Extrablatt zum Jubiläum: Südostasien in 91 Tagen

Der Captain von Tatei gibt das Fazit ab

Genau ein Jahr ist es her, seit wir am 11. Mai 2018 von unserem bislang längsten Familienabenteuer unter dem Motto „It’s now or never“ wieder ins Ruhrgebiet und in den Alltag zurückgekehrt sind: Drei volle Monate on Tour, über 6000 Straßenkilometer, fünf Länder und Grenzübergänge sowie unzählige Busse, Songthaews, Tuk Tuks, Boote und Züge. Und das allerwichtigste: Bis heute nix davon bereut! Zeit für den Routenplaner, bevor die ersten Erinnerungen verblassen …

Alle Etappen im Überblick – unten rechts gehts los


⇒ Die bisherigen „91“ Blog-Artikel in einem Rutsch (für Vielleser)

Etappe 1: Südvietnam – Start im Mekong Delta

Von Deutschland ging es über Saigon / HCMC nach Can Tho im Mekong Delta, wo wir unseren ersten längeren Aufenthalt am Rande der Vorbereitungen für das vietnamesische Tet-Fest hatten (es sollte nicht das letzte Neujahrsfest bleiben). Von dort ging es über Rach Giá  nach Ha Tien, von wo aus wir mit tatkräftiger Hilfe einer älteren Dame  in den Südosten Kambodschas einreisten.  Immerhin fünf schlanke Artikel konnten wir währenddessen noch verfassen:

Etappe 2: An Kambodschas Küste entlang

Über den kleinen Grenzort Prek Chak ging es erst einmal nach  Kep und ein paar Tage später nach Kampot, wo wir uns 2016 schon wohl gefühlt haben. Über Sihanoukville setzten wir über auf die Insel Ko Rong Samloem, von dort ging es weiter in den wilden Westen Kambodschas, wo wir ein paar Tage im Dschungel bei Tatei wohnten, um dann schließlich hinter Ko Kong  nach Thailand einzureisen :

Etappe 3: Ost-Thailands Inselwelt

Die Grenze bei Hat Lek haben wir schnell hinter uns gelassen, nach einer Nacht in Trat ging es dann auf die Insel Ko Kood, bevor wir das Meer erst einmal für eine ganze Weile hinter uns lassen sollten. Nach einer Nacht in Bangkoks legendärem Banglamphu Viertel ging es dann mit Air Asia nach Myanmar (einer von zwei Inlandsflügen, die sich leider nicht ganz vermeiden ließen).  Viele Artikel gab’s nicht, aber so gehört sich das ja auch für eine überaus erholsame Zeit am Meer:

Etappe 4:  More Myanmar

Nach der Landung in Mandalay sind wir erst einmal für eine Nacht nach Monywa übergesiedelt, um dann mit Mandalay als Basis die Umgebung zu erkunden. Es folgte unsere erste Nachtbusfahrt in Myanmar nach Nyaung Shwe am Inle See, wo wir fast eine Woche residierten, um anschließend über Yangon den Golf von Bengalen anzusteuern. 10 sonnige Tage verbrachten wir zwischen Ngwe Saung und Chaung Tha, bevor wir wieder Kurs auf Vietnam nahmen. Über Yangon, Bago und Hpa An ging es bei Myawaddy mit fast voll ausgereiztem Visum über die Grenze nach Mae Sot zurück nach Thailand.

Etappe 5: Nordost-Thailand – einmal mittendurch

Ab Mae Sot hatten wir uns für eine Woche einen Mietwagen gegönnt, um uns auf einem Roadtrip quer durch den touristisch eher unerschlossenen Nordosten Thailands bis zur Grenze nach Laos zu kutschieren. Unterwegs machen wir für jeweils 1-2 Nächte Halt in  Sukothai, Phrae, Nan und schließlich Chiang Khong, von wo aus wir mit dem Slowboat weiter nach Laos tuckern wollten. Wer beim Lesen Lust  bekommen hat: Diese Zwischenetappe ist fast schon akribisch als Myawaddy Mekong Trip dokumentiert 🙂

