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Jäger des verborgenen Strandes

Behäbig zuckelt  der Zug von Hue in Richtung Da Nang am Hai Van Pass entlang, den viele einfach nur Wolkenpass nennen, weil es oben eigentlich immer bewölkt ist und  das Wetter auf dem Weg gerne mal wechselt. Die Strecke scheint heute beliebt, wir haben nur noch Plätze in einem Schlafwagen bekommen, was morgens um 11 zwar etwas ungewöhnlich ist, aber irgendwie auch gemütlich. Man nimmt es dem „Express“ Zug auch nicht übel, dass er so langsam ist, weil sich zur Linken immer wieder schöne Ausblicke auf Meer  und Dschungel eröffnen. Und kam da nicht gerade ein ziemlich leckerer einsamer Strand vorbei? Aussteigen kann man auf der Strecke leider nicht, aber wir beschließen der Sache nach zu gehen, nachdem wir uns erst einmal bei Hoi An häuslich niedergelassen haben.

Die Maps.me Recherche ergibt: Nördlich von Da Nang ist tatsächlich ein passender isolierter Strandabschnitt, zu dem zumindest ein „Weg“ eingezeichnet ist, was in diesen Gefilden vieles bedeuten kann. Wir schnappen uns einen Roller und brausen hin. An der Millionenstadt führt kaum ein Weg vorbei, da man den Hàn Fluss queren muss, doch der Verkehr hält sich heute am Feiertag in Grenzen (den 1. Mai als Tag der Arbeit feiert man hier natürlich auch, wenn auch etwas anders). Wir wählen schon alleine Felix zuliebe die originelle Drachenbrücke, später finden wir an der nördlichen endlosen Bucht noch einen ebenfalls sehenswerten (aber nicht seetüchtigen) frisch getünchten Schiffstempel, ebenfalls reich mit Drachen verziert.

Irgendwann ist auch die Stadt mal zu Ende und „10% Steigung“ Schilder signalisieren den Beginn der Bergwelt rund um den Wolkenpass.  2005 wurde ein Tunnel eröffnet, der dankenswerterweise einen Großteil des Verkehrs schluckt. Roller, Busse und ein vereinzelter Radfahren sind trotzdem unterwegs – wer auf schöne Aussichten aus ist, fährt natürlich nicht unterm Berg durch. Bei Kilometerstein 86 Richtung Hue (bzw. 912 in der Gesamtrechnung) werden wir dann fündig. Rechts geht ein kleiner Weg ab, ein Schild frohlockt mit  „Hai Van Garden“ (oder so ähnlich), und ein junger Vietnamese knöpft einem 10000 Dong (~35 Cent) pro Nase ab, die aber laut Ticket sämtliche fees für parking, fishing, sea bathing, sight seeing (!) catching und  „etc…“ beinhaltet 🙂

So einsam und unerschlossen ist unser „Secret Beach“ also offenbar doch nicht, aber der Pfad ist zu Fuß gut passierbar und wunderschön, und unten gibt’s außer ganz viel Sand nur eine äußerst provisorische Behausung mit Drinks. Ein paar Einheimische sitzen im Schatten der Felsen und picheln Larue Bier, vereinzelt sieht man auch eine Langnase, und natürlich kommt auch mal der Zug vorbei, dem wir diesen Fund schließlich zu verdanken haben. Fazit: Lohnt sich auf jeden Fall, Proviant sollte man besser mitbringen,  volltanken nicht vergessen, und wer rechtzeitig den Absprung schafft, kann auf der Rückfahrt noch einen Abstecher zu den Marble Mountains machen!

