Trinidad Triathlon: Altstadt, El Cubano und Playa Ancon in 12h

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IMG_2256_loneleyroad_MINIUnser zweiter Tag in Trinidad startet zunächst einmal vielversprechend: Die Familie ist wieder komplett ausgehtauglich! So steuern wir morgens zielstrebig auf die Plaza Mayor zu, einer Art Touristenäquator, an dem das Verhältnis zwischen Einheimischen und Besuchern ziemlich rasch umschlägt. Die Altstadt ist ja auch wirklich sehenswert und völlig zu Recht ein begehrtes Ausflugsziel, wie bereits beim  Schnupperausflug gestern morgen finde ich jedoch das einheimische Treiben in den etwas außerhalb liegenden Gassen weitaus spannender als den eigentlichen Kernbereich rund um die Altstadt. Aber völlig egal ob man auf Museen, Straßenleben, Kneipen oder knackige Musik steht – in Trinidad kommt man definitiv auf seine Kosten, und trotz Andrang bleibt die Stadt wundersamerweise halbwegs relaxed.

IMG_2304_friedhof_MININachdem uns ein Rikschafahrer sicher wieder in der Casa abgeladen hat, machen Felix und Maria erst einmal Siesta. Ich leihe mir bei Ossiel ein halbwegs passables Mountainbike und gedenke zum Nationalpark El Cubano am Fuße des größeren Parks Topes de Collantes zu radeln. Dort wollen wir evtl. morgen auf der Heimfahrt Station machen und eine Vorbesichtigung kann da nicht schaden. Keine 2km später öffnet der Himmel unvermittelt seine Schleusen und ich benötige schleunigst ein Dach über dem Kopf. Zu meiner Linken befindet sich der Cementerio Católico, ein älterer Herr winkt mich herein, und so sitze ich den Schauer eben auf einem Friedhof aus, während aus seinem Uralt-Radio Fahrstuhlversionen von Stairway to Heaven und ähnlichen Klassikern dudeln. Im weiteren Streckenverlauf kreuzt man den Rio Guaruabo, und direkt hinter der Brücke biegt ein Weg zum El Cubano ab, der zunächst am Fluß entlang führt und sich später auf und ab durch eine nette Mischung aus Steppe und Dschungel schlängelt. Am Parkeingang angelangt brauche ich erstmal dringend ein Bucanero, für einen Besuch ist es natürlich viel zu spät, aber die Ecke macht einen knuffigen Eindruck. Die Straße hatte zwar eine respektable Schlaglochdichte, aber sollte für den Eismops noch zu bewältigen sein, und ein Kurzinterview mit ein paar gerade zurückgekehrten Jungspunden bestätigt: Hier sollten wir morgen vorbeischauen!

Playa Ancon - genug Platz für alleNachdem es gestern abend an der Playa Ancon schon reichlich spät war, muss es heute definitiv für ein Bad im Meer und ein paar Sandburgen reichen. Wir parken am Rande des Hotels Brisas Trinidad del Mar, der obligatorische CUC für die auf Kuba stets präsenten Parkwächter wird zwar auch hier fällig, aber der sympathische Herr lässt uns zumindest wissen, dass wir gerne umsonst Liegen und Duschen benutzen dürfen. Der Andrang hält sich in Grenzen, das Wetter ist top, eigentlich beste Voraussetzungen für einen perfekter Strandnachmittag – und er ist es auch bis zum Moment des Sonnenuntergangs. Wir hätten ja wirklich Verdacht schöpfen müssen: Kitschigste Lichtverhältnisse garniert mit ein paar fluffigen Wölkchen, normal würde man in diesem Moment gesteigerte Selfie-Aktivität bei den anwesenden Pärchen und Grüppchen erwarten, aber statt dessen wird es relativ schnell sehr leer. Als der gelbe Planet noch nichtmal hinter dem Horizont entschwunden ist klärt sich das Rätsel schnell auf: es fängt plötzlich überall zu zwicken und zu jucken an, und wir werden Opfer eines Sandfliegenangriffs in Batallionsstärke, gegen den nur sofortiger eiliger Rückzug hilft. Angeblich sind die Bisse zwar nicht gefährlich, aber ungemein lästig sind sie allemal!

IMG_2343_schreibmaschine_MININachdem wir uns von der Attacke hinreichend erholt haben und unsere „Cobra“ zum Glühen gebracht haben und die Bisse einzudämmen, wollen wir zumindest an unserem letzen Abend in Trinidad mal im Städtchen dinieren. Fiona empfiehlt uns die „Redaccion“ in der Calle Maceo und aufgrund der unüberschaubaren Anzahl an Alternativen sind wir eigentlich dankbar, dass uns die Entscheidung abgenommen wird. Der Laden macht einen relativ gediegenen Eindruck, der Alleinunterhalter wirkt zwar eher etwas dröge, aber dafür überzeugt uns der gemütliche offene Innenhof und die Preise auf der Karte sind zum Glück auch noch in Bodennähe. Kulinarisch gibt es zudem rein gar nichts auszusetzen, kann man also getrost weiter empfehlen für alle die es mal etwas ruhiger angehen lassen wollen und Lust auf interessante Gerichte mit internationalem Einschlag haben. Auf dem Rückweg ist es schon recht dunkel und still auf Trinidads Straßen, aber wir finden zum Glück noch eine Fahrradrikscha, die uns zurück zu den Mangos bringt.

Gerne würden wir noch eine Weile hierbleiben, aber leider müssen wir morgen aufbrechen, um noch genug Luft für den Rückflug aus Varadero am Freitag zu haben. Da wir uns inzwischen für die potentiell abenteuerlichere Route mitten durch die Topes de Collantes und die  Sierra del Escambray entscheiden haben, sollte es aber zumindest nicht langweilig werden!

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2 Antworten zu Trinidad Triathlon: Altstadt, El Cubano und Playa Ancon in 12h

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