Go West – Jumeirah Sunset & der Supervisor des Schreckens

IMG_8572_sunset_panoFür ein flottes frühes Frühstück ist noch Zeit, dann bringt uns ein netter Mensch zum Airport. Wir wollen hier ja nicht soviel Werbung machen, aber da das Ploykhumthong aufgrund seiner Lage gewiss nicht viel Laufkundschaft bekommt, kann man es an dieser Stelle ruhig an alle empfehlen, die einfach nur vor dem Weiterflug eine Nachtbleibe suchen und sträflicherweise keine Zeit für die Stadt der Engel in der Ferne haben. Die gut 6 Stunden an den persischen Golf gehen recht zügig rum, es gibt ein neues Monster und ausreichend Futter für Groß und Klein, die Crew ist überhaupt heute extrem kinderlieb als wäre ein extra Bonus drin. In der Luft ist mal wieder Stau vor dem Dubai Airport, der offenbar inzwischen an seiner Kapazitätsgrenze angelangt ist. Da wir aber die gleiche Hütte wie auf dem Hinflug gebucht haben, machen wir zumindest im routinierten Nachlauf (Metro/Fußmarsch) noch etwas gut, zumal uns die Zeitverschiebung 3 zusätzliche Stunden beschert hat. Für Sightseeing ist es spätnachmittags trotzdem ein wenig spät (siehe Bericht Hinfahrt), wir wollen lieber nochmal in Ruhe ans Meer. Mit der Metro gehts zunächst in urbanere Gefilde rund um das Burj Khalifa, mit 828m das amtierende höchste Gebäude der Welt, dass wie eine Stecknadel die ebenfalls beachtliche Konkurrenz in der Nachbarschaft überragt. Gut 100 EUR kostet es angeblich, sich hier für eine fesche Aussicht hochgondeln zu lassen, da schaut man doch lieber gratis ins Internet.

IMG_8573_marysunset_MINIWeiter zum Jumeirah Beach Park müssen wir eine Taxe nehmen, erwischen offenbar den einzigen Stau der Stadt, und als wir am Strand aufschlagen, marschiert die Sonne schon stramm auf den Horizont zu. Der Strand ist „ganz nett“, was soviel heißt wie wenn man gerade aus Düsseldorf gelandet ist und Salzwassergeschmack und sandige Füße gar nicht mehr erwarten kann, ist es wahrscheinlich das Paradies, nach einer Woche Koh Chang auf dem Rückflug ist er eben … ganz nett. Interessant und mitunter skurril auch die Gegensätze: Einerseits tummeln sich zahlreiche Expats in normalen Klamotten, dann schlendern Frauen in Burka vorbei, wieder andere baden voll bekleidet, der Kiosk reicht Holsten in Halbliterdosen, aber ausschließlich in der fürchterlich schmeckenden Nullpromille Variante, am Ufer fährt ein Pickup auf und ab und vertreibt warum auch immer selektierte Leute vom Ufer, fotografieren ist generell verboten, aber keiner hält sich dran! Wesentlich entspannter geht es im hinteren Bereich des Parks zu, wo sich zahlreiche Grüppchen aller Größen und Nationalitäten auf dem Rasen niedergelassen haben, grillen, tanzen, Musik machen, quatschen oder einfach nur abhängen. Später treffen wir noch meinen Kumpel Vincenzo – einen hessischen in Dubai residierenden Italienier – und seine Familie auf einen Kaffee incl. nettem Plausch. Dann hat Maria im Reiseführer noch einen echten Geheimtipp als Dinner location erspäht: Das Apple Café Restaurant in den Twin Towers ganz in der Nähe von unserem Hotel. Das westlich/iranische Buffett ist ganz OK, der Hammer ist aber die Aussicht von der Terrasse auf den Creek – und das für einen Pauschalpreis von rund 10 EUR/Nase, da machste nix falsch! Jetzt kann eigentlich nichts mehr schief gehen – oder doch???

