Koh Rong Strandhopping und die Jagd auf Adventure Adam

IMG_4198_morninghasbroken5_PANOIMG_4179_sunriseourbeachDie Tempel von Angkor haben wir zwar inzwischen weit hinter uns gelassen, der Tagesrhythmus lässt sich aber nicht so leicht abschütteln. Und so stehe ich gegen halb 6 auf der Matte und marschiere rüber zum östlich gelegenen Long Set Beach immer schön rein in den kitschigen Sonnenaufgang, während die übrigen Bewohner von Koh Tui noch überwiegend an der Matratze (oder wahlweise am Strand) horchen. Wer den eigentlich recht relaxten Tui Beach tatsächlich für hektisch hält kann sich am fast unverbauten Nachbarstrand auf 4km Sand und Einsamkeit freuen, während ein spiegelglatter See vor Dschungelkulisse für das nötiger Robinsonfeeling sorgt.

Anfahrt auf Koh Rong Später frühstücken wir im Smile Restaurant am Strand und gehorchen brav dem eigentlich überflüssigen Schild „Smile you’re in Paradise“, später folgen wir den verwitterten Wegweisern von „Adventure Adam“, die uns über eine steile Treppe mitten in die Skybar führen. Beim Namen denkt man eher an eine überteuerte Rooftopbar im 100. Stock eines Edelhotels irgendwo in Bangkok, die Koh Rong Variante zeigt sich hingegen nach allen Seiten offen, bodenständig und offenbart trotz vergleichsweise bescheidener Höhe einen wirklich grandiosen Blick über die Bucht. Hinter dem Tresen werkelt ein schlaksiger tätowierter Europäer mit freiem Oberkörper – haben wir etwa schon den den legendären Adventure Adam gefunden, der laut Tripadvisor mit seinem Boot die entlegensten Winkel der Insel erkundet und jeden Gast restlos begeistert? Aber nein, der Herr erweist sich als freundlicher Franzose, der Herrn Adam aber selbstverständlich höchstpersönlich kennt und ein Treffen am Abend organisieren will!

IMG_4224_kraxelQuasi inmitten der Skybar entspringt einer der wenigen kartografierten Pfade, der Koh Tui mit dem Reset der wilden Insel verbindet und am Long Beach endet. Wer den Marsch mit Flipflops oder gar barfuß anzutreten gedenkt, dem legt das ansonsten recht unkonservativ wirkenden Personal eindrücklich festes Schuhwerk ans Herz – mein Interesse ist geweckt!  Der ausgetretene Pfad wirkt zunächst nicht sonderlich anspruchsvoll, aber spätestens am Windy Stone trennt sich die Spreu vom Weizen und es geht steil an einem Seil nach unten (Erinnerungen an den Viewpoint von Rai Leh werden wach). Wer den Weg zu Ende geht wird dafür belohnt: Endlos erstreckt sich der Long Beach bis zum Dorf Soksan, auch hier gibt es noch so gut wie keine Infrastruktur. Das dürfte sich allerdings bald ändern, erste große Bauvorhaben sind bereits im Gange und machen unmissverständlich klar: Hier wird geklotzt und nicht gekleckert! Die Royal Group, die die komplette Insel für 99 Jahre geleast hat, gedenkt offenbar hier „Asia’s first environmentally planned resort island“ zu errichten, und man muß kein Pessimist sein, um bei solchen Worten ein mulmiges Gefühl zu bekommen. Ich beschließe auf jeden Fall, morgen mit Maria und Felix nochmal vorbei zu schauen. Wenn Koh Rong in ein paar Jahren wirklich zur Resort Insel transformiert wurde, können wir wenigsten allen auf die Nerven gehen, dass wir es noch als hippe einsame Backpackerinsel erlebt haben. Ungefähr so ähnlich wie die Thai-Veteranen, die regelmässig von den frühen 90ern schwärmen, als es rund um Phuket nur Bambushütten und Generatorstrom gab…

20160321_212101_rongislandicetea2Wer den Rückweg aus Lust- oder Lichtmangel meiden möchte muss sich übrigens keine großen Sorgen machen, da die Tagesausflugsboote nach Sonnenuntergang immer auf der Suche nach Mitfahrern für ein paar Dollar sind. Abends schauen wir noch mal in der Skybar nach Adventure Adam. In Gedanken habe ich mir ausgemalt, wie wir mit dem charismatischen Captain bei einem Rong Island Ice Tea einen spektakulären Inseltörn ausbaldovern. Leider ist weder unser französischer Freund noch der Captain vor Ort, aus den Boxen dröhnt ein rettungslos übersteuerter Drum’n’Base Mix, und der Rong Island Ice Tea hat zwar einen coolen Namen, wird aber auch nicht zwingend internationale Cocktailgeschichte schreiben. So ist es halt oft mit den Zweitbesuchen, wir schreiben Herrn Adam kurzerhand als „Phantom, unauffindbar“ ab und lassen den Rest des Abends mit den Geckos vor unserer Hütte bei einem hausgemachten Gin Tonic ausklingen. Die Adventures werden schon noch früh genug kommen, und an Booten scheint auf der Insel kein Mangel zu bestehen!

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2 Antworten zu Koh Rong Strandhopping und die Jagd auf Adventure Adam

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