Etappe 6: Laos – immer am Mekong entlang

Zur laotischen Grenzstadt  Huay Xai gings noch mit dem Bus, von dort weiter in 2 Tagen mit dem Slowboat auf dem Mekong über Pak Beng nach Luang Prabang, wo wir das feuchtfröhliche laotische neue Jahr feiern durften.  Weitere Station auf dem Weg nach Süden: Das „Karstparadies“ Vang Vieng, die Hauptstadt Vientiane, die riesige Höhle von Kong Lor, und noch viel mehr Höhlen rund um Thakhaek.  Die entspannte Provinzhaupstadt Savannakhet markierte schließlich den Abschluss von fast einem Monat in Laos, bevor wir mit dem Bus über den Grenzübergang Dansavan  / Lao Bao zurück nach Vietnam gelangten. Herausgekommen ist eine bunte Artikelmischung:

Etappe 7: Zentral- und Nordvietnam (Finale)

Nach jeweils einer Nacht in Dong Ha und Hue verbrachten wir eine äußert entspannte Woche „under the Coconut Tree“ in An Bang etwas abseits des Trubels rund um Hoi An. Das Ende der Reise rückte jetzt schon schnell näher, aber die letzen 4 Tage in der trockenen Halong Bucht rund um Nin Binh und Tam Coc waren auf jeden Fall ein echtes Schlusshighlight, bevor es mit dem Zug nach Hanoi und von dort zurück nach Deutschland ging. Und hier folgen dann auch die letzten sechs Artikel!

Ninh Binh Episode 2 – zwischen Himmel & Höhle

Im ersten Teil unseres Ninh Binh Berichts hatten wir mit Trang An und Vang Long bereits zwei Hochkaräter am Start, heute wagen wir uns mal an die südlichere Route heran.  Und  weil’s am ersten Abend so schön (anstrengend) war, darf heute mal die gesamte Familie zum Einstieg den Hang Mua Viewpoint erklimmen. Mit seinen kurzen Beinen hat Felix bei den hohen Stufen natürlich ein gewisses Handicap, aber die magischen „Powerbonbons“ (für Eltern: bunter Traubenzucker) wirken bei Gipfelstürmen Wunder, und welches Kind würde nicht einmal dem überdimensionalen Steindrachen links im Bild aus nächster Nähe auf die Zähne schauen wollen?  Unten im Tal kann man den Puls bei einem Höhlenbesuch wieder auf Normalniveau bringen.

Der geheime Garten und die Höhle des Wortschwalls

Wir fahren weiter ins Landesinnere und lassen die überfüllten Bootsanleger von Tam Coc rechts liegen, da wir gestern bereits zu genüge Bötchen gefahren sind. Die Bich Dong Pagode mit ihrem markanten Eingangangsportal zwischen einem See und den steil aufragenden Kartstfelsen nötigt dann aber doch zu einem Stopp, auch wenn es hier je nach Tageszeit auch etwas voller werden kann. Ruhe findet man dafür, wenn man den Weg rechts außerhalb der eigentlichen Anlage herauf und wieder herunter kraxelt, und sich dann in einer Art riesigem einsamen Garten wieder findet. OK, so ganz vereinsamt ist er nicht, da hier ein vietnamesischer Herr ansässig ist, der zwar wirklich kein Wort Englisch spricht, uns aber trotzdem seine Haushöhle zeigen möchte. Etwas mulmig ist uns schon, als wir durch das alte Eisentor marschieren (hoffentlich schließt das keiner von außen wieder zu), unser Guide ist aber immerhin mit einer kräftigen Lampe bewaffnet und redet dabei ununterbrochen auf fast-forward-vietnamesisch, während er mit dem Lichtkegel über die verschiedenen Formationen fuchtelt.  Eine durchaus bleibende Erinnerung 🙂 Ansonsten kann man hier nach Zeit und Laune frei herumwandern und sich vielleicht einfach nur an der Schönheit der Natur erfreuen. Unbeschadet heraus gekommen sind wir natürlich auch und es wurde nur ein überaus angemessener Preis für die Privatführung verlangt…

