Wat Tham Sua – von fluchenden Gipfelstürmern und meditierenden Tigern

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IMG_8916_tigerinside_MININatürlich könnte man die Zeit in der Provinz Krabi ausschließlich mit Bootsausflügen und Müßiggang verbringen, aber nach nunmehr fünf „meerlastigen“ Tagen zieht es uns mal wieder in die Höhe. Was liegt da näher als der Wat Tham Sua, eine gute halbe Fahrstunde von Ao Nang entfernt und unter westlichen Besuchern besser als Tigerhöhlentempel bekannt. Der Legende nach soll der Gründermönch Jumnean Seelasettho hier einst mit einer echten Großkatze gemeinsam meditiert haben. In den Inschriften im Höhlentempel am Fuß des Karstberges liest sich das dann doch etwas nüchterner, der Tiger  – so heißt es sinngemäß – habe sich aufgrund des Tempelbautrubels (1975) in die Berge verdrückt. Wie dem auch sei, der Name ist auf jeden Fall Programm und farbenfrohe Steintiger trifft man an allen Ecken und Säulen.

Letzte WarnungDie Höhle selbst ist zwar ganz eindrucksvoll, eine echte Herausforderung ist allerdings der Aufstieg zum Gipfel des gewaltigen Karstfelsens, auf dem eine ebenso gewaltige goldene Buddha Statue trohnt. „1237 Step To Top Mountain“ verkündet ein Schild am Anfang der offensichtlich endlosen Treppe, und die haben’s in der Tat in sich. Nach der Besteigung des Mount Popas In Myanmar habe ich zwar bereits etwas Erfahrung im exzessiven Treppensteigen mit Felix auf dem Buckel, im Gegensatz zum Mount Popa sind die Stufen aber steiler, nicht überdacht und es sind eben auch mal eben 50% mehr. Dass die Sonne gerade im Zenit steht macht die Sache auch nicht einfacher, aber das haben wir uns natürlich selber eingebrockt. Nach ca. 500 Stufen bekomme ich Angst um den Stand unserer Wasservorräte, bei 750 zeigen sich deutliche konditionelle Defizite, und bei 1000 lässt sich das innere Fluchen nur noch schwer bändigen, auch wenn sich das an einem heiligen Ort natürlich nicht geziemt! Es stellt sich auch die Frage, ob die stets präsente Nummerierung der Stufen Fluch oder Segen ist…

IMG_8948_overthehills_MINIIst man erstmal am Gipfel angekommen und hat sich tüchtig ausgekeucht, stellt sich dann doch schnell ein Glücksgefühl ein. Die 360° Rundumsicht ist wirklich phantastisch, Trinkwasser Nachschub gibts zum Glück auch, und den meisten anderen Gipfelstürmern steht die gleiche Mischung aus Erschöpfung und Zufriedenheit ins Gesicht geschrieben. Wer hier oben ankommt hat übrigens definitiv nicht geschummelt, es gibt weder Mogelstraßen (wie am Mandalay Hill) noch Aufzüge! Nach einer ausgiebigen Gipfelpause finden wir uns reichlich durchgeschwitzt nach einem deutlich enstpannenderen Abstieg wieder im Tal wieder – genug Sport für einen Tag.

Nice Beach, nobody HomeAuf dem Weg zurück ans Meer machen wir einen Schlenker Richtung Norden und landen am Hat Klong Muang Beach. Im Reiseführer klingt der Strand wenig verlockend, da man sich in Anbetracht der 5* Luxusanlagen „wie ein Eindringling vorkommen würde“. Das wollen wir doch mal sehen: Positiv überzeugt uns schonmal die urige und spottbillige Thai Imbiss Hütte in der Mitte des Strandes am Ende der Straße. Die Edel Resorts weiter nördlich gibt es zwar wirklich (3 an der Zahl), aber entweder ist gerade Low Season oder die Gäste bleiben lieber im Pool oder an der Hotelbar unter sich. Der ewig lange Strand ist auf jeden Fall so gut wie menschenleer und wir machen es uns unter einem verlassenen Pavillion bequem. Gegen Abend tauchen noch ein paar Einheimische auf und picknicken bzw. spielen Fussball, die Sonne bleibt selbstredend auch bis zum Ende. Wir freuen uns ausnahmsweise mal, dass der sonst nahezu „allwissende“ Reiseführer mit seiner Einschätzung zumindest heute ziemlich daneben lag.

IMG_9007_klong_muang_MININachdem sich die Sonne heute  überaus farbenfroh verabschiedet hat, fahren wir am Abend nochmal mit dem Songthaew nach Ao Nang runter. Heute ist nämlich unser letzter Abend im Krabi Ländle,  da darf das Ambiente auch ruhig mal eine Ecke kitschiger sein, bunte Leuchtschläuche in den Bäumen und Meeresrauschen sind da schon das Minimum. Fündig werden wir schließlich Thai Thai Restaurant (und das nicht unbedingt aufgrund der überaus kreativen Namensgebung… ) am südlichen Ende der Bucht. In Punkto Preis und räumlicher Dimension befinden wir uns zwar bereits im oberen Bereich der TiMaFe Toleranzskala, dafür gibt’s neben den illuminierten Bäumen auch noch ein leuchtendes Rentier (!) und einen riesigen Schneemann (!!) – typisch Thai eben, da verkommt das Essen schon fast zur Nebensache (es war OK). Die Kamera war leider schon im Bett, der Leser muss sich also vor Ort von der Authentizität  der Schilderungen überzeugen. Für uns geht’s danach ins Bett und morgen durch die Phang Nga Bergwelt zum letzten Etappenziel unsere Reise.

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Über Till@TiMaFe on Tour

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2 Antworten zu Wat Tham Sua – von fluchenden Gipfelstürmern und meditierenden Tigern

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