Cha Ca La Vong – ein Hauch von Hanoi am heimischen Herd

Bei Fisch und Dill denken die meisten  wahrscheinlich eher an Norddeutschland als an Nordvietnam. Wer aber schon einmal in der Altstadt von Hanoi residierte, wird sicher irgendwo von Cha Ca La Vong gehört oder zumindest im Reiseführer darüber gelesen haben. Vor langer Zeit im Jahre 2011 haben wir die Fischpfanne im angeblich originalen Lokal ebenfalls geordert (weil man das eben so macht), letzten Frühling in Vientiane ist sie uns in einem putzigen Lokal namens Little Hanoi dann erneut über den Weg gelaufen. Da aller guten Dinge bekanntlich drei sind wird es höchste Zeit,  Cha Ca La Vong mal am heimischen Herd nachzubrutzeln!

Ein gelungenes Rezept findet man hier bei Asia Street Food, Hobbyköche mit Südostasien Affinität haben die gleichnamige Fibel ohnehin im Regal stehen. Richtig schwierig ist das Rezept eigentlich nicht, aber ausreichend Zeit sollte man schon mitbringen. Als Fisch ist bei uns Schollenfilet in die Marinade gekommen, beim Auspressen des Galgants hat sich eine Knoblauchpresse gut bewährt. Beim Dill ruhig klotzen statt kleckern, und die Servierpfanne, die sonst eher für Deftiges a là Bauernfrühstück herhalten darf, macht ebenfalls eine gute Figur. Als Beilage empfehlen sich leicht angebrutzelte Reisnudeln und ein kaltes Saigon Bier, falls verfügbar auch Bia Hà Nôi  oder einfach nur der Lieblingsweißwein. Wer jetzt noch einen echten Holzkohletischofen wie im letzten Bild unten an den Start bringen kann, wird auf ewig meine Bewunderung genießen, Normalsterbliche können statt dessen aufs Stövchen ausweichen.

Fazit: Schmeckt vorzüglich und wird garantiert bald wieder auf dem Teller landen (und nicht erst wieder nach 8 Jahren). Zum Nachtisch gibt’s noch ein paar Eindrücke aus dem quirligen Hanoi sowie die TiMaFe Leseempfehlung  → Gewusel, Gebräu und eine Kreuzung namens Bia Hoi. Wohl bekomm’s!

 

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Unverhofft kommt oft – das Hue Festival 2018

Auf dem Weg mit der behäbigen Bahn von Dong Ha nach Hoi An haben wir recht spontan noch einen Zwischenstopp in der alten (Ex-) Kaiserstadt Huế eingeplant. Ende April ist normal weder in Vietnam noch im Rest von Südoastasien Hochsaison – um so verwunderter waren wir, als uns die Auslastungsbaromteter der einschlägigen Buchungsplattformen signalisierten, dass Huế „zu den Reisedaten äußerst beliebt“ und quasi so gut wie ausgebucht ist.  Des Rätsels Lösung: Alle zwei Jahre findet das Hue Festival statt!  Das Motto  “Cultural Heritage with Integration and Development; Hue – one destination, five World Heritagesmag zwar etwas sperrig klingen, aber die Stadt hat sich offenbar ganz schön ins Zeug gelegt, und wir sind zufällig mittendrin gelandet,

Die vermeintliche Ruhe im Reisfeld

Im Hotel Mondial in der Nähe des Bahnhofs finden wir noch relativ preiswert ein richtig schickes Zimmer, ein Hotelmitarbeiter leiht uns später seinen Roller, und wir verlassen erst einmal die trubelige Stadt  über die Reisfelder gen Süden zur Than Toan Bridge! Vor knapp 8 Jahren waren wir (damals noch ohne Felix) schon mal da und fanden die Gegend rund um die alte japanische Brücke recht idyllisch. Das ist sie auch im Jahre 2018 noch, allerdings steppt auch hier im Zuge der Festivalaktivitäten ganz schön der Bär. Das Dörfchen ist bunt geschmückt und überall wird munter gebrutzelt. Kein Wunder – schließlich speisen die Vietnamesen schon gerne und häufig, wenn nicht gerade ein Megafest im Gange ist. Die pittoreske Brücke ist zwar sicher kein Geheimtipp mehr, trotzdem trifft auch heute überwiegend Einheimische, so dass man als Langnasenfamilie durchaus noch auffallen kann.  Auf dem Rückweg machen wir noch einen Schlenker zu den berühmten Kaisergräbern im Süden der Stadt. Beim Khai Dinh Grabmal ist am späten Nachmittag ordentlich Andrang,  nachdem man die ersten Treppen erklommen hat, verlaufen sich jedoch die Massen. Deutlich ruhiger geht es zu vorgerückter Stunde in der weitläufigen Grabanlage des Tu Duc zu, da sich die meisten organisierten Tourbusse schon auf dem Rückweg befinden.

