Ab durch die Mitte – der Isthmus von Kra und Klein-Myanmar

Heute stehen tiefgreifende Veränderungen auf dem Programm: Seitenwechsel, Transportmittelwechsel und mal wieder Bettenwechsel, denn wir steuern die autofreie Insel Koh Phayam „drüben“ in der Andamanensee an. Ban Krut ist derweil am frühen Morgen noch verschlafener als gestern, und auch bei uns will sich der rechte Elan noch nicht einstellen: Gestern saßen wir noch mit dem netten I. aus NRW nebst Gattin auf der Terrasse, es wurde später und einige Sang Som gingen über den Tisch. Als Gelage kann man das schwerlich bezeichnen, aber zumindest Maria fehlt offenbar das Enzym zum Abbau von Thai Rum ohne Brummschädeleffekt, ergo beschränkt sich der Navigator fürs erste aufs Dösen. Ist aber nicht weiter schlimm, denn bis Chumphon müssen wir im Prinzip nur stur dem Highway 4 nach Süden folgen.

Kurz vor Chumpon macht die 4 dann einen Westknick in Richtung Ranong und wir befinden uns mitten auf der schmalsten Stelle Thailands – nur ca. 50 Kilometer trennen die Meere hier voneinander! Das ist natürlich zu weit zum rüber schauen, aber es gibt durchaus was zu sehen: Kurz vor dem „offiziellen“ Isthmus glänzt es golden auf einem Berg, ein eher unauffälliges Schild bei km 524  weist den Weg nach links (die Schrift ist Thai, aber das bunte Bild zeigt eindeutig einen Wat). Wie wir später erfahren handelt es sich um Wat Suwan Khiri, alles wirkt hier noch sehr neu und doch irgendwie … vertraut. Klar: Die große Stupa erinnert stark an die Shwedagon Pagode in Yangon (vergleichen Sie selbst), und der goldene Fels ähnelt gewiss nicht nur zufällig seinem großen Bruder in Kyaiktiyo, dem wir erst vor knapp 2 Wochen Hallo gesagt haben. Dazu noch „anders geschnörkelte“ Schrift – klare Sache: das riecht nach Myanmar! Plagiate hin oder her, die Tempelanlage ist auf jeden Fall ein lohnenswerter Stop, alleine schon wegen der Aussichten ins grüne Umland und da sie bei Touristen noch weitgehend unbekannt ist – selbst der Loose Süd musste passen.

Bei Kilometer 545 erreicht man dann bei Ban Mamu eine Art Rastplatz, der den eigentlichen Isthmus von Kra markiert. Den Dimensionen zufolge halten hier auch gerne mal große Busse an, heute mittag ist fast niemand da. Es gibt ein paar Informationstafeln warum man sich gerade hier an einer besonderen Stelle befindet, viel schöne Natur, und ein Schild das nach Myanmar zeigt. In der Tat ist der Kra hier Grenzfluss und wer Visa und Immigration Police für überbewertet hält, könnte sicherlich problemlos rüber schwimmen (bevor sich jetzt Leser in die Badekluft schmeißen: Über Ranong/Kyaiktiyo kann man auch ganz legal ausreisen :-)). Wikipedia Schlaumeier Wissen am Rande: Schon im 17. Jahrhundert machte man sich Gedanken, ob man hier nicht einfach einen Kanal baut, damit die großen Kähne nicht um die ganze malaiische Halbinsel herumschippern müssen. Bis heute blieb es allerdings bei kühnen Visionen, und das bleibt auch hoffentlich so – die Umwelt wirds danken!

Nach Ko Phayam kommt man nur zu Wasser, und da die Insel autofrei ist gibt es erwartungsgemäß auch keine Autofähre. Wir müssen unser Gefährt also auf dem Festland zurück lassen. Das mag dekadent klingen, ist aber in diesem Fall tatsächlich die günstigste Konstellation: Bei Langzeitmieten von 7 Tagen und mehr am Stück sind die Tagesraten meist recht günstig, und vor allem fällt die meist beträchtliche one-way fee weg, so war unser Gefährt am Ende der Reise für lau am Phuket Airport abzugeben. Der Pier ist etwas außerhalb von Ranong, aber bei Luck Car Parking Service dürfen wir für ein paar Baht vor der Halle parken.  Es gibt angeblich auch eine slow ferry, aber am Nachmittag fährt nur noch das Speedboat. Da sind wir ja für gewöhnlich eher skeptisch, aber die Andamanen See ist ruhig und der hippe Skipper im BVB Dress hat seine Sache offensichtlich fest im Griff.

Der Anleger auf Ko Phayam liegt im Osten der Insel, wir wollen aber zum Ao Khao Kwai (unter deutschsprachigen Inselfreunden besser als Büffelbucht bekannt) im Nordwesten und sind daher gespannt, wie man hier in Ermangelung von Transportoptionen mit mehr als 2 Rädern den Transfer von Kind und Kegel organisiert. Die Lösung ist recht simpel: Drei! Eine Mopedtaxe für mich und leichte Rucksäcke, eine für Maria und Felix dazwischen, und eine fürs Gepäck. Nach unserer Ankunft fängt es auch bald an zu dämmern. Den Strand haben wir quasi vor der Haustür, die Sonnenuntergänge sollen hier je nach Wetterlage überaus eindrucksvoll sein … und sind es auch! Abends landen wir noch in der Hippy Bar, einem grotesken Treibholztempel am Ende der Bucht, den wir morgen bei Tageslicht noch genauer unter die Lupe nehmen werden. Nacht!

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3 Kommentare zu „Ab durch die Mitte – der Isthmus von Kra und Klein-Myanmar“

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