Myawaddy Mekong #1 – Von Hpa-An bis Sukhothai

Nach der Vater/Sohn Bezwingung des Hpa Phu am Morgen heißt es Abschied nehmen von Hpa-An. Zum 2. Mal gedenken wir Myanmar über den Landweg nach Thailand zu verlassen, die Unterschiede könnten jedoch im Vergleich zum ersten Mal 2017 nicht größer sein:  Während der verschlafene Grenzübergang Htee Khee / Phu Nam Ron im tiefen Süden selbst für Myanmar Maßstäbe als abgelegen durchgeht, hört die Reise im wuseligen Myawaddy am Ende einer gut ausgebauten Straße ziemlich abrupt an einer dicht befahrenen Brücke über den Moei Fluss auf, die auch gleichzeitig die Ein- und Ausreisebüros beherbergt.

Quelle Wikimedia Commons

Raus aus Myanmar ist man schnell, drin in Thailand eigentlich auch, wobei die Dame am Schalter Maria freundlicherweise darauf hinweist, dass es jetzt für dieses Jahr mit der visafreien Einreise über Land mal gut ist, da wir vor gut einem Monat bereits über Kambodscha eingereist sind (wir berichteten).  Wussten wir zwar, wer aber noch die Zeiten der ungezügelten  Visa Runs kennt und beide Einreisen bereits „voll“ hat, dürfte hier im Niemandsland eine böse Überraschung erleben.

Für heute waren wir genug auf Achse und so nächtigt die Familie erstmal in Mae Sot im Irawadee Resort. Für um die 40€ gibts goldene Armaturen, reich geschmückte Klopapierrollenhalter und ein wahrhaft fürstliches Bett. Wer sich nicht daran stört, dass die Grenzen zum Kitsch zuweilen überschritten werden, kann hier gediegene Nächte verbringen. Am nächsten Morgen mache ich mich auf zum nahen Airport, um unseren vorab reservierten Mietwagen abzuholen, der uns die nächste Woche durch die entlegensten Winkel Thailands begleiten soll. Die Idee ist, das Gefährt später in Chiang Rai wieder abzugeben, um dann mit dem Slowboat nach Laos aus- und weiterzureisen. Die Dame am Thai Rent a Car Schalter begrüßt mich mit einem  „Car Engine Problem“ – sollte der ehrgeizige Plan schon hier in Mae Sot scheitern? Es folgt ein „You get free upgrade“, gepaart mit einem Thai Smile. Ich smile ebenfalls. Geht doch 🙂

Wir brausen erstmal gen Osten in die Berge.  An der Straße wird überall fleißig ausgebaut, da die heutige Etappe Teil des  Asian Highway 1 ist, einem überaus ehrgeizigen Projekt, das einmal den Bosporus (!) mit Tokyo (!!) verbinden soll. Soweit wollen wir aber heute nicht hinaus und schlagen erst einmal im Thai Thai Sukhothai Guesthouse unser Lager auf. Vor über 11 Jahren waren wir schon mal für eine kurze Nacht und einen Morgen in der Gegend, dieses Mal gönnen wir uns etwas mehr Zeit. Sukhothai ist zwar wahrlich kein Geheimtipp, aber zumindest im April (sowie am Abend) hält sich der Ansturm in Grenzen. Am besten leiht man sich ein Rad und erkundet in Ruhe die Umgebung und natürlich den historischen Park, der in 3 Zonen aufgeteilt ist, für die man (leider) jeweils ein separates Tagesticket lösen muss – soll das Rad mit rein braucht auch das noch ein Zusatzticket. Fast wie im heimischen ÖPNV also!

Die Klassiker wie Wat Mahathat oder Wat Si Chum (Weitwinkel nicht vergessen) dürfen auf der Abstecherliste natürlich nicht fehlen, inzwischen gibt es aber auch einen halbwegs passabel beschilderten Radweg, der unter anderem Alt- und Neustadt miteinander verbindet und durch ein paar schöne Ecken führt. Wem das zuviel Eigeninitiative ist: Der sympatische  Belgier Ronny von Sukhothai Cycling hat ausgezeichnetes Material und diverse Touren im Angebot. Aber egal für welche Outdoor Aktivität man sich entscheidet, am besten steht man früh auf, denn dann ist die Stimmung im Park am besten und die Hitze hält sich noch in Grenzen. Samstags Abends sind die Hauptattraktionen beleuchtet und wer mag kann sich vorher am lokalen Nachtmarkt stärken. Insgesamt verbringen wir 3 Nächte in Alt-Sukhothai und haben keine Langeweile. Man sieht sich eben immer zweimal!

