Osten statt Rosten

Morgens am Souk

Morgens am Souk

Der erste Tag im Osten beginnt erst einmal mit einem zünftigen Sonnenaufgang, wie sich das für Ostküsten gehört. Später gehts mit Felix ins Meer, das gefühlt Körpertemperatur hat und somit dem Bad in der Wanne zuhause in nichts nachsteht. Da zudem kaum Wellengang herrscht, hat der Herr auch sichtlich mehr Spaß als noch vor 2 Tagen am Festland, nur der Salzgeschmack scheint ihn noch etwas zu irritieren, da hätten wir Rabeneltern ihn aber auch mit einem Meersalzbad zuhause drauf vorbereiten können. Nach dem Lunch fühlen wir uns hinreichend erholt fürs Anti-Schlendrian Programm, bevor wir selbst und der Honda noch Rost ansetzten. Obwohl Koh Chang nach Phuket die zweitgrößte Insel Thailands ist, kann mir hier nicht wirklich viel Strecke machen, zur Salakphet Bucht im Südosten sind es vom Souk gerade mal ca. 30km! Zunächst fährt man durch den Miniort Dan Mai, dem administrativen Herzen Koh Changs, und somit vergleichsweise uninteressant, wenn man nicht gerade Polizei, Hospital, Feuerwehr oder (wenn gar nix hilft) einen Tempel braucht. Die Kneipe Lung Talay am Wegesrand mit Terasse samt netter Aussicht nötigt hingegen förmlich zu einem Kaffeestop, hier treffen wir auch eine Truppe englischer Bekannter vom Vorabend wieder – die Welt ist klein, vor allem in dieser Ecke Koh Changs. Danach muss man sich für Salakkok oder Salakphet entscheiden, keine lokalen kulinarischen Spezialitäten, sondern zwei recht unterschiedliche Buchten. Wir biegen zunächst östlich nach Salakkok ab und machen erstmal Stop am „Mangrove Walkway“, einem knapp 1km Steg mitten durch dir Mangrovensümpfe, offensichtlich designt vom gleichen pragmatischen Herrn, der auch das Betonmonster am Khlong in Trat realisiert hat. Vielleicht wollte man in beiden Fällen auch einfach nur einen nüchternen Kontrast zur wirklich eindrucksvollen Natur schaffen. Zudem verhilft uns der Marsch zu einem ungeplanten Body workout, da wir den Buggy mitsamt Felix (der inzwischen stramm auf die 9kg zugeht) an zahlreichen Stellen über meterhohe Betonbrücken schleppen müssen. Ein überdimensionierter Aussichtstrum am letzen Drittel ist wohl gerade erst fertig geworden, und bietet sowohl einen netten Blick auf den Mangrovenwald von oben als auch eine schattige Fütterungsoption für den Nachwuchs. Wieder on the Road zweigt nach links eine schmale Straße in die eigentliche Salakkok Bucht nebst Fischerdorf ab, die fast komplett vom bergigen Umland eingeschlossen ist. Die Abwesenheit von Souvenirständen und „Abspeise“-Restaurants deutet darauf hin, dass sich hier offenbar nur selten organisierte Touren hin verirren, und die Bewohner in ihren Stelzenhäusern (wie auch in Salakphet) auch tatsächlich noch der Fischerei nachgehen, und nicht wie die westlichen Bang Bao Kollegen fast komplett auf Tourismus umgestellt haben.

Wieder zurück auf der Hauptstraße fahren wir weiter gen Süden, wo uns kurz vor dem Toren Salakphets erst einmal ein beachtlicher Tempel empfängt. Obwohl es noch vor fünf ist, hat der latent muffige MvD (Mönch vom Dienst) offenbar keine Lunst auf Besucher und schließt die Pforte zum Tempelinneren vor unseren Augen. Schade, da uns doch unsere englischen Freunde kurz zuvor in den wärmsten Tönen davon vorgeschwärmt hatten. Nach einem Besuch des urigen (meint „ursprünglich wenn auch nicht immer hübsch“) Fischerdorfs kehren wir noch kurz beim gemütlichen Uli ein, der hier einen kleine Kneipe führt und tatsälich Weihenstephaner Weizen im Programm hat. Danach wollten wir eigentlich zum Tourabschluß noch den Sonnenuntergang am View point kurz vor dem Long Beach erklimmen. Das die Straße nach oben keine Spazierfahrt werden würde, war uns bereits vorher klar – das sie in der Mitte komplett zusammengebrochen ist nicht, und das Bretterprovisorium (siehe auch hier) war uns dann doch zuviel „Indiana Jones„, zumal wir nach Umkehr am Ufer in einem abgelegenen Guesthouse noch einen netten wenn auch recht vermückten Alternativspot gefunden haben. Die Rückfahrt im Dunkeln meistert dann Maria, da eine große Flasche Chang der Fahrtüchtigkeit nicht gerade zuträglich ist, gefolgt vom wiedermals ausgezeichneten Dinner im Souk, und der letzten Nacht in unserem runden Domizil!

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2 Antworten zu Osten statt Rosten

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