Siam Boran – eine Runde Bangkok auf Rädern

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Einmalig: DuriandenkmalSchweren Herzens nehmen wir Abschiend von Kampot und Kambodscha! Die Riktikitavis organisieren uns einen netten Fahrer zum Phnom Penh Airport, der im Vergleich zu seinem Kollegen aus Sihanoukville auch dankenswerterweise keine weiteren Mitreisenden neben sich auf dem Fahrersitz plaziert. Der Flug mit Air Asia zum altehrwürdigen Don Mueang Airport dauert gerade mal eine gute Stunde (ungefähr genau so lange wie die Fahrt ins Zentrum), und schon hat uns die Stadt der Engel zum nunmehr fünften Male wieder, auch für Felix ist es immerhin schon der dritte Abstecher. Und irgendwie ist Bangkok für uns auch eine der wenigen wirklich sympathischen „Mega-Cities“, in etwa vergleichbar mit dem alten vertrauten Kumpel, den man nur einmal im Jahr sieht, ohne dass das ein Problem wäre. „Hi Bangkok, wir sind wieder kurz im Lande!“ – „Ach die TiMaFes mal wieder auf Südostasientrip. Habt ’ne gute Zeit, nehmt euch ein Singha, ihr wisst ja wo alles steht!“ Oder so ähnlich … 🙂

IMG_4607_chaozimmerFür die letzte Nacht auf asiatischem Boden sind wir bei der Recherche durch das endlose Angebot an Hotels und Guesthouses auf eine ziemlich coole neue Unterkunft gestoßen: Das Chao Hostel (auf einer eigenen Etage mitten im edlen Design Hotel) am Siam Square bietet sowohl Mehrbettzimmer und Gemeinschaftskühlschrank für den etwas besser betuchten Backpacker, aber auch bezahlbare normale Doppelzimmer mit Dusche – alles eingebettet in hippen Ambiente mit perfekter Skytrain (BTS) Anbindung. Durchaus auch mit Kind zu empfehlen, vorausgesetzt man kann auf Fenster, Pool und Monsterbuffet verzichten! Ein weiteres Plus dieser Art der Unterkunft: hier fällt man nicht weiter auf, wenn man in den gemütlichen Wohnzimmern nach den Tagesaktivitäten erstmal das gesamte Gepäck auf Abreise trimmt und sich nochmal etwas frisch macht. Eine Dusche für Ausgecheckte wäre noch das i-Tüpfelchen gewesen, vielleicht gibt es die eines Tages…

IMG_4614_umbrellaAm nächsten Tag ist eigentlich schon unser Abflug gen Dubai, da der Checkin (dieses Mal am Suvarnabhumi Airport) aber nicht vor 22:00 öffnet, haben wir praktischerweise einen kompletten Tag in Bangkok, der natürlich viel zu schade zum herumgammeln ist. Mit dem Skytrain fahren wir zunächst zum Lumphini Park, der schon seit Ewigkeiten auf unserer Wunschliste steht. Es gibt hier jetzt keine besonders ausgefallenen Attraktionen, es ist einfach eine ruhige grüne Ecke mit einem künstlichen See inmitten der Wolkenkratzer, die man sich u.a. mit Waranen und Vögeln teilt. Für die Kleinen gibts noch einen Spielplatz dazu, Erwachsene staunen hingegen über die Muckimänner, die bei tropischen Temperaturen im Outdoor Gym Gewichte stemmen!

IMG_4626_marybikeAber kommen wir zum eigentlichen Highlight des Tages: Nachdem wir im letzten Jahr vor der Abreise nach Myanmar bereits sehr gute Erfahrungen mit einer Radtour nach Bangkachao auf der anderen Flusseite gemacht haben, wagen wir uns dieses Mal an eine „echte“ City-Tour. Anbieter gibt es wie Wats am Fluss, auch Kindersitze sind inzwischen zumindest auf Nachfrage verfügbar, und so buchen wird die Siam Boran Tour beim Platzhirsch Follow Me Biketours unweit des Lumphini Parks, die irgendwie alle gut finden und die praktischerweise auch erst nachmittags startet. Wie immer hat sich ein buntes Trüppchen eingefunden, auf der Homepage weist man in den FAQs daraufhin, dass die Touren zwar eher anspruchslos sind, aber man zumindest Radfahren können sollte. Diesen Passus hat die chinesische Familie mit den 3 Kindern wohl überlesen, da sie scheinbar zumindest mit Bremse und Schaltung zum ersten Mal in Kontakt kommen und somit endgültig den Mythos zerstören, dass alle aus dem Land der Mitte quasi auf dem Sattel groß geworden sind. Aber soviel sei vorweg genommen: auch sie schaffen es unfallfrei und sicher bis ans Ende der Tour!

IMG_4675_bike+dogDie beiden Guides erweisen sich als außerordentlich geduldig und pünktlich zum Einsetzen des ersten heftigen Gewitters seit 3 Wochen setzt sich der Tross schliesslich doch in Bewegung. Die Tour führt zunächst in Richtung Chinatown durch enge abgelegene Gassen mit reichlich skurrilen Anblicken, deren Eingang wir ohne Guide wahrscheinlich nicht mal gesehen hätten. Die Anwohner reagieren gleichgültig bis belustigt auf den Anblick von radelnden Touristen mit Helmen und Anti-Regen-Tüten, und als sich die Wolken schließlich verziehen, fängt die Sache auch an mächtig Spaß zu machen. Im Chinatown schauen wir bei einem Tempel und 2 Märkten vorbei, bevor es mit der Fähre über den Chao Praya auf die andere Seite geht! Hier besuchen wir den Wat Kalayanamit, treten unter fachkundiger Anleitung mit dem riesigen Buddha in Dialog, und befahren den River Cycle Path – ein echtes Stück Radweg direkt am Fluss und somit gewiss ein Novum in Bangkok! Zurück gehts durch Thonburi und nach einer weiteren Fährfahrt zurück zum Shop, wo man sich bei einem Eis und einem Fussbad im shopeigenen Fish-Spa (!) von den Strapazen erholen kann. Fazit: Zumindest an einem Sonntag scheint Radeln in Bangkok nicht gefährlicher als in einer beliebigen Ruhrgebietsstadt zu sein, zumal die Tourplanung natürlich die Hauptverkehrsstraßen meidet. Wer mal etwas anderes von Bangkok sehen will macht nix verkehrt, wer es lieber grüner und ruhiger mag sollte den eingangs erwähnten Trip nach Bangkachao antesten!

Mehr aus der Rubrik „Radeln auf Reisen“rareis

IMG_4705_dubaiairportAuch dreieinhalb Wochen gehen irgendwann einmal zu Ende, und nach dem durchaus amüsanten Finale in Bangkok heben wir Montag zu nachtschlafender Zeit in Richtung Dubai ab, und schaffen es Dank Zeitverschiebung sogar am gleichen Tag noch bis Düsseldorf. Bereits am Dienstag wird uns der Arbeitsalltag zurück haben, den Puffer hätte man natürlich auch etwas großzügiger planen können, aber rückwirkend betrachtet hätten wir auch keinen einzigen Tag der Dreiländertour missen wollen. Wer wissen will warum, startet einfach 20 Blogartikel früher in Vietnam, als mit dem Saigon Special alles begann. Viel Spaß!

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Über Till@TiMaFe on Tour

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Eine Antwort zu Siam Boran – eine Runde Bangkok auf Rädern

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