Es werde Licht …

Nach Einbruch der Dunkelheit marschieren wir ans Südufer des Perfume Rivers, wo im Zuge des Festivals neben diversen Installationen auch eine schicke Bühne aufgebaut wurde – Eintritt gratis. Die Illuminationen sind schon beeindruckend, auch wenn man vielleicht nicht jeder Bühnenperformance etwas  abgewinnen kann. Zu später Stunden spendiert man dann noch ein Feuerwerk, erzürnt damit aber offenbar den Wettergott, der wenig später die Schleusen öffnet. Taxis sind plötzlich unauffindbar, nur ein einziger Fahrradrikschafahrer bietet seine Dienste an und ist überzeugt, dass er die komplette Familie mit seinem betagten Gefährt im Regen zum Mondial zurück kutschieren kann. Was soll ich sagen: Er behielt natürlich recht, und hat sich seinen Lohn redlich verdient. Und morgen wird der Wolkenpass in Angriff genommen!

Heute vor (knapp) 8 Jahren: TiMa in Huế

Wie doch die Zeit vergeht: Im Jahre 2011 waren wir zum ersten Mal in Vietnam und haben auf dem Weg von Hanoi nach Hoi An ebenfalls in Hue Station gemacht. Ob sich unsere Botschaft im Lac Thien bis ins Jahr 2018 gehalten hat, konnten wir leider nicht verifizieren, gelohnt hat sich der zweite Abstecher aber allemal!

4000 Inseln #1 – Das Guesthouse am Ende der Welt

Erstmal in Ruhe ankommen

Die Weihnachtszeit steht traditionell im Zeichen der Ruhe und Besinnlichkeit, und welcher Ort kommt uns da als erstes in den Sinn? Klar, die 4000 Inseln im Süden von Laos! Tatsächlich haben wir bisher kaum einen enspannteren Ort kennen gelernt, Grund genug also, diesem Fleckchen Erde mal wieder eine kurze Serie zu widmen.

Ob sich hinter Si Phan Don wirklich 4000 Inseln verbergen, darf man natürlich anzweifeln, zumal die Anzahl auch vom Wasserstand des Mekongs abhängt. Sicher ist allerdings, dass die Fahrt ab irgendeinem Punkt  übers Wasser führt. Die meisten Reisenden mit Ziel Don Det & Don Khon  fahren dann auch aus Pakse mit organisierten Minibussen bis nach Nakasong, und steigen dort auf mehr oder weniger urige Holzboote um. Wir hatten bei Herrn Boun, mit dem wir bereits das Bolaven Plateau durchquert haben (Bericht folgt), eigentlich auch so einen Minibus gebucht, da der geschäftstüchtige Herr aber ohnehin gerade sein Business auf Don Det ausbaut und heute keine weiteren Mitfahrer hat, gelangen wir sogar für kleines Geld in den Genuss eines Privattransfers.

In Nakasong am Ufer des Mekong kann man sich dann Tickets organisieren, wenn man nicht ohnehin ein Paket gebucht hat.  Unser Boot hält  zunächst an der Insel Don Det, die vom Wasser aus schon ziemlich relaxed aussieht, wir verabschieden uns von Herrn Boun und schippern weiter bis zur Nachbarinsel Don Khon, der der Ruf voraus eilt, noch etwas entspannter als die Schwester im Norden zu sein. Geht das überhaupt? Am Pier ist allerdings noch lange nicht Endstation, denn unsere Bleibe – das Pomelo Restaurant & Guesthouse – befindet sich am Südzipfel der ca. 5km langen Insel. Der Main-Highway entpuppt sich als Feldweg, die einzige sichtbare Taxi Option zu Lande ist ein Moped mit Beiwagen. Ob das für die eine 3 köpfige Familie mit Gepäck reicht? Natürlich reicht es: Während man zuhause Last hat, den Kombi fürs Wochenende bei Oma nicht zu überladen, können die Laoten beim Thema Gepäck verstauen wie gewohnt außerordentlich kreativ sein!

