Die Brücke am Tatai und ein Truthahn namens Obama

„Unter der Tatai Brücke wartet ein alter Mann mit seinem Boot“ – der Satz könnte der Beginn eines Fantasy Romans sein, wenn er nicht in vertrautem hessischen Dialekt durch das Smartphone des Taxi Fahrers übermittelt worden wäre. Wir haben derweil den Bauwahn und das Verkehrschaos rund um Sihanoukville weit hinter uns gelassen und befinden uns in der Provinz Ko Kong tief im Westen Kambodschas am Fusse des Kardamom Gebirges. Die Gegensätze können größer nicht sein, hier gib es noch überwiegend unberührten Dschungel, kaum große Städte und insgesamt ziemlich wenig Tourismus.

Eigentlich wollten wir ja nur eine „Puffernacht“ in Ko Kong City einlegen, weil wir uns ziemlich sicher waren, dass wir es in einem Tag nicht von Ko Rong Samloem über die Grenze nach Thailand bei Hat Lek schaffen werden.  Nun ist aber die Stadt Ko Kong nicht gerade ein Kleinod, und weiter außerhalb gab es zwar nette Unterkünfte, die aber weit über unserem Budget lagen. Bis auf Thomas und seine Neptune Adventure River Bungalows, in denen wir uns dann gleich für zwei Nächte eingebucht haben. Man muss zwar auf Schnickschnack wie  WiFi, fließendes Wasser und Türen verzichten – dafür wohnt man in super gemütlichen offenen Bambus-Bungalows, bekommt jeden Abend ein üppiges Essen am Flussufer kredenzt, und der überraschend klare Fluss vor der Haustüre ersetzt jeden Pool!

Der hauseigene Truthahn Obama wackelt gerne mal mit einer Schar Hühner übers Grundstück, ansonsten geht es an diesem Fleckchen Erde relativ ruhig zu. Als sportliches Alternativprogramm bietet sich ein Marsch durch den Dschungel zum Tatai Wasserfall an. Der Guide in Gummistiefeln kennt keine Gnade und macht auf dem knapp 90 minütigen Dschungelmarsch nicht eine einzige Pause, da weiß man das Bad bei den Wasserfällen danach um so mehr zu schätzen. Mit uns ist heute eine Gruppe Mönche mit Smartphones und Stativen vor Ort, die das Planschen in den natürlichen Pools sichtlich genießt und unermüdlich dokumentiert – man geht mit der Zeit!

Zurück geht es mit dem Kanu (oder wahlweise auch per Motorboot) heim in Neptuns Reich. Diese Art der Fortbewegung hatten wir ja bereits in Kampot erprobt,  allerdings haben uns die vorherigen vier Inseltage offenbar doch ziemlich verweichlicht: Die Rückreise zieht sich, es gibt erste rucksackbedingte Schulterwehwehchen, aber nichts was sich nicht durch ein Angkor Bierchen am Ziel beheben lässt.

Am nächsten Morgen bringt uns der alte Mann mit seinem Boot wieder zurück zur Brücke –  wir wären gerne noch ne‘ Nacht länger in Hessisch-Kambodscha geblieben.

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