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Mekong Slowboat Gedanken

Der Trip von der nordthailändischen Grenze bei  Chiang Khong bis nach Luang Prabang ist ein echter Klassiker und gehört zu einem gepflegten Südostasien Trip wie Khao San Road und Angkor Wat. Demzufolge existieren auch bereits unzählige detaillierte Blogartikel zu der zweitätigen Reise und wie man ohne Nepp und Stress über die Grenze nach Laos  kommt. Wir beschränken uns daher an dieser Stelle mal auf ein paar lose Gedanken und Bildchen:

Woanders ist auch schön

In den Grenzorten Chiang Khong und Huay Xai lässt es sich in einer überaus grünen Umgebung preiswert wohnen. Also ruhig mal 1-2 Nächte vor Ort einplanen und nicht gleich direkt aufs Boot umsteigen, das ohnehin jeden Tag ablegt.

Hinten ist lauter

Auch wenn das Boot langsam ist – der Schiffsdiesel ist trotzdem riesig und Schallisolierung sucht man vergebens. Dem Personal scheint das zwar nichts auszumachen, wer zeitig an Bord geht sollte aber die Chance nutzen und sich einen Platz weiter vorne sichern. Es gibt zwar so etwas wie eine (sehr) improvisierte Sitzplatz Reservierung wenn man die Tour als Paket bucht, aber die ist spätestens am 2. Tag hinfällig, da die Boote in der Regel wechseln.

Vorbuchen und gut frühstücken entspannt

OK,  Vorabreservierungen mögen den Gedanken an Freiheit und Unabhängigkeit auf Reisen widersprechen, aber an der Übernachtung in Pakbeng führt ohnehin kein Weg vorbei. Wer sich sein Guesthouse vorab online reserviert, wandert abends völlig gelassen durch die für laotische Verhältnisse recht aufdringliche Schlepperbande am Anleger. Uns hat das Dreierzimmer im DP Guesthouse gut gefallen. Hier gab es auch ein gutes Frühstück, was man nicht unterschätzen sollte, denn das „Bordrestaurant“ auf dem Slowboat führt später ausschließlich Instant Nudeln und Chipstüten.

Alles hat ein Ende?

Unbestätigten Gerüchten zufolge soll die gemütliche Flussfahrt von der Grenze bis Luang Prabang aufgrund ehrgeiziger Mekong Dammprojekte bald der Vergangenheit angehören. Es mag sich hierbei um Traveller Latein handeln, aber auf dem Nam Ou kam es aus den gleich Gründen auch schon zu Einschränkungen. Und wer einfach nur einen Grund sucht, die Fahrt endlich mal in die Reiseplanung einzubauen, hat ihn hiermit gefunden 🙂

⇒ Weitere Artikel aus der Rubrik Grenzerfahrungen

 

Vientianes schrägster Garten

Fünf Jahre ist es her, da hatten wir auf unserem ersten Trip nach Laos im Städtchen Nong Khai auf der thailändischen Mekong Seite einen skurrilen „Buddha Park“ entdeckt (von wegen Nichtstuerei in Nong Khai). Bevor der Erbauer Bunleua Sulilatin in einer unruhigen Zeit aus Laos über der großen Fluss geflohen ist, hat er sich in den Fünfzigern auch auf dort ein Denkmal in Form eines Parks mit allerlei schrägen und teils gruseligen Skulpturen gesetzt. Da wir uns für Vientiane vor der Weiterreise nach Zentrallaos nicht all zu viel vornehmen wollen, kommt der uns gerade recht! Zumal sich Felix an den Buddha Park vor 5 Jahren nicht wirklich erinnern kann, auch wenn er im Bild oben links damals fast von einer Horde Schlangen geschnappt worden wäre 🙂

Der Park liegt 25km südöstlich von Vientiane quasi direkt am Mekong und hört auch auf den lokalen Namen Xieng Khuan, aber Buddha Park versteht hier jeder und es besteht auch kein Risiko, dass man zufällig in Thailand landet. Man kann ein Tuk Tuk nehmen, sich am lokalen Bus versuchen (Nr. 14 der angeblich jede halbe Stunde in Richtung Friendship Bridge aufbricht und danach auch den Park ansteuert), oder sich einfach ein Moped mieten. In jeder anderen asiatischen Hauptstadt wie Bangkok oder Hanoi würden wir die letzte Option sicher meiden, aber Vientiane ist irgendwie anders und ziemlich entspannt und hier kann man auch recht stressfrei rollern.