Südlicher wird’s nicht: Willkommen in Ban Khon

Das Guesthouse macht seinem Namen Ehre: Man wird freundlich von Gastgeberin Oliva empfangen, das Zimmer ist gemütlich, und Im Zentrum der Terrasse steht tatsächlicher ein ausgewachsener Pomelo Baum! Dahinter geht es direkt (jetzt in der Trockenzeit recht tief) runter zum Mekong, wo eine schwimmende Holzterrasse zum entspannten Beerlao Konsum mit unverbautem Mekong Blick einlädt, die kleinen Berge am Horizont gehören bereits zu Kambodscha . Felix wirft derweil die Angel aus, die natürlich nur mit einem Kronkorkenköder bestückt ist, damit auch ja keiner anbeißt. Passt soweit!

Wer auf Animation und Nightlife aus ist, ist hier natürlich völlig falsch. In der Nähe gibt es noch eine alte Eisenbahnlok aus der französischen Kolonialzeit und eine nette Kneipe über dem Ufer, und man kann sich natürlich einen Fischer nebst Boot mieten und auf den Mekong raustuckern.  Wir hatten erst einmal genug Ortswechsel für einen Tag und lassen uns von Gastgeberin Olivia einen wirklich köstlichen Mekong Fisch kredenzen, der frisch in der Nachbarschaft zubereit wurde. Und im Teil #2 unseres 4000 Inseln Reports erzählen wir dann, was man hier sonst noch so unternehmen kann!

Mehr Lust auf Südlaos? Wie wärs denn mit  einem Abstecher  …

Highway to Höhl Episode Zwo – zu Wasser durch die Tham Kong Lo

Aller Anfang ist schwer: Anreise aus Vientiane

Glaubt man Foren und Reiseführern, ist die riesige Tham Kong Lo Höhle das
Highlight in Zentrallaos. Aber kennt ihr jemanden, der schon mal drin war? Wir nicht. Es ist wahrscheinlich der Abgeschiedenheit der Region (oder den Komfortansprüchen der Reisenden :-)) geschuldet, dass die Ecke bisher von Besuchermassen verschont wurde. Aber da wir von Vientiane bis zur Grenze nach Vietnam bei Lao Bao ohnehin „einmal mitten durch“ müssen, lassen wir uns diesen Abstecher natürlich nicht entgehen!

Vom Busterminal in Vientiane gibt es genau einen Bus, der angeblich direkt nach Ban Kong Lo fährt, und der macht sogar einen halbwegs passablen Eindruck. Felix ist trotz langer Fahrzeit glücklich mit seinem MP3 Player voller Hörspiele, und wir dösen vor uns hin. Zu früh freuen sollte man sich allerdings nicht, denn zum einem wird die Strecke nach Verlassen des Highway 13 ganz schön kurvig, zum anderen stoppt der Bus auch weit vor dem Ziel in der Prärie, und Reisende mit Ziel Kong Lo müssen mit Hab und Gut auf die Ladefläche eines Transporters umsteigen und nochmal ein Ticket lösen. Ich kann mir wie so oft nicht vor stellen, wie soviel Volumen auf sowenig Ladefläche Platz finden soll, werde aber wie so oft eines besseren belehrt. Immerhin liefert uns der Herr quasi direkt an Haustür des SpringRiver Resorts ab, dessen komfortable Hütten etwas abseits in der Nähe des Dorfs Ban Tiou direkt am Wasser gebaut wurden. Die Lage zwischen Karstfelsen und dem Nam Hinboun Fluss ist wirklich ein Traum, alle sind super nett, Essen schmeckt und man versichert uns auch, dass die viel gepriesene Anreise per Boot Richtung Höhle morgen trotz Niedrigwasser möglich sein wird. Läuft soweit!

