Ausgabe #2 Sri Lanka

Mit ca. 21 Monaten

Man sollte ja meinen, dass nach den diversen Reisen und Kurztrips inzwischen so etwas wie Routine eingekehrt ist und in Sachen Kindergepäck und Ernährung alles ein Selbstläufer ist… aber das wäre ja langweilig! Das Kind verändert sich einfach ständig, um die Eltern bei den Planungen auf Trab zu halten und entwickelt auch unterwegs gern völlig neue Vorlieben und Fähigkeiten. Also Zeit für ein kurzes U-2-Resümee, über das wir vermutlich in einem Jahr schon schmunzeln müssen:

Lektion 1 – was die Eltern essen ist grundsätzlich besser und leckerer
IMG_3562_4fishDie seit mehr als einem Jahr nicht wegzudenkende Frühstücksmilch wird noch an Tag 1 des Urlaubs (morgens um 7:00 am Flughafen von Dubai) verschmäht, da Papas Instant-Nudelsnack natürlich viel besser schmeckt… Weitere vergebliche Versuche im ruhigeren Hotelbettambiente scheitern ebenfalls, so dass die mitgebrachten 3 Pakete Pulvermilch schnell zum Ballast werden und somit in Ella zurückbleiben und hoffentlich dort einem anderen Baby besser schmecken! Nudelsnacks werden dafür unsere ständigen Begleiter als Kinder-Notfall-Mahlzeit, heißes Wasser gibt es ja irgendwie überall.
Mama hat einen frischen leckeren Obstsaft zum Frühstück? Bestens! Da lernt man auch gleich mit dem Strohhalm zu trinken und schon ist das halbe Glas leer (und das Kind satt).
Und die vielen Shrimps schafft Papa ja sicher auch nicht allein, besser man hilft ihm dabei. Falls er dann noch Hunger hat kann er ja den Kinder-Bratreis mit Gemüse essen…

Lektion 2 – wo ein Kühlschrank steht, da gibt es auch Joghurt
Sri Lanka ist ein schönes Land für Müsli-Esser – es gibt so gut wie überall Joghurt oder mindestens Buffalo Curd (eine Art Quark) so dass wir mit unserem (ausnahmsweise mal nicht umsonst mitgeschleppten) Müsli jederzeit eine schnelle Mahlzeit zaubern können. Auch im kleinsten Kiosk der einen Kühlschrank hat werden wir meist fündig, und billig ist es außerdem. Allerdings ist die Zutatenliste teilweise interessant: es gibt durchaus Sorten, bei denen Zucker der Hauptbestandteil ist, gefolgt von Milchpulver. Immerhin aber auch einige die aus frischer Milch sind und erst anschließend gezuckert.
Im Gegensatz dazu scheint Babynahrung im Glas eher unbekannt zu sein, die haben wir eigentlich nirgends gesehen (aber dieses Mal auch nicht gesucht). (Butter-)Kekse aller Art gab es aber fast an jeder Ecke…

Lektion 3 – Windelmarken sind Schall und Rauch
DSC05317_endlichwindeln_MINITrotz der guten Thailand-Erfahrungen in Sachen Windeln gehen wir kein Risiko ein und quetschen reichlich Vorräte ins Gepäck. Damit kommen wir dann auch knapp 2 Wochen aus, in der Zwischenzeit war genug Gelegenheit für eine Marktrecherche. Den Zuschlag bekommt die gewohnte Sorte mit P*, denn die kennen wir ja und der Preis ist auch ok. Aber siehe da, in der Packung befinden sich parfümierte Plastikwindeln (angeblich lt. Herstelleranfrage das was der Markt vor Ort wünscht). Nun ja… Immerhin halten sie dicht, aber hautfreundlich sieht anders aus! Also weg damit, der billige Cargills No-Name China-Ersatz überzeugt uns deutlich mehr und die einheimische „Velona“ kann man auch empfehlen!

Lektion 4 – Natur ist langweilig, es lebe der Straßenverkehr
In einem idyllischen Café oder Restaurant mit schöner Aussicht in die Natur mehr als 10 Minuten in Ruhe verweilen? Fast unmöglich! Das gleiche an der Dorfstraße, wo alle 2 Minuten ein Tuk Tuk, ein LKW, ein Bus oder andere Fahrzeuge vorbeifahren? Durchaus! Noch besser: eine Baustelle mit Bagger oder anderen Maschinen in Sichtweite. Wer anpassungsfähig ist, darf auf warmes Essen oder ein Getränk im Sitzen hoffen! 🙂

Nützlich & Praktisch
IMG_3904_shoes_MINIVernünftige Kinderschuhe: die Qual der Wahl bei 15 bis 35 Grad und Regen oder Sonne. Wir haben uns für wassertaugliche Outdoorsandalen entschieden die auch mit Socken akzeptabel sind und außerdem die kleinen Entdeckerfüße relativ gut schützen. Verloren haben wir zum Glück nur kurzfristig mal einen, so dass die Reservepantoffeln im Koffer bleiben können.

