Ein Bett im Reisfeld – aus den Bergen nach Tissamaharama

IMG_3208reisfeld2_MINISo, wo waren wir stehengeblieben… richtig, in Ella! Nachdem wir nun 7 Nächte in der Sri Lankischen Bergwelt verbracht haben, wollen wir heute Nachmittag wieder Kurs aufs Flachland aufnehmen und die alte Königsstadt Tissamaharama im Südosten ansteuern. Bis es soweit ist haben wir aber noch ausreichend Zeit für eine Wanderung zu den Little Rawana Falls unterhalb des Ella Rock. Karten und Wegbeschreibungen können getrost in der Bude bleiben, denn die quasi offizielle Marschroute verläuft nicht nur an sondern auch überwiegend auf den Gleisen der Zugetappe nach Badulla entlang. Die Einheimischen machens vor, die weißen Langnasen wackeln hinterher – ganz getreu dem Motto when in Rome do as the Romans do (100 Rupien ins Phrasenschwein).
Am Ende des Tals treffen wir auf lang geschwungene teils geflutete Reisfelder, die in jedem Balireiseführer eine gute Figur machen würden, und kurz vor dem Abzweig zu den Falls sorgt dann noch eine alte Eisen-Eisenbahnbrücke für Nervenkitzel, die es ebenfalls per pedes zu überqueren gilt. Nach einem kurzen Marsch durch ein Feld, das von einem etwas aufdringlichen Zeitgenossen patrouilliert wird, und wenigen Metern Felxkraxelei ist man dann am Ziel. Allzuviel Flüssiges kommt in der Trockenzeit nicht von oben runter, aber die ausgewaschenen Felsen lassen erahnen, welche gewaltigen Wassermassen hier in der Regenperiode passieren müssen. Auf dem Rückmarsch verlassen wir unser Gleis auf halber Strecke, um noch dem Waterfall Homestay einen Besuch abzustatten. Das australische Betreiber-Pärchen kann sich zwar nicht mehr an unsere Freunde erinnern, die hier vor knapp einem Jahr verweilten und uns den Ort wärmstens empfohlen haben, zeigen sich jedoch überaus gastfreundlich, geben kalte Drinks aus – und von diesem Ort mag man auch wirklich so schnell nicht mehr weg. Dachte sich wohl auch eine rüstige wie gesprächige Dame aus dem Rheinland, die sich hier regelmäßig gleich für ein halbes Jahr eingemietet hat.

Nachdem wir die Zugetappen zwischen Kandy, Nuwara Eliya und Ella wirklich genossen haben und nun auch noch selber zu passionierten „Railwalkern“ geworden sind, würden wir die Weiterreise auch gerne auf der Schiene fortsetzen – aber leider endet das Streckennetz in den Bergen bei Badulla, so dass wir für die heutige Reise wieder auf das bewährte Hadimobil zurückgreifen. Die Straße Richtung Wellawaya führt zunächst an den echten Ramboda Falls vorbei, die zwar um einiges mehr rauschen als ihre einsamen kleinen Brüder heute morgen, aber dafür kommt so nahe an der Straße irgendwie kein echtes Erobererfeeling auf. Der Weg ist eben öfter als man denkt das Ziel, und das Phrasenschwein ist nochmal um 100 Rupien reicher.  Deutlich eindrucksvoller sind da schon die Buddhafiguren bei Buduruwagala, die man über einen ca. 4km langen Umweg von der Hauptstraße erreichen kann. Alleine die Anfahrt auf einer Art Feldweg vorbei an Teichen und Feldern ist sehenswert, und da Hadis Fahrer kein sonderlich großes Vertrauen in den Federweg seines tiefliegenden Gefährts zu haben scheint, bleibt bei gefühlt 10km/h genug Zeit zum Staunen. Die aus dem Fels gehauenen bis zu 15m hohen Buddhafiguren datieren angeblich aus dem Zehnten Jahrhundert, so genau weiß man es wohl auch nicht, was nur noch mehr zu dem mystischen Charakter des Ortes beiträgt.

Pünktlich zum Sonnenuntergang erreichen wir dann die Ausläufer von Tissamaharama, das meistens nur schlicht „Tissa“ abgekürzt wird, obwohl man sich das Wort mit den 5 As durchaus mal auf der Zunge zergehen lassen sollte. Zur linken der Straße erstreckt sich der Tissa Wewa, ein riesiger See mit ebenso gewaltigen Bäumen am Rand, die vor allem vor der untergehenden Sonne fast schon afrikanisch anmuten. Zur rechten gibt es als Kontrast zahllose hellgrüne Reisfelder, die den See vom eher nüchternen Stadtkern trennen. Und inmitten eines dieser Reisfelder liegt das putzige Serene Park, dass wir uns für die nächsten beiden Nächte als Bleibe ausgesucht haben.  Hadi lässt zwischendurch seine Kontakte spielen und macht noch einen Jeep für morgen in aller Frühe klar, da man Tissa im Prinzip nicht verlässt, ohne dem Yala Nationalpark im Rahmen einer Safari einen Besuch abgestattet zu haben. Beim Abendessen im überschaubaren Rahmen lernen wir noch M. und J. aus dem Süden der Republik kennen, die auf einer ähnlichen Route wie wir unterwegs sind, und nach der ein oder anderen Flasche Bier beschließen wir, morgen früh den Jeep zu teilen. Früh bedeutet in diesem Fall 6:00, aber wir sind bereits jetzt mächtig aufgeregt!

 

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Über Till@TiMaFe on Tour

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2 Antworten zu Ein Bett im Reisfeld – aus den Bergen nach Tissamaharama

  1. vowitzel schreibt:

    Danke fuer den Link mit den Romans – interesting 🙂

  2. Pingback: Sri Lanka R’n’R – Routenplaner und Résumé | TiMaFe on Tour

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