Hauptakt: Ab durch die Mitte

Eigentlich könnte man hier locker einfach nur einen Tag am Flussufer herum hängen und im klaren Wasser schwimmen oder durch die Gegend wandern, aber wir sind natürlich heiß auf die Höhle. Der Captain unseres Holzboots ist ein Teenager aus dem Dorf, der uns aber durchaus gekonnt zwischen den Felsen und Sandbänken hindurch manövriert. Für übertriebene Paranoia gibt es eigentlich keinen Anlass, da das Niedrigwasser ohnehin nur Tuckertempo zulässt (=50% über Büffeltempo), einmal müssen wir sogar aussteigen und ein Stück an Land zurück legen. Etwa eine Stunde ist man so unterwegs, die Fahrt ist trotzdem relativ kurzweilig, weil Landschaft, badendes Nutztier und freundliche Bewohner der anliegenden Dörfer unterwegs für Abwechslung sorgen.


Schließlich ist vor einem gewaltigen Massiv Endstation, und man muss sich für den Transit durch Höhle einen Guide mit Boot und am besten auch gleich eine kräftige Stirnlampe mieten (Preise sind übrigens fix aber moderat). Der von weitem eher putzig wirkende Eingang zur Höhle täuscht über die wahren Dimensionen im Inneren hinweg – die Hallen sind an manchen Stellen über 100 Meter (!) hoch und mit über 6km bis zum nächsten Tageslicht zählt sie wahrscheinlich auch zu den längsten erschlossenen Höhlen der Welt. Allzu kitschige Beleuchtungsorgien hat man zum Glück nicht nötig. Lediglich im ersten Bereich wartet ein begehbares Areal mit allerlei illuminierten Tropfsteinformationen auf angehende Höhlenforscher, für das man sich durchaus eine halbe Stunde Zeit nehmen sollte. Wer mit Kindern unterwegs ist kann gleich mal folgenden Merksatz ausprobieren, den ich zumindest noch nicht kannte:  „Stalaktiten hängen runter, Stalagmiten stehen munter!“ (Quelle: Wikipedia)

Irgendwann öffnet sich am Horizont ein Schlund und man ist auf der anderen Seite. Die Boote ankern im Dschungel, die Gäste dürfen rasten und die Eindrücke verarbeiten. Erfreulich: Die Preise der Stände sind moderat, und es gibt kaum aufdringliche Verkäufer. Ich sichte sogar eine Verleihstation mit passablen Mountain Bikes und Routentips, ein längerer Ausritt würde aber leider nicht ins Pausenzeitfenster passen, zumal es nur einen Weg zurück gibt: Durch die Höhle! Wieder am Ausgangspunkt angekommen kann man es den Laoten gleich tun und am Ufer picknicken, im klaren Wasser schwimmen oder dort sein Beerlao kühlen.

Epilog:  Laotische Landidylle

Nach soviel Superlativen am Vormittag können wir den Rest des Tages entspannt angehen. Die Kids aus dem Dorf baden im Fluss, Felix wirft die Bambusangel aus, Maria entspannt und ich probiere mich am „Local Hike“ rund um den Karstfels, begleitet von den neugierigen Blicken der trägen Büffel. Klingt nach Klischee, ist aber einfach nur … schee (zumindest die hessischen Leser wissen Bescheid)! In der Nähe gibt es irgendwo eine Quelle, die gegenüber von unserer Hütte in den Nam Hinboum mündet. Die Locals paddeln abends mit Kanistern vorbei um sich mit Frischwasser zu versorgen und verschwinden im Dickicht, neugierige Gäste können sich am Resort ein Kanu borgen und durch den dichten Dschungel hinterher paddeln. Bei uns sieht das leider nicht ganz so elegant wie bei den Einheimischen aus, aber immerhin schaffen wir es, kurz vor Einbruch der Dunkelheit wohlbehalten von unserer Expedition zurückzukehren.

Fazit Tham Kong Lo und Umgebung: Trotz etwas beschwerlicher An- und Abreise ein einmaliges Erlebnis, dass auch den Nachwuchs garantiert nicht unbeeindruckt lässt. Am besten gleich 3 Nächte einplanen, dann klappt das auch besser mit dem Abschalten 🙂

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Olé – wir fahren nach Champasak mim‘ Fahrrad

Ja was ist das denn für ein Titel, die TiMaFes haben wohl zuviel Beerlao konsumiert? Mitnichten, handelt es sich doch um den legendären Refrain, der auf den landschaftlich überaus reizvollen 7 km  von Champasak zu den Wat Phu Ruinen entstanden ist, und der auch heute noch gerne auf Radtouren geschmettert wird. Wer es uns gleich tun möchte: Man nehme die Melodie von Funiculi Funicula und den nächsten Bus über Vangtao  Richtung Pakse!

