Die fetten Karma-Welse von Kyauktan

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Thanlwin Guesthouse Garden

Pressstempelkannen (alias french press) gehören zuhause zu den Dingen, die man mal irgendwann geschenkt bekommen hat und die in der Regel nach einmaliger Benutzung direkt neben dem Schokofondue im Schrank verstauben. Im Thanlwin sind sie jedoch eine überaus willkommene Abwechslung zum faden Instant Nescafe, den man im Lande leider sonst viel zu oft serviert bekommt. Ich sitze gerade vor meiner zweiten Kanne und arbeite am Blog, der noch irgendwo zwischen Mandalay und Bagan stockt, während der Rest der Familie pooft. Nach dem gestrigen Yangon Marathon wollen wir es heute mal etwas ruhiger angehen lassen. Unser Hausherr empfiehlt da einen Halbtagestrip zur Kyauktan Pagode in einem Fluss (ja, in, nicht an!) ~50km südlich von Yangon, die übrigens auch unter dem Namen Yele Paya bekannt ist (was soviel heißt wie „Pagode in der Mitte des Flusses“ – ich mag diese pragmatischen Bezeichnungen). Klingt noch relaxed genug für uns und hinreichend spannend für Felix. Wir sind dabei!

IMG_8535_deepblue_MINIGegen 2 steht der Fahrer auf der Matte und wir verlassen Yangon in östlicher Richtung. Auch das geht natürlich nicht völlig ohne Stau, aber je weiter wir uns von der großen Stadt entfernen, desto mehr entspannt sich die Lage und wir stehen in de Tat nach einer (sehr) guten Stunde am Padawa Creek, in dessen Mitte die Kyauktan Pagoda in der Mittagssonne vor sich hin funkelt. Es könnte ein weiterer Anblick wie aus einem Fantasy-Epos sein, aber die Illusion wird zugegebenermaßen etwas durch die beiden hässlichen Strommasten und den knatternden Pendelbootverkehr gestört. Die Tickets sind schnell besorgt, das Boot wartet auch nicht lange und nach einer überaus kurzen Überfahrt betreten wir den heiligen Ort – die Schlappen bleiben übrigens an Bord.

IMG_8544_futter_MININeben den ansehnlichen Stupas gibt es auch einen Gang mit furchteinflößenden Gruselgemälden, deren konkreter Hintergrund sich uns leider nicht ganz erschließt. Offenbar handelt es sich um die buddhistische Vorstellung einer Hölle, die übrigens verblüffende Ähnlichkeit mit westlichen Werken hat. Felix ist zum Glück noch zu kurz, um aufzuschauen 🙂 Auch nett ist der schattige „Lungerbereich“, in dem man sich einfach eine überdimensionale Bastmatte von einem Stapel nehmen kann. Ein unbedingtes Muss für gläubige Besucher ist aber zweifelsohne die Karma-fördernde Speisung der Welse: Am Ufer kann man sich für ein paar Kyat einen Toast oder eine Art Puffreisbälle besorgen, dies wirft man dann in hohem Bogen in den Fluss, wo es von den offensichtlich unersättlichen Fischen binnen Sekunden verzehrt wird. Bon Appétit!

Kitsch und Co.Fischfüttern macht hungrig und so stoppen wir kurz hinter Kyauktan an der Straße erst einmal an einer Art grünen Oase mit diversen Séparées, deren Name mir leider inzwischen entfallen ist. Kurzfassung: Etwas übereifriges Personal, überdimensionale Portionen, unübersehbare Kitschtendenzen im insgesamt aber recht gemütlichen Vorgarten. Kann man schon weiterempfehlen, die Hauptzielgruppe kommt aber offenbar eher abends auf ein „romantisches Dinner“ vorbei oder feiert gleich eine große Hochzeit!

IMG_8562_buddhism_nutshell_MINIAuf der Rückfahrt legen wir bei Thanlyin noch einen Stop bei der Kyaik-Khauk Pagode ein. Nach dem gestrigen Besuch bei der Shwedagon Pagode wirkt das ebenfalls auf einem Berg gelegene Areal natürlich eher bescheiden, ist aber auf jeden Fall einen Abstecher wert, zumal es keinen nennenswerten Touristenansturm gibt.  Wer es eilig hat, findet übrigens als besonderen Service eine in Stein geschriebene „Brief Summary of Buddhism“ (siehe links). Den Yangoner Feierabendverkehr überstehen wir dann mit einem blauen Auge und ertauschen noch die letzten Kyat für die Endabrechung – morgen verlassen wir nämlich leider nicht nur Yangon, sondern sagen nach 12 aufregenden Tagen auch Myanmar Goodbye. Das Abenteuer Südostasien ist aber für uns zum Glück noch nicht ganz vorbei, mehr dazu in der nächsten Blogausgabe!

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Über Till@TiMaFe on Tour

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