Nach gut 40 Minuten erreichen wir den Park, der etwas kompakter als die Variante auf der Thai Seite ist, aber mindestens genau so skurril. Gleich am Anfang lädt ein kinderhohes Maul in einer Betonkugel zur Erkundung ein, der man auch aufs Dach steigen kann. Innen geht es dann  optional über 3 düstere Ebenen zurück, die mit allerlei Skulpturen gefüllt sind – je weiter unten desto grausamer. Auch sonst gibt allerhand zu entdecken, wenn er nicht so weit weg wäre, könnten wir uns die Ecke sehr gut als Ziel für den nächsten Kindergeburtstag vorstellen (die haben obendrein noch freien eintritt). Ebenfalls nett: Zwischen Mekong und Park gibt es eine Reihe „Lungerpavillions“ mit einem kleinem Spielplatz sowie einem Restaurant, in dem man preiswerte Gerichte und Getränke ordern kann, die dann „frei Haus“ geliefert werden. Fazit: Entspannender und familientauglicher Halbtagestrip, Daumen hoch!

Rückkehr nach Hpa-an

Der faszinierenden Höhlen- und Bergwelt rund um Hpa-an haben wir zwar bereits 2017 auf der Durchreise einen Besuch abgestattet (zu den Artikeln), aber  der Weg zum Grenzübergang Myawaddy / Mae Sot (Thailand) ist noch weit und nötigt zu mindestens einem weiterem  Übernachtungsstop, Und es wäre doch gelacht, wenn wir hier nicht noch noch ein paar neue Ecken entdecken

Da wären zum einem die Kaw Ka Thaung Höhlen, die sich südöstlich der Stadt gut hinter den Bergen verstecken, und einst unserer Aufmerksamkeit entgangen sind. Hier gibt es viel zu entdecken, wie zum Beispiel kuriose Behausungen, ein steinerner Pool umringt von preiswerter Gastronomie, und einer schier endlosen Treppe zum Berggipfel, die den Bezwinger mit guten Aussichten belohnt!

Wenn man aus Hpa-an kommt, kann man der Road 85 einfach weiter folgen und bei der nächsten Möglichkeit rechts abbiegen, und umrundet somit den alles überragenden Mount Zwe Kapin. Noch vor der Kyauk Ka Lat Pagode (gesprochen ‚chocolat‘ :-)) , die man natürlich alleine aufgrund der potentiell verschiedenen Wasserpegelstände mindestens 2x im Leben besucht haben muss, geht es rechts ab zu einem Wasserfall.  Der führt zwar in der Trockenzeit kein Wasser, dafür gibt es zwei steinerne Planschbecken voll relativ kühlem Quellwasser, die von der lokalen Bevölkerungen auch rege genutzt werden – warum eines davon für Frauen tabu ist, konnten wir leider nicht klären. Weitaus interessanter ist eigentlich ein Abstecher auf dem Pfad, der südlich vom Pool wegführt. Hier gelangt man zunächst  zu einem kleinem Stupafeld, und von dort zu einem offenbar verlassenen hölzernen Kloster am Berghang:

Natürlich zieht es passionierte Kraxler auf den fast 800m hohen Zwe Kapin Felsen, dessen Anblick man sich hier auch nur schwerlich entziehen kann. Aber für einen gemütlichen Familienausflug ist der Aufstieg einfach zu lang, und daher haben Felix und ich uns vorgenommen, am Morgen vor der Abreise nach Mae Sot statt dessen den Hausberg Hpa Phu zu erklimmen. Der ist zwar niedriger, aber nicht ohne Tücken. Zunächst muss man sich am Jetty hinter der Shwe Yin Myaw Pagode einen Platz in einem der Boote sichern, die regelmäßig den Thanlwin Fluss überqueren. Der Weg durchs Dorf und der Aufstieg zum Kloster sind dann noch recht zivil, aber anschließend kommt man je nach Tagestemperatur ganz schön ins schwitzen. Vor dem Gipfel fordern dann noch ein paar Bambusleitern zur Mutprobe, die aber zumindest  einen deutlich stabileren Eindruck als die alten Holzleitern darunter machen. Oben hat man dann je nach Wetterlage eine schöne oder diesige Sicht in alle Himmelsrichtungen, aber auf jeden Fall das Gefühl, einen Gipfel erstürmt zu haben – Zwe Kabin wartet dann auf Besuch #3!

