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Süd-Myanmar & Thaigolf 2017 – Routenplaner und Ré­su­mé

Frisch gepresst

  1. Ayutthaya oder: Man sieht sich immer zweimal
  2. Ayutthaya bunt und gesund
  3. Zurück im goldenen Land – Bagos Buddhas und eine kurze Ewigkeit in Kin Pun
  4. Let there be rock – zwischen Kyaiktiyo und Kyauk Ka Lat
  5. Tagesmenü: Hpa-an Höhlenhopping mit Mawlamyine Sunset
  6. Nachradler gesucht – Auf und Ab in Mawlamyine
  7. Sitzende Buddhas, Inseln zum Haare waschen und ein Geheimtipp mit Aussicht – nachmittags in Mawlamyine
  8. Dawei sein ist alles – der weite Weg nach Süden
  9. Jäger des verborgenen Strandes – auf Rollertour zwischen Maungmagan und Pa Nyit
  10. Auf alle Fälle – Rollertrip zum Erawan Nationalpark
  11. Hua Hin und wieder weg – in der Holzklasse zurück ans Meer
  12. Über allen Gipfeln ist Ruh – Sam Roi Yot und die Höhle des leuchtenden Pavillons
  13. Durchs wilde Prachuap Khiri Khan – Affentheater und ein Traumstrand im Sperrgebiet
  14. Wat mutt, dat mutt – Ruhetag in Ban Krut
  15. Ab durch die Mitte – der Isthmus von Kra und Klein-Myanmar
  16. Ko Phayam – Paradiesauftakt mit Hindernissen
  17. Es rollt wieder – Strandhopping auf Ko Phayam
  18. Endspurt zwischen zwei Welten – von Ko Phayam nach Nai Yang

Routenplaner und Ré­su­mé

Tja, da konnten wir uns mal wieder nicht für ein Land entscheiden und so ist 2017 wie bereits 2 Jahre zuvor wieder eine Kombi aus Myanmar und Thailand heraus gekommen, wobei uns die Route immer wieder in die Nähe der gemeinsamen Grenze beider Länder geführt hat. Start war wie so oft Bangkok, dieses mal haben wir der Stadt der Engel allerdings gleich am Airport den Rücken gekehrt und sind schnurstracks nach Ayutthaya gefahren, um dort erstmal ein paar Tage erfolgreich auszuspannen. Von dort gings über den alten Don Muang Airport mit Air Asia nach Yangon, wo wir auf MauMau getroffen sind, der uns in in den folgenden Tagen mit seinem Gefährt begleiten sollte.  Auch hier ließen wir die Staus der Haupstadt links liegen und steuerten direkt die alte Mon Haupstadt Bago an. Von dort war es  auch nicht mehr allzu weit nach Kyaiktiyo und hoch zum Golden Rock, den man auf jeden Fall in dieser Ecke auf der Liste haben sollte.  Am nächsten Tag fanden wir uns zum Höhlenhopping in Hpa-An wieder, es folgte ein Stop in der sympathischen Stadt Mawlamyine, das als Tor in den tiefen Süden Myanmars gilt, den man bis vor wenigen Jahren als  Normalsterblicher noch gar nicht bereisen durfte.
Nachdem wir sträflich wenig Zeit an den noch weitgehend unberührten Stränden der Dawei Halbinsel verbracht haben, ging es auf holprigen Pfaden durchs  Tenasserim Gebirge auf dem Landweg zurück nach Thailand.  Auch in der Umgebung von Kanchanaburi ließ es sich gut ein paar Tage aushalten, im Anschluss beförderte uns die State Railway of Thailand zurück ans Meer, genauer gesagt ins mondäne Hua Hin am Golf von Thailand, wo wir uns für den Rest des Roadtrips einen Mietwagen gönnten. Nach Zwischenstationen im Sam Roi Yot Nationalpark und im ebenfalls recht entspannten Dörfchen Ban Krut wechseln wir die Seiten und setzen über nach Ko Phayam, eine (noch) recht naturnahe Insel in der nördlichen Andamanensee am Rande des  Myeik-Archipels. Auf der finale Etappe kurvten wird die überraschend grüne Westküste immer weiter runter bis auf die Halbinsel Phuket, von wo aus wir nach einer Nacht am Nai Yang Beach die Heimreise angetreten haben.

