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Gewusel, Gebräu und eine Kreuzung namens Bia Hoi

Ultimative Prüfung und würdiger Abschluss am Ende einer kleinen Ewigkeit in Südostasien: Das amüsant-chaotische Straßenleben in Hanois Altstadt, das sich am besten an der legendären Bia hơi Junction in gebührendem Abstand zur Straße beobachten lässt 🍻

 

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Jäger des verborgenen Strandes

Behäbig zuckelt  der Zug von Hue in Richtung Da Nang am Hai Van Pass entlang, den viele einfach nur Wolkenpass nennen, weil es oben eigentlich immer bewölkt ist und  das Wetter auf dem Weg gerne mal wechselt. Die Strecke scheint heute beliebt, wir haben nur noch Plätze in einem Schlafwagen bekommen, was morgens um 11 zwar etwas ungewöhnlich ist, aber irgendwie auch gemütlich. Man nimmt es dem „Express“ Zug auch nicht übel, dass er so langsam ist, weil sich zur Linken immer wieder schöne Ausblicke auf Meer  und Dschungel eröffnen. Und kam da nicht gerade ein ziemlich leckerer einsamer Strand vorbei? Aussteigen kann man auf der Strecke leider nicht, aber wir beschließen der Sache nach zu gehen, nachdem wir uns erst einmal bei Hoi An häuslich niedergelassen haben.

Die Maps.me Recherche ergibt: Nördlich von Da Nang ist tatsächlich ein passender isolierter Strandabschnitt, zu dem zumindest ein „Weg“ eingezeichnet ist, was in diesen Gefilden vieles bedeuten kann. Wir schnappen uns einen Roller und brausen hin. An der Millionenstadt führt kaum ein Weg vorbei, da man den Hàn Fluss queren muss, doch der Verkehr hält sich heute am Feiertag in Grenzen (den 1. Mai als Tag der Arbeit feiert man hier natürlich auch, wenn auch etwas anders). Wir wählen schon alleine Felix zuliebe die originelle Drachenbrücke, später finden wir an der nördlichen endlosen Bucht noch einen ebenfalls sehenswerten (aber nicht seetüchtigen) frisch getünchten Schiffstempel, ebenfalls reich mit Drachen verziert.

Irgendwann ist auch die Stadt mal zu Ende und „10% Steigung“ Schilder signalisieren den Beginn der Bergwelt rund um den Wolkenpass.  2005 wurde ein Tunnel eröffnet, der dankenswerterweise einen Großteil des Verkehrs schluckt. Roller, Busse und ein vereinzelter Radfahren sind trotzdem unterwegs – wer auf schöne Aussichten aus ist, fährt natürlich nicht unterm Berg durch. Bei Kilometerstein 86 Richtung Hue (bzw. 912 in der Gesamtrechnung) werden wir dann fündig. Rechts geht ein kleiner Weg ab, ein Schild frohlockt mit  „Hai Van Garden“ (oder so ähnlich), und ein junger Vietnamese knöpft einem 10000 Dong (~35 Cent) pro Nase ab, die aber laut Ticket sämtliche fees für parking, fishing, sea bathing, sight seeing (!) catching und  „etc…“ beinhaltet 🙂

So einsam und unerschlossen ist unser „Secret Beach“ also offenbar doch nicht, aber der Pfad ist zu Fuß gut passierbar und wunderschön, und unten gibt’s außer ganz viel Sand nur eine äußerst provisorische Behausung mit Drinks. Ein paar Einheimische sitzen im Schatten der Felsen und picheln Larue Bier, vereinzelt sieht man auch eine Langnase, und natürlich kommt auch mal der Zug vorbei, dem wir diesen Fund schließlich zu verdanken haben. Fazit: Lohnt sich auf jeden Fall, Proviant sollte man besser mitbringen,  volltanken nicht vergessen, und wer rechtzeitig den Absprung schafft, kann auf der Rückfahrt noch einen Abstecher zu den Marble Mountains machen!

