Nachradler gesucht – von Nyaung Shwe übern Inle See

Nyaung Shwe am schönen Inle See ist perfektes Radler Terrain, zumal man als Ausländer ohnehin keinen Roller leihen darf und die Räder auch problemlos vorne auf den großzügig ausgelegten Booten Platz finden. Anregungen für Selbstradler findet man aber nur sporadisch im Netz, nach diesem Artikel ist zumindest einer mehr dazu gekommen. Ein Guesthouse Bike mit Gängen reicht im Prinzip, mehr Spaß macht die Sache aber mit einem Mountainbike – im Ort gibt es einige Verleihstationen mit guten Bikes. Und den Inle Pass nicht vergessen, ich bin zumindest 1x kontrolliert worden!

Beef Salad mit Chardonnay

Los gehts im Südosten von Nyaung Shwe immer die Straße gen Süden runter zum Ostufer des Sees. Wer gleich zu Beginn seine Kondition prüfen will radelt nach ein paar Kilometern links hoch auf einen der bewirteten Weinberge, die Red Mountain Wine Estate ist hier offenbar der Platzhirsch. Den Wein fanden wir nicht wirklich „berauschend“ (Glas ab 2500), aber die Umgebung mit den Weinbergen sorgt für ein gewisses Heimatgefühl, vor allem wenn man wie ich an der hessischen Bergstraße aufgewachsen ist. Und wer wollte nicht immer schon einmal bei 30 Grad ein Gläschen Chardonnay zu einem Spicy Beef Salad genießen?

Weiter gehts nach Maing Thauk. Rechts zweigt eine Straße zum Jetty ab, die merken wir uns für später – wir fahren erstmal links hoch in die Berge zum Waldkloster. „May you be happy and peaceful“ wünscht ein Schild, was an diesem ruhigen und abgeschiedenen Ort kein größeres Problem darstellen sollte. Im vorderen Bereich bei der Stupa zweigt noch ein gut ausgebauter Feldweg nach Norden zu einer kleineren Pagode ab (man muss aber wieder umdrehen). Das eigentliche Kloster kommt dann weiter hinten im Wald. Spendengelder scheinen vorhanden zu sein, alles wirkt gut in Schuss. Und wäre da nicht eine Miniausgabe des goldenen Felsens, erinnern die Gebäude fast ein wenig an Südeuropa.

Im Waldkloster

Der asphaltierte Weg endet hier, hinter dem Kloster geht er jedoch als Pfad weiter (unter anderem bei der  maps.me App eingezeichnet). Hier traf ich einen Wanderer der aus den Bergen kam und von der Umgebung geschwärmt hat – für mein eher schmal bereiftes Guesthouse Bike war hier aber leider Endstation. Falls es jemand mit dem Mountain Bike weiter in der Berge schafft: Kommentarfunktion nutzen und immer her mit den Eindrücken!

 

Gratis Show unterwegs

Wir fahren den Berg wieder runter zum Jetty und ärgern uns ggf. über schlechte Bremsen, die sich auf diesem Stück rächen werden. Auf dem Weg lockt das relativ neue 93 Inn zu einen Erfrischungsstopp mit netter Aussicht (sieht teuer aus, aber zumindest die Getränke sind wie fast überall preiswert). Auf dem Weg zum Anleger am See wird man dann in der Regel schon von Kapitänen bequatscht, dann ist Verhandlungsgeschick gefragt um ein Boot zu ergattern, dass Rad und Reiter rüber zur anderen Seite nach Khaung Daing bringt. Wenn man Glück halt findet man auch noch einen Mitfahrer und teilt sich die Kosten, die auf jedem Fall im einstelligen (1000-er) Kyat Bereich bleiben sollten. Wenn man noch etwas Glück übrig hat, sieht man auf dem See sogar noch ein paar der berühmten Einbeinruderer, die tatsächlich noch traditionell mit ihren großen Körben und dem Ruder am Bein fischen, und nicht nur für Touristen gegen Bezahlung als  Fotomotiv posieren.

Vorsicht Gegenverkehr

Drüben in Khaung Daing gehts dann zunächst auf einer gut asphaltierten Straßen zurück Richtung Nyaung Shwe mit optionalem Stop(s) an den Pagoden am Straßenrand. Weil asphaltierte Straßen ja auch irgendwie langweilig sind, biegen wir hier nach Westen ab und suchen unseren Weg parallel zur Straße durch die Felder vorbei an kleinen Dörfern. Es ist nicht immer einfach den richtigen Pad zu finden, die Faustregel lautet „Wo ein Roller knattert ist auch ein Weg“, und die Wege führen durch Bambuswälder vorbei an Blumen- und Gemüsebeeten. Irgendwann stößt man dann unweigerlich auf die etwas holprige Ost-West Allee nach Nyaung Shwe (oder auf den Kanal – dann ist man falsch bzw zu weit gefahren :-)), die einen zurück zum Hauptanaleger im Westen der Stadt bringt.

Freiwillige vor

Wer jetzt noch Elan hat hängt natürlich noch die Nordschleife mit dran: An der Myo Oo Pagoode am Ortsausgang gegenüber von einem kleinen See kann man sich erstmal im Mann Mann Rooftop Café stärken (Super Dachterasse mit „goldener Aussicht“), dann geht es auf der Straße nach Norden Richtung Shwenyaung zum hölzernen Kloster Shwe Yan Pyay – ein beliebtes Fotomotiv wenn die jungen Mönche gerade zufällig in den runden Fenstern sitzen. Wenn nicht gerade eine Busgruppe da ist (das Kloster ist relativ klein und daher für Besuchermassen eher ungeeignet) sollte man ruhig auch mal einen Blick hinein werfen.

Eingang zur Höhle

Unmittelbar nach dem Kloster geht eine Straße rechts ab, dort fahren wir immer stur gen Osten weiter (auch wenn es am Ende sandig wird und das Dorf langsam endet) und landen dann auf einer gut ausgebauten leicht hügeligen Ostumfahrung, die uns in südlicher Richtung zurück nach Nyaung Shwe bringt. Als letzter Stop bieten sich noch die Htat Eian Caves am Fuße der Berge an, bevor die Zubringerstraße scharf rechts abzweigt. Hier geht es noch etwas bergauf und bergab, aber die Höhle am Ende lohnt wirklich einen Besuch.(Eintritt frei, Spende für Beleuchtung erwünscht). Sollte sich Tageslicht oder Kraft hier schon dem Ende zuneigen, ist die Höhle auch ein schönes Vormittagsziel für sich.
Viel Spaß beim nachradeln und variieren!

 

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