Und damit beenden wir die erste Ausgabe unseres Myawaddy Mekong Trips! Im nächsten Teil begeben wir uns in etwas entlegenere Gefilde und statten unter anderem dem Städtchen Phrae sowie dem dortigen Western Friseur einen Besuch ab.

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Augenschmaus mit Anstieg – Guilin per Mountainbike

Wer gerne in asiatischen Reiseforen verweilt, hat ihn bestimmt schon öfter gesehen: Ein verschmitzt grinsendes graubärtiges Männchen hockt mit antiker Laterne auf seinem Bambusfloß , neben dran sein Kumpel der Kormoran, und im Hintergrund verliert sich ein geschwungener Fluss in einer märchenhaften chinesischen Bergwelt.  Das Motiv ist natürlich gestellt (hier ein Exemplar aus der Broschüre), und das Männchen fährt gewiss längst BMW anstatt zu fischen, aber die Kulisse ist tatsächlich echt! Li heißt der Fluss, Guilin die nächste Stadt, und da mich die Arbeit nach langer Zeit mal wieder für 2 Wochen ins Land der Mitte verschlagen hat, war dieses Mal klar: Da musste hin, auch wenn es nur übers Wochenende ist!

Nun ist Guilin nicht gerade ein Geheimtipp und gerade bei der einheimischen Bevölkerung äußerst populär – wie entflieht man also den Massen? Gute Chancen verspricht die Buchung einer Radtour. Die Chinesen fahren zwar vor allem in den verstopften Großstädten wieder mehr (Leih-)Rad, auch sportlich ambitionierte Rennradler sind vereinzelt anzutreffen und reißen ihre 100 km runter. Aber sich einfach in der Freizeit mit dem Rad die Natur anschauen geht scheinbar gar nicht. Und so ist das Grüppchen, das sich am Sonntagmorgen bei blauestem Himmel vor dem Guilin Cycling Tours Shop versammelt, auch äußerst überschaubar: Guide Forest, unsere Fahrer Mr. Lin (?), meine Wenigkeit sowie eine nette junge Dame namens Ming aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten (laut Forest wäre die Teilnahme einheimischer Mädels quasi undenkbar, alleine weil man braun werden könnte).

Eine knappe Stunde südlich der Stadt schwingen wir uns dann endlich aufs Rad. „Wow“ ist das erste Wort, das mir beim Anblick der Landschaft entfährt. Forest grinst und meint „If you like this, you will say Wow very often until the end of the day“. Er sollte Recht behalten! Die Route ist zunächst flach und überwiegend befestigt. Ab und an passiert man ein Dorf, in dem das Leben fast still steht – welch Kontrast zum Touri-Gewusel von Guilin. Wie erwartet haben wir die Feldwege auch fast für uns . Nach einem ersten knackigen Anstieg machen wir in einem kleinem Dorf westlich von Yangdi Rast und „tanken“ Melonen und Bananen.

Danach wird es merklich anspruchsvoller, aber auch die Landschaft legt noch ne Schippe drauf, und ich habe inzwischen aufgehört, hinter jeder Ecke ein Foto zu machen. Ming beteuert zwar vor jedem Berg ihre Furcht vor den Steigungen, keucht aber letztlich deutlich weniger als ich. Zumindest haben die gut gepflegten Giant Bikes genug Gänge, inzwischen brutzelt die Sonne nämlich auch recht heftig. Nach einem Höhlenabstecher haben wir unser erstes Highlight erreicht: Xianggongshan Hill. Auf der Rückseite des Berges hat man eine Plattform auf den Karst gesetzt, vorher gibt es aber noch einen Schwung Nudeln aus dem Wok. 60 RMB (~8€) werden fällig, aber die Aussicht ist wirklich der Hammer: Unten macht der Fluss eine Art weit geschwungenen U-Turn, im Hintergrund ragen die spitzen Karstfelsen steil in die blaue Mittagssonne – Vang Vieng meets Moselschleife! Auf dem Li Fluss erkennt man die zahlreichen Ausflugsboote, die sich wie Ameisen ihren Weg bahnen – sicher auch ein nettes Erlebnis, aber mit unserem Rädern haben wir glaube ich definitiv die bessere Wahl getroffen!