 

Zurück zur Natur – Zufallstreffer Nahm Dong Park

„Nein, bitte nicht noch ein Aufstieg“ denke ich jedes mal, wenn die buckelige Piste nach einer Kurve abermals ansteigt, anstatt wie es sich gehört endlich zu einem Ziel zu führen. Wir befinden uns knapp 10km südlich von Luang Prabang, es sind gefühlt 40°, tatsächlich wahrscheinlich nur unwesentlich weniger. Das Mountainbike, das mir die geschäftstüchtige Frau vom Verleih mit auf den Weg gegeben hat, ist zwar wirklich gut, aber zwei Tage Slowboat auf dem Mekong wirken verweichlichend. Außerdem habe ich mir mit einem potentiell hässlichen Stausee und einem namenlosen Dorf dahinter nicht gerade das motivierendste  Ziel der Region rausgesucht.

Endlich kommt der Staudamm in Sichtweite, und ich brauche dringend ein kaltes Getränk. „Nahm Dong Park“ steht auf dem Schild des einzigen sichtbaren Etablissements. Von dem habe ich noch nie gehört, und auch im Loose oder auf der Hobomap, auf der sonst jede Ziege vermerkt ist, fehlt von dem Park jede Spur. 20000 Kip  Eintritt werden fällig, aber immerhin ruft der Bewirtungsbereich zivile Preise auf, und befindet sich vor allem in einer ausgesprochen hübschen Umgebung: Hinten wie vorne plätschern Wasserfälle, Hängebrücken spannen sich zwischen Baumriesen inmitten eines trotz Trockenzeit überraschend grünen Dschungels. OK – Nahm Dong, du hast hiermit meine Aufmerksamkeit …

Frisch gestärkt mit einem laotischen Larb und einem Beerlao mit Sprite (Laotischer Radler im Eigenbau) erkunde ich die diversen Pfade und frage mich zunehmend, warum dieses Kleinod offenbar kaum jemand kennt. Der Park scheint zum einen recht neu zu sein, zudem schreckt das Motto „Back to Nature“ das verwöhnte Luang Prabang Publikum vielleicht eher ab, es wird aber wirklich treffend umgesetzt: Egal ob Geländer, Brücken oder Hütten – alles wirkt einigermaßen natürlich und frei von Kitsch. Und nur äußerst selten läuft man anderen Besuchern über dem Weg.

Am nächsten Tag schleppe gleich voller Stolz den Rest der Familie zu meinem neuen Fundstück, bevor am Ende der Park übers Neujahrsfest noch dicht macht. Als Transportmittel wählen wir dieses Mal den Roller, da die holprige Anfahrt mit dem Rad wie eingangs erwähnt mit gewissen Anstrengungen verbunden ist.

Es darf geziplined werden (zum Video),  furchterregende Indiana Jones Brücken werden gequert (ebenfalls gefilmt), knuffige Tiere werden entdeckt, und selbstverständlich kann man im Auenland wo die Wasserfälle nur noch gemächlich vor sich hin plätschern auch ein kühles Bad nehmen. Am Ende des Tages sind alle zufrieden, was ja auch nicht alle Tage vorkommt. Fast möchte man diesen Ort geheim halten und vor den Massen bewahren, aber ohne Einnahmen geht er gewiss auch bald den Bach runter. Also wer gerade in Luang Prabang weilt und auf der Suche nach etwas Abwechslung ist: Nix wie hin!

