Clinchen auf Hochtouren

IMG_0516_road_pano_MINIGegen 10 liefert uns Maria II  im schicken Europcar Office an der Estrada Monumental im Hotelviertel ab. Gebucht haben wir eigentlich über Billigermietwagen.de, die es wiederum über Car del Mar bei Europcar geordert haben, warum das deutlich billiger als eine Direktbuchung ist verstehe wer will.  Ein Babysitz Fiasko wie in Bangkok bleibt uns zum Glück erspart, und so besteigen wir nach dem üblichen Formalitätenhickhack einen silbernen Renault Clio, dem wir schon nach wenigen Kilometern den Spitznamen Clinchen verpassen: Wendig, irgendwie schnuckelig, aber in den Bergen leider auch etwas schwachbrüstig.

Und was es hier für Berge hat: Gleich der erste Anstieg zum Cabo Girao hat es in sich. Hier hat man in 580m Höhe über einer Steilklippe (angeblich neben einer Ecke in Taiwan die zweithöchste der Welt) einen transparenter Aussichtspunkt über den Felsrand gezimmert, und so kann man wahlweise das 180° Panorama genießen, oder nach unten schauen und sich gruseln. Anschließend kurven wir die Serpentinen zum Boca da Encumeada herauf. Links und rechts ragen die mit sattgrünen Terassen garnierten Berge fast senkrecht auf, fürs Bali-Feeling fehlen nur noch ein paar Bambushütten. Auf der 1000m  hohen Passhöhe zweigt die 105 in die Hochebene Paul da Serra (Spitzname „der Paule“) ab, und die Landschaft wandelt sich zur Steppe, beim Parkplatz von Rabacal schweift der Blick abwärts in ein grünes bewaldetes Tal, das auch in einem Irland Reiseführer eine gute Figur machen würde, der dort abzweigende Wanderweg zum Cascada do Risco lässt am Ende wiederum Dschungelfeeling aufkommen. Wahnsinn wieviele verschiedene Eindrücke man hier bereits auf schlappen 50km geboten bekommt, wer Abwechslung ohne viel Herumgurkerei sucht, ist auf Madeira auf jeden Fall bestens aufgehoben.

Die letzten 3km nach Rabacal muss man entweder per pedes oder mit dem Shuttlebus zurücklegen, Begegnungsverkehr wäre auf dem schmalen  Zubringer auch völlig unmöglich. Wir haben Glück und haben noch eine kappe Stunde bis zur Rückfahrt des letzten Busses um 18:30, das reicht für einen Levada Abstecher zum Risco-Wasserfall nebst Picknick, den angeblich noch spektakuläreren Marsch zu den 25 Fontes müssen auf dem Rückweg leider rechts liegen lassen.
Westlich von Rabacal bringt uns eine kurvige Kopfsteinpflasterstraße mit ordentlich Gefälle bei Calheta zurück auf Meeresnivau, von hier gehts immer an der Küste entlang vorbei an Bananenplantagen und vereinzelten Kiesstränden oder alternativ auf der Schnellstraße zurück gen Westen. Die EU hat es offenbar gut mit Madeira gemeint, die Hauptverkehrsadern sind ein einem Top Zustand, und dank der enormen Tunneldichte ist man in nullkommanix zurück in Funchal. Clinchen darf sich jetzt etwas von den Drehzahl-Strapazen erholen, bevor wir uns morgen das zentrale Bergland vornehmen wollen, Tag 3 wird auf jeden Fall schon mal als Highlight verbucht!

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Über Till@TiMaFe on Tour

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