Als nächstes kriegen die Federgabeln endlich mal was zu tun: Auf einer holprigen Piste radeln wir zu Tale direkt ans Flussufer. Auf dem Weg liegt der 9 Horse Mountain, in dessen Felswand geübte Augen angeblich neun verschiedene Pferde ausmachen können. Mit viel Phantasie erkenne ich einen Vierbeiner, aber ich tue mich ja auch in Tropfsteinhöhlen schwer, wenn die Guides in den Stalaktiten reale oder Phantasiewesen ausmachen wollen. Die gefühlten 1000 Ausflugsboote halten gerade Siesta, und da der Fluss zu dieser Jahreszeit ziemlich wenig Wasser führt, kann man auch problemlos bei Badewannen Temperaturen hinein waten und die Schlucht von unten betrachten, bevor die Rushhour wieder los geht und wir das Weite suchen. Wow – der heutige Trip hat die Kategorie „Epic Ride“ definitiv verdient, die holprige Übersetzung spare ich mir an dieser Stelle. Als ich später am Abend auf der ebenso epischen Dachterrasse meines Guilin This Old Place Int’l Youth Hostels bei Nudelsuppe und Franziskaner Weizen (!) die Abendsonne verabschiede, ärgert mich eigentlich nur eins:  2 Tage Guilin sind definitiv mindestens 2 Tage zu wenig, aber die Rückkehr ins Büro lässt sich leider nicht aufschieben. I’ll be back!

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Oder doch lieber mehr aus China?

Sneak Preview: Der Myawaddy Mekong Trip

Wie kommt man eigentlich zu Lande von Myanmar nach Laos? Auf diese Frage gibt es leider weder eine einfache noch die einzig wahre Antwort. Aber wer Zeit im Gepäck hat und schon schon immer mal ein paar entlegenere Winkel von Thailand abseits des Massentourismus kennenlernen wollte, bringt schon mal gute Voraussetzungen mit! Auf unserem Roadtrip  von der Grenzstadt Myawaddy bis ans laotische Mekong Ufer landeten wir unter anderem beim Westernfriseur von Phrae, verständigten uns mit Händen und Füßen in Nan, standen hoch oben am Phu Chi Pha bereits mit einem Bein in Laos, und duschten im 35° warmen Phu Sang Wasserfall.  Alles nie gehört? Dann gibts jetzt schon mal eine kleine Vorschau nebst Route, der Bericht zur ersten Etappe von Mae Sot bis in die alte Königstadt Sukhothai  folgt demnächst … Alle Eindrücke Revue passieren lassen kann man dann wunderbar auf dem laotischen Slow Boat.

Organisatorisches

Wir empfehlen ja eigentlich das Reisen mit den Öffentlichen in Südostasien (und natürlich anderswo), aber diesen Trip sollte man mit seinem eigenen fahrbaren Untersatz antreten.  Wir haben unseren Mietwagen über Thai Rent A Car in Mae Sot am Flughafen übernommen und in Chiang Rai am Flughafen zurückgeben, von dort kann man bequem mit dem Bus nach Chiang Khong. Ab einer Woche wird die Tagesmiete im Schnitt nochmal günstiger, und die Einwegmiete entfällt – ingesamt wurden für die Klasse Kompakt unter 200 € für 7 Tage fällig – da kann man nicht meckern.

Abendbummel bei den Buddhas von Bago

Die alte Mon Hauptstadt Bago ist für viele nur ein Zwischenstop auf dem Weg von Yangon zum goldenen Fels oder nach Hpa An. Ist auch nicht weiter verwerflich, haben wir 2017 genauso gemacht (⇒ zum Bericht), aber nach sechs Stunden Busfahrt vom Ngwe Saung Beach nach Yangon, und weiteren zwei Stunden on the road mit unserem alten Freund MauMau sind wir definitiv reif für eine gepflegte Übernachtung bevor es weiter gen Osten geht!

