Vom Wohnkloster nach Gamla Stan

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Als wir am späten Abend in Arlanda landen, ist es noch taghell, der bevorstehende Midsommar wirft seine Schatten voraus. Da der Airport ziemlich weit draußen in der Pampa liegt und wir heute sowieso nur noch schlafen wollen, fahren wir mit der Bahn ins nahe gelegen Märsta und mieten uns im BoKloster ein, was soviel bedeutet wie „Wohnkloster“. Wer an den Namen der Rose, alte Gemäuer und Mönchsroben denkt, liegt allerdings falsch, vielmehr handelt es sich um ein eher neuzeitliches Ex-Nonnenwohnheim mit kleinen aber gemütlichen Zimmern, großen Duschen und Gemeinschaftsküche. Immerhin liegt der Übernachtungspreis noch im 2-stelligen Bereich, da ist man im Raum Stockholm schnell in der Kategorie Schlafsaal. Am nächsten Morgen scheint wie es sich gehört die Sonne, und da Märsta touristisch nicht sonderlich viel zu bieten hat (selbst bei Wikipedia muss man nicht mal scrollen), ziehen wir nach einem ausgiebigen Frühstück mit der Bahn weiter. Im Raum Stockholm hat man jüngst ein neues und mitunter obskures Kartensystem eingeführt, das offenbar dazu dient, Touristen vermehrt aufs Taxi umsteigen zu lassen. Aber unsere Gastgeber haben uns bereits im Vorfeld mit blauen Karten sowie Insiderwissen über Zonensystem und Ladevorgang versorgt, und so kommen wir recht problemlos und nicht „schwarz“ in Sundbyberg nordwestlich vom Zentrum an, unserem Basislager für die nächste Tage (und nicht ganz zufällig die Bleibe von Marias Bruder nebst Familie).

Da wir morgen bereits weiter Richtung Schärenwelt ziehen, gönnen wir uns heute gleich den Klassiker: Gamla Stan, die Altstadtinsel mit ihren verwinkelten Gassen, Kirchen, Kneipen, dem Königsschloss und was auch immer sonst noch das Touristenherz höher schlagen lässt. Hier kann durchaus ein paar Stunden verbringen, allerdings hat unser tempelerprobter Buggy mit dem mittelalterlichen Kopfsteinpflaster auf Dauer doch arg zu kämpfen, Ruhe und preiswertes Essen sucht man natürlich auch vergebens. Also noch weiter rüber in den grünen Skinnarviksparken auf der Södermalm Seite, von wo aus man obendrein noch einen netten Blick übers Wasser auf die Stadt werfen kann. Unterwegs habe ich in einer Art Thai-Imbisscontainer noch eine ausgezeichnete Tom Ka Gai organisiert. Randnotiz 1: Nie habe ich in einer Großstadt außerhalb Südostasiens eine größere Dichte an asiatischen Lokalen gesehen, der Schwede isst offenbar auch gerne außerhalb des Urlaubs exotisch. Nach einem Marsch am Ufer kehren wir über die Brücke zurück in Unterwelt. Randnotiz 2: Die von zahlreichen Künstlern seit den 50ern aufgepeppten U-Bahnstationen sind fast schon eine Attraktion für sich, und keine scheint der anderen zu gleichen. Kunst unter Tage – wie daheim im Ruhrpott. Gekocht wird heute daheim (Curry – was sonst), morgens planen wir nämlich alle zusammen früh in See zu stechen, mit Kurs auf Nåttarö (3. und letzte Randnotiz: A mit Kringel spricht sich wie ein O).

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Über Till@TiMaFe on Tour

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