Querbeet nach My Son

Wer ein paar Tage mehr in Hoi An verbringt, hat früher oder später mal genug von Rummel und Bummel und sucht nach Auswegen. Die faszinierende Tempelstadt My Son liegt nur eine gute Autostunde entfernt und drängt sich schon deswegen auf, weil der Trip an jeder zweiten Ecke direkt neben Kochkurs, Cham Island und den Marble Mountains beworben wird. Womit wir auch schon beim 1. Haken wären: Wer die Ruinen lieber in Ruhe genießen möchte, reist am besten spät und auf eigene Faust an. Zudem ist die Autoroute nicht wirklich spektakulär, aber wer sich auf zwei Räder beschränkt,  kann sich alternativ südlich von Hoi An über die Felder nähern – es winken hübsche Natur, freundliche Locals und garantiert kein Trubel!

 ⇒ Ab zur groben Karte  (für eilige Nachfahrer)

Zunächst geht es von An Hoi über die neue Mopedbrücke auf die Insel Cam Kim, ggf. mit einem Kneipen-Abstecher zum urgemütlichen  und erfrischend untouristischen Bambuswald im Westen von An Hoi. Auf Cam Kim ticken die Uhren dann schon deutlich langsamer,  im Süden geht es abermals auf einer kleinen Brücke über den Thu Bon Fluss, und dann immer weiter nach Westen bis zu einer großen Straßenbrücke auf die nächste Insel (Achtung: Der Vorgänger des aktuellen Viadukts endet im Wasser und nicht alle Karten kennen offenbar die neue Version :-))

Wir queren weitere Brücken, brausen durch Reisfelder (die Ernte ist gerade in vollem Gange) und grüßen Bauern und Büffel, während das Bergmassiv am Horizont stets die grobe Richtung weist. Aber zugegeben: Ohne die maps.me App wären wir aufgeschmissen gewesen, die kennt aber in dieser Ecke zum Glück jeden noch so kleinen Ackerweg. Ganz am Ende wird es dann doch einmal etwas holprig, aber nach gut zwei kurzweiligen Stunden (inklusive Fotostops) haben wir es geschafft: Wir stehen vor den Toren von  My Son,  UNESCO Weltkulturerbe, Zeuge des längst untergegangen Champa Reichs, und unser Ziel für heute Nachmittag!

Nach soviel weitgehend unberührter Natur wird man bei Ankunft in My Son ggf. etwas überrumpelt: Hier scheint man durchaus auf größere Besuchermassen eingestellt, die aber zu dieser Uhrzeit offenbar alle bereits das Weite gesucht haben. Ein Elektro-Shuttle chauffiert den Gast die knapp 2 km vom Eingang bis zu den Ruinen-Stätten, die je nach Alter und Lage in verschiedene Gruppen aufgeteilt sind. Viele Monumente wurde leider während des Vietnamkriegs erheblich in Mitleidenschaft gezogen, und an vielen Stellen erinnern noch riesige Krater an die US-Bombardierungen.  Heute wirkt dieser Ort friedlich und faszinierend zugleich, und auch wer kein Hobby Archäologe ist, dürfte sich alleine an der Natur ringsherum erfreuen.

Der letzte Shuttle fährt leider bereits um 17:30 zurück zum Eingang, eigentlich viel zu früh, aber da sich der Sonnenuntergang in diesen Breiten nicht lange bitten lässt, wählen wir trotzdem den potentiell schnelleren Weg über die „richtige“ Straße zurück nach Hoi An. Vor allem die letzen Kilometer bis Hoi An machen aufgrund der Schlaglöcher und er einsetzenden Dunkelheit nicht wirklich Spaß, aber was soll’s – Weg und Ziel waren es auf jeden Fall wert!

Rückblick: 2011 waren wir schon mal vor Ort, damals allerdings noch ohne Felix, dafür mit etwas üppigerem Grün …

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