Mekong Slowboat Gedanken

Der Trip von der nordthailändischen Grenze bei  Chiang Khong bis nach Luang Prabang ist ein echter Klassiker und gehört zu einem gepflegten Südostasien Trip wie Khao San Road und Angkor Wat. Demzufolge existieren auch bereits unzählige detaillierte Blogartikel zu der zweitätigen Reise und wie man ohne Nepp und Stress über die Grenze nach Laos  kommt. Wir beschränken uns daher an dieser Stelle mal auf ein paar lose Gedanken und Bildchen:

Woanders ist auch schön

In den Grenzorten Chiang Khong und Huay Xai lässt es sich in einer überaus grünen Umgebung preiswert wohnen. Also ruhig mal 1-2 Nächte vor Ort einplanen und nicht gleich direkt aufs Boot umsteigen, das ohnehin jeden Tag ablegt.

Hinten ist lauter

Auch wenn das Boot langsam ist – der Schiffsdiesel ist trotzdem riesig und Schallisolierung sucht man vergebens. Dem Personal scheint das zwar nichts auszumachen, wer zeitig an Bord geht sollte aber die Chance nutzen und sich einen Platz weiter vorne sichern. Es gibt zwar so etwas wie eine (sehr) improvisierte Sitzplatz Reservierung wenn man die Tour als Paket bucht, aber die ist spätestens am 2. Tag hinfällig, da die Boote in der Regel wechseln.

Vorbuchen und gut frühstücken entspannt

OK,  Vorabreservierungen mögen den Gedanken an Freiheit und Unabhängigkeit auf Reisen widersprechen, aber an der Übernachtung in Pakbeng führt ohnehin kein Weg vorbei. Wer sich sein Guesthouse vorab online reserviert, wandert abends völlig gelassen durch die für laotische Verhältnisse recht aufdringliche Schlepperbande am Anleger. Uns hat das Dreierzimmer im DP Guesthouse gut gefallen. Hier gab es auch ein gutes Frühstück, was man nicht unterschätzen sollte, denn das „Bordrestaurant“ auf dem Slowboat führt später ausschließlich Instant Nudeln und Chipstüten.

Alles hat ein Ende?

Unbestätigten Gerüchten zufolge soll die gemütliche Flussfahrt von der Grenze bis Luang Prabang aufgrund ehrgeiziger Mekong Dammprojekte bald der Vergangenheit angehören. Es mag sich hierbei um Traveller Latein handeln, aber auf dem Nam Ou kam es aus den gleich Gründen auch schon zu Einschränkungen. Und wer einfach nur einen Grund sucht, die Fahrt endlich mal in die Reiseplanung einzubauen, hat ihn hiermit gefunden 🙂

⇒ Weitere Artikel aus der Rubrik Grenzerfahrungen

 

Vang Vieng für Gipfelstürmer

Früher fuhren die meisten nach Vang Vieng, um sich benebelt in LKW Schläuchen den Nam Xong Fluss herunter treiben zu lassen. Nachdem die Regierung 2012 Tabula Rasa gemacht hat, hat sich das Bild etwas gewandelt: Auf dem Fluss überwiegen die Kanus, im Hinterland brettern Offroad-Buggys durch die Landschaft, und unter das Backpacker Publikum mischen sich jetzt auch vermehrt Familien und Senioren. Ein ruhiger Ort ist Vang Vieng damit noch lange nicht, aber wie so oft hat man schnell seine Ruhe, wenn es etwas anstrengender wird. Und an der Straße westlich der Mautbrücke hat man ein paar der imposanten Karstfelsen mit Viewpoints gekrönt, die dafür perfekt geeignet sind. Besorgt euch zur Orientierung am besten die erstklassige (und putzige)  Vang Vieng Area Hobomap.