Bengalisches Strandhüpfen von Ngwe Saung bis Chaung Tha

Nachdem wir den sporadisch besiedelten Süden von Ngwe Saung bereits beackert haben (zum Bericht), wenden wir uns mal Chaung Tha zu, das gerade mal 20km entfernt im Norden liegt und sich vor allem bei den Einheimischen großer Beliebtheit erfreut. Wer sich vom Kartenanbieter seiner Wahl eine Route vorschlagen lässt staunt jedoch nicht schlecht, denn der Weg führt eigentlich immer durch die Berge nach Pathein und von dort wieder zurück an die Küste. Wer wie die meisten die Anfahrt mit dem Bus angetreten hat, weiß was das bedeutet: Endlose Auf-und-ab Etappen, scharfe Kurven, bleiche Gesichter – und das gleich im Doppelpack? Vom Zeitaufwand mal ganz zu schweigen…

In der Tat gibt es keine durchgehende Straße zwischen den beiden Orten, was gewiss der Tatsache geschuldet ist, dass man auf den 20km auch eine ganze Menge Wasser überqueren muss. Aber es gibt Alternativen: Für rund 15000 Kyat (ca 10 Euro) kann man sich ein Mopedtaxi nehmen, das auch auf den bescheidenen Holzfähren Platz findet, von denen es auf der Route über den Strand gleich 3 gibt. In Sachen Gepäck muss man sich natürlich etwas einschränken. Da wir vor hatten, 3 Nächte zu bleiben haben wir den Familienbedarf einfach auf einen Rucksack reduziert und den Rest bei unseren Freunden im SoeKoKo Guesthouse deponiert, die uns auch die beiden versierten Fahrer vermittelt haben. Auf ins Abenteuer!

Das erste Stück bis ins Dorf Tazin ist noch befestigt, und die Fähre dort eher Kategorie „Einsteiger“. Die nächste Fähre hat es aber in sich, da sie kleiner ist und je nach Stand der Gezeiten nicht ganz anlegen kann, so dass man im Wasser (!) über die Planke fahren muss. Hier trennt sich bei den Selbstfahrern die Spreu vom Weizen. Eine weitere unerlässliche Fähigkeit, die man in keiner Fahrschule lernt, ist die lässige 180° Wende über den Mopedständer auf dem wackligen Holzboden, der hier besonders schmal ist.

Zu Fähre Nummer drei geht es dann bei Ebbe direkt über den Strand, oder ansonsten über einen sandigen parallelen Pfad. Die dritte und letzte Fähre bringt einen dann bereits schnurstracks in den Fischerhafen von Chaung Tha. Man sollte sich hier von den ersten Strandabschnitten nicht abschrecken lassen, da sie nicht gerade zu den saubersten oder hübschesten des Ortes zählen. Weiter im Norden am Coral Beach noch hinter der großen Pagode am Strand wird es richtig einsam, aber man mietet sich am besten einen Roller und sollte auf jeden Fall auch mindestens eine Nacht bleiben. Unser Zwischenstop Tipp ist das D & W Beach Haven Restaurant an einem besonders schönen Abschnitt, das von dem sympathischen Australier Dennis und seiner burmesischen Frau Wawa geführt wird. Am Wochenende sollen hier viele Expats aus Yangon die freien Tage verbringen, unter der Woche waren wir fast alleine.  Falls jemand eine Bleibe etwas ab vom Schuss sucht: Auch die Hütten machen  von außen einen guten Eindruck.

