Aufbruch nach Yala – der frühe Vogel erspäht den Elefanten

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Morgens um 6 stehen die bestellten Frühstückspakete, unser Hadi-Fahrer der sich das Spektakel offenbar auch nicht engehen lassen will, 4 müde Erwachsene sowie ein relativ waches Kind bereit – und glücklicherweise der Jeep ebenfalls! Es kann also losgehen zu unserer ersten „richtigen“ Safari! Eine gute halbe Stunde brauchen wir um von Straßen zu staubigen Pisten zu gelangen, dann erreichen wir eine Art „inner Circle“, von wo aus wir in wenigen Minuten zum Kassenhäuschen gelangen, das ganz in der Nähe des Eingangsgates des Yala Parks liegt. Die Preisberechnung ist höhere Mathematik und bezieht unter anderem die Anzahl der Personen, Fahrzeuge, Einheimischer und mindestens 2 verschiedene Steuern mit ein, aber gängie Konstellationen sind freundlicherweise schon vorberechnet.

Nachdem wir endlich richtig „drin“ sind, starren wir alle gebannt in jede Richtung, allein die Landschaft ist durchaus sehenswert (dafür hätten wir aber auch später losfahren können). Es dauert jedoch nicht lange bis sich die ersten Tiere zeigen: Wasserbüffel, Hirsche, Pelikane und das ein- oder andere wohl getarnte Krokodil das wir meist erst nach genauen Anweisungen entdecken. Die Vogelwelt ist selbst für uns Laien sehr abwechslungsreich, aber insgeheim warten alle auf die Elefanten die es hier recht zahlreich geben soll, sich aber erstmal rar machen. Aber Langeweile kommt keinesfalls auf: Wildschweine, Pfauen, Mangusten, Leguane, Hähne(!), Affen, ein Schakal und immer wieder Büffel aller Art begegnen uns. Schließlich erbarmt sich immerhin ein kreuzender Elefant, der sich aber recht flugs wieder im Gebüsch verflüchtigt… Kurze Zeit später erleben wir etwas das wir hier am wenigsten erwartet hätten: einen handfesten Stau! Nach einiger Warterei stellt sich heraus dass es kein liegengebliebenes Fahrzeug sondern ein (fauler?) Leopard ist den man hier mit etwas Phantasie sehen kann. Wir reihen uns brav ein und sehen in ca. 150 m Entfernung im Gegenlicht im Baum etwas fleckiges Fell… Nun ja, den hätten wir im Vorbeifahren wohl verpasst. Aber ob er 1 Stunde rumstehen wert war? Egal, nach einem Zwischenstop an einem paradiesischen Fleckchen Strand drehen wir noch einige Schleifen und sehen kurz vor Ende der Tour sogar noch einen schönen Elefanten aus der Nähe, der zumindest seinen Allerwertesten lange genug in die Linse hält. Müde und zufrieden schaukeln wir zurück zum Reisfeld – Felix träumt schon von spannenden Tieren bevor wir die Hauptstraße erreichen… was sich später als weniger günstig erweisen soll…

Unser Plan sah vor: Früh aufstehen, Safari, ausgedehnter Mittagsschlaf, Ausflug ans Meer. Bei der Rückkehr gegen 11 hörten wir auch die Betten recht laut rufen, hatten aber die Rechnung ohne den inzwischen wieder ausgeruhten Felix gemacht der sich nicht auf ein weiteres Nickerchen einlassen wollte… So erkämpfte er sich dann einen ausgedehnten Mittagsspaziergang mit Papa rund um die Reisfelder, vorbei an Riesenstupas und durch das Stadtzentrum von Tissa und am See wieder zurück.

Da immerhin ich so etwas Schlaf nachholen konnte war es zumindest ein Teilerfolg – und am Nachmittag bestellen wir wie geplant das Hadi-Mobil für einen Ausflug an die Küste her. Es geht nach Kirinda, nur 20 Min. entfernt und mit einem idyllischen Felsentempel am Meer ausgestattet. Außerdem soll es einen Strand geben den wir natürlich nach langer Meerabstinenz und trotz stürmischer Wellen erkunden wollen. Felix entscheidet sich nun doch für ein Schläfchen und so greifen wir auf das bewährte Fahrer-Babysitter-Konzept zurück während Hadi uns auf den Felsen begleitet. Der Tempel ist in der Tat sehenswert und es gibt u.a. einen Pavillion mit sehr bunten Buddha-Geschichten in 3D sowie mehrere „Schaufenster“ mit Hindufiguren. Aber das Schönste ist eindeutig die Aussicht auf das Meer, die Felsen und die Strände soweit das Auge reicht!

Wir holen Felix am Auto ab und gehen zum Strand wo sich meine Hoffnungen auf einen Pancake oder anderen Snack recht schnell verflüchtigen – hier ist offenbar nur zur Hochsaison oder am Wochenende was los, immerhin gibt es heute einen offenen Kiosk. Der Strand ist folglich bis auf ein paar Locals buchstäblich leergefegt, der Wind und die Brandung sind hingegen trotz geschützter Lage stattlich. Mir ist es also zu wild, aber Till lässt sich ein Bad nicht entgehen… Unterdessen schart Felix innerhalb kürzester Zeit wieder Menschen um sich, vor allem mehrere erwachsene Männer spielen geduldig mit ihm im Sand! Sri Lanka ist in der Tat ein sehr kinderfreundliches Urlaubsziel!

Abends essen wir wieder leckeres Curry im heimischen Hotel in gewohnt netter Gesellschaft und kreiren noch einige neue Drinks aus den vorhandenen Arrak und Gin Resten. Unsere Safarimitstreiter sind nebenbei noch fleißig auf der Jagd, und zwar nach brauchbaren Unterkünften in Mirissa, was sich als unerwartet schwierig gestaltet, da der Ort seine Zeiten als Geheimtip offenbar endgültig hinter sich hat. Für uns geht die Reise bereits morgen weiter nach Tangalle, und irgendwie sind wir froh, dass wir die Bleibe dort bereits in der Heimat per Mail reserviert haben – für Onlinerecherchen sind wir nach diesem ausgedehnten Tagesprogramm nämlich definitiv zu schlapp!

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2 Antworten zu Aufbruch nach Yala – der frühe Vogel erspäht den Elefanten

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