Der Strand im Dschungel und das Wrack ohne Namen

Dinner oder HaustierChameera bei der ArbeitJetzt erstmal ein deftiges Sri Lankan Breakfast Von der Radtour quer durchs Galler Umland mit Herrn Chameera am Morgen und dem köstlichen Sri Lankan Breakfast danach haben wir ja bereits in der Zwischenepisode Zwei Radler bitte – in und um Unawatuna herum berichtet. Wieder mal hat sich die viel erprobte Traveller-Weisheit bewährt: „Wer durchs Umland radelt und lokales verzehrt, macht in Asien (meist) nix verkehrt.“
Mittags wollen wir dem Jungle Beach auf der Galle zugewandten Seite des Hügels einen Besuch abstatten. Einen wirklich triftigen Grund gibt es hierfür eigentlich nicht, da unser Hausstrand schwer in Ordnung ist, aber der Einsame Planet sorgt mit Beschreibungen wie „isolated“, „steep path by a huge tree“, „glistening Peace Pagoda along the way“ für die nötige mystische Aura, um den Marsch zu rechtfertigen. Nachdem der Wettergott den Dschungel tüchtig bewässert hat, geht es am späten Nachmittag auch endlich los. Der erste Teil des Weges ist eher unspektakulär, der Strand ist mehrmals ausgeschildert und die asphaltierte Straße locker zwei Tuk-Tuks breit – weicht dann allerdings auf einer Bergkuppe abrupt einem Trampelpfad. Wir können Felix‘ Buggy bei einem lustigen Rastafari und seinem Hausaffen gegen eine kleine Spende unterstellen und kraxeln zu Fuß weiter, während sich in der Ferne die bereits zitierte „Peace Pagoda“ erhebt -angeblich die Spende eines japanischen buddhistischen (und offensichtlich gut betuchten) Mönches aus dem Jahre 2005. IMG_3787_peacepagodaDer Jungle Beach selbst ist dann zwar nicht gar so isoliert wie erwartet, da nach Galle eine Art befahrbarer Feldweg abzweigt und sich auch eine spärlich bewirtete Kneipe hier niedergelassen hat, aber die Mangroven ringsherum und die Abgeschiedenheit sorgen zumindest für einen gewissen Robinson Effekt – zudem hat man einen schönen Blick übers Meer auf das gestern besichtigte Fort von Galle in der Ferne!

Thai261

Früher war alles bunter

Zeitsprung: Wir schreiben den 26.11.2007, Raja Yai irgendwo in der Andamanensee. Mein erster Tauchgang außerhalb dunkler und kalter deutscher Binnengewässer, und ein unvergesslicher dazu. Der erste Eindruck ist vergleichbar mit den Klischees aus den Werbefilmen für Tauchurlaube, rundherum knallbunte Fischschwärme vor prächtigen Korallenriffs und man fragt sich, wie man in Zukunft Urlaub unter und über Wasser unter einen Hut bringen soll. Gut 6 Jahre und zahlreiche Tauchgänge später ist meine Begeisterung von einst dann doch einer gewissen Routine gewichen, und ein Tauchtag pro Urlaub reicht zur Befriedigung der Tauchgelüste i.d.R völlig aus. Für Sri Lanka ist dieser Tag heute gekommen, und so begebe ich mich früh morgens mit 2 Jungs vom Unawatuna Diving Center, einem belgischen Buddy sowie einem polnischen Paar, dass offensichtlich in den letzten Urlauben mehr Zeit mit Tauchen als an Land verbracht hat, zunächst runter auf gut 20m zum No Name Wreck vor der Küste von Galle. Meistens haben die Guides beim Wracktauchen ja immer irgendeine Geschichte zum Tauchziel und dem Grund des Untergangs parat (immer gerne genommen: Versicherungsbetrug), aber in diesem Fall weiß offensichtlich weder jemand, wie das Schiff hieß, noch was es dazu veranlasst hat, so dicht vor dem Festland auf Grund zu laufen. Um die ursprünglichen Formen des an vielen Stellen arg in Mitleidenschaft gezogenen Wracks zu erahnen braucht es schon einiges an Phantasie, die zahlreichen Meeresbewohner, die hier inzwischen eingezogen sind, scheint das allerdings ebensowenig zu stören wie unsere Anwesenheit. Alles in allem ein durchaus spannender wenn auch etwas gruseliger Tauchgang.
Der 2. Ausflug nach unten vor einem kleinen Riff kann da nicht ganz mithalten. Dafür sorgt unser „Profipaar“, dass  bereits beim Wrack die Nullzeitgrenze ziemlich großzügig ausgelegt hat, für zunehmende Nervosität bei den Guides: Während am Horizont nämlich unverkennbar ein Gewitter aufzieht und die See unseren nicht gerade üppigen Kahn zunehmend ins Wanken bringt, fehlt von den beiden auch ~20 Minuten nach Ende der vereinbarten Tauchzeit jede Spur. Schließlich spotten wir dann doch endlich 2 kleine unverschämt relaxte Köpfe in den Wellenbergen und schaffen es gerade noch rechtzeitig zur Tauchschule zurück, bevor der Himmel seine Schleusen öffnet.

Viel schneller als erwartet sind unsere 4 Nächte am Strand von Unawatuna auch schon wieder vorbei, und wir bereiten uns Mittwochs auf die letzte große Etappe auf sri lankischem Boden vor: Mit dem Zug soll es heute vom Bahnhof Galle bis in die quirlige Haupstadt Colombo gehen, wo wir noch einmal zwei Nächte verbringen wollen, bis sich am Flughafen in der Nähe von Negombo der Kreis nach knapp 3 Wochen hoffentlich wieder schließen wird. Bleiben Sie dran!

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Über Till@TiMaFe on Tour

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2 Antworten zu Der Strand im Dschungel und das Wrack ohne Namen

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