Wat mutt, dat mutt – Ruhetag in Ban Krut

 

Ban Krut ist einer dieser Orte, die zwar nicht mehr als Geheimtipp durchgehen (wer im Loose oder Lonely Planet gelobt wird verliert diesen Status zwangsläufig irgendwann), aber touristisch auch noch nicht so richtig durchgestartet sind. Das freut den Ban Krut Fan, der für gewöhnlich lieber seine Ruhe haben will. Nur am Wochenende steppt hier angeblich der Bär, weil dann zahlreiche Thais aus der großen Stadt der Engel ihr Wochenendlager hier aufschlagen, und da heute Sonntag ist haben wir uns vorsichtshalber am eher unbesiedelten Strand nördlich des Tempelbergs im Bayview Beach einquartiert. Es gibt zwar noch andere Gäste, aber der herrliche kilometerlange Strand ist in der Tat menschenleer. Und von Halli Galli keine Spur!

Aber Strandleben wird ohnehin überbewertet, schauen wir uns also mal die Umgebung von Ban Krut an, und dass macht man am besten mit dem Rad. Die erste Herausforderung in südlicher Richtung kommt relativ rasch in Form den Bergs Khao Thong Chai, den man aber auch schlecht auslassen kann, da der gleichnamige hell im Sonnenlicht leuchtende Wat auf dem Gipfel ein echter Hinkucker ist. Willkommen im Märchenwald! Ein gewaltiger sitzender Buddha, die Hammeraussicht auf den Nordstrand vor grüner Bergkulisse (siehe Titelbild) sowie ein paar scheue Brillenaffen im Dschungel runden den Gesamteindruck ab. Geständnis am Rande: Hier bin ich nicht ausnahmsweise nicht hochgeradelt, sondern war früh morgens mit dem Auto da 🙂

 

Weiter geht’s über die Brücke in den eigentlichen Ort, der insgesamt recht verschlafen wirkt, wäre da nicht heute eine Art Thai-Parade mit einer Live-Band auf einem LKW begleitet von einer ausgelassenen tanzenden Meute. Sowas sieht man in Südostasien eher selten und ich schiebe ein Weilchen mit, zumal die Musik von der Ladefläche durchaus Laune macht. Weiter „unten“ wirds dann aber wieder still und einsam, die ganze Bucht ist ein einziger langer Sandstrand und selbst wenn hier alle Unterkünfte besetzt wären dürfte es noch genug Platz für Sonnenanbeter geben. Am Ortsende zweigt die Hauptstraße nach Osten ab, aber kann man noch gemütlich weiter ein paar Kilometer die befestigte Straße am Strand entlang fahren.

Hier und da  haben sich noch ein paar Resorts wie zum Beispiel das Rachavadee niedergelassen, aber auch hier sieht man eher selten Urlauber – wo sind die nur alle? Am Ende gelangt man über eine Stichstraße durch Palmenwälder in westlicher Richtung auf die große Road 4007 und somit nach Ban Krut Downtown zurück. Unterwegs werde ich von abenteuerlichen „Affentaxen“ überholt: Der Mopedfahrer balanciert fast wie bei einem Ritterturnier mehrere Meter lange Bambuslatten in der Hand, während der haarige Sozius lässig auf dem Ende der Rückbank hockt. Kokosnüsse sind hier offenbar ein wichtiger Wirtschaftszweig, und während ich beim Blick nach oben noch überlege, ob ich nicht lieber einen Helm aufgesetzt hätte, kraxelt der Kollege auch schon die Bambuslatte hoch und erntet die Palme buchstäblich im „Affentempo“ ab.

Fazit für Ban Krut: Wer ausgelassen feiern oder dem Backpackertrail  folgen will ist hier eher falsch. Wer hingegen einfach nur mal seine Ruhe haben will und auf leere Strände steht, mietet sich ein Moped oder Rad, bleibt ein Weilchen hier und liest für die Weiterreise gleich im Anschluss unseren Bericht durchs wilde Prachuap Khiri Khan!

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