Fazit: 4 Wochen wären besser gewesen, weniger Stops aber eher schwierig  – da hätte man ja glatt was weglassen müssen. Die Route können wir allen empfehlen, die eine ausgewogene Mischung aus Strand, Tempel und Natur suchen, und auch mal gerne selbst am Steuer sitzen. Da dies in Myanmar leider nicht möglich ist, ist das Mieten eines Autos mit Fahrer zwar nicht gerade preiswert, aber durchaus  zu empfehlen – mit den Öffentlichen braucht man sonst vor allem im noch nicht so stark entwickelten Süden definitiv mehr Zeit. Wer es abenteuerlicher mag, kann sich auch von Dawei bis runter nach Kawthaung „durchschlagen“, von wo aus es nur ein Katzensprung nach Ko Phayam ist. Die Insel ist zwar kein Geheimtipp mehr, aber von Massentourismus noch weitgehend verschont – also schnell auf die Wunschliste packen. Für Phuket gilt das natürlich nicht mehr, aber wenn man einen preiswerten Gabelflug hat, ist der internationale Flughafen trotzdem eine super Option, um die Reise hier zu beenden und sich den Schlenker zurück nach Bangkok zu sparen.  Lust auf mehr? Hier gibts die Tagesberichte!

Visueller Vorgeschmack – Episode 1

Visueller Vorgeschmack – Episode 2

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Endspurt zwischen zwei Welten – von Ko Phayam nach Nai Yang

Von unserer gemütlichen Büffelbucht auf Ko Phayam müssen wir uns heute leider verabschieden, denn die letzte Etappe runter zum Phuket Airport naht, und die führt nun mal über den Landweg. Der Transfer von Familie und Gepäck zum Pier und mit dem Boot weiter nach Ranong klappt ähnlich problemlos wie bei der Anreise,  und auch unser Mietwagen steht erfreulicherweise noch an Ort und Stelle – die paar Bahts fürs Unterstellen waren gut investiert.

Für die Strecke nach Süden muss man kein versierter Fährtenfuchs sein sondern folgt einfach dem gut ausgebauten Highway 4. Alles schön grün hier – der Reiseführer sagt, dass es in dieser Ecke Thailands besonders oft regnen soll, und die dunklen Wolken die sich gerade am Himmel zusammen brauen sagen das wohl auch. Hinter Khura Buri bei Kilometer 742 bietet sich der relativ unbekannten Sri Phang Nga Nationalpark für einen Stop an (nicht zu verwechseln mit der alles andere als unbekannten Phang Nga Bucht). Nachdem wir den ersten heftigen Schauer seit Wochen mit einem Snack am kleinen Restaurant überbrückt haben, gehts durch Dschungel und Bambuswald  zum Khlong Tam Nang Wasserfall. Außer uns scheinen heute nur japanische Ornithologen und Einheimische unterwegs zu sein. Letztere verkürzen unseren Marsch dankenswerterweise, indem sie unskurzerhand einladen zum Rest der Großfamilie auf ihrem Pickup Truck zuzusteigen.

Die Ortsnamen werden schließlich zunehmend populärer, wir passieren Khao Lak und erreichen über die Sarasin Brücke die Halbinsel Phuket, wohin es die meisten Strandurlauber verschlägt.  Auch wir haben hier vor nunmehr 10 Jahren eine spannende Zeit während unseres ersten Südostasien Trips verbracht, aber schon damals waren manche Ecken reichlich überlaufen  und verbaut. Das gilt überraschenderweise weniger für den Nai Yang Beach – mag sein, dass die Nähe des Airports eine abschreckende Wirkung hat. Daher eignet sich die Ecke perfekt für Rundreisende die einen letzten Übernachtungsstop suchen, bevor man über Phuket direkt nach Hause fliegt und somit den Schlenker nach Bangkok einspart.

