Flucht gen Karibik – in einem Tag von Kölle nach Kuba

IMG_1318_horizon_PANO_MINI

IMG_1227_taxi_MINIPerfektes Timing im grauen November: Seit dieser Woche fliegt Eurowings nochstop von Köln nach Varadero und wir sind an Bord – nicht zuletzt dank eines kaum auszuschlagenden Promotion Angebots! Felix steckt die knapp 11h Flugzeit ganz gut weg, der für uns bisher obligatorische Halbzeitstop a la Dubai muss bei Transatlantikflügen zwangsweise entfallen. Die Einreise am überschaubaren Varadero Airport ist vergleichsweise unproblematisch, eine Tourist Card (die man sich im Vorfeld für 25 € organisieren muss) fungiert quasi als Visum. Draußen empfängt uns ein Mann mit Schild, tropische Hitze und eine lange Schlange am einzigen Geldwechselschalter – erste Anzeichen dass wir ein Land betreten, in dem Angebot und Nachfrage nicht immer zusammenpassen. Während Maria sich anstellt um eine Ladung Euros in Peso Convertibles zu konvertieren (mehr dazu im Währungsspecial), laden wir schon mal um. Der Mann mit Schild hört auf den Namen Isidrio und ist der Sohnemann unserer Casa für die nächsten 3 Tage. Er fährt zwar leider keinen Cadillac aus der Vorrevolutionszeit, aber man sieht die alten Vehikel tatsächlich noch an jeder Ecke, und so könnte man meinen, man wäre nicht nur in einer anderen Zeitzone sondern auch gleich in einer anderen Zeit gelandet. Beim scannen der Umgebung halte ich eine Millisekunde zu lange Blickkontakt mit dem telepathischen Kellner der Straßenkneipe gegenüber, der dann auch prompt mit zwei kalten Bierdosen angerannt kommt – da kann der Neppsensor noch so ausschlagen, ein kaltes Cervesa nach einem Tag im Flieger kann man nur schwer ablehnen.

Kutschen verboten Varadero ist eine geteilte Stadt und die Tourist Map macht auch keinen Hehl draus: In Ostteil „Varadero Hotel Zone“ gibt es eigentlich nur Resorts für alle die’s gerne inklusiv mögen, in Varadero Town wohnt man hingegen bevorzugt in sogenannten Casas Particulares – Privatunterkünfte irgendwo in der Grauzone zwischen Homestay und Pension, die man für gewöhnlich noch wie in der guten alten Zeit per Telefon oder Mail bucht oder einfach vorbeischaut . Mary Y Angel sind eine solche Casa und definitiv ne‘ gute Wahl: Die Dame des Hauses spricht sehr gutes Englisch und ist sehr sympathisch,, der Gatte ebenso, und ihre Pension wird sogar im Eurowings Magazin erwähnt, von dem wir zur großen Freude der Hausherren eine Kopie im Flieger erbeutet haben. Die 50m zum Strand sind vielleicht etwas großzügig abgerundet, sonst gibts wahrlich nix zu meckern und wir erwarten mit Spannung den ersten Tag auf der Halbinsel!

IMG_1297_thepalm_MINIÜppige Frühstücksbuffets sind in den Casa Particulares mangels Bettenzahl natürlich nicht an der Tagesordnung, dafür brutzelt die Hausmami für gewöhnlich selbst. Serviert wird heute ein üppiger Teller quer durch den mittelamerikanischen Obstgarten, frisch gepresster Mangosaft, das obligatorische „Bread & Jam“ Set sowie individuell gebrutzelte Eier an Knoblauchbrot. Urlaub mit Kind mag in so mancher Hinsicht unentspannter als zu zweit sein, hat allerdings auch einen entscheidenden Vorteil: Man ist in der Regel früh auf den Beinen, was vor allem in den Tropen von Vorteil ist. Der Strand von Varadero misst stolze 20km (da passt die die A40 von Essen bis Bochum locker rein) und an den meisten Stellen auch extrabreit, selbst an einem Samstag wie heute bei Traumwetter kommen so nur eine handvoll Leute auf 100m. Türkises Wasser, weißer Sand und die pittoreske Palme hier und da sorgen für fast schon kitschige Fototapeten Atmosphäre. Wer es zum schwimmen gerne tief mag muss erstmal ordentlich weit durchs knietiefe Meer marschieren, Korallen und sonstigen spannenden Unterwasserlandschaften findet man auch erst viel weiter im Osten Richtung Mantanzas, aber fürs Planschen mit Kleinkindern sind das dafür natürlich perfekte Badewannen Bedinungen mitten im November.

Aus der Pferdeperspektive Die Lunchsuche in Strandnähe gestaltet sich nicht so einfach, entweder mangelt es an Geschäftssinn oder Auflagen vebieten die obligatorische halboffene Strandbar mit gediegener Musik, die Ranchon Cielo Mar kommt der Sache zumindest am nächsten und serviert das hiesige Standardmenu gegrilltes Meeresgetier mit kühlem Bier oder Mojito zu humanen Preisen.  Nach einem schattigen Abstecher in den hübschen (und trotzdem kostenlosen) Parque Josone gehts mit einer Pferdekutsche zurück zur Casa. Das Pferd erinnert mich an Pipi Langstrumpfs Herrn Nilson, die Kreation „Fisch-Cordon-Bleu“ als Take-Away am Abend ist zwar interessant aber gewisst nicht das neue Leibgericht, Rum ist mitunter billiger als Mineralwasser und schmeckt in der Karibik besser als daheim, und wenn die Sonne weg ist wirds dunkel. Wir geben es offen zu: Viel Spektakuläres passiert in Varadero nicht, hatten wir für den ersten Tag aber auch nicht auf der Agenda. Daher schliesst die Redaktion an dieser Stelle mit ein paar Bildchen aus dem stressigen varaderischen Alltag. Steigerung folgt auf den nächsten 1500km!

Advertisements

Über Till@TiMaFe on Tour

https://timafe.wordpress.com/about/
Dieser Beitrag wurde unter Kuba, Varadero abgelegt und mit , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Antworten zu Flucht gen Karibik – in einem Tag von Kölle nach Kuba

  1. Pingback: Der lange Weg zurück – Topes de Collantes, Provinzenhopping und eine Stunde Meer | TiMaFe on Tour

  2. Pingback: Kuba 2015 R’n’R – Routenplaner und Résumé | TiMaFe on Tour

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s