Nachtlicht: da insbesondere durch die Energiesparlampen inszwischen der Trend zum gleißend hell erleuchteten Zimmer zu gehen scheint, in dem gemütliches oder gar schummriges Licht Mangelware ist, hat sich der Joker im Elektrogepäck zum echten Geheimtipp gemausert: das LED-Licht-Ei! Robust, langlebig und vor allem nicht zu hell (zum Lesen reicht es nur in unmittelbarer Nähe). So konnten wir bei Bedarf unfallfrei durchs Zimmer navigieren ohne das schlafende Kind zu wecken – und das ist VIEL wert!

Standardausstattung: Buggy samt neuer Sicherheitsschlaufe fürs Handgelenk und kleinem Schloss, Babyfon, Reisebett (immer noch das kleine Zelt), Bauch-/Rückentrage, Wickelset, Sonnencreme, Medikamente, Insektenspray, Plastiklatz, Teller, Schüssel und Trinkflasche gehören ja sowieso immer dazu und müssen nicht noch lang beschrieben werden… Reichlich Wechselsachen waren auch kein Fehler, denn je nach Essgewohnheiten, Erkundungstouren oder Wasserspaß geht schon mal mehr als ein Outfit pro Tag drauf.

Spielsachen: einige (Lieblings-)Bücher haben sich bewährt, Sandspielzeug und Badeente auch, der Rest konnte meist mit den spannenden Hotelzimmern inkl. Fernbedienungen, Lampen, Schaltern und Schränken nicht mithalten. Eine schöne Ergänzung: der Stoffball, besser bekannt als Luftballonhülle – mit einem Ballon drin schnell bereit für eine Runde Zimmerfußball und verpackt kein echter Ballast…

Felix heuert als Tuktukfahrer an Fortbewegung: Im Flugzeug sind wir dazu übergegangen, 2 Babygurte zu nehmen, so muss man nicht ständig alles umschnallen wenn das wuselige Kind mal wieder die Position wechseln möchte – ansonsten hat sich gezeigt dass Schlafen Glückssache ist und offenbar unabhängig von der Tageszeit mal klappt und mal nicht… In Sri Lanka war das Tuk Tuk für Kurzstrecken und Auflüge die erste Wahl, denn da ist der Weg schon der größte Kinderspaß – natürlich aufgrund fehlender Gurte und ähnlicher Dinge nichts für Sicherheitsfanatiker, aber bei durchschnittlich 30 km/h für uns akzeptabel. Lange Pro&Contra Debatten wurden vor dem Urlaub in Bezug auf den Autositz geführt, und wir sind froh dass wir uns für den „Klotz am Bein“ bzw. am Rucksack entschieden haben, da es auch im Zug usw. ungemein praktisch war einen Schlafplatz dabei zu haben. In unserem Fall eine sehr große Babyschale kombiniert mit einem simplen Zurrgurt zum festspannen (am Rucksack, am Zugsitz,…). Trotz intensivem Ausschau halten habe ich in Sri Lanka keinen Kindersitz in Betrieb gesehen – das soll nicht heißen dass es sie nicht gibt, aber besonders gängig sind sie offenbar nicht.

Der nächste ist unserer Die Zugstrecken waren für uns ein echter Gewinn – sowohl als Erlebnisfaktor als auch als entspanntes Fortbewegungsmittel in dem man sich bei Bedarf auch frei bewegen kann. Wir sind auf Nummer sicher gegangen und haben 1. Klasse Sitzplätze vorreserviert, aber überlaufen wirkten die Züge ansonsten nicht.

Unnützes Zeugs
1. Mal wieder der ungeschlagene Gewinner – die Sonnenbrille! Gemecker beim Aufsetzen, Verweildauer unter 1 Min., im Zweifel am falschen Ort (im Hotel statt in der Sonne).
2. Als Folge von Lektion 1 – und vermutlich weil in Sri Lanka überall Tee getrunken wird und deshalb ein Wasserkocher fast Standard ist: der Tauchsieder.
3. Die „Kinderleine“ blieb auch im Gepäck, aber die war sowieso nur als Reserve für „an-der-Hand-Laufen-ist-doof-und-im-Wagen-sitzen-sowieso“ Anfälle gedacht…

Und sonst- eigentlich nichts! Wenn auch nicht ständig,  so haben wir ansonsten doch fast alles benutzt.

Und die Moral von der Geschicht‘?
img_38302Insgesamt hätten wir sicher noch etwas Gepäck einsparen können, aber da wir meist in relativ komfortablen Verkehrsmitteln unterwegs waren und wenig zu Fuß war das nicht unbedingt nötig und das Meiste wurde auch benutzt. Vermisst haben wir im Grunde höchstens Kleinigkeiten und der kleine Mann war den ganzen Urlaub über satt, gesund und meist auch ausgeschlafen! Einige Trotzanfälle und nächtliche Jetlag-Eskapaden mussten unsere Zimmernachbarn ertragen, aber das liegt sicher eher am Alter als an der Reise.  😉

Rückblick: Babygepäckbilanz nach unserem knapp einmonatigen Trip durch Laos und Ostthailand Anfang 2013

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Eine Antwort zu Ausgabe #2 Sri Lanka

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