Wer von Wat Phu noch nichts gehört hat sollte dies schleunigst ändern. Die Ruinen aus dem 11. – 13. Jahrhundert ähneln nicht nur zufällig denen von Angkor Wat in Kambodscha,  einst soll sogar eine Art antiker „Khmer Highway“ die beiden Stätten miteinander verbunden haben. Das Areal ist zwar längst nicht so weitläufig wie der Archäologische Park Angkor, dafür hat man es auch nicht mit den Besuchermassen zu tun. Das Gelände ist somit perfekt für einen Tagesausflug mit dem Radl, das man allerdings wie alle anderen Fortbewegungsmittel am Eingang stehen lassen muss. Seit 2001 darf man sich übrigens auch UNESCO Weltkulturerbe nennen. Genug geplaudert (weitere historische Fakten gibts bei Wikipedia), denn da wir für unseren Ausflug selbstverständlich Kaiserwetter bestellt haben, gibt es erst einmal eine Runde Postkartenmotive:

Am Nachmittag  setzen wir nach kurzer Rast im gemütlichen The View Domizil mit den Rädern auf die Insel Dong Daeng über, die sich „wie ein altes Krokodil mitten im Mekong sonnt“ (frei übersetzt aus dem Lonely Planet – danke dafür).  Wem die an sich schon ziemlich relaxte Kleinstadt Champasak  noch zu hektisch wird, der dürfte hier zwischen Reisfeldern und Büffeln sein Seelenheil finden.  Gastromomie oder Guesthouses sind äußerst rar gesät, wäre da nicht die Edelherberge La Folie Lodge mit großzügigem Pool und Restaurant im Nordwesten der Insel. Pho Bo und Beerlao haben hier natürlich ihren Preis, aber man muss fairerweise gestehen, dass das Süppchen vorzüglich geschmeckt hat. Man kann die 8 km lange Insel auf Feldwegen einmal komplett umrunden, aber da sich ein paar bedrohliche Wolken am Horizont versammeln und auch das Tageslicht langsam entschwindet, müssen wir leider in der Mitte über die Ost/West Piste abkürzen.

Unser Captain vom Hinweg ist zum Glück noch in der Gegend und hat die Pause offenbar genutzt, um sich mit Kokosnüssen einzudecken. Gut so, es gibt nämlich keine regulären Fähren zum Festland und eine Nacht im La Folie dürfte ein nicht unerhebliches Loch in unser Restbudget reißen.  Während wir behäbig über den trägen Mekong zurück zum Ufer nach Champasak tuckern, verziehen sich sowohl die Regenwolken als auch die Sonne. Cooler Tag!

Mehr aus der Rubrik „Radeln auf Reisen“rareis

Drachen, Tiger, Mond und Sterne – Wandern in den Reisterrassen von Ping’an

平安壮寨 haben die netten Mädels im Hostel auf einen Zettel gekritzelt und mir ein Taxi zum südwestlichen Busbahnhof von Guilin geordert, ab hier bin ich auf mich alleine gestellt.  Der Zettel soll mir ein Busticket ins Dorf Ping’an sichern, was alleine schon Assoziationen mit Phantasiewelten à la Avatar weckt.  Dazu gesellen sich noch Reisterrassen in der Umgebung, die auf klangvolle Namen wie Nine Dragons and Five Tigers oder Seven Stars Around The Moon hören.  Zwei Sorgen begleiten mich allerdings auch: Werde ich dort mit den Öffentlichen jemals an- und vor allem wieder zurück kommen, und wie viele andere Mitbesucher sind an diesem Samstagmorgen auf die gleiche Idee gekommen? Massentourismus in China kann nämlich eine durchaus anstrengende Sache sein.

Leaving Guilin

Beide Sorgen erweisen sich erst mal als unberechtigt: Der Bus ist fährt eindeutig in die richtige Richtung und ist gerade mal halbvoll, während sich die Gegend rundherum mit ihren Karstfelsen wie erwartet als echter Hinkucker erweist. Nach über 2 Stunden müssen Fahrgäste mit Ziel Ping’an allerdings auf freier Strecke in einen Minibus wechseln, der schon bessere Zeiten gesehen hat. Am Anfang des Tals sammeln sich die Besuchermassen an einem gigantischen Parkplatz, aber wir dürfen sitzen bleiben, da eine zugestiegene Lady das Geld für den Eintritt direkt im Bus kassiert: Der Chinese von heute zahlt natürlich digital mit WeChat Pay, ich fühle mich mit meinen Yuan Scheinen ziemlich altmodisch. Nach ein paar abenteuerlichen Serpentinen ist man dann schließlich am Ziel, die Busfrau malt mir „15:00“ auf einen Zettel (offenbar der letzte und wahrscheinlich auch einzige Bus zurück), ab hier geht’s dann nur noch zu Fuß weiter.

