Land in Sicht – Kohopsen und der hohe Norden

IMG_8433_kanufrontal_MINIHeute ist unser letzter kompletter Inseltag, bevor wir morgen zurück aufs Festland übersetzen müssen, womit sich mal wieder die alte Traveller Weisheit „Wie mans macht isses zu kurz“ bewahrheitet. Zur langsam einsetzenden Heimkehrphobie (was ist eigentlich das Gegenteil von HeimwehFernweh passt hier kaum?) gesellt sich nach meinem gestrigen Tauchbootausrutscher ein geschwollener linker Fuß, was meinen Aktionsradius zumindest zu Lande deutlich einschränkt. Also eine Flasche Wasser und ne Dose Bier eingeladen, Kamera in den Ocean Pack und ab ins Kanu, die nächste der vorgelagerten Inseln Koh Man Nai scheint nur ein paar Paddelschläge entfernt. Eine halbe Stunde (und deutlich mehr Paddelschläge) später komme ich am kleinen Strand an. Der richtige Robinson Effekt bleibt zwar aus, da bereits 2 weitere Kanus auf Sand liegen und die Zivilisation im Osten noch klar zu erkennen ist, aber von den Paddlern keine Spur (mysteriös) und ansonsten scheint die Insel bis auf ein verfallenes Bambusgerüst auf der Rückseite unbewohnt. Entsprechend motiviert steuere ich als nächste Ziel Koh Rom an, wegen des auch vom Festland deutlich erkennbaren markanten Baumes auf dem südlichen Felsen auch Umbrella Island genannt. Aus der Nähe betrachtet allerdings kein Ort zum verweilen, da es außer Felsen, ein paar lokalen Muschelsammlern und besagtem Umbrellabaum nicht viel zu sehen gibt. Der Rückweg gegen Wellen und Strömung geht dann noch mal ordentlich in die Arme, aber immerhin kenterfrei, und somit ist das morgendliche Sportprogramm beendet!

Nachmittags fahren wir ganz rauf in den Norden. Der steile Pass zwischen dem White Sand Beach und dem Dorf Klong Son scheint gleichzeitig eine Art Touristendamm zu sein, dahinter trifft man allenfalls vereinzelt Ausländer, sieht man mal vom obligatorischen Fährverkehr ab. Im Ort führt eine Straße ins Landesinnere durch üppige Natur Richtung Chao Leam Wasserfall. Den letzten nicht asphaltierten Teil legt man besser zu Fuß zurück, dann landet man unweigerlich im Klong Jow Laem Restaurant, wo man erst einmal 40 Baht „Maut“ pro Nase berappen muss, da sich der Duschungelpfad zum Wasserfall offenbar auf deren Gelände befindet. Der Wasserfall ist analog zu einem Computerspiel in verschiedene Level eingeteilt, wobei der Pfad zunehmend schwieriger zu passieren wird. Man sollte vor allem in der Trockenzeit keine spektakulären Naturschauspiele erwarten, hier ist eher der Weg das Ziel. Wir geben irgendwo zwischen Level 3 und 4 auf und pausieren am herrlich erfrischenden „Pichlerbecken“, das ich auf dem Hinweg so getauft habe, weil es sich hier 2 russische Inselgäste mit einer Flasche Johnny gemütlich gemacht habe (Johnny Walker – der Freund des Wanderers). Den Bonuslevel „Grimmige Hunde am Restaurant“ meistern wir auch ohne Blessuren, und dann geht es schleunigst zurück ans Meer.

Chang Noi – der nördlichste Zipfel Koh Changs – und aufgrund des nahenden Sonnenuntergangs unser nächstes Ziel, wird scheinbar gerade komplett vom Investor Siam Royal View vereinnahmt, der hier Bungalows mit Meerblick für gut betuchte Dauermieter hochzieht, nebst 9-Lochplatz versteht sich. Die Nachfrage hält sich offensichtlich noch in Grenzen, als wir dort eintrudeln und uns mit der Felix-Masche („Just walk and look – baby needs some rest“ :-)) an der Schranke vorbeimogeln, scheinen die meisten Hütten noch unbewohnt. Im offenbar einzigen Etablissment Little Sunshine werden wir hingegen herzlich aufgenommen und können den heute mal wieder äußerst schmackhaften Sonnenuntergang bei einem hochpreisigen Heineken im geeisten Glas genießen. Mit etwas mehr Leben und weniger Schranke wäre dieser Zipfel der Insel sicher eine nette Ecke, aber wahrscheinlich will die Zielgruppe auch lieber unter sich bleiben. Zurück in Kai Bae, das im direkten Vergleich plötzlich erfrischend lebendig wirkt, essen wir zur Feier des letzten Inseltages noch mal am Hausbeach, gepackt wird morgen!

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Über Till@TiMaFe on Tour

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