Life’s a Beach

Auch nördlich von Dennis ist die Welt noch nicht zu Ende. Ein paar Kilometer weiter kann man sich zum Beispiel eine Art Indianer Tipi zur Übernachtung mieten, ein eher ungewöhlicher Anblick in diesen heißen Gefilden. Der Strand ist hier aber auch ganz nett, vor allem aus der Schaukel- oder Altreifensessel Perspektive. Es folgt weiter im Norden noch eine weitere Mopedtaugliche Fähre, daneben wird aber bereits eifrig an einer Brücke gebaut, dann erwartet den Erforscher ein kilometerlanger einsamer Strandabschnitt , an dem ich mit dem Shwe Taung Yan nur ein einziges Hotel ausmachen konnte. Die recht ordentliche Piste endet dann irgendwann, eine sehr sandige Umgehung führ zwar weiter nach Norden, aber das Fahren macht hier mit einem herkömmlich Roller wirklich keinen Spaß mehr – reicht dann auch für heute!

„Unser“ Umbrella Beach

Wer es lieber zentral aber doch einsam mag, sollte dem vorgelagerten Inselchen Aung Mingalar eine Chance geben. OK, der erste Eindruck ist nicht gerade einladend wenn das „Shuttle Boat“ vom Festland am schmuddeligen Strand anlegt,  Am besten marschiert man schnurstracks zur Mya Kyunnyo Pagode am Nordende, denn dort gibt es Schatten, Instantkaffee sowie eine nette Sicht aufs Meer, wo man mit Glück auch die viel gehypte White Sand Insel in der Ferne sehe kann. Die Überraschung kommt dann nach einem Marsch an der Westküste am Fusse des Coral View Resorts: Der Hauptstrand ist schon ganz nett, eine Ecke weiter wird es dann noch einsamer. Wir haben den Strand in Anlehnung an den markanten Baum am Ende der Bucht einfach Umbrella Beach getauft. Im Coral View kann man übrigens auch als Nichtgast halbwegs preiswert essen, die relativ neuen Bungalows sehen auch hübsch aus, sind aber eher in der gehobenen Preiskategorie.

Und egal ob man ihn nun mag oder nicht – ein kurzer Abstecher zum Chaung Tha Hauptstrand ist einfach Pflicht, und sei es nur um zu Zeuge davon zu werden, wie man sich so in Myanmar einen perfekten Strandtag vorstellt. Dazu gehören offenbar Tandemfahren im feuchten Sand, ein Ritt auf einem zum Zebra umlackierten Pferd, unkoordinierte Beachbuggyfahrten , und natürlich massenhaft Streetfood (pardon: Beachfood). Für den Abend schienen schon einige Bungalow-Anlagen die Karaoke Anlage aufzubauen, aber das Spektakel haben wir nicht mehr weiter verfolgt.

Zeitvertreib beim Warten auf die nächste Fähre

Auf dem Rückweg nach Ngwe Saung erlebten wir dann wohl das Äquivalent eines Staus auf dieser Route: Der Fährmann der mittleren Fähre schien etwas überfordert und musste wiederholt wieder anlegen. Der Durchsatz an Mopeds pro Trip reduzierte sich dadurch auf 2-3, so dass ein knappes Stündchen Wartezeit drauf ging, bis unser Konvoi vollzählig auf der anderen Seite eingetrudelt war. Man sollte es also nicht unbedingt eilig haben, wenn man diese Route wählt – als Alternative zur Bergetappe gewinnt sie aber auf jeden Fall, und Stress wird in diesen Gefilden ja ohnehin klein geschrieben 🙂

 

Nimm 2 – in den Pagodenfeldern von Kakku und Indein

Zugegeben: Wir haben keine Ahnung ob wir schon mal in einem Pagodenfeld gewesen sind, oder ab welcher Größenordnung eine Ansammlung an Pagoden überhaupt als Feld gilt. Aber in der Umgebung von Nyaung Shwe am Inle See gibt es angeblich gleich zwei davon, und die nehmen wir jetzt mal näher unter die Lupe!