Die Aufstiege sind steil, bei Nässe nicht gerade unproblematisch, und somit nur bedingt familientauglich. Aber da mit Aufenthalt und Abstieg selten mehr als 2h drauf gehen, erfüllen sie trotzdem eine wertvolle Rolle: Der jeweils aktive Familienteil keucht auf den Berg, der Rest bleibt etwas länger im Bett, und es ist immer noch genug Zeit für einen gemeinsamen Tagesausflug 🙂  Wir arbeiten uns auf der Straße Richtung Osten vor und starten mit einem relativ neuen Viewpoint direkt am Ende des Dorfs Houiyea (an den Bearlin Bungalows ~200m vorbei). Oben eröffnen sich abwechslungsreiche Ausblicke in alle Richtungen. In der Ferne erkennt man  die Ausläufer von Vang Vieng und den Nam Xong, direkt vor der Nase erhebt sich der gewaltige Phadeng. Abzüge gibt es leider für den Weg, da er fast nirgends mit Steinen befestigt bzw. mit Geländern gesichert ist. Kein Problem wenn alles trocken ist, aber nach einem Wolkenbruch wird der Abstieg zur Rutschpartie.

Es geht immer weiter gen Osten durch das Dorf Nathong, den Abzweig zur Tham Pou Kham (Goldkrabbenhöhle) lassen wir rechts liegen. Der Asphalt hört hier auf, die Landschaft bleibt spektakulär. Wenig später folgt ein Abzweig zum Silver Cliff Viewpoint, den man sich ebenfalls nicht entgehen lassen sollte. Der Weg ist zwar ebenfalls steil, aber im direkten Vergleich recht gut gesichert (trotzdem bitte nicht barfuß oder in Flip Flops anreisen), die Ausblicke sind abermals über jeden Zweifel erhaben:

Und weiter gehts zum Nam Xai Top View. Der Aufstieg durch den Dschungel ist zunächst ähnlich wie bei den anderen und zumindest zum Teil mit Steinen verstärkt, am Schluss ist noch etwas Felskraxelei gefragt. Die Bambusplateaus oben sind sehr hübsch,  auch hier gibts natürlich eine 1a Rundumsicht, die alle Strapazen vergessen lässt:

Die Piste nach Osten verläppert sich irgendwann, aber wenn man sich links hält, kann man einen Loop machen und „untenrum“ über das Dorf Phonexay zurück nach Vang Vieng fahren. Bei einem erfrischenden Bad in der Lagune #3 (die Lagunen haben hier leider alle wenig originelle Namen), bietet sich noch ein kurzer Aufstieg zu deren Viewpoint an: Einfach durchs Gelände durch, den Fluss  überqueren, und dann rechts. Hier braucht man auch nicht viel Kondition, denn als einziger des hier vorgestellten Quartetts handelt es sich eher um eine Höhle mit schöner Aussicht:

Mehr „Besteigungen“ waren leider in der Kürze der Zeit nicht drin, aber es gibt noch weitaus mehr Felsen in der Gegend zu erklimmen. Wer noch weitere Tips hat – wir freuen uns über Kommentare!

Vientianes schrägster Garten

Fünf Jahre ist es her, da hatten wir auf unserem ersten Trip nach Laos im Städtchen Nong Khai auf der thailändischen Mekong Seite einen skurrilen „Buddha Park“ entdeckt (von wegen Nichtstuerei in Nong Khai). Bevor der Erbauer Bunleua Sulilatin in einer unruhigen Zeit aus Laos über der großen Fluss geflohen ist, hat er sich in den Fünfzigern auch auf dort ein Denkmal in Form eines Parks mit allerlei schrägen und teils gruseligen Skulpturen gesetzt. Da wir uns für Vientiane vor der Weiterreise nach Zentrallaos nicht all zu viel vornehmen wollen, kommt der uns gerade recht! Zumal sich Felix an den Buddha Park vor 5 Jahren nicht wirklich erinnern kann, auch wenn er im Bild oben links damals fast von einer Horde Schlangen geschnappt worden wäre 🙂

Der Park liegt 25km südöstlich von Vientiane quasi direkt am Mekong und hört auch auf den lokalen Namen Xieng Khuan, aber Buddha Park versteht hier jeder und es besteht auch kein Risiko, dass man zufällig in Thailand landet. Man kann ein Tuk Tuk nehmen, sich am lokalen Bus versuchen (Nr. 14 der angeblich jede halbe Stunde in Richtung Friendship Bridge aufbricht und danach auch den Park ansteuert), oder sich einfach ein Moped mieten. In jeder anderen asiatischen Hauptstadt wie Bangkok oder Hanoi würden wir die letzte Option sicher meiden, aber Vientiane ist irgendwie anders und ziemlich entspannt und hier kann man auch recht stressfrei rollern.