Hinreichend erfreut rollern wir weiter in Richtung Thung Nham Bird Garden, wobei die Bezeichnung etwas irreführend ist, da es sich um einen üppig dimensionierten Park handelt, den man kaum an einem Nachmittag komplett erkunden kann. Den Roller muss man draußen stehen lassen, im Park kann man sich allerdings Räder leihen – ein Angebot, dass wir rückblickend besser in Anspruch genommen hätten, weil die Wege wirklich weit sind.  Das Angebot ist wohl eher auf größere Besucheranstürme ausgerichtet, aber als wir am Ende des Parks in der Welt der Vögel ankommen, begegnen wir allenfalls einer Hand voll Leute an der Aussichtsplattform. Jetzt ist Ornithologie natürlich auch nicht jedermanns Sache (auch unsere Leidenschaft diesbezüglich hält sich in Grenzen), aber schon die ansehnliche Landschaft rechtfertigt einen Besuch, und die gefiederten Bewohner scheinen sich hier auch sichtlich wohl zu fühlen und brüten fleißig – sie könnten ja auch sonst auch einfach woanders hinfliegen 🙂

Zwischen Himmel und Hölle

Tja, an Höhlen mangelte es uns an diesem Tag gewiss nicht, aber  wenn die Vai_Gioi_Höhle schon mit so einem vollmundigen Schild wirbt, muss man natürlich mal rein schauen. Die 439 Stufen sind übrigens nicht Teil der Hölle, sondern noch vor dem Betreten des Höhleninnerens zu erklimmen. Den Aufstieg in den Himmel kann man durchaus als abenteuerlich bezeichnen, dafür gibt’s zur Belohnung eine hübsche Aussicht in den Park (leider hinter Gittern). In der Hölle findet man dafür die eindrucksvolleren Stalagniten und Stalaktiten. Auch hier sind wir überrascht, dass sich außer uns kaum ein anderer Höhlenforscher trotz guter Beschilderung hierher verirrt hat . Vielleicht lag’s ja an den 439 Stufen. Damit haben wir unsere Eintrittsgebühr von etwa 10 Euro ausreichend ausgenutzt und auch der Tag neigt sich dem Ende zu.

Radler mit Aussicht

An unserem letzten vollen Tag in Ninh Binh lassen wir es mal etwas ruhiger angehen. Luong (der Hausherr des An Phu Homestays) borgt uns seine Räder und wir radeln unter anderem am Sông Sào Khê Fluss entlang. Nach zwei ergiebigen Rollertouren kennen wir uns in der Gegend inzwischen ein bisschen aus, und so wussten wir zum Beispiel auch, dass das Resort neben dem Trang An Eco Homestay einen adretten Pool mit Hammer Aussicht hat. Der ist natürlich eher den eigenen Hausgästen vorbehalten, aber gegen eine kleine Gebühr (vielleicht war’s auch nur der Konsum zweier Bierchen) durften wir unsere Mittagspause hier verbringen – sehr zur Freude von Felix, der somit kurz vor Ende unserer Reise zumindest noch einmal in den Genuss des Planschens bei tropischen Temperaturen gekommen ist. Morgen geht es nämlich mit dem Zug weiter nach Hanoi (zum Bericht),  und bereits einen Tag später zurück in die Heimat. Ninh Binh hat sich auf jeden Fall als würdiger „Kurzurlaub“ zum Abschied aus Südostasien erwiesen. Sicherlich auch kein schlechter Ort um einen Vietnamurlaub erstmal ruhig angehen zu lassen nach der Landung in Hanoi. Nette Leute, beste Lage – wir kommen wieder, keine Frage!

Ninh Binh Episode 1 – manche mögen’s trocken

Zeit für einen kurzen Zeitsprung zum Einstieg: Wir schreiben das Jahr 2011, Maria und Till sind gerade zum ersten Mal in Vietnam unterwegs und bestaunen die naturgegebenen Schönheiten der Halong Bucht. Die kennen in der Leserschaft sicher alle, weil sie entweder selber schon mal dort waren, oder zumindest in der einschlägigen Fernwehpresse darüber gelesen und anschließen gesagt haben: „Da will ich mal hin“! Und auch wenn es viele andere auch wollen – man sollte da wirklich mal hin und sich einfach 1-2 Nächte auf einer Dschunke durch die Karstfelsen schippern lassen, nichts tun und staunen. Dabei handelt es sich aber auch um eine relativ passive Angelegenheit, und schon damals hörten wir von der Existenz einer „trockenenen Halong Bucht“, die ebenfalls unfassbar schön sein soll,  und die man zudem auch zu Lande erkunden kann.  Einst war dazu leider keine Zeit mehr, 7 Jahre später ist der Ort zwischen Hue und unserem finalen Ziel Hanoi allerdings der perfekte Abschluss-Stop unserer langen Reise durch Südostasien! Anfang Mai ist es zwar schon ganz schön heiß, aber vom Regen bleiben wir tagsüber verschont und schön grün ist es auch überall.

