Angkor mal andersrum – Phnom Bakheng und der Grand Circuit

IMG_4030_tierweg_PANO

IMG_3947_sunriseDie Elektromopeds vom gestrigen Trip müssen wir erst gegen zehn wieder zurückgeben, und so schäle ich mich frühmorgens aus der Koje, um mir auf dem Phnom Bakheng den Sonnenaufgang anzuschauen. Andernorts ist vor sechs auch im Land der Frühaufsteher noch nicht wirklich viel los, aber im archäologischen Park Angkor (so die offizielle nüchterne Bezeichnung des 400km²-Areals) herrscht selbstverständlich rege Rush-Hour. Nahezu alle Vehikel biegen allerdings schnurstracks nach Angkor Wat ab, auf dem weiteren Weg zum Phnom (= Hügel) nördlich in Richtung Angkor Thom herrscht hingegen wieder völlige Stille. Hoch kommt man um diese Uhrzeit nur per pedes, tagsüber kann man zwar auch auf einem Elefanten Platz nehmen, was allerdings eher umstritten und in Anbetracht der gemächlichen Steigung durchaus vermeidbar ist. Oben wird gerade fleißig renoviert, viele Gäste haben sich heute nicht eingefunden, was für eine durchaus relaxte Stimmung sorgt. Zugegeben: Für einen wirklich spektakulären Sonnenaufgang fehlen heute auch die Kontraste, dafür hat man aber auch nicht ständig das Gefühl, die Aufnahme des Lebens zu verpassen.

IMG_3956_loewenhinternAls ich mit reichlich Restladung wieder in Siem Reap vor Anker gehe, machen sich Maria und Felix gerade fürs Frühstück bereit. Bei der Rückgabe der E-Bikes gibts zum Glück nichts zu beanstanden (die Preisliste für Macken war beachtlich), und ich bin wieder im Besitz meines Passes. Für später hat Maria einen guten Deal mit dem Tuktuk Fahrer vorm Haus ausgehandelt, und daher lassen wir uns heute mal kutschieren – aber erst nach einer erfrischenden Pool-Runde. Da wir die drei absoluten Blockbuster Tempel (Angkor Wat, Bayon, Ta Prohm) schon gestern beehrt haben, begeben wir uns heute auf den sogenannten Grand Circuit – einer etwas weitläufigeren Schleife im Osten, die wir gestern schon alleine aus Angst vor leeren Batterien gemieden haben. Im Dschungel gibt’s nämlich nicht überall Steckdosen, und der ADAC ist schon mal ganz weit weg! Der erste Stop Pre Rup mit seinen gewaltigen Steinlöwen ist durchaus nett anzusehen, erlaubt aber zur Mittagszeit wegen erhöhter Verbrutzelungsgefahr nur eine kurze Aufenthaltsdauer.

IMG_3979_t_som_ausgangUnser Favorit des Tages liegt wenige Kilometer nördlich und hört auf den Namen Ta Som. Der ist ähnlich wie Ta Prohm bereits zu großen Teilen von der Natur vereinnahmt, wobei sich deutlich weniger Besucher in diese Ecke verirren, was die Indiana Jones Atmosphäre noch einmal deutlich steigert. Besonders empfehlenswert ist der „Hinterausgang“ links im Bild, durch den man tatsächlich noch (!) durchmarschieren kann. Anschließend folgt mit dem nur über einen Steg erreichbaren Wassertempel Neak Pean ein echter Exot im Repertoire, bevor wir immer schön weiter gegen den Uhrzeigersinn mit Angkor Thom wieder bekannte Gefilde erreichen.

IMG_4011_bayoncloseupEigentlich wollten wir uns hier den Baphuon anschauen, der mit einer imposanten Restaurationshistorie aufwartet: Um ihn vor dem drohenden Kollaps zu bewahren wurde er im Jahre 1959 unter französischer Aufsicht in 300.000 (!) Teile zerlegt, es folgten Krieg und die roten Khmer, die die Unterlagen zur Rekonstruktion zerstörten, und es sollte bis 2011 dauern, bis das gigantische Puzzle schließlich wieder zusammengesetzt war. Leider war der Komplex wie gestern das innere Plateau von Ankor Wat für Kinder unter 12 tabu, was zumindest in diesem Falle eher unverständlich war, da der frisch restaurierte Tempel im Vergleich zu den anderen Gemäuern einen deutlich sichereren Eindruck machte. Aber es ist ja nicht so als gäbe es keine Alternativen: Da sich die Sonne schon neigt schauen wir einfach noch mal nebenan bei unserem Freund Herrn Bayon vorbei, was sich als echter Glücksgriff erweist: Im Vergleich zu gestern morgen herrscht kaum Betrieb, und die berühmten lächelnden meterhohen Steingesichter strahlen in im Licht der letzten Sonnenstrahlen noch deutlich magischer. Mit einer Dose Angkor Bier (und ohne Voltsorgen) geht’s dann zurück nach Siem Reap, wo wir auch schon wieder unsere letzte Nacht verbingen. Weil aller guten Dinge vier sind, futtern wir auch heute wieder im AnnAdyA, der Manager spielt mit Felix Pool Billard und erlässt uns Stammgästen sogar einen Teil der Rechnung (in Asien im Vergleich zum Griechen um die Ecke eher unüblich). Und da unser morgiger Flug nach Sihanoukville nach hinten verlegt wurde, können wir nach dem Frühstück zumindest noch einen halben Tag weiter „tempeln“!

Advertisements

Über Till@TiMaFe on Tour

https://timafe.wordpress.com/about/
Dieser Beitrag wurde unter Kambodscha, Siem Reap abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

4 Antworten zu Angkor mal andersrum – Phnom Bakheng und der Grand Circuit

  1. vowitzel schreibt:

    Tolle Fotos, schöner Bericht. Da kommt dich Fernweh auf. War einer unserer beeindruckendsten Erlebnisse

  2. leoxless schreibt:

    Oh ja, Fernweh wird erweckt! Sehr schöne Fotos!

  3. Pingback: Der Sonne hinterher – von Sieam Reap bis Sihanoukville | TiMaFe on Tour

  4. Pingback: Kambodscha Vietnam R’n’R – Routenplaner und Résumé | TiMaFe on Tour

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s