Nach gut 40 Minuten erreichen wir den Park, der etwas kompakter als die Variante auf der Thai Seite ist, aber mindestens genau so skurril. Gleich am Anfang lädt ein kinderhohes Maul in einer Betonkugel zur Erkundung ein, der man auch aufs Dach steigen kann. Innen geht es dann  optional über 3 düstere Ebenen zurück, die mit allerlei Skulpturen gefüllt sind – je weiter unten desto grausamer. Auch sonst gibt allerhand zu entdecken, wenn er nicht so weit weg wäre, könnten wir uns die Ecke sehr gut als Ziel für den nächsten Kindergeburtstag vorstellen (die haben obendrein noch freien eintritt). Ebenfalls nett: Zwischen Mekong und Park gibt es eine Reihe „Lungerpavillions“ mit einem kleinem Spielplatz sowie einem Restaurant, in dem man preiswerte Gerichte und Getränke ordern kann, die dann „frei Haus“ geliefert werden. Fazit: Entspannender und familientauglicher Halbtagestrip, Daumen hoch!

Rückkehr nach Hpa-an

Der faszinierenden Höhlen- und Bergwelt rund um Hpa-an haben wir zwar bereits 2017 auf der Durchreise einen Besuch abgestattet (zu den Artikeln), aber  der Weg zum Grenzübergang Myawaddy / Mae Sot (Thailand) ist noch weit und nötigt zu mindestens einem weiterem  Übernachtungsstop, Und es wäre doch gelacht, wenn wir hier nicht noch noch ein paar neue Ecken entdecken

Da wären zum einem die Kaw Ka Thaung Höhlen, die sich südöstlich der Stadt gut hinter den Bergen verstecken, und einst unserer Aufmerksamkeit entgangen sind. Hier gibt es viel zu entdecken, wie zum Beispiel kuriose Behausungen, ein steinerner Pool umringt von preiswerter Gastronomie, und einer schier endlosen Treppe zum Berggipfel, die den Bezwinger mit guten Aussichten belohnt!

Wenn man aus Hpa-an kommt, kann man der Road 85 einfach weiter folgen und bei der nächsten Möglichkeit rechts abbiegen, und umrundet somit den alles überragenden Mount Zwe Kapin. Noch vor der Kyauk Ka Lat Pagode (gesprochen ‚chocolat‘ :-)) , die man natürlich alleine aufgrund der potentiell verschiedenen Wasserpegelstände mindestens 2x im Leben besucht haben muss, geht es rechts ab zu einem Wasserfall.  Der führt zwar in der Trockenzeit kein Wasser, dafür gibt es zwei steinerne Planschbecken voll relativ kühlem Quellwasser, die von der lokalen Bevölkerungen auch rege genutzt werden – warum eines davon für Frauen tabu ist, konnten wir leider nicht klären. Weitaus interessanter ist eigentlich ein Abstecher auf dem Pfad, der südlich vom Pool wegführt. Hier gelangt man zunächst  zu einem kleinem Stupafeld, und von dort zu einem offenbar verlassenen hölzernen Kloster am Berghang:

