Gomera Gemütlich – Rochenwatching und eine Runde Laguna Grande

 

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Für Maria und Felix beginnt der Tag mit „Rochen Watching“ am Hafenkai, was zunächst nach einem eher aussichtslosen Unterfangen klingt. Aber bereits am Vortag haben wir am Strand ein paar der schönen Fische im Wasser vorbeihuschen sehen, und später von der Legende des Rochens Sebastián gehört, der einen Fischersohn zum Kumpel hat und beim Füttern gerne Männchen macht. Tatsächlich kommen an diesem Morgen gleich ein paar Artgenossen an die Oberfläche um einen Happen zu sich zu nehmen und ihren „Bauch“ zu zeigen. Wers nicht glaubt findet zum Beispiel hier ein paar Live Aufnahmen. Bleibt zu hoffen, dass da auch in Zukunft keiner das schnelle Geschäft wittert und das Ganze als Touristenattraktion groß aufzieht, so ist es vor allem für Kinder ein kurzweiliges Spektakel, sofern man natürlich Glück hat und die Rochen nicht gerade in ihrem Revier auf Tour sind. Die Großen können sich derweil die Zeit mit spottbilligem Espresso aus der Hafenkneipe verkürzen.

img_6588_boteMeine Morgenbeschäftigung wirkt dagegen eher profan: Einkäufe aufstocken im sympathisch vollgestopften Supermercado um die Ecke. Hier gibt es – wir erwähnten es bereits gestern – auch zahlreiche Ausgaben des Valle Boten zu erwerben, der bereits am Tag Zwei zu meiner insularen Lieblingslektüre avanciert ist. Der Bote bezeichnet sich selbst als unabhängig, überparteilich und abgedreht, erscheint nach Bock- und Wetterlage, und wenn man unbedingt eine stilistische Schublade braucht, würde ich ihn am ehesten bei „Titanic“ einsortieren. Wir empfehlen: Eine Viertelstunde Lektüre am Morgen mit Aussicht über die Bucht von Vueltas, dazu eine Tasse Kaffee mit Serrano Brötchen, etwaigen Nachwuchs zum Rochenkucken schicken, und wenn dann noch die Sonne scheint kann eigentlich an diesem Tag nix mehr schief gehen!

img_6629_marymauer2Nach der gestrigen Monstertour in den Norden wollen wir es heute mal etwas ruhiger angehen lassen. Kurz vor Arure zweigt eine kleine Nebenstrecke gen Osten ab. Von den scharfen Haarnadelkurven am Beginn sollte man sich nicht abschrecken lassen, die Straße ist in gutem Zustand und die Route vorbei an Lays Hayas, dem Töpferdorf El Cercado und Chipude mit dem mächtigen Tafelberg Fortaleza im Hintergrund ist spektakulär schön und eine nette Alternative zur ersten Hälfte der Höhenstraße GM-1, die ansonsten auch mal irgendwann langweilig wird.

img_6647_donkeykongZurück auf besagter GM-1 suchen wir die Laguna Grande auf, einem Ex-Kratersee, von dem viele Wanderwege starten und der laut unserem Guide tatsächlich auch mit einem Kinderspielplatz aufwarten soll. Die Spielgeräte gibts tatsächlich und sind auch in einem ordentlichen Zustand, außer uns ist auch relativ wenig los, da die großen Busse (die Parkplätze haben Stadionniveau) offenbar schon wieder das Weite Gesucht haben. Auch Wandermuffel müssen nicht gleich resignieren, da es auch einen überschaubaren Rundweg durch den bemoosten Lorbeerwald gibt, der auf jeden Fall Lust auf mehr macht. Die übrigen Touren sind allerdings schon deutlich länger und/oder nicht als Rundwege konzipiert, da müssen wir wohl nochmal zurück auf die Insel wenn Felix ein paar Jahre älter ist. Und hoffentlich nicht unter die Wandermuffel gegangen ist 🙂

img_6681_threepalmsZurück im Valle steht die Sonne ausnahmsweise mal noch etwas höher am Himmel, und wir nehmen  La Playa mal näher unter die Lupe. Hier war früher angeblich das Zentrum der Hippieszene und jeden Abend wurde die Sonne mit lautem Getrommel in den Atlantik verabschiedet. Zumindest in den Geschäftchen finden sich noch allerlei hippieske Textilien und sonstiger Nippes, Maria nutzt die Gelegenheit und erwirbt ein psychedelisches Kleidchen, auf dem eine Lady mit Planeten jongliert. Die Kultstätte Casa Maria ist aber leider bis auf weiteres geschlossen (potentielle Pächter lesen hier weiter), auch von den Trommlern lässt sich heute keiner am Strand blicken. Dem Sonnenuntergang scheint das aber egal zu sein, und so erstrahlen die Palmen über La Calera noch einmal in wärmsten Rot, die Anwesenden staunen andächtig auf der Strandmauer in die Ferne, und es wird wieder dunkel wird im Tal des großen Königs!

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Über Till@TiMaFe on Tour

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Eine Antwort zu Gomera Gemütlich – Rochenwatching und eine Runde Laguna Grande

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