Trinidad in Zeitlupe

IMG_2134_ortsschild_PANO_MINIIMG_2121_queue_MINIFangen wir doch mal mit unerfreulichen Dingen an: Wie befürchtet hat Felix am Vortag tatsächlich etwas ausgebrütet, bekommt nachts Fieber und der Magen ist auch deutlich verstimmt. Immerhin ist schon Urlaubswoche #2 angebrochen und wir sind bisher alle von Zipperlein verschont geblieben, also hoffen wir auf gute Besserung und bleiben erstmal in der herrlichen grünen Oase Casa los Mangos.  Till war bereits früh morgens unterwegs um sich einen ersten Eindruck von der Vorstadt und dem morgendlichen geschäftigen Treiben auf den Straßen zu verschaffen:

NahverkehrsunternehmerMan liest in Reiseartikeln über Kuba viel über „Trinidad im Dornröschenschlaf“, auch das Wort Zeitreise wird gerne bemüht, und so ganz weit hergeholt ist das sicherlich alles nicht. Aber es handelt sich eben nicht wie befürchtet um eine Art Freilichtmuseum, sondern um eine überaus lebendige Kleinstadt, die schlichtweg überdurchschnittlich viele Pferdekutschen pro m² Kopfsteinpflaster aufweist und in der die Häuser pittoresk klein und bunt sind, wie es sie sonst nur auf Postkarten gibt. In jedem zweiten gibt es unscheinbare Fenster oder Löcher in der Wand die morgens zu wuseligen Geschäften für Obst, Fleisch, Elektroartikel oder anderes mutieren. Mit reicher Foto-Beute kehrt er wieder – so haben alle was davon, und jetzt folgt die Premiere im Internet:


Terassa los Mangos Unterdessen ist es Zeit fürs Frühstück, bisher in jeder Casa ein Grund zur Vorfreude, und auch Fiona und Ossiel legen sich ins Zeug: Spezialität des Hauses ist ein bunter Obstsalat bestückt mit eigener Ernte und als australische Note der Hausherrin selbstgebackenes Bananenbrot, angeblich ein Down-Under-Klassiker der uns genau so unbekannt war wie die originelle Guavenmarmelade. Ansonsten das übliche Bild, kaum noch Platz auf dem Tisch, hinterher pappsatt bis weit nach Mittag! Felix verschläft große Teile des Vormittags, wir nutzen die Zeit für „Reise-Haushalts-Aufgaben“ wie Wäsche, Postkarten, Foto-Sortiererei und wechseln zwischen Hängematte, Schaukelstuhl und Gartenspaziergang.

IMG_2155_turm1_MINIAm Nachmittag kehren einige Lebensgeister wieder zurück und der kleine Mann ist bereit für leichte Auto-Ausflüge. Erstes Ziel ist der „Manaca-Iznaga“ Turm im nahegelegenen Valle de los Ingenios. Den 40m hohen Turm hat zwar auch jeder zweite Busausflug auf der Agenda, aber der Aufstieg lohnt sich definitiv für die schöne Rundumsicht und die Massen hielten sich am Nachmittag in Grenzen, lediglich die keuchende japanische Seniorengruppe sorgt beim Abstieg für zähfließenden Verkehr. Wir widerstehen gerade so der Versuchung, uns mit weißen Tischdecken auf Lebenszeit einzudecken, und machen noch einen kurzen Abstecher zum Mirador an der Landstraße zurück nach Trinidad. Das Tal muss sich kaum vor Viñales verstecken, aber hier ist deutlich weniger Betrieb auf der Aussichtsterrasse. Zurück in der Stadt suche ich noch einen der rar gesäten Supermärkte auf (hier dominieren nach wie vor die kleineren „Spartengeschäfte“) und dort gibt es zwar alkoholische Getränke im Überfluss, die erhofften Kekse oder Cracker gehören heute (?) hingegen nicht zum Angebot.

IMG_2209_sunsettrees_MINIDie Sonne stellt sich schon auf  den Feierabend ein, also gehts flugs weiter zum „Hausstrand“ Playa Ancon südlich unserer Casa, den man über das verschlafene Örtchen La Boca und ein paar Kilometer Küstenstraße erreicht. Am Ende sind ein paar Ressorts, die Strände sind aber frei für jedermann und mit 1a feinem weißen Sand gesegnet. Da der Blick nach Westen geht stehen die Chancen gut für einen schön kitschigen Sonnenuntergang, und genau den sollen wir bekommen. Es gäbe hier draußen durchaus spannende Möglichkeiten zum Dinner mit Blick aufs Meer, da die abgerufenen Preise aber zum Teil ebenfalls spannend sind und Felix nach wie vor etwas müde und angeschlagen ist, lassen wir die Outdoor Lokale dann doch links liegen.

Felix wird noch ein echter LocalAbends wurden wir bereits vorgewarnt, dass eine größere australische Gruppe zum Dinner erwartet wird und so wollten wir ursprünglich die Trinidader Restaurantszene etwas näher unter die Lupe nehmen. Wegen aktuter Trägheit disponieren wir aber um und bekommen spontan eine Kostprobe des großen Festessens kredenzt, serviert im grünen Gartenpavillion, dessen Dach aus wuchernden Passionsfruchtranken besteht. Die neuen Nachbarn aus München bzw. Holland sind eingetroffen und gesellen sich zum Cocktailplausch kurz dazu. Kurzzeitig ist unklar ob die Aussiebande überhaupt auftaucht oder ob das viele Essen umsonst den ganzen Tag vorbereitet wurde (monatelange Planung mündet in Terminmissverständnis – das gibts sowohl daheim als auch auf Kuba) aber schließlich meldet Hund Buster als Späher vom Dienst die verspäteten Gäste am Tor, die sich im weiteren Verlauf des Abends auch blendend amüsieren sollen. Hausherr Ossiel gibt auch noch eine vortreffliche Auswahl kubanischer Gesangsproben mit Gitarre zum Besten, und schon ist der Spuk vorbei. Das gleiche erhoffen wir uns übrigens auch für unseren Patienten für den nächsten Tag und den geplanten Altstadtbesuch. Wie sprach der Kaiser?´Schaumermal!

 

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4 Antworten zu Trinidad in Zeitlupe

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