Fernab in der Schärenwelt

IMG_9256_sunset_panoOnkel Fred hat sich wohl gedacht, dass sich die weit gereisten Gäste auf Dauer nicht mit profanem Stockholm Sightseeing zufrieden geben, und hat für die ganze Sippschaft mal eben eine bescheidene Hütte auf der Insel Nåttarö  ganz im Süden des Stockholmer Schärengartens gebucht. Gute Idee! Da der Weg dorthin mit 2 Fußmärschen, einer Zug- sowie Fährfahrt verbunden ist, brechen wir schon gegen 7 mit prallen Rucksäcken und überladenen Kinderwagen auf. Mit der Bahn und abermals umprogrammierten Tickets geht es dann bei zunächst eher bescheidenem Wetter zum Hafen von Nynäshamn, von wo aus wir die Personenfähre auf die Insel nehmen. Autofähren erübrigen sich dort in Ermangelung befestigter Straßen ohnehin. Schon auf der Überfahrt weicht das Schmuddelgrau einem latent leuchtenden weißen Nebelbrei, als wir nach einer knappen halben Stunde am kleinen Anleger abgesetzt werden, brutzelt die Sonne bereits den Himmel frei – welch ein Timing. Die „Inselhauptstadt“ bietet immerhin fließend Wasser und Strom, eine gute  Plumpskloabdeckung, einen 2h am Tag geöffneten Minimarkt sowie ein leider zur Zeit geschlossenes Restaurant. Aber ganz im Ernst, wer braucht schon Infrastruktur oder gar Luxus bei der Natur!

Nachdem wir unsere spartanische aber durchaus hübsche Hütte bezogen haben, zieht es uns ob des Kaiserwetters auch rasch ins Umland. Ein kleiner mit dem Buggy gerade noch so befahrbarer Pfad führt Richtung Osten zunächst an der Drottninggrottan (Königinnengrotte) vorbei, in der  sich angeblich im 17. Jahrhundert Königin Maria Eleonora auf der Fluch aus Schweden versteckte (ziemlich eng dort), am Ende landet man dann am wirklich herrlichen Sandstrand Storsand.  Jetzt noch ein paar Sonnenbrillenverkäufer, Reggae Mucke und ein Longtailboat, und man könnte meinen, man wäre im Thailand. Die Temperatur der Ostsee verbietet natürlich ein Bad für Normalsterbliche, zumindest ohne vorangegangen Saunabesuch.

Auch der etwas wildere Skarsand sowie die Östermarsfladenbuch im Norden könnten geradewegs einem schwedischen Bildband entsprungen sein. Diese Überdosis Natur weckt natürlich ordentlich Kohldampf, und das nicht nur bei den Mücken. Abends gibt es den obgliatorischen gemeinsamen Nenner für Unterwegs: „Nudeln mit Tomatensauce und Geschnibbel“,  dazu wird importierter Moselwein aus der Plastikflasche gereicht. Mit der Sonne verschwinden gegen Zehn dann leider auch viele Plusgrade, aber nach dem bewegten Tag sind wir eh alle hundemüde, was glücklicherweise auch auf die beiden Nachwuchstraveller (3 und 11 Monate) zutrifft, die die Nacht weitgehend durchpennen!

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Über Till@TiMaFe on Tour

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