Berauschendes aus Garmisch

IMG_5203_rightpathUm den langen Rückweg aus Südtirol ins heimische Ruhrgebiet etwas interessanter zu gestalten, haben wir einen Zwischenstopp in Garmisch-Partenkirchen bei der Partnachklamm eingeplant. Motorisierte Endstation ist der riesige Parkplatz vorm Olympia Skistadion, ab hier geht es nur noch zu Fuß oder mit der Pferdekutsche weiter. Die Umgebung wirkt jedoch erfreulich ursprünglich und man hat offenbar der Versuchung widerstanden, den Weg zum Eingang der Klamm mit Touristenfallen zu pflastern. Aber worum geht es hier eigentlich?
Irgendwann in grauer Vorzeit sorgte alpiner Muschelkalk dafür, dass hier zig Millonen Jahre später eines der imposantesten Naturwunder der Region entstehen soll. Bis zu 80 Meter ragen die fast senkrechten Felsen empor, in den denen sich die schmale Partnach ihren Weg ins Tal bahnt. Früher hat man hier unter abenteuerlichen Bedigungen Holz ins Tal befördert (sorry – getriftet), aber schon Anfang des 20. Jahrhunderts hat ein gewisser Herr Zoeppritz das touristische Potential erkannt und die Schlucht ausgebaut. Wenn man heute staunend den schmalen und mintunter recht niedrigen  Pfad lang marschiert (ich musste an manchen Stellen ziemlich aufpassen, da mich Felix in der Rückenkraxe um einige Zentimeter überragt), kann man kaum glauben, was das zu dieser Zeit für ein Aufwand gewesen sein muss! Wer sich durch den Marsch konditionell noch nicht ausreichend gefordert füht, kann links neben der Eingangspforte auch in die Höhe kraxeln, um zum Beispiel von der eisernen Brücke den Blick ins eben durchquerte Tal zu genießen. Oben wie unten – die Klamm ist auf jeden Fall einen Besuch wert, auch wenns mitunter etwas eng werden kann.

Der Himmel valsmaphat offenbar nur abgewartet, bis wir wieder auf halbwegs sicheren Boden zurückgekehrt sind, und öffnet wenig später seine Schleusen. Knapp 30 Minuten per pedes durch den Regen klingen wenig verlockend, verlockender ist da schon der Fiaker, der mit seinem Gespann direkt vor unserer Nase auf Kundschaft wartet! 10 € ärmer (ein durchaus fairer Preis in Anbetracht unsere Lage), aber trockenen Fußes erreichen wir unser Gefährt und machen uns auf den Weg zum Tagesziel – meiner Heimatstadt Lorsch an der schönen Bergstraße. Hier nächtigen wir bei meinen Eltern und treten am nächsten Tag üppig gestärkt die letzte Etappe nach Essen an.
Auch wenn es dieses Mal kein klassischer Rundtrip war, ist durch die Abstecher in Fürth, Garmisch und Lorsch doch noch eine recht abwechlungsreiche Route zusammengekommen. Und was den Hauptaufenthaltsort Südtirol betrifft: Wunderschöne Landschaft, urige Hütten, leckeres Essen, faire Preise – die Tiroler Bergwelt enttäuscht auch im Sommer nicht, beim nächsten Mal aber bitte mit ein paar Sonnenstunden mehr! Und die Anreise dürfte natürlich auch gerne etwas kürzer sein, aber dafür müssen wir wohl umziehen oder Berge versetzen 🙂

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Über Till@TiMaFe on Tour

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