Natürlich zieht es passionierte Kraxler auf den fast 800m hohen Zwe Kapin Felsen, dessen Anblick man sich hier auch nur schwerlich entziehen kann. Aber für einen gemütlichen Familienausflug ist der Aufstieg einfach zu lang, und daher haben Felix und ich uns vorgenommen, am Morgen vor der Abreise nach Mae Sot statt dessen den Hausberg Hpa Phu zu erklimmen. Der ist zwar niedriger, aber nicht ohne Tücken. Zunächst muss man sich am Jetty hinter der Shwe Yin Myaw Pagode einen Platz in einem der Boote sichern, die regelmäßig den Thanlwin Fluss überqueren. Der Weg durchs Dorf und der Aufstieg zum Kloster sind dann noch recht zivil, aber anschließend kommt man je nach Tagestemperatur ganz schön ins schwitzen. Vor dem Gipfel fordern dann noch ein paar Bambusleitern zur Mutprobe, die aber zumindest  einen deutlich stabileren Eindruck als die alten Holzleitern darunter machen. Oben hat man dann je nach Wetterlage eine schöne oder diesige Sicht in alle Himmelsrichtungen, aber auf jeden Fall das Gefühl, einen Gipfel erstürmt zu haben – Zwe Kabin wartet dann auf Besuch #3!

 

Bengalisches Strandhüpfen von Ngwe Saung bis Chaung Tha

Nachdem wir den sporadisch besiedelten Süden von Ngwe Saung bereits beackert haben (zum Bericht), wenden wir uns mal Chaung Tha zu, das gerade mal 20km entfernt im Norden liegt und sich vor allem bei den Einheimischen großer Beliebtheit erfreut. Wer sich vom Kartenanbieter seiner Wahl eine Route vorschlagen lässt staunt jedoch nicht schlecht, denn der Weg führt eigentlich immer durch die Berge nach Pathein und von dort wieder zurück an die Küste. Wer wie die meisten die Anfahrt mit dem Bus angetreten hat, weiß was das bedeutet: Endlose Auf-und-ab Etappen, scharfe Kurven, bleiche Gesichter – und das gleich im Doppelpack? Vom Zeitaufwand mal ganz zu schweigen…

In der Tat gibt es keine durchgehende Straße zwischen den beiden Orten, was gewiss der Tatsache geschuldet ist, dass man auf den 20km auch eine ganze Menge Wasser überqueren muss. Aber es gibt Alternativen: Für rund 15000 Kyat (ca 10 Euro) kann man sich ein Mopedtaxi nehmen, das auch auf den bescheidenen Holzfähren Platz findet, von denen es auf der Route über den Strand gleich 3 gibt. In Sachen Gepäck muss man sich natürlich etwas einschränken. Da wir vor hatten, 3 Nächte zu bleiben haben wir den Familienbedarf einfach auf einen Rucksack reduziert und den Rest bei unseren Freunden im SoeKoKo Guesthouse deponiert, die uns auch die beiden versierten Fahrer vermittelt haben. Auf ins Abenteuer!

Das erste Stück bis ins Dorf Tazin ist noch befestigt, und die Fähre dort eher Kategorie „Einsteiger“. Die nächste Fähre hat es aber in sich, da sie kleiner ist und je nach Stand der Gezeiten nicht ganz anlegen kann, so dass man im Wasser (!) über die Planke fahren muss. Hier trennt sich bei den Selbstfahrern die Spreu vom Weizen. Eine weitere unerlässliche Fähigkeit, die man in keiner Fahrschule lernt, ist die lässige 180° Wende über den Mopedständer auf dem wackligen Holzboden, der hier besonders schmal ist.

Zu Fähre Nummer drei geht es dann bei Ebbe direkt über den Strand, oder ansonsten über einen sandigen parallelen Pfad. Die dritte und letzte Fähre bringt einen dann bereits schnurstracks in den Fischerhafen von Chaung Tha. Man sollte sich hier von den ersten Strandabschnitten nicht abschrecken lassen, da sie nicht gerade zu den saubersten oder hübschesten des Ortes zählen. Weiter im Norden am Coral Beach noch hinter der großen Pagode am Strand wird es richtig einsam, aber man mietet sich am besten einen Roller und sollte auf jeden Fall auch mindestens eine Nacht bleiben. Unser Zwischenstop Tipp ist das D & W Beach Haven Restaurant an einem besonders schönen Abschnitt, das von dem sympathischen Australier Dennis und seiner burmesischen Frau Wawa geführt wird. Am Wochenende sollen hier viele Expats aus Yangon die freien Tage verbringen, unter der Woche waren wir fast alleine.  Falls jemand eine Bleibe etwas ab vom Schuss sucht: Auch die Hütten machen  von außen einen guten Eindruck.

