Bengalisches Strandhüpfen von Ngwe Saung bis Chaung Tha

Nachdem wir den sporadisch besiedelten Süden von Ngwe Saung bereits beackert haben (zum Bericht), wenden wir uns mal Chaung Tha zu, das gerade mal 20km entfernt im Norden liegt und sich vor allem bei den Einheimischen großer Beliebtheit erfreut. Wer sich vom Kartenanbieter seiner Wahl eine Route vorschlagen lässt staunt jedoch nicht schlecht, denn der Weg führt eigentlich immer durch die Berge nach Pathein und von dort wieder zurück an die Küste. Wer wie die meisten die Anfahrt mit dem Bus angetreten hat, weiß was das bedeutet: Endlose Auf-und-ab Etappen, scharfe Kurven, bleiche Gesichter – und das gleich im Doppelpack? Vom Zeitaufwand mal ganz zu schweigen…

In der Tat gibt es keine durchgehende Straße zwischen den beiden Orten, was gewiss der Tatsache geschuldet ist, dass man auf den 20km auch eine ganze Menge Wasser überqueren muss. Aber es gibt Alternativen: Für rund 15000 Kyat (ca 10 Euro) kann man sich ein Mopedtaxi nehmen, das auch auf den bescheidenen Holzfähren Platz findet, von denen es auf der Route über den Strand gleich 3 gibt. In Sachen Gepäck muss man sich natürlich etwas einschränken. Da wir vor hatten, 3 Nächte zu bleiben haben wir den Familienbedarf einfach auf einen Rucksack reduziert und den Rest bei unseren Freunden im SoeKoKo Guesthouse deponiert, die uns auch die beiden versierten Fahrer vermittelt haben. Auf ins Abenteuer!

Das erste Stück bis ins Dorf Tazin ist noch befestigt, und die Fähre dort eher Kategorie „Einsteiger“. Die nächste Fähre hat es aber in sich, da sie kleiner ist und je nach Stand der Gezeiten nicht ganz anlegen kann, so dass man im Wasser (!) über die Planke fahren muss. Hier trennt sich bei den Selbstfahrern die Spreu vom Weizen. Eine weitere unerlässliche Fähigkeit, die man in keiner Fahrschule lernt, ist die lässige 180° Wende über den Mopedständer auf dem wackligen Holzboden, der hier besonders schmal ist.

Zu Fähre Nummer drei geht es dann bei Ebbe direkt über den Strand, oder ansonsten über einen sandigen parallelen Pfad. Die dritte und letzte Fähre bringt einen dann bereits schnurstracks in den Fischerhafen von Chaung Tha. Man sollte sich hier von den ersten Strandabschnitten nicht abschrecken lassen, da sie nicht gerade zu den saubersten oder hübschesten des Ortes zählen. Weiter im Norden am Coral Beach noch hinter der großen Pagode am Strand wird es richtig einsam, aber man mietet sich am besten einen Roller und sollte auf jeden Fall auch mindestens eine Nacht bleiben. Unser Zwischenstop Tipp ist das D & W Beach Haven Restaurant an einem besonders schönen Abschnitt, das von dem sympathischen Australier Dennis und seiner burmesischen Frau Wawa geführt wird. Am Wochenende sollen hier viele Expats aus Yangon die freien Tage verbringen, unter der Woche waren wir fast alleine.  Falls jemand eine Bleibe etwas ab vom Schuss sucht: Auch die Hütten machen  von außen einen guten Eindruck.

Life’s a Beach

Auch nördlich von Dennis ist die Welt noch nicht zu Ende. Ein paar Kilometer weiter kann man sich zum Beispiel eine Art Indianer Tipi zur Übernachtung mieten, ein eher ungewöhlicher Anblick in diesen heißen Gefilden. Der Strand ist hier aber auch ganz nett, vor allem aus der Schaukel- oder Altreifensessel Perspektive. Es folgt weiter im Norden noch eine weitere Mopedtaugliche Fähre, daneben wird aber bereits eifrig an einer Brücke gebaut, dann erwartet den Erforscher ein kilometerlanger einsamer Strandabschnitt , an dem ich mit dem Shwe Taung Yan nur ein einziges Hotel ausmachen konnte. Die recht ordentliche Piste endet dann irgendwann, eine sehr sandige Umgehung führ zwar weiter nach Norden, aber das Fahren macht hier mit einem herkömmlich Roller wirklich keinen Spaß mehr – reicht dann auch für heute!

„Unser“ Umbrella Beach

Wer es lieber zentral aber doch einsam mag, sollte dem vorgelagerten Inselchen Aung Mingalar eine Chance geben. OK, der erste Eindruck ist nicht gerade einladend wenn das „Shuttle Boat“ vom Festland am schmuddeligen Strand anlegt,  Am besten marschiert man schnurstracks zur Mya Kyunnyo Pagode am Nordende, denn dort gibt es Schatten, Instantkaffee sowie eine nette Sicht aufs Meer, wo man mit Glück auch die viel gehypte White Sand Insel in der Ferne sehe kann. Die Überraschung kommt dann nach einem Marsch an der Westküste am Fusse des Coral View Resorts: Der Hauptstrand ist schon ganz nett, eine Ecke weiter wird es dann noch einsamer. Wir haben den Strand in Anlehnung an den markanten Baum am Ende der Bucht einfach Umbrella Beach getauft. Im Coral View kann man übrigens auch als Nichtgast halbwegs preiswert essen, die relativ neuen Bungalows sehen auch hübsch aus, sind aber eher in der gehobenen Preiskategorie.

Und egal ob man ihn nun mag oder nicht – ein kurzer Abstecher zum Chaung Tha Hauptstrand ist einfach Pflicht, und sei es nur um zu Zeuge davon zu werden, wie man sich so in Myanmar einen perfekten Strandtag vorstellt. Dazu gehören offenbar Tandemfahren im feuchten Sand, ein Ritt auf einem zum Zebra umlackierten Pferd, unkoordinierte Beachbuggyfahrten , und natürlich massenhaft Streetfood (pardon: Beachfood). Für den Abend schienen schon einige Bungalow-Anlagen die Karaoke Anlage aufzubauen, aber das Spektakel haben wir nicht mehr weiter verfolgt.

Zeitvertreib beim Warten auf die nächste Fähre

Auf dem Rückweg nach Ngwe Saung erlebten wir dann wohl das Äquivalent eines Staus auf dieser Route: Der Fährmann der mittleren Fähre schien etwas überfordert und musste wiederholt wieder anlegen. Der Durchsatz an Mopeds pro Trip reduzierte sich dadurch auf 2-3, so dass ein knappes Stündchen Wartezeit drauf ging, bis unser Konvoi vollzählig auf der anderen Seite eingetrudelt war. Man sollte es also nicht unbedingt eilig haben, wenn man diese Route wählt – als Alternative zur Bergetappe gewinnt sie aber auf jeden Fall, und Stress wird in diesen Gefilden ja ohnehin klein geschrieben 🙂

 

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