Ich habe keine Ahnung wohin die Massen vom Anfang des Tals verschwunden sind, hier sind sie zumindest nicht. Im Nachbardorf Dazhai gibt es angeblich ebenfalls faszinierende Reisterrassen und dazu noch eine Gondel, womit man offenbar mehr Gäste zieht (O-Ton eines Chinesen: „Chinese are lazy so that’s why it is popular“). Mir soll’s recht sein! Die Rundwege sind gut (und zweisprachig) augeschildert, der Tourismus hat natürlich seine Spuren hinterlassen, aber allzu große Bausünden bleiben dem Wanderer zum Glück erspart, und auch das kommerzielle Angebot habe ich mir ehrlich gesagt weitaus gruseliger vorgestellt. Die Highlights sind natürlich die Aussichtspunkte auf die Reisterrassen, aber auch sonst ist die Landschaft schön grün abwechslungsreich.

Ein Prospekt frohlockt, dass man auf einem Bergpfad in mehreren Stunden sogar ins benachbarte  Dazhei pilgern kann (die mit der Gondel), was für mich in Anbetracht der frühen Abfahrtszeit leider unmöglich zu schaffen ist. Immerhin reicht es für ein paar einsame Kilometer hinter den Neun Drachen und Fünf Tigern bis ich wieder umkehren muss. Insgesamt hat mir die Ecke um Ping’an auf jeden Fall gut gefallen,  auch wenn für die An- und Abreise mehrere Stunden drauf gegangen sind. Wer ausreichend Zeit im Gepäck hat, plant am Besten eine Übernachtung in einem der Dörfer ein, dann ist man morgens auch unter den Ersten an einem der Viewpoints.

Der Minibus ist auf dem Rückweg ziemlich überfüllt, aber leider auch alternativlos . An der Haupstraße steigt man wieder in den großen Bus Richtung Guilin um (Respekt vorm Timing), und gegen 6 bin ich wieder zurück. Eigentlich genug Programm für einen Tag, aber da ich ja nur das Wochenende habe, leihe ich mir ein Rad und drehe noch eine Runde am Li Fluss, während sich die Sonne langsam aus dem Reich der Mitte verabschiedet. Die Brücke an der Huancheng North Road eignet sich gut für einen Fotostopp, und über die Jiefang East Road gelangt man dann in westlicher Richtung wieder zurück. In Guilin ist jetzt der Bär los, schließlich wollen die Besuchermassen auch nach Einbruch der Dunkelheit mit „kulturellen“ Darbietungen und Mega Lightshows  bespaßt  werden. Das ist durchaus lustig anzuschauen, aber nach einer Weile auch ziemlich anstrengend – der beste Ort zum Beenden des Tages bleibt somit die Dachterasse des  Old Place Int’l Youth Hostels ♥

Mehr Infos: from-longji-pingan-dazhai-to-yangshuo-guilin/

Sidi Kaouki – wo Bretter noch die Welt bedeuten

Eine halbe Autostunde südlich von Essaouira wartet der kilometerlange Strand von Sidi Kaouki auf ambitionierte Surfer und solche die es werden wollen. Wer sich auf dem Brett noch nicht ganz so sicher fühlt, kann alternativ einen Ritt auf einem vergleichsweise wackelfreien Kamel (pardon – Dromedar) riskieren, oder sich auf dem Balkon der hippen Sidi Kaouki Surfstation einen Drink genehmigen.​ Ansonsten gibt es in dieser erfrischend schnickschnackfreien Ecke Marokkos nicht viel zu tun, und das darf auch gerne noch ein Weilchen so bleiben. Gruß an die Welle!

Leser, denen dieser Post gefallen hat, interessieren sich gewiss auch für  Hippiegrüße aus Surfers Paradise ♥

Woanders is auch schön!