Am nächsten Tag sind wir ca. 1h vor Abflug am Airport, da wir bereits von Bangkok aus eingecheckt sind und eigentlich nur unser Gepäck am Baggage Drop loswerden wollen. Ungefähr 250 andere wollen das allerdings auch, und so finden wir uns in einer stattlichen zähen Schlage wieder, während ein Emirates Scherge munter Gäste für die nahenden Flügen aufruft und diese ggf. vorwinkt. Nur von Düsseldorf hört man nix, als Maria dann irgendwann doch mal direkt fragt, kommt die lapidare Anwort „closed long ago“. Wann erfahren wir nicht, ist auch irrelevant, da hier und jetzt einfach nix mehr geht – auch sein Supervisor mag uns nicht recht entgegen kommen und tut so, also hätten wir gerade einen Shuttlebus verpasst und müssten 5 Minuten laufen. Da das Gepäck auch nicht unbegleitet fliegen darf, sind wir ergo ziemlich ge… (unflätiges Wort nach Wahl ergänzen)! Tausende Kilometer durch Südostasien getingelt, mit Tuktuks, Mietwagen, Nachtzug, Propellermaschinen und ollen Fähren, alles lieft glatt und jetzt stehen wir 6h von der Heimat entfernt belämmert mit Sack und Pack in der Abflughalle – gescheitert am Supervisor und natürlich zugegebenermaßen auch aufgrund eigener Schludrigkeit. Nicht umsonst sehe ich plötzlich überall hämische „Don’t miss your flight“ Schilder, die darauf hinweisen, sich doch gefälligst 90 Minuten vorher einzufinden.

Aber das kanns schließlich nicht gewesen sein, nachdem wir den Supervisor noch mal zur Rede stellen, wie es jetzt bitte weitergehen soll, macht er den Vorschlag, Maria und Felix könnten ja mit ihren bereits ausgestellten Bordkarten ohne Gepäck noch versuchen den Flug zu erwischen, ich müsste dann eben zusehen, das Familiengepäck durch Umladen möglichst nah an die Freigepäckgrenze zu bringen und versuchen, einen Platz auf einer der nächsten Maschinen zu ergattern. Nicht meine Idealvorstellung von glücklicher Fügung, aber Zeit zum Nachdenken bleibt eh nicht, und so habe ich wenig später eine SMS, dass es Maria und Felix im Turbogang siegreich an Bord geschafft haben, während ich in der Schlange am Ticket Counter Anwort auf die spannenden Fragen erwarte, auf wie viel Kohle und/oder Zusatzaufenhalt ich mich einstellen darf. Vielleicht reichts ja noch für einen Ausflug in die Wüste :-)? Die nächsten Flüge sind natürlich ausgebucht, der Geschäftsprozess für meinen Fall scheint generell nicht klar definiert zu sein, oder dient dazu, den Übeltäter zur Strafe noch etwas zu schikanieren: Nach viel Warten, stetiger Pendelei zwischen dem Ticket- und dem Waitlistcounter (die sich praktischerweise an verschiedenen Enden der Abflughalle befinden), Mitarbeiterkonfusion und erleichtert um eine 200,- EUR „no-show-fee“ wegenIMG_8589_stella_MINI des verpassten Fluges, rutsche ich schließlich mit monsterschwerem Handgepäck doch bereits am Nachmittag (jaaa) und ohne weitere Kosten (jaaaaaa) über die Warteliste auf die Abendmaschine. Kurz vorm Boarding ist sogar noch Zeit, die letzten Dubai Dollars für ein sündhaft teures Stella Bier rauszuhauen – egal, jetzt wird alles gut, und gegen Abend treffe ich dann als letzter der TiMaFe Truppe, und letzter am Gepäckband in good old NRW ein. Ende gut, alles gut, was fürn Trip!

Advertisements

Über Till@TiMaFe on Tour

https://timafe.wordpress.com/about/
Dieser Beitrag wurde unter Dubai, Nahost abgelegt und mit , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

3 Antworten zu Go West – Jumeirah Sunset & der Supervisor des Schreckens

  1. Pingback: Ohne große Reden ab nach Schweden | TiMaFe on Tour

  2. Pingback: Dubai Episode III: Die Rückkehr der Emiratenmonster | TiMaFe on Tour

  3. Pingback: Adios Asia, Goodbye Dubai | TiMaFe on Tour

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s