Kubo auf Hochtouren – Roadtrip durch La Gomeras Norden

img_6489_vallehermoso_pano

img_6407_kitchenLässt man mal den langsam verblassenden Ruf als Hippie-Insel außen vor, erfreut sich La Gomera vor allem bei Aktivurlaubern großer Beliebtheit. Und was die gar nicht brauchen können sind natürlich überdimensionierte Balkone zum Faulenzen. Dachte sich wohl auch unsere Hausherrin Maria und setze die Küche kurzerhand auf den Balkon. Draußen bleibt noch genug Platz für ein Frühstück zu dritt, und drinnen hat man dafür man einen absolut genialen Blick auf die Steilwand sowie die Bucht von Vueltas. So macht Spülen Spaß (schalalalala)!

Ermita del Santo Wir verlassen das Valle (in dieser Ecke kann man das „Gran Rey“ getrost weglassen) gegen Mittag in östlicher Richtung. Eigentlich ist das Ziel ziemlich wurscht, denn solange man nicht zum Strand will und auf 4 Rädern unterwegs ist, führt eigentlich nur eine Straße aus dem Tal heraus in Richtung Arure. Hier sollte man zumindest einmal einen Stop am Mirador Ermita (= Einsiedelei) del  Santo  einlegen – hinter dem Felsentor wartet ein Hammerblick ins Tal, und mit etwas Wetterglück erspäht man auch die Nachbarinseln La Palma und El Hierro am Horizont. Weiter geht’s über eine äußerst kurvige Serpentinenstraße zurück ans Meer zum Playa de Alojera. Spätestens jetzt wird uns bewusst, dass man auf La Gomera bei einem Playa nicht zwingend gleich an feinen Sand und Palmen denken sollte: Unten gibt’s vorwiegend dicke Steine, die vom ungebremsten Atlantik bearbeitet werden, was zwar auch einen gewissen Charme haben kann, aber für einen Snack und Badestop mit Kind eher ungeeignet ist.

VallehermosoZurück in den Bergen durchqueren wir aber schon bald die nächste versöhnende Inselperle: Vallehermoso, frei übersetzt das „schöne Tal“, was schon in Anbetracht der Lage am Fuße des Roque Cano nicht untertrieben ist. Hier baut man auf Terrassen Bananen und Wein (und laut dem „Valle-Boten“ auch noch andere an dieser Stelle nicht näher spezifizierte Substanzen) an, oder erfreut sich einfach an der schönen Aussicht in die umliegenden Berge. Als wäre das nicht alles schon pittoresk und putzig genug, Agulo mit dem Teide im Nackenlegt das Dörfchen Agulo im Nordwesten noch eine Schippe drauf. Strategisch günstig auf einer Felskuppel zwischen Steilwand und Meer gelegen, dazu noch unverbaute Sicht auf den Teide – da muss es doch eigentlich von Touristen nur so wimmeln wie in Rüdesheim oder Dubrovnik? Wir parken den Kubo vor den Stadttoren und können uns in den Gassen nur wundern: Obwohl scheinbar gerade ein Fest ansteht, trifft man überwiegend nur Einheimische oder eben auch niemanden. Entweder ist Gomera tatsächlich doch noch ein Geheimtipp, oder wir sind einfach spät dran!

FelsentorDie Straße von Agula führt wenige Kilometer später ins grüne Tal von Hermigua und von dort aus weiter ins Landesinnere. Wir führen jetzt nicht in epischer Breite aus, dass auch Hermigua mit einer traumhaften Kulisse aufwartet, da sonst alle Leser langsam denken müssen, dass man hier bei TiMaFe nur überzogenes Reiseführerlatein aufwärmt. Aber wenn ihr mal in der Ecke seid dann macht euch einfach selbst ein Bild! Ein weiterer Grund für den Mangel an epischer Breite ist allerdings auch die fortgeschrittenen Stunde, schließlich müssen wir noch quer über die Insel zurück nach Hause. Unsere Karte zeigt zwar eine dünne Verbindung namens CV-14 durch den Garajonay Nationalpark ins Zentrum der Insel, der Polizist am Eingang der Straße macht uns aber deutlich, dass wir zu zumindest zu dieser Stunde nicht passieren dürfen (für die genaue Urteilsbegründung reicht unser rostiges Spanisch leider nicht aus).

Pünktlich zum Sonnenuntergang: Rückkehr ins Valle Es hilft also alles nix, wir müssen die komplette Strecke runter nach San Sebastián um dann auf der Route von gestern wieder quer über die Insel zurück gen Valle Gran Rey.  Trotz aller Widrigkeiten und ohne übertriebene Eile schaffen wir dann eher zufällig eine Punktlandung: Als wir auf der Höhe von La Playa Richtung Vueltas auf die letzte Meile abbiegen wollen, versinkt doch glatt die Sonne mit allem Kitsch & Pipapo im Atlantik (Erinnerungen an die 1000km von Myanmar bis Ko Lanta werden wach). Am Abend gibt’s Hausgemachtes aus der Küche mit der weltbesten Aussicht, morgen halten wir es dann erst einmal mit Beckenbauer: Schaumermal!

 

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Über Till@TiMaFe on Tour

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4 Antworten zu Kubo auf Hochtouren – Roadtrip durch La Gomeras Norden

  1. dorie schreibt:

    Das sind richtig schöne Eindrücke. Das mit der Küche auf den Balkon ist auch sehr einzigartig 😀
    Klingt nach tollen Erlebnissen!
    Liebe Grüße, Dorie
    http://www.thedorie.com

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