Kulturtour auf Djurgården

sthlm056_IMG_9232_island_panoDer Morgen bleibt zunächst trocken, und weil uns die Fähre erst gegen eins aufpicken wird, bleibt sogar noch Zeit für einen Abstecher in die Vänsvik Bucht im Südosten. Fernab der Hütten raschelt allenfalls mal ein Tier im Gebüsch, die einzige nennenswerte Menschenansammlung gibts vor dem Minimarkt am Anleger, der tatsächlich für 2h seine Pforten öffnet und Kostbarkeiten wie Kaffee, Eis und Zimtkringel für das gierige Volk bereit hält. Kurz bevor wir nachmittags die Fähre entern sieht das Wetter offenbar keinen Grund mehr zum Durchhalten, und der Himmel öffnet für die nächsten Stunden seine Schleusen. Beste Voraussetzungen für einen Museumsbesuch, und so sagen wir Fred und Jana am Hauptbahnhof Adieu, schließen meinen Rucksack für stolze 10 EUR ein, und machen uns auf den Weg zur Insel Djurgården. Nicht bedacht hatten wir allerdings den Stockholm Marathon, der gerade in vollem Gange ist und den Tramfahrplan gehörig über den Haufen geworfen hat. Man könnte natürlich fast Mitleid mit den durchnässten Sportlern haben, die da durch den Regen traben, hätten wir da nicht unser eigenes kleines Nässeproblem. Das Museum selbst entschädigt dann aber für die beschwerliche Anreise: Die Vasa, ein Schiff der Superlative, Stolz der schwedischen Flotte, und dann nach nicht mal einer Seemeile auf ihrer Jungfernfahrt 1628 gesunken. Erst 1956 nach über 300 Jahren auf Grund der Stockholmer Bucht wurde das Wrack wieder entdeckt,  über Jahrzehnte restauriert, und ist jetzt wieder in voller Pracht zu bewundern. Selbst eingefleischte Museumsmuffel dürften von diesem Ort schwer beeindruckt sein, selten sieht man Geschichte derart spannend vermittelt. Abends bleibt die Küche heute mal kalt, dafür gibt es Exotisches vom Thai Container um die Ecke.

Am nächsten Tag ist dann wieder strahlend blauer Himmel, was zumindest die Marathonteilnehmer versöhnen dürfte, die noch genug Mumm und Zeit für einen Ausflug haben. Wir tingeln erst einmal zum nahe gelegenen Lötsjön See und tauschen und testen gegenseitig Kleinkinderschlepputensilen aus. Meine Rückentrage bereitet Felix zwar einen Heidenspaß, meine Schulter wird es mir aber in den nächsten Tagen nicht gerade danken. Später fahren wir noch nach Skansen, ein Freilichtmuseum unweit der Vasa, das auf einem riesigen Areal Einblicke in die skandinavische Fauna und Kultur gibt. In Anbetracht der Temperaturen gibt sich die Fauna heute überwiegend lethargisch, ein schöner Ort ist es allemal und obwohl heute Sonntag ist bleiben die Massen glücklicherweise aus. Heute Abend steht Lachs auf der Speisekarte, dann heißt es leider schon wieder packen, denn bereits am nächsten Tag wird uns die SAS im Morgengrauen wieder zurück in heimische Gefilde fliegen.

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Über Till@TiMaFe on Tour

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