Zum Ende Europas über Sintra und Bangkok

IMG_0976_almeidacoval_MINIDie Nahverkehrstickets sind leer und die weitere Umgebung unerkundet – höchste Zeit, wieder mobil zu werden. Mit nur einem Zwischenmakler sind wir abermals bei Europcar gelandet, die Anreise in die belebte Avenida António Augusto (sind die Straßennahmen hier nicht herrlich?) bestreiten wir zu Fuß. Nachdem die Formalitäten heute deutlich schneller als auf Madeira erledigt sind, stehen wir vor einem fast neuem Renault Captur, einer optisch eher eigenwilligen Mischung aus Mini-SUV und Kompaktwagen, der uns die nächsten 7 Tage auf den Weg in den Süden bis hinter Faro begleiten soll. Maria findet ihn spontan hässlich, ich mag spontan den Mini-Kofferraum nicht, der mit einem Rucksack + Buggy schon voll ist, aber irgendwie wirds schon alles gut werden, und oberste Priorität hat erst einmal das Verlassen der Innenstadt mit ihren unendlichen Kreiseln.

IMG_0992_fado_MININach ca. 20 Autobahnkilometern erreichen wir Sintra, eine eigentlich ganz knuffige kleine Stadt am Fuße des gleichnamigen Gebirges, die von zig Parks und Palästen umgeben ist, darunter wohl auch eine Art portugiesisches Neuschwanstein (Palácio da Pena). Geld hat in dieser Ecke zu Zeiten der Erbauung offenbar keine Rolle gespielt, was heutzutage leider anders ist, und so muß man für viele der Highlights üppige Eintrittsgebühren berappen. Wir finden etwas abseits des Trubels eine nette Lunchkneipe und tigern ein wenig durch die engen steilen Gassen, die trotz der zahlreichen Souvernirshops noch halbwegs authentisch rüberkommen. Von hier oben hat man auch guten Blick auf den Nationalpalast Palacio Real mit seinen markanten weißen Türmen, die sich leider irgendwie nicht spannend ablichten lassen. Obwohl Montag ist und die Uhr schon 4 zeigt, pumpen jetzt immer mehr Reisebusse weitere Besucherhorden ins Zentrum, das dem Durchsatz nur gerade eben so gewachsen ist.

Wir flüchten mit unserem Captur, den wir inzwischen in Raptor umgetauft habe, weil der Captur Name irgendwie albern und nach Gefangenschaft klingt, mittendurch auf eine relativ einsame hübsche Serpentinenstraße durch Berge und Märchenwald, und erreichen schließlich beim Cabo da Roca den Atlantik. Die felsige Steilküste scheint endlos, und sicher gibt es an der Westküste Portugals zig Punkte, die ähnliche oder noch beeindruckendere Aussichten biete, aber das Cabo da Roca schmückt sich mit einem ganz besonderen Titel: Es markiert den westlichsten Punkt des europäischen Festlands, und den will man natürlich zumindest einmal betreten haben. Auch hier ist man natürlich nicht alleine, aber um den Leuchtturm herum gibt es allerhand ausgetretene Pfade, nur nach Westen sollte man sich nicht zu weit lehnen, hier geht es nämlich einfach nur abrupt und tief nach unten!

Weiter an der Küste geht es vorbei an reichlich Dünen in das Strandbad Cascais – der Place to be, wenn man als Lissaboner mal Lust auf Strand oder als Strandtourist die Nähe zu Lissabon sucht. Wir suchen aber in Anbetracht der späten Stunde und nach 2 Balkondinnern in Folge vor allem ein Restaurant, und was vermisst man als Deutscher im Portugal-Urlaub am meisten? Natürlich ordentliche Thai Küche, und so hat der indische Kundenfänger auf der Rua das Flores relativ leichtes Spiel, als er uns an einen freien Tisch im Bangkok Thai Moods lotst. Lecker! Allerdings sind die Zeiten definitiv vorbei, an denen man Felix einfach mal stundenlang ohne großartiges Amusement-Programm im Wagen parken konnte, insofern verkneifen wir uns Mekhong und Zweitgang und düsen zügig über die Autobahn nach Lissabon zurück.

Fazit: Erste Automission gut überstanden, auch der Raptor hat während des Trips an Sympathien gewonnen, nachdem wir im Kofferraum den raffinierten doppelten Boden entfernt haben, ein überaus ortskundiges Navi entdeckt haben, dass wir weder bestellt noch bezahlt haben, und auch nach knapp 100km keinen messbaren Spritverbrauch feststellen konnten. Gut so, denn morgen gehts mit Sack und Pack in den Süden!

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Über Till@TiMaFe on Tour

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