Und so landen wir wie nach dem  Finale unter Kasurinen (2015) zum zweiten Mal auf der letzten Etappe in der heimeligen Seapines Villa Liberg und freuen uns,  dass auch das unter Spielzeugbagger-Freunden beliebte Phen’s Restaurant noch existiert.  Damals wollten wir noch unbedingt den Mietwagen auszunutzen und die Gegend erkunden,  nur um uns dann über volle Straßen und Strände zu ärgern (selber Schuld), dieses Mal geben wir ihn einfach gleich vorab am Airport zurück und legen uns an den mit besagten Kasurinen gesäumten kinderfreundlichen Hausstrand. Die regelmäßig gen Westen startenden Flieger muss man natürlich mental ausblenden – hören tut man sie ohnehin kaum, aber gerade am letzen Tag mag man natürlich nicht jedes  Mal an die bevorstehende Abreise erinnert werden. Doch es hilft ja alles nix, auch dieses Abenteuer Südostasien geht nun zu Ende. Wir kommen wieder – keine Frage!

Nai Yang Sunset Contest – 2015 vs 2017

Erfreulicherweise unverändert schön – der Vorteil einer Westküstenbleibe zum Abschluss:

Es rollt wieder – Strandhopping auf Ko Phayam

Gestern musste ich auf halber Strecke zum Long Beach (Ao Yai auf Thai) umkehren, heute klappt die Sache mit Roller und Familie an Bord deutlich besser. Der Ost-West „Highway“ ist eine einspurige Betontrasse, die direkt bei den Long Beach Bungalows im weißen Sand endet. An den Bäumen haben unzählige Flip Flops ihre letze Ruhe gefunden, und auch auf dieser Seite der Insel frönt der Besucher überwiegend dem süßen Nichtstun. Der lange Beach ist ja vor allem bei Ebbe auch wirklich unverschämt lang und leer, da kann man auch getrost bleiben wo man ist!

Wer dann doch die ein oder andere Hummel im Hintern verspürt, oder ob der Hitze einfach auf ein bisschen Fahrtwind aus ist, hat zumindest ein paar Optionen: Über einen etwas holprigen Dschungelpfad kann man zur oberen der beiden Ost-West Verbindungen wechseln und zum anderen Ao Yai Ende rollern (zur Karte). Hier geht es etwas „urbaner“ zu und es gibt ein paar durchaus originelle Restaurants und Shops, aber Angebot und Kommerz halten sich glücklicherweise noch in Grenzen, weil der durchschnittliche Inselgast offenbar weder Gourmet noch shoppingsüchtig ist. Ein durchaus interessanter Schlenker führt in südlicher Richtung über eine offensichtlich neue Stichstraße runter zur Südküste und weiter zum Pier bei Ao Mae Mai. Noch im Inland an einem der höchsten Punkte befinde sich das super gelegene (und gemütliche) Seaview Restaurant auf einer Anhöhe. Einkehrpflicht!

Für Tempelfans ist Ko Phayam zwar weniger geeignet, aber nördlich des normalen Piers gibt es zumindest einen Tempelpier mit ein paar pittoresken Buddha-Statuen im Hinterland, die durchaus einen Abstecher wert sind. Über eine Nebenstraße gehts zurück zu unserer Straße in Richtung Büffelbucht, wer mag fährt die Piste bis zum Ende durch und landet oberhalb des Resorts am Ao Kwang Peeb, an dem es sich ebenfalls gut aushalten lässt, zumindest wenn man es gerne etwas einsamer mag. Und damit endet unser überschaubarer Road’nRoundtrip auch schon, denn seit gestern wissen wir ja dass „weniger mehr ist“ – zumindest wenn es auf Ko Phayam gut laufen soll!

Ko Phayam – Paradiesauftakt mit Hindernissen

Der erste Morgenbummel in der wirklich paradiesischen Büffelbucht beginnt mit einer mittelgroßen Havarie: Ein Longtailboot ist voll Wasser gelaufen und treibt manövrierunfähig im seichten Wasser vorm Strand herum, während die einheimischen Besitzer und einige Gäste vergeblich versuchen, es wieder flott zu machen. Da kann man ja jetzt schlecht ignorant vorbei marschieren, und so beteilige ich mich natürlich an der fröhlichen Sisyphus Arbeit: Wasser aus dem Boot scheppen → Boot wird etwas leichter → hinterlistige Welle wittert ihre Chance und füllt den Rumpf wieder voll. Irgendwann schaffen wir es dann doch mit vereinten Kräften den trägen Kahn wieder flott zu machen. Das sollte jetzt eigentlich ausreichend Karma für einen glücklichen Tag auf der Insel des Nichtstuns sein?

