Valle Gran Rey – mit Freds Fähre ins Tal des großen Königs

img_6323_theroad_fbimg_6223_fred„Boarding 12.30“ sagt das Fred Olsen Ferry Express Ticket für 34€ (Kinder die Hälfte), das uns in nullkommanix rüber auf Teneriffas Schwesterinsel La Gomera bringen soll. Das sollte doch eigentlich für eine entspannte Anreise reichen, da wir den Pier von Los Cristianos schließlich bereits von unserem Balkon  sehen können. Wie so oft wird es am Schluss dann doch wieder hektisch, aber zum Glück gelten auch in der heutigen Zeit für Fähren noch andere Gesetze als für Flüge: So reicht es völlig aus, eine Viertelstunde vor Abfahrt an Bord zu schlurfen, Flüssigkeiten und Handgepäck kennen keine Obergrenzen, und an Bord gibt es vor allem eins: Platz im Überfluss, da die Benchijigua kaum ausgelastet zu sein scheint, während sie mit über 30 Knoten durch den tiefblauen Atlantik pflügt. Da wundert es wenig, dass der 1999 eingeweihte Flughafen von La Gomera auch heuer nur ein Schattendasein fristet!

img_6247_sansebEs dauert keine Stunde und schon laufen wir den Hafen von San Sebastián de La Gomera an. Angeblich hat hier Christoph Kolumbus im Jahre 1492 noch einmal sämtliche Wasserreserven aufgetankt, bevor er auf dem vermeintlichen Weg nach Indien Amerika entdeckte. Andere Quellen berichten gar von einer heißen Geliebten auf der Insel, was allerdings historisch nicht belegt zu sein scheint. Ungeachtet dessen wirkt die Inselhauptstadt mit ihren gerade mal 8000 Einwohnern trotz der gerade vor Anker liegenden Aida Dingenskirchen (Name der Redaktion entfallen) äußerst verschlafen, was uns spätestens bei der erfolgreichen Abholung des vorgebuchten Mietwagens in der winzigen Europcar Kaschemme am Hafen klar wird. Oder man nimmt hier einfach die Siesta sehr ernst…

Der steile Weg nach La Laja Für die nächsten 5 Tage wird uns ein F. Qubo begleiten, der laut Werbung „Originalität mit Komfort, jeder Menge Raum und einer großen Portion Vielseitigkeit“ paart. Wirklich hübsch ist der Kasten zwar zugegebenermaßen nicht, aber trotzdem irgendwie sympathisch und zumindest ist die Suche nach einem knuffigen Spitznamen schnell erledigt: Der Kubo! Wir fahren zunächst auf Empfehlung von Marco Polo die kurvige Straße nach La Laja hoch, die vorbei an Stauseen und Palmen irgendwo am Fuße des Roque Ojila ihr Ende findet. Fels und Fels gesellt sich gerneWeiter geht es zu Fuß durch eine wirklich außergewöhnliche Landschaft, bis wir bei zwei markanten Felsen endlich einen würdigen Picknickstop für unser Morgenexperiment „Paninis“ finden. Wer mag kann von hier aus auch in die entlegensten Winkel der Insel weiter  marschieren, aber wir wollen erst einmal im legendären Valle Gran Rey an der Westküste Quartier beziehen, und müssen daher zunächst zurück nach San Sebastian, wo die gut ausgebaute GM-2 übere diverse Serpentinen das Inselinnere erschließt.

La Gomera rockt!Knapp 50km sind es angeblich von Ost nach West, eine Stunde sollte man bei normaler Fahrweise dafür mindestens rechnen, aber dann hat man noch keinen der zahlreichen Miradores (Aussichtspunkte) mitgenommen, die sich zumindest bei guter Wetterlage auf jeden Fall lohnen. Ein Stop bei den „Los Roques“  ist trotz des eher drögen Namens Pflicht, ausgedehntere Märsche müssen wir aufgrund der fortgeschritten Stunde heute leider vertagen.

Unsere neue Heimat für die nächsten Tage: Der Hafen von VueltasWenn man erstmal die 1300m Grenze passiert hat geht es ebenso zügig wieder stramm bergab und irgendwann liegt er dann tatsächlich vor uns: Der Talkessel des Valle Gran Rey, gespickt mit Steilwänden, Palmen und Terassenfeldern, bei deren Anblick auf jeden Fall auch jedem Südostasienfan warm ums Herz werden dürfte (man sagt uns da ja auch eine gewisse Affinität nach :-)).  Am Ende des tief eingeschnittenen Tals liegt dann der eigentlich Ort Valle Gran Rey, wo unsere heutige Reise schließlich im Hafenviertel Vueltas endet, welches auch das Ende asphaltierter Wege markiert. Über Airbnb haben wir hier bei Marias Namensvetterin Maria eine hübsche Bude mit Balkon und unverbautem Blick auf den Hafen samt Steilwand ergattert, die für die nächsten fünf Tage unsere Heimat sein soll. Soweit, so gut!

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3 Antworten zu Valle Gran Rey – mit Freds Fähre ins Tal des großen Königs

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