Life’s a Beach

Auch nördlich von Dennis ist die Welt noch nicht zu Ende. Ein paar Kilometer weiter kann man sich zum Beispiel eine Art Indianer Tipi zur Übernachtung mieten, ein eher ungewöhlicher Anblick in diesen heißen Gefilden. Der Strand ist hier aber auch ganz nett, vor allem aus der Schaukel- oder Altreifensessel Perspektive. Es folgt weiter im Norden noch eine weitere Mopedtaugliche Fähre, daneben wird aber bereits eifrig an einer Brücke gebaut, dann erwartet den Erforscher ein kilometerlanger einsamer Strandabschnitt , an dem ich mit dem Shwe Taung Yan nur ein einziges Hotel ausmachen konnte. Die recht ordentliche Piste endet dann irgendwann, eine sehr sandige Umgehung führ zwar weiter nach Norden, aber das Fahren macht hier mit einem herkömmlich Roller wirklich keinen Spaß mehr – reicht dann auch für heute!

„Unser“ Umbrella Beach

Wer es lieber zentral aber doch einsam mag, sollte dem vorgelagerten Inselchen Aung Mingalar eine Chance geben. OK, der erste Eindruck ist nicht gerade einladend wenn das „Shuttle Boat“ vom Festland am schmuddeligen Strand anlegt,  Am besten marschiert man schnurstracks zur Mya Kyunnyo Pagode am Nordende, denn dort gibt es Schatten, Instantkaffee sowie eine nette Sicht aufs Meer, wo man mit Glück auch die viel gehypte White Sand Insel in der Ferne sehe kann. Die Überraschung kommt dann nach einem Marsch an der Westküste am Fusse des Coral View Resorts: Der Hauptstrand ist schon ganz nett, eine Ecke weiter wird es dann noch einsamer. Wir haben den Strand in Anlehnung an den markanten Baum am Ende der Bucht einfach Umbrella Beach getauft. Im Coral View kann man übrigens auch als Nichtgast halbwegs preiswert essen, die relativ neuen Bungalows sehen auch hübsch aus, sind aber eher in der gehobenen Preiskategorie.

Und egal ob man ihn nun mag oder nicht – ein kurzer Abstecher zum Chaung Tha Hauptstrand ist einfach Pflicht, und sei es nur um zu Zeuge davon zu werden, wie man sich so in Myanmar einen perfekten Strandtag vorstellt. Dazu gehören offenbar Tandemfahren im feuchten Sand, ein Ritt auf einem zum Zebra umlackierten Pferd, unkoordinierte Beachbuggyfahrten , und natürlich massenhaft Streetfood (pardon: Beachfood). Für den Abend schienen schon einige Bungalow-Anlagen die Karaoke Anlage aufzubauen, aber das Spektakel haben wir nicht mehr weiter verfolgt.

Zeitvertreib beim Warten auf die nächste Fähre

Auf dem Rückweg nach Ngwe Saung erlebten wir dann wohl das Äquivalent eines Staus auf dieser Route: Der Fährmann der mittleren Fähre schien etwas überfordert und musste wiederholt wieder anlegen. Der Durchsatz an Mopeds pro Trip reduzierte sich dadurch auf 2-3, so dass ein knappes Stündchen Wartezeit drauf ging, bis unser Konvoi vollzählig auf der anderen Seite eingetrudelt war. Man sollte es also nicht unbedingt eilig haben, wenn man diese Route wählt – als Alternative zur Bergetappe gewinnt sie aber auf jeden Fall, und Stress wird in diesen Gefilden ja ohnehin klein geschrieben 🙂