Wir erwähnten sie ja bereits in unserem Artikel von gestern: Die extrem hippe Hippy Bar aus Treibholzbeständen am Ende der Bucht, die sich vor allem Hobbyarchitekten auch unbedingt mal bei Tageslicht näher anschauen sollten. Wie es sich gehört lasse ich am Eingang zur Hauptbar meine Flip Flops draußen, um der gerade probenden und selbstredend super entspannten Band beim Soundcheck zuzuhören. Plötzlich ist da ein fieser stechender Schmerz im linken Fuß, und mein erster Gedanke ist, dass jemand eine glühende Zigarettenkippe (oder was man hier sonst so raucht) am Boden „vergessen“ hat. Wie von der Tarantel gestochen flitze ich in die Andamanensee, die mit durchschnittlich 27° natürlich auch nicht wirklich kühlt. Die erwartete Brandblase bleibt jedoch aus, dafür schwillt der Rest des Fußes auf ungeahnte Dimensionen an. Maria ist ja inzwischen Kummer gewohnt (wir erinnern uns an den Pagodenunfall „neulich“ in Myanmar) und tippt eher auf Insektengift, aber auch Hausrezepte wie Zwiebel zwischen die Zehen stecken und kühlen helfen nicht wirklich: Der Fuß bleibt dick!

Wenigstens lässt der Schmerz mit der Zeit nach und ich arrangiere mich mit meinem Elefantenfuß – dann wird die Sandale eben auf Maximum gestellt. Im Nachbarguesthouse vermieten sie ein hübsches Hipsterbike, mit dem ich gemütlich an den Longbeach im Südwesten zu radeln gedenke. Ungefähr bis zur Hälfte läuft auch alles gut, es folgt ein ziemlich abrupter Platten. In der Nähe ist aber ein Laden, an dem zig Mountainbikes säuberlich aufgereiht stehen – hier sollte man doch helfen können? Ein unfreundlicher Herr mit osteuropäischem Akzent zerstört schnell alle Hoffnung: „We don’t repair any bikes, especially if they were not rented here“. Bam! Eigentlich kein Grund sich zu echauffieren, aber wenn man mehr als 2 Wochen von extrem hilfsbereiten Thais und Burmesen umgeben war, vergisst man schnell, dass manche Zeitgenossen einfach ungern helfen – oder schlichtweg unsympathisch sind. Der thailändische Schrauberklaus einen Kilometer weiter kann zwar kein Englisch, aber überlässt mir bereitwillig Werkzeug und Pumpe und rettet somit die Ehre der Insel. Leider ist der Schlauch nicht zu retten, und die Ersatzschläuche passen nicht aufs Hipsterbike – ich muss es also mit dickem Fuß durch die Nachmittagshitze nach Hause schieben.

Deutlich angefressen marschiere die letzen Meter am Strand zurück und passiere eine dieser lustigen improvisierten Beachbars, die auf jedem Kalender über Inselklischees eine ziemlich gute Figur machen würde. „Happy Hour“ steht da wie so ziemlich überall, und ich ordere spontan den stärksten Frustdrink den ich finde, in etwa die lokale Interpretation eines Long Island Iceteas. Und während ich da so sitze und über den leicht verkorksten bisherigen Tagesverlauf sinniere dämmert es mir: Ich habe schlichtweg gegen das Insel-Grundgesetz des Nichtstuns verstoßen und wurde prompt bestraft! Zuviel rumlaufen am 1. Tag ist nicht gut, radeln schon mal gar nicht – hier sitzt man mit seinem Happy Hour Drink in der relaxten Beachbar und erfreut sich an sich an der Schönheit der Natur und der Gelassenheit, die einen umgibt, wenn alle mitmachen. Lässt man sich drauf ein, kehrt auch das Grinsen wieder zurück. Der Sonnenuntergang heute Abend setzt dann übrigens im Vergleich zu gestern glatt noch mal einen drauf, das Essen nebenan ist vorzüglich, die Familie zufrieden – geht doch!

