TiMaFe auf Talfahrt – eine Runde Viñales für Einsteiger

IMG_1728_valle_de_vinales_PANO_MINIIMG_1721_dachaussicht_MINISchwein gehabt – bei Tageslicht sehen wir sogar schon von unserer Casa aus die berühmten fast schon asiatisch anmutenden Karstberge des Tales, während die Einheimischen längst mit dicker Zigarre im Mundwinkel die Ochsen vor den Pflug gespannt haben. Also doch kein Fototapeten-Nepp! Felix‘ Spontanität in Sachen Aufstehen deckt sich nicht ganz mit Marilyns akribischen Planungen (eine genaue Bestellung der Frühstückszutaten samt Uhrzeit wurde am Vorabend notiert), aber wir dürfen den Frühstücksbeginn netterweise noch korrigieren. Immerhin bleibt so Zeit für Till, früh morgens die umliegenden Felder zu erforschen und Bekanntschaft mit dem Kutscher Miguel zu schließen, der uns jedoch später versetzt, als wir die angepriesene Tour ins nahe gelegene Valle del Silencio bei ihm klar machen wollen. Dann satteln wir eben den Eismops um die Umgebung zu erkunden. Die sympathischen Nachbarn (der Herr hat verblüffende Ähnlichkeit mit Sidney Hoffmann von den PS-Profis) ziehen leider auch schon wieder weiter, versorgen uns aber zumindest noch mit ein paar Tipps.

IMG_1733_wegweiser_MINIViñales ist nicht umsonst das aufstrebende Touristenzentrum und Backpacker-Eldorado: Es liegt wie die Spinne im Netz in der Mitte diverser Sehenswürdigkeiten. Wir brauchen erstmal einen Überblick und statten dem südlichen Viewpoint Los Jazmines einen Besuch ab. Direkt am gleichnamigen Hotel gelegen ist es zugegebenermaßen sehr touristisch hier, aber die Aussicht ist wirklich grandios und der Kaffee bei Livemusik schmeckt auch gut. Direkt nebenan am Visitor Center an der Hauptstraße gibt es noch einen Mirador mit Restaurant (Balcon del Valle). Hier reservieren wir gleich mal einen schönen Tisch für ein Sunset Dinner, da die Preise erfreulicherweise trotz exponierter Lage am Boden geblieben sind. Auf Kuba gelten eben andere Regeln wie wir schon in Havanna feststellten…


IMG_1760_hoehlenfahrt_MINIWeiter geht’s in die entgegengesetzte Richtung: 5 km nordwestlich des Ortes liegt die Cueva del Indio, eine Höhle aus grauer Vorzeit die man zum großen Teil mit einem Boot durchquert. Nachdem wir diesem Jahr an der Pung Chang Höhle einen ähnlichen Trip haben sausen lassen (von den Phang Nga Bergen kommen wir), lassen wir uns diesen spannende Gelegenheit natürlich nicht entgehen! Einige Busse sehen wir durchaus, aber der Andrang scheint überschaubar. Wir sollen zwar etwas warten, nachdem sich aber ansonsten niemand an diesen Hinweis hält marschieren wir auch einfach schnurstracks ins Innere des Berges. Ein gut ausgebauter Fußweg führt durch eine imposante Tropfsteinhöhle, bevor wir kurz vor der Bootshaltestelle dann doch kurz im Stau landen. Den können wir aber zum Plausch mit seltenen amerikanischen Touristen nutzen, die sich übrigens auf Kuba meist als Kulturaustausch-Teilnehmern outen – das viel zitierte Ende des Embargos lässt wohl noch etwas auf sich warten. Bald sitzen wir im Boot und tuckern auf dem unterirdischen Fluss entlang. Kurz aber gut ist die Fahrt mit den obligatorischen Felsfiguren die per Laserpointer gezeigt werden (Seepferd, Kolumbus‘ 3 Boote, Schädel …). Der Ausgang ist das Highlight: ein überwuchertes Flusstal an dem auch Indiana Jones seine Freude hätte!

IMG_1784_malereien_MINIGewendet und schnell wieder weiter in die nächste Richtung: kurz hinter Vinales Richtung Westen sind die Dos Hermanos Berge samt einer Prähistorischen Wandmalerei angepriesen. Diese entpuppt sich aber bei näherem Hinsehen als grellbuntes Kunstwerk aus den 60-ern (Motiv „Prähistorische Geschichte“). Felix schläft bereits und uns lockt es dort auch nicht länger zu verweilen, also gondeln wir einfach noch etwas weiter durch die Gegend. Prompt entdecken wir noch eine recht neue Attraktion am Wegesrand: El Fortin Canopy Ziplining (zu deutsch „an Stahlseilen durch die Baumwipfel sausen“), offenbar erst seit 1 Monat geöffnet. Da Werbung hier entweder zu teuer, verboten oder verpönt ist, hoffen wir mal für die netten Jungs dass bald ein Lonely Planet Schreiberling vorbeikommt um ihnen mehr Kundschaft zu bescheren. Heute ist es leider schon recht grau und gewittrig, daher setzt Till es mal für die nächsten Tage auf die Wunschliste. Nebenan gibt es noch einen sehr künstlerisch liebevoll gestalteten Viewpoint mit knorrigen Fabelwesen aus Bäumen und Ästen.

IMG_1746_restaurant_view_MINIJetzt ist aber auch mal Feierabend, wir haben ja schließlich noch ein Abendessen gebucht und noch 3 Nächte vort Ort. Erfrischt und „eingemückt“ machen wir uns kurze Zeit später auf den Weg. Zum Glück unbemerkt von Marilyn, denn eine Rückkehr im Dunkeln lässt sich wohl kaum vermeiden, aber der kurze 4km Rückweg wohl unfallfrei zu schaffen sein. Der Regen ist abgezogen, die Reservierung war wohl überflüssig da kaum eine handvoll Tische besetzt sind, aber am Menü gibts wahrlich nix zu moppern: 4 leckere Gänge für 8 CUC dazu noch Sonnenuntergang vor Wolkenkulisse kann man durchaus als gelungenen Ausflugstag verbuchen!
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Über Till@TiMaFe on Tour

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4 Antworten zu TiMaFe auf Talfahrt – eine Runde Viñales für Einsteiger

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