Die Dschungelflitzer von El Fortin und eine Nacht in der Schweinebucht

IMG_2064_largabeach_at_night_PANO_MINIIMG_2020_dropin_MININach der Radtour durchs Valle de Silencio schaffen wir es noch trockenen Hauptes in die Casa, demontieren schnell unseren erfolgreich eingeweihten Oberrohr-Sattel, und brausen mit dem Auto zu den Canopy Jungs, die wir am 1. Tag auskundschaftet haben! Das Wetter sieht nach dem Schauer zwar wieder vielversprechend aus, aber die Herren hatten offenbar schon den Feierabend vor Augen. Da wir morgen vormittag zeitig gen Osten aufbrechen wollen, muss der hartnäckige Dackelblick her und siehe da: 2 Guides erbarmen sich und Till ist ratz-fatz angegurtet. Wichtigstes Utensil ist offenbar eine Art Ofenhandschuh aus Leder zum Bremsen. Zuschauer haben es natürlich nicht leicht, da sich das Spektakel zu 95% im Dschungel abspielt, aber ein netter Guide nimmt Felix und mich mit zur Endstation, wo man zumindest ein paar Einblicke erhaschen kann, begleitet vom steten Surren der Stahlseile. Felix ist ganz aus dem Häuschen als Papa vorbeirauscht, und schließlich landen alle Mann wohlbehalten nach 4 Seilrutschen an unserer Plattform. Hier gibts noch ein kurzes Video zum Ausklang – die gefühlte Geschwindigkeit war übrigens weitaus höher 🙂

Haus am SeeDas letzte Tageslicht nutzen wir für einen Abstecher hoch zum benachbarten Mirador, von dem noch ein verwunschener Pfad zu einer heute verlassenen Picknickoase am See führt. Die Etappe ist offenbar Teil einer großen Route durchs Tal, ohnehin scheint die Umgebung um Viñales aufgrund der abwechslungsreichen Landschaft das perfekte Terrain für passionierte Wandervögel  zu sein. Aufgrund der fortgeschritten Stunde ist für uns ist an dieser Stelle aber definitiv Feierabend!

Erneut ist weniger die Auswahl der Lokale als vielmehr der Platz ein Problem, und so landen wir diesmal deutlich hinterm Zentrum. Die Karte klingt vielversprechend, auch wenn der bunte Weihnachtsbaum reichlich fehl am Platze wirkt. Während wir noch aufs Essen warten, tauchen unsere  Schweizer Kumpanen vom Tag 1 in Varadero  aus heiterem Himmel auf. Schnell sind sie überredet sich zu uns zu setzen, das Essen ist leider alles andere als schnell, wird aber von den Anwesenden mit Mojitos und reichlich Urlaubsgarn kurzweilig überbrückt. Tills Lamm erweist sich als weitgehend ungenießbar (oder „es böckelt“ wie der Schweizer sagt), der Rest der Runde ist aber weitgehend zufrieden.

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Time to say goodbye: Felix‘ Spielkameradin

Auch der längste Aufenthalt dieser Reise (ganze 4 Nächte!) ist wie im Flug vergangen und so heißt es auch in Viñales mal wieder die Habseligkeiten zu verpacken und weiterzuziehen. Entgegen unser sonstigen Gewohnheiten nehmen wir erstmal wieder den gleichen Weg zurück gen Havanna, nachdem die befragten Ortskundigen recht deutlich von anderen Experimenten abgeraten hatten. Hat man erstmal den Wechsel von der A4 auf die A1 gemeistert und Kurs Süd-Südost gesetzt, kann eigentlich nichts mehr schief gehen, zumal uns unsere vor der Abreise runtergeladenen Offline Karten samt Handy-Navi-App unverändert gute Dienste leisten. Schilder und Wegweiser sind zwar weitaus häufiger als es mancher Reiseführer suggeriert, aber oft kommen sie viel zu spät, sind schwer lesbar oder fehlen schlichtweg an strategisch wichtigen Stellen. Auf der A1 gibt es recht wenig zu sehen und noch weniger zu berichten, sieht man mal von unserem kurzen Abstecher ins Dorf Nueva Paz ab, das etwas von einer (kitschfreien) Westernstadt hat, fehlte nur noch der Saloon… und Benzin mit Oktanwerten jenseits von 90, was uns zu Geheimtip #2 bringt: Lieber einmal mehr tanken! Das heutige Tagesziel heißt Playa Larga, vielen besser bekannt als Bahia de Cochinos bzw. Schweinebucht.

IMG_2058_mojito_MINIPlaya Larga war eigentlich eher als „Notlösung“ eingeplant, um eine Marathonfahrt in einem Rutsch nach Trinidad zu vermeiden, entpuppt sich aber nach der ersten Begehung als echter Geheimtipp, in dem man durchaus auch noch länger hätte verweilen können. Nicht ganz unschuldig daran ist das knuffige B&B „El Varadero“ mit grandioser Lage direkt am Wasser und Blick auf den kleinen Strand. Die Inhaber Tony & Osmara bieten uns einen überaus herzlichen Empfang, und sprechen zudem noch vorzüglich Englisch, und auch am geräumigen und relativ neuen Zimmer gibt es nichts auszusetzen.

IMG_2064_largabeach_at_night_MINIGut dass wir zügig durchgefahren sind, da ist zumindest noch ein Strandbesuch und mindestens ein Mojito a la casa drin. Das Angebot, hier gleich zu essen nehmen wir selbstredend dankend an. Tony serviert heute seine Spezialität „Zweierlei Lobster“ (einmal gebrutzelt, einmal gekocht und ein Riesenhumpen Rum danach), auf mich wartet ein „Rockfisch mit Ratatouille“ und Zubehör. Da die hiesigen Tauchreviere rund um die Schweinebucht zu den Besten auf ganz Kuba gehören sollen, hat Tony Till für Morgen beim lokalen Divecenter eingebucht – Felix und ich werden es wohl erstmal ruhig angehen lassen und prüfen, woher der Playa Larga seinen Namen hat. Einzig das Wetter könnte noch einen Schlag ranhauen!

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