Jäger des verborgenen Strandes – auf Rollertour zwischen Maungmagan und Pa Nyit

Der Maungmagan Beach ist zwar reich an Lokalen, aber die Gefahr dort Abends zu versacken ist tendenziell eher gering, und so fällt es einem auch nicht weiter schwer, vor Sonnenaufgang wieder auf den Beinen zu sein. Die Sonne geht bekanntlich im Osten und somit über den bewaldeten Bergen auf, die den Strandbereich vom „Daweier“ Hinterland trennen. Während die Sonne den Morgennebel wegbrutzelt, befinden sich die Maungmaganer entweder noch draußen auf Fischfang (die Boote von gestern scheinen noch fast alle auf Achse zu sein), oder fegen eifrig den Sand vor ihren Restaurants. Maungmagan wird zwar gerne als vermüllt kritisiert – und es gibt in der Tat einige vereinzelte unschöne Plastikberge – aber der Weg vor der „Restaurantmeile“ ist zumindest zu dieser frühen Stunde picobello in Schuss. Zurück an der Basis ist der Rest der Familie inzwischen auch wach und es gibt ein nettes Open-Air-Frühstück mit Meerblick!

Ich hatte die Lady vom Long Beach gestern Abend gefragt, ob sie uns für heute einen Roller organisieren kann, und pünktlich zur vereinbarten Zeit steht tatsächlich ein freundlicher Herr vom hiesigen Verleih mit einen Gefährt auf der Matte. Der Reisepass bleibt als Pfand da, was man aber auch aus anderen Ländern kennt, dafür gibt es für gut 10$ ein vollgetanktes und optisch einwandfreies Vehikel mit richtigem Vertrag, Helmen und einer leicht improvisierten Karte.  MauMau hat demzufolge heute Mittag frei, zumal die Strecken zu den meisten Stränden in dieser Ecke mit gewöhnlichen PKWs ohnehin kaum zu befahren sind. Und wir brauchen seinen Toyota schließlich noch für den steinigen Weg zur thailändischen Grenze! 🙂

 

Unsere Tour führt uns zunächst zum winzigen Kan Pa Ni Village  (Schreibweisen können wie üblich variieren) im Landesinneren südlich von Maungmagan auf einer zunächst recht komfortablen Straße, die von dort weiter zum San Maria Beach führt und zunehmend holpriger wird. Der Strand ist riesig und ganz OK, aber es gibt zu wenig Vegetation um echtes Tropenfeeling aufkommen zu lassen. Also lieber mit Schwung um den Berg herum, wo man am Fuße der Myaw Yit Pagoda landet, der man auf jeden Fall einen Besuch abstatten sollte! Die liegt nämlich pittoresk auf einer kleinen vorgelagerten Insel über eine schmale Brücke mit dem Festland verbunden, hier ist dann auch Endstation für den Roller und Zeit für eine Snack-Pause.

Da die Straße an der Pagode endet muss man zunächst den gleichen Weg nach Kan Pa Ni zurück, biegt dann aber hinter dem „Island Travel & Tours“ Shop nach rechts auf eine nicht asphaltierte Straße ab – Schilder sind hier leider Mangelware, lateinische Buchstaben sowieso. Der Weg wird nun zunehmend abenteuerlicher und vor allem bei den Aufstiegen weiß man es schnell zu schätzen, wenn der Roller ausreichend Reserven unter der Haube hat. Es geht auf und ab über diverse Kurven, aber verfahren kann man sich eigentlich nicht wirklich, und zumindest in der Trockenzeit ist der Weg trotz Schlaglöchern gut zu befahren, wenn auch vielleicht nix für die allerersten Roller-Fahrstunden. Irgendwann taucht  in der Ferne die Andamanensee wieder auf, es folgt ein Minidorf (spätestens hier oder besser noch vorher sollte man sich mit Getränken eindecken!) in dem man sich rechts hält und dann ist er da: Der Pa Nyit Beach – touristisch völlig unerschlossen, traumhaft schön und fast menschenleer. Etwaige Schmerzen im Hintern ob der holprigen Anfahrt sind rasch vergessen! Weiter südlich soll es auf der Dawei Halbinsel angeblich noch zig weitere solcher einsamen „Strandschätze“ geben, die man nur mit Roller und einer tüchtigen Portion Enthusiasmus erreichen kann, Interessierte finden hier oder hier weitere Inspirationen. Wir sind erstmal mit unserm Pa Nyit hochzufrieden und schlagen ein behelfsmäßiges Quartier auf.

Lässt man den Abzweig zum Strand links liegen gelangt man geradeaus am Nordende über die Sandpiste noch zu einer weiteren kleinen Pagode auf einem Felsen im Meer. Auf der Jagd nach einem möglichst günstigen Winkel für ein Feierabendfoto missachte ich unnötigerweise die goldene Regel, dass man nicht gleichzeitig die Augen am Sucher haben sollte, während man barfuß über scharfe Felsen kraxelt, und stolpere prompt in eine tiefe Spalte. Glück im Unglück: Die Gegenlichtblende aus Plastik verhindert ernsthafte Schäden am Objektiv, das wir sonst im weiteren Reiseverlauf sicher schmerzlich vermisst hätten, und die langen Hosen die wir aus Prinzip immer auf Rollerfahrten tragen, fangen einen Teil der „Schärfe“ ab. Die Wunde blutet trotzdem heftig und ich muss mich erst mal hinlegen. Ruckzuck kommen ein paar einheimische Gäste sowie der lokale Mönch herbeigeeilt und bieten ihre Hilfe und Tee an. Maria hat auch stets ein gut bestücktes Erste Hilfe Kit dabei, das zwar ursprünglich eher für Felix gedacht war, aber auf Reisen meist eher für den Vater herhalten muss 🙂 Nachdem der erste Schrecken vergangen und die Wunde ausreichend versorgt ist, können wir zumindest ohne Probleme nach Maungmagan  zurück fahren, eine knappe Stunde sollte man hierfür übrigens durchaus rechnen. Natürlich fahren wir nicht ohne zumindest eine kleine Tempelspende zu hinterlassen, die freundlichen Helfer wollen natürlich alle keineswegs etwas annehmen. Was für’n Tag!

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2 Kommentare zu „Jäger des verborgenen Strandes – auf Rollertour zwischen Maungmagan und Pa Nyit“

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