Phú Quốc around the clock

IMG_2877_PQ_PanoIMG_2882_romantourInseltage bloggen ist eine eher undankbare Aufgabe. Üblicherweise passiert nichts Weltbewegendes, was ja auch einer der Hauptmotive ist, sich für ein paar Tage auf ein Eiland zurückzuziehen . Und Kitschbilder von Palmenstränden, glücklichen Kindern im Meer und tropischen Sonnenuntergängen nimmt man zwar gerne mit fürs Familienarchiv, sind aber auf Dauer für den Betrachter in der Ferne eher öde und wecken unnötig Neidgefühle. Zunächst mal ein paar allgemeine Worte zu Phu Quoc: Die Insel liegt im tiefen Süden Vietnams, ist geografisch eher auf einer Höhe mit Kambodscha, von der Ausdehnung her vergleichbar mit Phuket, und der Hauptgrund für einen Besuch sind die wirklich traumhaften tropischen Strände. Den Geheimtipstatus als relaxte Oase für Individualreisende ist man inzwischen los, und an zig Orten wird fleißig und vor allen Dingen groß gebaut. Noch wirken die neuen vierspurigen Autobahnachsen eher surreal, da sie überwiegend nur von ein paar Mopeds genutzt werden, aber wenn die gigantischen Bauprojekte erst einmal ihre Pforten öffnen wird sich das gewiss bald ändern.

IMG_2896_mottoGenug philosophiert, wir leben schließlich im Hier und Jetzt: Hier ist für die nächsten vier Nächte das Phuong Binh House unweit des Hauptortes Duong Dong, ein knuffiger Familienbetrieb direkt am Strand ohne viel Schnickschnack, aber den braucht es bei der Umgebung auch wahrhaft nicht. Wir beziehen für die nächsten Nächte Hütte Numero 15, der Vormieter hat mit Tommy Jauds „Einen Sch… muss ich“ Schmöker auch passenderweise gleich die passende Lebensphilosophie hinterlassen. Ergo gilt für heute: Beach, Bia Saigon, BBQ, Feierabend!

IMG_2911_pqpfefferAm nächsten Tag legen Maria und Felix nach unserem Besuch des örtlichen Tempels noch eine besinnliche Beachsession ein, während ich ein Rad miete, mit dem ich die Insel einmal zu queren gedenke. Von West nach Ost versteht sich, wir wollen es ja nicht gleich übetreiben. Die Route führ zunächst rein nach Duong Dong und dann raus in Richtung Ham Ninh. Das Rad hat theoretisch 18 Gänge, zwei Konstellationen davon funktionieren, und die für hiesige Verhältnisse relativ moderaten 30° machen mir im Landesinneren schnell zu schaffen. Wahrscheinlich hat jeder schon mal die abgedroschenen Redensart „… wo der Pfeffer wächst“ benutzt, und so gilt mein erster Stop einer der überall angepriesenen Pepper Farms, die es im Inland zuhauf gibt und in die man einfach reinmarschieren kann. Spektakulär ist das zugegebenermaßen nicht wirklich, aber ich weiß jetzt zumindest nicht nur wo, sondern auch wie der Pfeffer wächst.

IMG_2921_headAuf halber Strecke kreuzt man den Abzweig zum Suối Tranh Wasserfall. Die Tourist Map zeigt ein schickes Langzeitbelichtungsbild mit imposanten Wassermassen, weist aber fairerweise indirekt darauf hin, dass man sich den Weg in der Trockenzeit eigentlich sparen kann. Bei umgerechnet 40 Cent Eintritt will ich mich davon natürlich selbst überzeugen, und schon allein die völlig verkitschten Tierskulpturen (unter anderem Rehe, Koalabären und Gürteltiere) nebst Fantasiegestalten in martialischen Posen sind den Preis wert. Die „Fälle“ selbst erreicht man nach einer Viertelstunde Fußmarsch, und in der Tat plätschert hier nur ein Rinnsal vor sich hin, dafür fackelt ein vietnamesischer Frühjahrsputztrupp gerade Laubreste ab, und die Schwaden sorgen im dichten Dschungel für eine ziemlich coole Atmosphäre und somit das etwas andere Fotomotiv.

IMG_2977_bikeEin paar Flüche später geht es auch endlich wieder bergab und ich lande in Ham Ninh an der Ostküste, einem typischen vietnamesischen Fischerdorf, in dem der Tourismus definitiv noch nicht angekommen ist – hier winken die Kinder noch von Herzen der bescheuerten Langnase, die auf einem zu kleinem Rad vorbei eiert und begeistert scheinbar alltägliche Szenen knipst. Ich mag Vietnam!

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Über Till@TiMaFe on Tour

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5 Antworten zu Phú Quốc around the clock

  1. dorie schreibt:

    Sieht toll aus! Sind im Sommer auch in Vietnam! 🙂 werde mir hier wohl ein paar Tipps abholen 😀
    LG
    ——–
    http://Www.doriegoesto.wordpress.com

  2. Pingback: Tour de Quốc | TiMaFe on Tour

  3. nochnemuddi schreibt:

    Tolle Bilder. haben die Tour vor ein paar Jahren auch gemacht….fast identisch;) Der Hammer. genau wie Laos…jetzt mit Kind wollen wir vielleicht mal Thailand in Angriff nehmen. Malariagebiete wollen wir allerdings meiden…wie habt ihr das denn gemacht? Mit Prophylaxe junior? Ich fand als Erwachsene ne Nebenwirkungen schon krass…hattet ihr da gar keine Bedenken?

    • Doch, daher haben wir Malariarisikogebiete genauso gemieden wie Prophylaxe und Regenzeit. Eine Hausärztin mit Tropenschlagseite ist natürlich auch dienlich. Und so trival es klingt: Mückenschutz in rauen Mengen, auch wegen Dengue für das es ja immer noch keinen richtigen Impfstoff gibt. Aber Reisemedizin ist bei uns eher Frauensache, am besten schreibst du kurz ne‘ Nachricht übers Kontakform. Ich schaue inzwischen mal bei nochnemuddi vorbei …

  4. Pingback: Kambodscha Vietnam R’n’R – Routenplaner und Résumé | TiMaFe on Tour

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