Ab durch die Mitte – der Isthmus von Kra und Klein-Myanmar

Heute stehen tiefgreifende Veränderungen auf dem Programm: Seitenwechsel, Transportmittelwechsel und mal wieder Bettenwechsel, denn wir steuern die autofreie Insel Koh Phayam „drüben“ in der Andamanensee an. Ban Krut ist derweil am frühen Morgen noch verschlafener als gestern, und auch bei uns will sich der rechte Elan noch nicht einstellen: Gestern saßen wir noch mit dem netten I. aus NRW nebst Gattin auf der Terrasse, es wurde später und einige Sang Som gingen über den Tisch. Als Gelage kann man das schwerlich bezeichnen, aber zumindest Maria fehlt offenbar das Enzym zum Abbau von Thai Rum ohne Brummschädeleffekt, ergo beschränkt sich der Navigator fürs erste aufs Dösen. Ist aber nicht weiter schlimm, denn bis Chumphon müssen wir im Prinzip nur stur dem Highway 4 nach Süden folgen.

Kurz vor Chumpon macht die 4 dann einen Westknick in Richtung Ranong und wir befinden uns mitten auf der schmalsten Stelle Thailands – nur ca. 50 Kilometer trennen die Meere hier voneinander! Das ist natürlich zu weit zum rüber schauen, aber es gibt durchaus was zu sehen: Kurz vor dem „offiziellen“ Isthmus glänzt es golden auf einem Berg, ein eher unauffälliges Schild bei km 524  weist den Weg nach links (die Schrift ist Thai, aber das bunte Bild zeigt eindeutig einen Wat). Wie wir später erfahren handelt es sich um Wat Suwan Khiri, alles wirkt hier noch sehr neu und doch irgendwie … vertraut. Klar: Die große Stupa erinnert stark an die Shwedagon Pagode in Yangon (vergleichen Sie selbst), und der goldene Fels ähnelt gewiss nicht nur zufällig seinem großen Bruder in Kyaiktiyo, dem wir erst vor knapp 2 Wochen Hallo gesagt haben. Dazu noch „anders geschnörkelte“ Schrift – klare Sache: das riecht nach Myanmar! Plagiate hin oder her, die Tempelanlage ist auf jeden Fall ein lohnenswerter Stop, alleine schon wegen der Aussichten ins grüne Umland und da sie bei Touristen noch weitgehend unbekannt ist – selbst der Loose Süd musste passen.

Bei Kilometer 545 erreicht man dann bei Ban Mamu eine Art Rastplatz, der den eigentlichen Isthmus von Kra markiert. Den Dimensionen zufolge halten hier auch gerne mal große Busse an, heute mittag ist fast niemand da. Es gibt ein paar Informationstafeln warum man sich gerade hier an einer besonderen Stelle befindet, viel schöne Natur, und ein Schild das nach Myanmar zeigt. In der Tat ist der Kra hier Grenzfluss und wer Visa und Immigration Police für überbewertet hält, könnte sicherlich problemlos rüber schwimmen (bevor sich jetzt Leser in die Badekluft schmeißen: Über Ranong/Kyaiktiyo kann man auch ganz legal ausreisen :-)). Wikipedia Schlaumeier Wissen am Rande: Schon im 17. Jahrhundert machte man sich Gedanken, ob man hier nicht einfach einen Kanal baut, damit die großen Kähne nicht um die ganze malaiische Halbinsel herumschippern müssen. Bis heute blieb es allerdings bei kühnen Visionen, und das bleibt auch hoffentlich so – die Umwelt wirds danken!

Nach Ko Phayam kommt man nur zu Wasser, und da die Insel autofrei ist gibt es erwartungsgemäß auch keine Autofähre. Wir müssen unser Gefährt also auf dem Festland zurück lassen. Das mag dekadent klingen, ist aber in diesem Fall tatsächlich die günstigste Konstellation: Bei Langzeitmieten von 7 Tagen und mehr am Stück sind die Tagesraten meist recht günstig, und vor allem fällt die meist beträchtliche one-way fee weg, so war unser Gefährt am Ende der Reise für lau am Phuket Airport abzugeben. Der Pier ist etwas außerhalb von Ranong, aber bei Luck Car Parking Service dürfen wir für ein paar Baht vor der Halle parken.  Es gibt angeblich auch eine slow ferry, aber am Nachmittag fährt nur noch das Speedboat. Da sind wir ja für gewöhnlich eher skeptisch, aber die Andamanen See ist ruhig und der hippe Skipper im BVB Dress hat seine Sache offensichtlich fest im Griff.

