Kein Ort für Schattenparker

IMG_0749_Pano_MINJIFelix ist seit Tagen fasziniert von dem Nachbarshund, der Luftlininie 10m von unserer Haustüre entfernt auf Posten liegt und sämtliche Marschbewegungen lautstark kommentiert. Seit heute bellt Felix mit einem unverkennbaren „wowowow“ zurück, hat somit einen weiteren Meilenstein in seiner Entwicklung erreicht, und so fahren wir alle nachmittags froh kläffend zu Sao Lourencos kargem Ostkap. Gleich wenige Kilometer nach dem Autobahnende  kann man dem nördlichen Miradour Ponto do Rosto einen Besuch abstatten, der einen ersten Eindruck auf die schroffe Steilküste vermittelt. Ein klassisches Postkartenmotiv, zweifelsohne faszinierend, aber irgendwie zu bequem zu erreichen, so dass man nicht das Gefühl hat, sich diese Aussicht wirklich verdient zu haben. Vermehrt entladen sich auch zahlreiche vollbepackte Ausflugsbusse am Quickwin-Spot, und wir flitzen lieber weiter an der Südküste zum Straßenende Baia d’Abra, das gleichzeitig den Beginn des Wanderweges markiert.
Hier hat hat man ein paar adrette Palmen gepflanzt, ansonsten wächst in dieser Ecke definitiv nix was hoch genug wäre, auch nur einen Hauch von Schatten zu spenden. Quasi als Entschädigung für die karge Landschaft bieten sich links uns rechts des schmalen Wanderweges immer wieder spektakuläre Küstenblicke, man trifft auch hier und da ein paar andere Wandervögel, aber der Andrang hält sich in Grenzen. Eigentlich geht der Weg bis zum Caso do Sardinha, dass mit seinem Palmengarten wie eine Oase in der Ferne wirkt, aber mit Felix auf dem Buckel und in Anbetracht der bereits späten Stunde verbuchen wir mal den Anblick des Casos hinter einer Kuppe als Etappenziel und kehren um. Während wir an einem Felsen Rast machen, kommen plötzlich Geckos aus allen Löchern geflitzt und belagern völlig unscheu unsere Essensreste, besonders haben sie es offenbar auf Bananen-Babybrei abgesehen – mit einen hungrigen Geckostreichelzoo hatten wir hier auch nicht gerechnet.

Um uns den Rückweg über die eher langweilige Autobahn zu ersparen, machen wir einen Abstecher ins Hochland nach Santo Antonio da Serra, wo wir Felix auf dem großzügigen Ex-Anwesen der Weinfamilie Blandy Gassi führen. Ein ansehnlicher Garten mit Mini-Zoo, der aber offenbar schon üppigere Zeiten gesehen hat
Anchließendend treffen wir nach einer kurvigen Talfahrt kurz vor Funchal wieder auf die Autobahn und sind pünktlich zum Sonnenuntergang in Garajau, wo sich eine riesige Christus Statue über das Kap erhebt und eine Seilbahn ins Tal führt – der Zuckerhut lässt grüssen. Wieder im trauten Heim angelangt gibt es heute Fisch mit Rest.. ähhh Fischpfanne an Kräuterkartoffeln mit gedünstetem Gemüse der Saison, ein bisschen schwingt auch schon wieder Wehmut mit, da morgen bereits der letzte richtige Madeira Tag anbricht. Wo ist die Zeit bloß wieder hin?

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Über Till@TiMaFe on Tour

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