Better pay the ferryman – Zeit für eine Runde Rai Leh

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IMG_8844_longtailaussicht_MINI„Don’t pay the ferryman, don’t even fix a price … until he gets you to the other side“ trällerte Chris de Burgh Anfang der 80er, und wer unter den Ü40 Lesern jetzt über mehrere Absätze hinweg einen Ohrwrum mit sich trägt, möge mir das bitte nachsehen. In Ao Nang läuft der Hase natürlich ganz anders, die Taxibootfahrer haben sich nämlich zu einem Kartell – pardon – zu einer Gewerkschaft zusammen geschlossen, der Komplettbetrag wird vorab fällig, und ist auch nicht verhandelbar. Für eine Fahrt im schmucken Longtailboat auf die Halbinsel Rai Leh mit variabler Rückfahrt werden zum Beispiel 200 Baht fällig, da kann man eigentlich nicht meckern, das reicht daheim gerade mal für eine einfach Fahrt in der S1 von Essen nach Bochum. Als Alternative frohlocken Anbieter an jeder Ecke mit Flyern für Insel Marathons: Bis zu 7 Trauminseln soll man so auf Schnellbooten an einem Tag abklappern können. Wers braucht – wir beschränken uns lieber auf ein Ziel und ziehen das Longtail Taxi vor.

IMG_8865_ralaywestbeach_MINILos gehts wenn das Boot voll ist, was in unserem Fall gerade mal ein paar Minuten dauert. Der Captain lässt die riesige Propellerwelle zu Wasser, wirft den Ex-LKW Motor an, wir werfen Felix noch schnell eine Miniweste über und los gehts. Keine Viertelstunde später gehen wir am Rai Leh West Beach vor Anker. An den meisten anderen Ecken dieser Welt könnte man sich an so einem fast perfekten Strand wahrscheinlich vor Leuten und Liegen kaum retten, aber die Region Krabi ist ja gesegnet mit solchen Orten, und so ist der Westbeach trotz malerischer Lage nur schwach besucht. Positiv ist auch festzuhalten, dass man die Küste nicht komplett mit Ressorts und Restaurants zugepflastert hat, möge es auch in Zukunft so bleiben.

IMG_8900_anchor_MINISpäter durchqueren wir die Insel auf der „Walking Street“ und landen auf der Ostseite, die wie soviele andere Ostseiten trotz eindrucksvoller Umgebung eher ein Schattendasein führt, weil sich die Besucher für gewöhnlich eben lieber auf Sand als auf Mangroven betten (Ko Lanta und Ko Chang lassen grüßen). Aber die Rettung naht: Am südlichen Ende biegt man an einem riesigen Karstfelsen rechts ab und läuft zwischen der Rayavadee Ressort Mauer (die auch als Makaken-Affen Highway dient) und der Steilwand ca. 10 Minuten, und dann liegt er einem zu Füssen: Der Hat Phra Nang, sicherlich das beeindruckenste Fleckchen Sand auf Rai Leh, aber leider zumindest zur Mittagszeit auch recht überlaufen. Als Taxibootgast kann man sich trotzdem halbwegs relaxed niederlassen, das Wissen jederzeit gehen zu können beruhigt dabei ungemein.

IMG_8880_ralayview2_MINIAuf halber Strecke zwischen der Phra Nang Prinzessinen Höhle und dem Rai Leh Ost weisen ein unscheinbares Schild und ein paar Seile auf den Weg zum Viewpoint hin. Seile? Jawoll, gleich der Einstieg trennt die Spreu vom Weizen, und auch im weiteren Verlauf ist überwiegend Kraxelei angesagt. Oben angekommen wird man dafür mit einer erstklassigen Aussicht auf die grüne Inselmitte und die umliegenden Felsen belohnt. Erinnerte mich entfernt an Ko Phi Phi in alten Tagen, heute ist der Isthmus dort ja leider recht zugebaut. Vor lauter Staunen sollte man jedoch auf Trittsicherheit achten – es gibt weder Geländer noch Vorsicht-Schilder, sondern einfach nur einen ziemlich hohen Abgrund. Auf dem Rückweg zweigt noch ein Pfad zur „Lagune“ ab, der angeblich noch abenteuerlicher sein soll. Da werden Erinnerungen an Alex Garland („The Beach“) wach, und obwohl mir ein Holländer am Viewpoint erzählt hat, dass die Lagune gerade gar kein Wasser führt und somit relativ schnöde anzusehen ist, wage ich mich zumindest auf die erste Abstiegs-Etappe und lande in einer Jurassic Park artigen Ebene. Jetzt noch das letzte Steilstück am Seil mitnehmen? Ich denke an Frau und Kind am Strand, den Holländer, und komme zum Schluss „Nee, irgendwann ist mal gut“.

Bye Rai LehUnser Rückfahrticket haben wir ja bereits dabei, das nützt natürlich wenig wenn am West Beach alle Boote ausgeflogen sind, aber auch hier gibt es keine Probleme und kein langes Warten.
Fürs Abendessen zieht es uns heute nur zu Fuß in die nähere Umgebung, wobei das Angebot zu unseren Überraschung sehr überschaubar ist. Die erste Wahl „Jungle Kitchen“ lässt uns bereits vorab wissen, dass es lange dauern könnte (das ist die Thai Übersetzung von „Wir sind gnadenlos überlastet und ihr geht besser woanders hin, aber das geben wir natürlich nicht zu“), dafür landen wir in einem muslimischen Restaurant bei uns um die Ecke, dass zwar kein Feierabendbier und gemütliches Licht im Programm hat, aber dafür freundlich und zügig den Tisch mit leckerem Essen füllt. Heute passiert sonst nix mehr – morgen gehts dafür hoch hinaus!

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Über Till@TiMaFe on Tour

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5 Antworten zu Better pay the ferryman – Zeit für eine Runde Rai Leh

  1. Theresa schreibt:

    Wie schön, dass sich auch nach zwei Jahren an den Preisen für eine Longtailboot-Fahrt nichts geändert hat! 😉

  2. Manchmal bin ich froh, dass ich schon vor gut 20 Jahren unterwegs war. Ich habe ein paar wunderschüne Tage am Strand dort verbracht. Da gab es gar kein Resort auf der Halbinsel. Man war zwar icht alleine, aber es war sehr ruhig und idyllisch.

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