Zurück zur Natur – Zufallstreffer Nahm Dong Park

„Nein, bitte nicht noch ein Aufstieg“ denke ich jedes mal, wenn die buckelige Piste nach einer Kurve abermals ansteigt, anstatt wie es sich gehört endlich zu einem Ziel zu führen. Wir befinden uns knapp 10km südlich von Luang Prabang, es sind gefühlt 40°, tatsächlich wahrscheinlich nur unwesentlich weniger. Das Mountainbike, das mir die geschäftstüchtige Frau vom Verleih mit auf den Weg gegeben hat, ist zwar wirklich gut, aber zwei Tage Slowboat auf dem Mekong wirken verweichlichend. Außerdem habe ich mir mit einem potentiell hässlichen Stausee und einem namenlosen Dorf dahinter nicht gerade das motivierendste  Ziel der Region rausgesucht.

Endlich kommt der Staudamm in Sichtweite, und ich brauche dringend ein kaltes Getränk. „Nahm Dong Park“ steht auf dem Schild des einzigen sichtbaren Etablissements. Von dem habe ich noch nie gehört, und auch im Loose oder auf der Hobomap, auf der sonst jede Ziege vermerkt ist, fehlt von dem Park jede Spur. 20000 Kip  Eintritt werden fällig, aber immerhin ruft der Bewirtungsbereich zivile Preise auf, und befindet sich vor allem in einer ausgesprochen hübschen Umgebung: Hinten wie vorne plätschern Wasserfälle, Hängebrücken spannen sich zwischen Baumriesen inmitten eines trotz Trockenzeit überraschend grünen Dschungels. OK – Nahm Dong, du hast hiermit meine Aufmerksamkeit …

Frisch gestärkt mit einem laotischen Larb und einem Beerlao mit Sprite (Laotischer Radler im Eigenbau) erkunde ich die diversen Pfade und frage mich zunehmend, warum dieses Kleinod offenbar kaum jemand kennt. Der Park scheint zum einen recht neu zu sein, zudem schreckt das Motto „Back to Nature“ das verwöhnte Luang Prabang Publikum vielleicht eher ab, es wird aber wirklich treffend umgesetzt: Egal ob Geländer, Brücken oder Hütten – alles wirkt einigermaßen natürlich und frei von Kitsch. Und nur äußerst selten läuft man anderen Besuchern über dem Weg.

Am nächsten Tag schleppe gleich voller Stolz den Rest der Familie zu meinem neuen Fundstück, bevor am Ende der Park übers Neujahrsfest noch dicht macht. Als Transportmittel wählen wir dieses Mal den Roller, da die holprige Anfahrt mit dem Rad wie eingangs erwähnt mit gewissen Anstrengungen verbunden ist.

Es darf geziplined werden (zum Video),  furchterregende Indiana Jones Brücken werden gequert (ebenfalls gefilmt), knuffige Tiere werden entdeckt, und selbstverständlich kann man im Auenland wo die Wasserfälle nur noch gemächlich vor sich hin plätschern auch ein kühles Bad nehmen. Am Ende des Tages sind alle zufrieden, was ja auch nicht alle Tage vorkommt. Fast möchte man diesen Ort geheim halten und vor den Massen bewahren, aber ohne Einnahmen geht er gewiss auch bald den Bach runter. Also wer gerade in Luang Prabang weilt und auf der Suche nach etwas Abwechslung ist: Nix wie hin!

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