Bago ist vor allem bekannt für seine zahlreichen Buddhas und Tempel, und obwohl wir einige Orte schon vom letzten Besuch kennen, haben sie zum Sonnenuntergang ihren ganz eigenen Charme.  Als Highlight erweist sich vor allem der über 80(!) Meter lange liegende Mya Tha Lyaung Buddha, dem die Sonne am Abend buchstäblich zu Füßen liegt. Auch Felix kommt anschließend auf seine Kosten, denn mitten im Pagodenviertel hat man für die jüngeren Bewohner eine stattliche Hüpfburg aufgestellt, wie üblich beschallt mit übersteuerter Techno Musik :-). Das Hotelangebot ist übrigens überschaubar, aber im Kanbawza Hinthar etwas außerhalb des Stadtkerns gibts hübsche Zimmer unter 50$ und zudem ein wirklich ausgezeichnetes Frühstück – traut euch ruhig auch an die Mohinga!

 

Querbeet nach My Son

Wer ein paar Tage mehr in Hoi An verbringt, hat früher oder später mal genug von Rummel und Bummel und sucht nach Auswegen. Die faszinierende Tempelstadt My Son liegt nur eine gute Autostunde entfernt und drängt sich schon deswegen auf, weil der Trip an jeder zweiten Ecke direkt neben Kochkurs, Cham Island und den Marble Mountains beworben wird. Womit wir auch schon beim 1. Haken wären: Wer die Ruinen lieber in Ruhe genießen möchte, reist am besten spät und auf eigene Faust an. Zudem ist die Autoroute nicht wirklich spektakulär, aber wer sich auf zwei Räder beschränkt,  kann sich alternativ südlich von Hoi An über die Felder nähern – es winken hübsche Natur, freundliche Locals und garantiert kein Trubel!

 ⇒ Ab zur groben Karte  (für eilige Nachfahrer)

Zunächst geht es von An Hoi über die neue Mopedbrücke auf die Insel Cam Kim, ggf. mit einem Kneipen-Abstecher zum urgemütlichen  und erfrischend untouristischen Bambuswald im Westen von An Hoi. Auf Cam Kim ticken die Uhren dann schon deutlich langsamer,  im Süden geht es abermals auf einer kleinen Brücke über den Thu Bon Fluss, und dann immer weiter nach Westen bis zu einer großen Straßenbrücke auf die nächste Insel (Achtung: Der Vorgänger des aktuellen Viadukts endet im Wasser und nicht alle Karten kennen offenbar die neue Version :-))

Wir queren weitere Brücken, brausen durch Reisfelder (die Ernte ist gerade in vollem Gange) und grüßen Bauern und Büffel, während das Bergmassiv am Horizont stets die grobe Richtung weist. Aber zugegeben: Ohne die maps.me App wären wir aufgeschmissen gewesen, die kennt aber in dieser Ecke zum Glück jeden noch so kleinen Ackerweg. Ganz am Ende wird es dann doch einmal etwas holprig, aber nach gut zwei kurzweiligen Stunden (inklusive Fotostops) haben wir es geschafft: Wir stehen vor den Toren von  My Son,  UNESCO Weltkulturerbe, Zeuge des längst untergegangen Champa Reichs, und unser Ziel für heute Nachmittag!

Nach soviel weitgehend unberührter Natur wird man bei Ankunft in My Son ggf. etwas überrumpelt: Hier scheint man durchaus auf größere Besuchermassen eingestellt, die aber zu dieser Uhrzeit offenbar alle bereits das Weite gesucht haben. Ein Elektro-Shuttle chauffiert den Gast die knapp 2 km vom Eingang bis zu den Ruinen-Stätten, die je nach Alter und Lage in verschiedene Gruppen aufgeteilt sind. Viele Monumente wurde leider während des Vietnamkriegs erheblich in Mitleidenschaft gezogen, und an vielen Stellen erinnern noch riesige Krater an die US-Bombardierungen.  Heute wirkt dieser Ort friedlich und faszinierend zugleich, und auch wer kein Hobby Archäologe ist, dürfte sich alleine an der Natur ringsherum erfreuen.

Der letzte Shuttle fährt leider bereits um 17:30 zurück zum Eingang, eigentlich viel zu früh, aber da sich der Sonnenuntergang in diesen Breiten nicht lange bitten lässt, wählen wir trotzdem den potentiell schnelleren Weg über die „richtige“ Straße zurück nach Hoi An. Vor allem die letzen Kilometer bis Hoi An machen aufgrund der Schlaglöcher und er einsetzenden Dunkelheit nicht wirklich Spaß, aber was soll’s – Weg und Ziel waren es auf jeden Fall wert!

