Nachradler gesucht – Auf und Ab in Mawlamyine

City Biking boomt nicht nur in Europa sondern auch in Südostasien! Selbst in tendenziell eher radfeindlichen Metropolen wie Bangkok oder Phnom Penh wächst das Angebot an Touren, und unsere Radeln auf Reisen Seite wächst munter mit. In Mawlamyaing – dem designierten Tor zu Myanmars tiefem Süden – ist man davon aber noch weit entfernt, und das obwohl die relaxte Stadt eigentlich prima auf zwei Rädern zu erkunden ist. Höchste Zeit also für einen Versuch in Eigenregie …

Es geht los im Queen Jamadevi in einer ruhigen Ecke abseits vom Stadtkern (zur Karte). Das ist natürlich keine Grundvoraussetzung für den Trip , aber wir wohnen nun mal da und die übrigens durchweg empfehlenswerte Bleibe löst gleich zwei wichtige Probleme: Es gibt anständige Kawasaki (!) Räder mit Schaltung und funktionierender Bremse, und eine brauchbare Karte obendrauf – beides unerlässlich für einen entspannten Trip. Weiter geht’s bis zu einem großen Kreisel mit bunten Soldaten, offenbar ein weniger dekoratives Erbe des Militärregimes. Hier kann es mitunter etwas hektisch werden, aber wir verlassen den Kreisel auch gleich an der 2. Ausfahrt Richtung Kyaikkami Street (nicht auf die Road 8) und biegen gleich die zweite Straße wieder scharf nach rechts oben ab. Jetzt wird es ruhig … und steil … und schön, sollte nichts davon zutreffen ist man wahrscheinlich falsch abgebogen.

Die Straße schlängelt sich weiter in nördlicher Richtung und beglückt den keuchenden Radler mit einer beeindruckenden Tempeldichte. Ein netter Viewpoint mit relativ unverbautem Blick auf den Saluen Fluss – auch bekannt als Thanlwin – lädt zum verschnaufen ein. Wer es spiritueller mag ist unter dem schattigen Baum an der U Zina Pagode gut aufgehoben, und mit dem Sri Shamuganathar ist auch ein Hindutempel vertreten. An der Kyaik Tan Lan Pagoda führt natürlich ebenfalls kein Weg vorbei, auch wenn es eigentlich ein klassischer Sunset Spot ist (wir berichteten). Tagsüber sieht man hier kaum westliche Gesichter, und dafür um so mehr Myanmar Wusel-Alltag.

Anschließend geht es auch endlich wieder bergab. Zur Linken befindet sich das koloniale Gefängnis aus dem Jahre 1908, das aber allenfalls für Freunde zeitgenössischer Knastarchitektur interessant sein dürfte. Rechts hingegen passiert man den Nachtmarkt der auch bei Tag aktiv ist und durchaus einen Stop wert ist. Am Ende und sozusagen „zurück im Tal“ biegt man rechts in die Upper Main Road ab, die abermals in einen großen Kreisverkehr mündet, diesmal aber ohne bunte Soldatenfiguren sondern mit einem überdimensionalen goldenen Hahn (wenn mich mein Erinnerungsvermögen nicht täuscht). Von hier gelangt man direkt auf die große 3,5 km lange Mawlamyaing Brücke, die auch von der Bahn genutzt wird. Radfahrer zahlen keine Maut! Von hier hat man eine ganz adrette Sicht auf die Stadt, wer Zeit und Abenteuerlust mit bringt kann auch ganz rüber nach Mottama fahren und neue Welten erkunden. Es gibt zwar keinen Radweg auf der Brücke selbst, aber der Verkehr und Luft waren zumindest morgens gegen 10:00 erträglich.

 

Ich fahre zurück bis zur auffälligen Kaladan Mosque und von dort auf die Strand Road ans Ufer. Einen Strand gibt es hier zwar leider nicht, aber es ist trotzdem eine sehr schöne Strecke direkt am Fluss mit vielen Bäumen und nicht all zu viel Autoverkehr. An den Piers kann man das Be- und Entladegewusel beobachten, empfehlenswert ist auch ein Stop am Delifrance Bakery House, wenn es einen nach edlem Gebäck oder einem ordentlichen Espresso gelüstet, wie es ihn zuhause nur in überteuerten Cafés gibt. Am Ende wird die Strand Road dann aber schlagartig  langweilig, und es wird Zeit sich links zu halten und die Lower Main Road und ihre Seitenstraßen zu erkunden. Hier habe ich mich dann trotz Karte wie üblich doch noch verfahren, und kann daher keine detaillierten Tipps mehr geben. Aber früher oder später findet man irgendwie zum großen „Soldaten-Kreisverkehr“ im Südosten zurück.

Wer mehr Zeit hat kann auch einfach die 8 weiter gen Süden fahren, oder auf der großen Straße Richtung Queens bleiben, die einen früher oder später bis nach Hpa-an führt. Ich habe auf dem Rückweg am Ende noch einen Schlenker nach rechts auf einen Feldweg gemacht (siehe Karte unten) und den strahlend weißen  Tempel links im Bild entdeckt – sicher nicht der Größte  im Lande, aber definitiv in keinem Reiseführer erwähnt. Und jetzt viel Spaß beim Nach- und Weiterradeln!

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Und hier gibts die Map zum Trip (natürlich ohne Gewähr) 

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