Ein Schiff wird kommen – Koh Rong zu Wasser

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IMG_4251_matteDas Leben auf einer Insel ohne Infrastruktur hat viele Vorzüge, aber auch einen Haken: Um rumzukommen braucht man in der Regel ein Boot! Und da wir den Platzhirsch Adventure Adam gestern nicht zu fassen bekamen (zum Bericht), sehen wir uns in Koh Tui nach Alternativen um, die zwar zahlreich aber auch nicht gerade individuell sind. Das Programm ist in der Regel immer das Gleiche: Schnorcheln rund um die Pagodeninsel, Angeln irgendwo auf dem Meer, ein Abstecher zum Long Beach mit Aufenthalt bis zum Sonnenuntergang, gerne garniert mit fluoreszierendem Plankton auf der Heimfahrt (in Fachkreisen auch Biolumineszenz genannt). Kontraste finden sich allenfalls in der Menge des eingepreisten Alkohols, im Fassungsvermögen des Boots sowie bei Qualität und Lautstärke der Musik. Als brave Familie buchen wir einfach in unserer Stammfrühstückskneipe den Nachmittagstrip mit nur einem Freibier pro Nase, was das Pichelpartypublikum hoffentlich hinreichend abschrecken dürfte.

IMG_4269_pagoda_islandIn der Tat finden sich außer uns lediglich drei Franzosen mit auf dem Boot ein, der Captain wirkt relaxed (und maximal 14) und los gehts zur Pagodeninsel. Das Schnorcheln hier ist ganz spaßig und auch der ein oder andere Fisch schaut vorbei, man sollte aber keine üppigen Korallenriffe in explodierenden Farben erwarten. Die Beschallung durch die übrigen Boote hält sich zum Glück auch in Grenzen. Weiter gehts zurück in den Westen mit Kurs auf Long Beach, bis der Captain abrupt auf offener See stoppt – it’s fishing time! Ich muss an dieser Stelle gestehen, dass ich bezüglich dieser „Sportart“ ziemlich voreingenommen bin: In jungen Jahren war ich auf der Insel Rab im damaligen Jugoslawien mit einer Urlaubsbekanntschaft angeln und durfte stolz den handflächengroßen Fang nach Hause transportieren. Auf halber Strecke begann der scheintote Fisch urplötzlich heftig zu zappeln, ich bekam einen Riesenschreck und beförderte ihn reflexartig in hohen Bogen zurück in die Adria. Das war vor ca. 30 Jahren und seitdem finde ich Angeln ziemlich doof! Die Franzosen sehen das heute leider anders und scheinen Gefallen daran zu finden, eine verhedderte Nylonschnur für eine gefühlte Ewigkeit in die Wellen zu halten. Captain Jungspund fängt tatsächlich ein paar Kleinfische, die er dann in einem Benzin/Meerwasser Gemisch im Schiffsrumpf zwischenlagert, der Rest der Besatzung kann hingegen keine Erfolge verbuchen. Schließlich fängt dank anhaltenden Wellengeschaukels Felix lautstark an zu moppern, die Angelwütigen haben ein Erbarmen und wir steuern endlich den Long Beach an, der die ganze Zeit zu rufen schien: „Was dümpelt ihr da draußen im Meer rum! Kommt her! Hier ist das wahre Paradies!“

IMG_4283_fxkickstartUnd recht hat er, der Long Beach – soviel unverbauten Sand gibts sonst nur in Geschichten von früher. Leider scheint dieses Fleckchen auch ins Visier der neuen Inselpächter gerückt zu sein, und erste Bauaktivitäten sind unübersehbar. Im Moment kann man allerdings noch kilometerweit bis ins Dorf Sok San am Ende der Bucht marschieren, und wird unterwegs gewiss nicht allzuviele Leute treffen. Der Strand fällt flach ab und ist somit auch für kleine Kinder gut geeignet, auch Freunde von kitschigen Sonnenuntergängen kommen je nach Wolkenlage auf ihre Kosten, da der Großteil des Strands konsequent nach Westen zeigt. Nachdem die Sonne komplett verschwunden ist tuckern die teils reichlich vollgestopften Boote wieder zurück in die Inselhauptstadt. Unser Captain hat aber offenbar der Versuchung widerstanden, noch zahlende Gäste dazuzubuchen, dafür gibt es tatsächlich ein „Fisch BBQ“ mit den gegrillten Minifischen aus der Brühe am Schiffsboden – die Franzosen greifen beherzt zu. So sind die Fischli immerhin nicht umsonst am Haken gelandet…

Daheim ist auch schönDie Biolumineszenz Show fällt heute flach weil der Mond offenbar zu hell (?) ist, macht aber nix weil unsere Heimat rund Koh Tui auch im Dunkeln ein ebenbürtiger Anblick ist. Leider bricht mit der dritten auch schon wieder die letze Nacht auf der Insel an, morgen Abend gehts zurück aufs Festland nach Sihanoukville und von dort (hoffentlich) direkt weiter nach Kampot – unserer letzten Station im Land der Khmer, die im direkten Vergleich mit dem relaxten Inselleben auch wieder etwas mehr Action im Urlaubsalltag verspricht. Versprochen!

 

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Über Till@TiMaFe on Tour

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