Der Anleger auf Ko Phayam liegt im Osten der Insel, wir wollen aber zum Ao Khao Kwai (unter deutschsprachigen Inselfreunden besser als Büffelbucht bekannt) im Nordwesten und sind daher gespannt, wie man hier in Ermangelung von Transportoptionen mit mehr als 2 Rädern den Transfer von Kind und Kegel organisiert. Die Lösung ist recht simpel: Drei! Eine Mopedtaxe für mich und leichte Rucksäcke, eine für Maria und Felix dazwischen, und eine fürs Gepäck. Nach unserer Ankunft fängt es auch bald an zu dämmern. Den Strand haben wir quasi vor der Haustür, die Sonnenuntergänge sollen hier je nach Wetterlage überaus eindrucksvoll sein … und sind es auch! Abends landen wir noch in der Hippy Bar, einem grotesken Treibholztempel am Ende der Bucht, den wir morgen bei Tageslicht noch genauer unter die Lupe nehmen werden. Nacht!

Wat mutt, dat mutt – Ruhetag in Ban Krut

Ban Krut ist einer dieser Orte, die zwar nicht mehr als Geheimtipp durchgehen (wer im Loose oder Lonely Planet gelobt wird verliert diesen Status zwangsläufig irgendwann), aber touristisch auch noch nicht so richtig durchgestartet sind. Das freut den Ban Krut Fan, der für gewöhnlich lieber seine Ruhe haben will. Nur am Wochenende steppt hier angeblich der Bär, weil dann zahlreiche Thais aus der großen Stadt der Engel ihr Wochenendlager hier aufschlagen, und da heute Sonntag ist haben wir uns vorsichtshalber am eher unbesiedelten Strand nördlich des Tempelbergs im Bayview Beach einquartiert. Es gibt zwar noch andere Gäste, aber der herrliche kilometerlange Strand ist in der Tat menschenleer. Und von Halli Galli keine Spur!

Aber Strandleben wird ohnehin überbewertet, schauen wir uns also mal die Umgebung von Ban Krut an, und dass macht man am besten mit dem Rad. Die erste Herausforderung in südlicher Richtung kommt relativ rasch in Form den Bergs Khao Thong Chai, den man aber auch schlecht auslassen kann, da der gleichnamige hell im Sonnenlicht leuchtende Wat auf dem Gipfel ein echter Hinkucker ist. Willkommen im Märchenwald! Ein gewaltiger sitzender Buddha, die Hammeraussicht auf den Nordstrand vor grüner Bergkulisse (siehe Titelbild) sowie ein paar scheue Brillenaffen im Dschungel runden den Gesamteindruck ab. Geständnis am Rande: Hier bin ich nicht ausnahmsweise nicht hochgeradelt, sondern war früh morgens mit dem Auto da 🙂

 

Weiter geht’s über die Brücke in den eigentlichen Ort, der insgesamt recht verschlafen wirkt, wäre da nicht heute eine Art Thai-Parade mit einer Live-Band auf einem LKW begleitet von einer ausgelassenen tanzenden Meute. Sowas sieht man in Südostasien eher selten und ich schiebe ein Weilchen mit, zumal die Musik von der Ladefläche durchaus Laune macht. Weiter „unten“ wirds dann aber wieder still und einsam, die ganze Bucht ist ein einziger langer Sandstrand und selbst wenn hier alle Unterkünfte besetzt wären dürfte es noch genug Platz für Sonnenanbeter geben. Am Ortsende zweigt die Hauptstraße nach Osten ab, aber kann man noch gemütlich weiter ein paar Kilometer die befestigte Straße am Strand entlang fahren.