Rückblick: 2011 waren wir schon mal vor Ort, damals allerdings noch ohne Felix, dafür mit etwas üppigerem Grün …

Gewusel, Gebräu und eine Kreuzung namens Bia Hoi

Ultimative Prüfung und würdiger Abschluss am Ende einer kleinen Ewigkeit in Südostasien: Das amüsant-chaotische Straßenleben in Hanois Altstadt, das sich am besten an der legendären Bia hơi Junction in gebührendem Abstand zur Straße beobachten lässt 🍻

Jäger des verborgenen Strandes

Behäbig zuckelt  der Zug von Hue in Richtung Da Nang am Hai Van Pass entlang, den viele einfach nur Wolkenpass nennen, weil es oben eigentlich immer bewölkt ist und  das Wetter auf dem Weg gerne mal wechselt. Die Strecke scheint heute beliebt, wir haben nur noch Plätze in einem Schlafwagen bekommen, was morgens um 11 zwar etwas ungewöhnlich ist, aber irgendwie auch gemütlich. Man nimmt es dem „Express“ Zug auch nicht übel, dass er so langsam ist, weil sich zur Linken immer wieder schöne Ausblicke auf Meer  und Dschungel eröffnen. Und kam da nicht gerade ein ziemlich leckerer einsamer Strand vorbei? Aussteigen kann man auf der Strecke leider nicht, aber wir beschließen der Sache nach zu gehen, nachdem wir uns erst einmal bei Hoi An häuslich niedergelassen haben.

Die Maps.me Recherche ergibt: Nördlich von Da Nang ist tatsächlich ein passender isolierter Strandabschnitt, zu dem zumindest ein „Weg“ eingezeichnet ist, was in diesen Gefilden vieles bedeuten kann. Wir schnappen uns einen Roller und brausen hin. An der Millionenstadt führt kaum ein Weg vorbei, da man den Hàn Fluss queren muss, doch der Verkehr hält sich heute am Feiertag in Grenzen (den 1. Mai als Tag der Arbeit feiert man hier natürlich auch, wenn auch etwas anders). Wir wählen schon alleine Felix zuliebe die originelle Drachenbrücke, später finden wir an der nördlichen endlosen Bucht noch einen ebenfalls sehenswerten (aber nicht seetüchtigen) frisch getünchten Schiffstempel, ebenfalls reich mit Drachen verziert.

Irgendwann ist auch die Stadt mal zu Ende und „10% Steigung“ Schilder signalisieren den Beginn der Bergwelt rund um den Wolkenpass.  2005 wurde ein Tunnel eröffnet, der dankenswerterweise einen Großteil des Verkehrs schluckt. Roller, Busse und ein vereinzelter Radfahren sind trotzdem unterwegs – wer auf schöne Aussichten aus ist, fährt natürlich nicht unterm Berg durch. Bei Kilometerstein 86 Richtung Hue (bzw. 912 in der Gesamtrechnung) werden wir dann fündig. Rechts geht ein kleiner Weg ab, ein Schild frohlockt mit  „Hai Van Garden“ (oder so ähnlich), und ein junger Vietnamese knöpft einem 10000 Dong (~35 Cent) pro Nase ab, die aber laut Ticket sämtliche fees für parking, fishing, sea bathing, sight seeing (!) catching und  „etc…“ beinhaltet 🙂

So einsam und unerschlossen ist unser „Secret Beach“ also offenbar doch nicht, aber der Pfad ist zu Fuß gut passierbar und wunderschön, und unten gibt’s außer ganz viel Sand nur eine äußerst provisorische Behausung mit Drinks. Ein paar Einheimische sitzen im Schatten der Felsen und picheln Larue Bier, vereinzelt sieht man auch eine Langnase, und natürlich kommt auch mal der Zug vorbei, dem wir diesen Fund schließlich zu verdanken haben. Fazit: Lohnt sich auf jeden Fall, Proviant sollte man besser mitbringen,  volltanken nicht vergessen, und wer rechtzeitig den Absprung schafft, kann auf der Rückfahrt noch einen Abstecher zu den Marble Mountains machen!

Woanders is auch schön!