Nach Kakku geht’s zunächst östlich vom Inle See entlang. Mit den Öffentlichen dürfte es schwierig sein, Mopeds darf man in der Gegend als Tourist ohnehin nicht mieten, also organisiert man sich am besten übers Guesthouse ein Auto mit Fahrer, oder sucht sich eine organisierte Tour. Die Etappe vom See weg in die Berge ist durchaus reizvoll, allerdings auch recht kurvig, wie das mit Bergetappen nun mal so ist. Mindestens eine Stunde sollte man schon einrechnen, man passiert ein paar Pa-O Dörfer (zu erkennen an der markanten turbanartigen Kopfbedeckung der Passanten) und erreicht schließlich das antike Pagodenfeld, das übrigens lange Zeit für westliche Touristen tabu oder nur mit Sondergenehmigung zu besuchen war.

2500 Tempel und Stupas sollen es sein, „so weit das Auge reicht“ trifft es auch ganz gut. Natürlich sehen nicht alle gleich aus: Es gibt glänzende, verfallene, begehbare sowie unzählige Reliefs und Skulpturen zu erkunden. Auch für Kinder ist dieses Labyrinth eine kurzweilige Angelegenheit, man sollte jedoch besser vorab einen Treffpunkt ausmachen und bedenken, dass es in jeder Himmelsrichtung einen Ausgang gibt. Als Suchspiel bietet sich das etwas versteckt gelegene aber laut Reiseführer sehr legendäre Wildschwein an… Abschließender Tip für Knipser: Wer verzweifelt den „gewaltigen“ Wassergraben sucht, in dem sich die Pagoden spiegeln, findet ihn rechts vom Haupteingang. Und nicht enttäuscht sein, einfach tief in die Knie gehen 🙂 Auf dem Rückweg kann man ggf. noch 1-2 Stops am Ostufer des Sees einlegen, im Bericht Nachradler gesucht – von Nyaung Shwe übern Inle See finden sich Inspirationen.

So ganz anders gestaltet sich der Trip nach Indein, für den man sich ein Boot nehmen muss und dafür den üblichen Tarif wie für die Standard Tagestouren bezahlt, bei denen der Schlenker nach Indein aber nicht zwingend inbegriffen ist. Alleine die Anfahrt ist spaßig, da der Kanal an manchen Stellen aufgestaut ist und das lange Holzboot die engen Durchläufe mit Anlauf rauf brettern muss, und erinnert daher ein wenig an die Wasserattraktionen in einem Erlebnispark 🙂

Bei Miss Nyaung Shwe am Flussufer kann man sich erstmal bei hübscher Aussicht in einem Bambuspavillion stärken, dann geht’s ca. 20 Minuten rauf zum Pagodenfeld über einen überdachten Treppengang, in dem man sich unter anderem mit antiken Karten, alten Banknoten, verwitterten Marionetten und traditionellen Kostümen eindecken kann. Ob authentisch oder Nippes aus Massenproduktion, es sieht auf jeden Fall alles etwas origineller aus als das Standardsortiment der üblichen Souvenirstände im Lande.

Kurz hinter dem Eingang findet man rechts ein paar verfallene Ruinen im „Indiana Jones Stil“, die die Natur bereits zum Teil zurück erobert hat und die uns ein wenig an Ta Prohm erinnern. Das eigentliche Pagodenfeld selbst ist ähnlich wie Kakku eine Ansammlung an unterschiedlichen Tempeln und Stupas aus verschiedenen Epochen, und doch wieder ganz anders. Wenn man auf den Berg nebenan kraxelt bekommt man übrigens auch ganz ohne Drohne ein schönes Gesamtbild von oben. Auf der Heimfahrt nehmen wir noch einen Franzosen mit, der den Weg von Nyaung Shwe komplett mit einem simplen Guesthouse Bike zurückgelegt hat (es geht also), allerdings nicht damit gerechnet hat, dass man in  Indein nicht immer einfach spontan ein günstiges Boot für die Rückfahrt anheuern kann.

Fazit: Kakku oder Indein – beide Orte sind interessant und lohnen mindestens einen Halbtagestrip. Ob der Markt in Indein wirklich so touristisch ist wie viele behaupten konnten wir übrigens nicht klären, da dieser heute woanders tagte.  Vielleicht auch besser so!