Hier und da  haben sich noch ein paar Resorts wie zum Beispiel das Rachavadee niedergelassen, aber auch hier sieht man eher selten Urlauber – wo sind die nur alle? Am Ende gelangt man über eine Stichstraße durch Palmenwälder in westlicher Richtung auf die große Road 4007 und somit nach Ban Krut Downtown zurück. Unterwegs werde ich von abenteuerlichen „Affentaxen“ überholt: Der Mopedfahrer balanciert fast wie bei einem Ritterturnier mehrere Meter lange Bambuslatten in der Hand, während der haarige Sozius lässig auf dem Ende der Rückbank hockt. Kokosnüsse sind hier offenbar ein wichtiger Wirtschaftszweig, und während ich beim Blick nach oben noch überlege, ob ich nicht lieber einen Helm aufgesetzt hätte, kraxelt der Kollege auch schon die Bambuslatte hoch und erntet die Palme buchstäblich im „Affentempo“ ab.

Fazit für Ban Krut: Wer ausgelassen feiern oder dem Backpackertrail  folgen will ist hier eher falsch. Wer hingegen einfach nur mal seine Ruhe haben will und auf leere Strände steht, mietet sich ein Moped oder Rad, bleibt ein Weilchen hier und liest für die Weiterreise gleich im Anschluss unseren Bericht durchs wilde Prachuap Khiri Khan!

Durchs wilde Prachuap Khiri Khan – Affentheater und ein Traumstrand im Sperrgebiet

In unserem nunmehr 200. Post (*tusch*) lassen wir es mal etwas ruhiger angehen und reisen nur vom Sam Roi Yot Nationalpark ins 120km südlich gelegene Ban Krut. Quasi mitten auf dem Weg macht sich die Provinzhaupstadt Prachuap Khiri Khan breit, die in westlichen Gefilden eher unbekannt ist. An der Landschaft kann es schon mal nicht liegen: Das Panorama von oben mit den Karstfelsen im Meer  erinnert fast schon ein wenig an Rio (das hört die Thai Tourismusbehörde sicher gerne), und die Bausünden halten sich zumindest auf den ersten Blick von oben in Grenzen.

Um sich einen Überblick zu verschaffen kraxelt man am besten erst einmal den „Spiegelberg“ Khao Chong Krachok hoch. Das ist zwar selbst in der Mittagshitze ganz gut zu bewältigen, man sollte allerdings keine Affen-Phobie haben – die haben nämlich sowohl den Tempel auf dem Gipfel als auch die Zubringertreppe fest in ihrer Hand, scheinen heute aber eher gelangweilt.  Oben genießt man dann in alle Himmelsrichtungen beste Aussichten: An der Küste sind es die schwungvollen weißen Sandstrände, und die Berge Westen gehören schon zu Myanmar, da die Grenze zum Greifen nahe ist. Kein Wunder, dass es den Affen hier so gut gefällt!

Natürlich wäre kein Besuch hier komplett ohne einen Abstecher zum Strand. Ao Manao am südlichen Ende wird gerne gelobt, allerdings beansprucht auch die thailändische Luftwaffe diesen Bereich („Wing 5“). Militärische Sperrgebiete sind ja für gewöhnlich eher Tabuzonen, die man weder betreten noch knipsen darf – der Gedanke dort sein Handtuch auszubreiten und vielleicht noch ein kühles Singha zu ergattern scheint da eher absurd. Aber am Eingangsbereich ist man auf Besucher eingestellt, man muss sich lediglich registrieren, kann auf der Weiterfahrt noch historische Flieger bewundern, und ruckzuck liegt man auch schon im Sand. Hier spannen überwiegend Thais aus, was auch nicht weiter verwundert, da die Ecke wie eingangs erwähnt nicht unbedingt ein Touristen-Hotspot ist. Wer weder Schickimicki noch absolute Einsamkeit braucht ist hier auf jeden Fall goldrichtig. Verhungern muss auch keiner, das Ufer ist mit Strand-Garküchen und Restaurants bestens ausgestattet!

Nachdem die Bäuche spottbilligst gefüllt wurden und die letzte Sandburg vollendet ist müssen wir leider auch schon wieder aufbrechen, um Ban Krut noch vor Einbruch der Dunkelheit zu erreichen. Prachuap Khiri Khan hat auf jeden Fall einen überaus sympathischen Eindruck hinterlassen, wer hier auf der Golf-Durchreise einen Zwischenstop für 1-2 Nächte einlegt macht gewiss nix verkehrt!