressige Nachtfahrt, quiekender Felix weil alles neu) und kommt nach kurzer Diskussion doch noch mit einem passablen Menu um die Ecke. Da Sa Kaeo ansonsten nicht viel zu bieten zu haben scheint, machen wir uns morgens um kurz nach 10 auch zeitig wieder auf die Weiterfahrt. Auf der 317 herrscht zum Teil wieder reges Verkehrsaufkommen. Vor allem die Kamikaze-Minibusse im Gegenverkehr, die offensichtlich die nahe gelegene Grenze Aranyaprathet/Poipet nach Kambodscha bedienen, überholen überwiegend blind und vertrauen auf Ausweichpotential, im Vergleich zur gestrigen Nachfahrt ist die Fahrt nach Trat trotzdem fast schon erholsam, und so gondeln wir bereits gegen Mittag in die südöstlichste aller Thai Metropolen ein.  Meer – wir kommen!

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Über Till@TiMaFe on Tour

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