Nix wie hin nach Ninh Binh

De Zoch kütt … früher oder später

Zurück in der Gegenwart: Am besten (aber auch am gemächlichsten ) reist man preiswert mit dem Zug an, der Wiedervereinigungsexpress hält mehrmals am Tag  (zum Fahrplan). Wer am Hanoi Airport ankommt, kann sich auch überlegen, von dort direkt einen privaten Transfer zu buchen. Vor allem als Familie ist das preislich nicht uninteressant, zumal man sonst erstmal in die Hanoier Innenstadt zum nächsten Bahnhof reisen muss. Wir haben beides ausprobiert (Transfer über HTS hin, Zug zurück mit anschließendem Bummel in Hanoi) und waren beide Male zufrieden. Die weitaus schwierigere Frage : Wo wohnt man denn hier bitte schön? Die Auswahl scheint schier endlos und deckt alle Preiskategorien von Sparfuchs bis Luxus ab, wem Ninh Binh zu „urban“ ist der findet auch im Umland zig Unterkünfte . Besonders beliebt sind kleinere Homestays und Guesthouses, bei denen man auch nicht zwingend mit der Familie auf dem Sofa wohnen muss. Wir hatten zum Beispiel im An Phu Homestay einen gemütlichen kleinen Bungalow im Garten der Familie am westlichen Ende der Stadt:

Die Berge rufen …

Aber man kommt natürlich nicht nach Ninh Binh, um im Garten herum zu lungern. sondern um die Gegend zu erkunden. Und da gibt es allerhand zu sehen! Ein Fahrrad sollte es schon sein, weil die Wege zu Fuß einfach zu weit sind, für größere Distanzen (oder größere Schlappfüchse) bietet sich ein Roller an. Unser Hausherr ist mit Zweirädern ganz gut ausgestattet, und leiht uns später sogar das Rad seines Sohnes, der ungefähr so alt wie Felix ist. Ein Muss ist schon mal ein Besuch des Hang Mua Viewpoints links oben im Bild. Die steilen Stufen nach oben bringen einen zwar ganz schön ins Keuchen, aber der Ausblick über die Karstfelsen auf den Ngo Dong Fluss ist wirklich einzigartig. Unten schippern die unzähligen Ausflugsboote aus Tam Coc wie kleine Ameisen durchs Tal – ein Geheimtipp ist die Region natürlich auch schon lange nicht mehr, aber da man Route und Zeiten individuell planen kann, ist es auch nicht allzu schwer, den Massen zu entkommen.

Leinen los!

Zumindest eine Bootstour wollen wir auch mal mitmachen,  und aufgrund des besseren Feedbacks ist die Wahl auf Trang An gefallen. Gleich zu Anfang muss man sich für eine der Routen entscheiden, die sich in der Anzahl der besuchten Höhlen und Tempel unterscheiden. Es geht los wenn das Boot voll besetzt ist, mitpaddeln ist erlaubt, aber nicht zwingend notwendig. Die Kapazitäten sind eindeutig für größeren Ansturm ausgelegt, wir haben wahrscheinlich Glück, dass kein Wochenende ist und im Mai wohl auch nicht gerade Hochsaison in Vietnam herrscht. Der Andrang an den besuchten Tempeln und auf dem Wasser hält sich auf jeden Fall im Rahmen, durch die Höhlenabstecher und „Landausflüge“ bleibt die Sache auch für Kinder spannend, die sich sonst an landschaftlichen Schönheiten für gewöhnlich etwas schneller satt sehen. Dazu passt auch der leicht skurrile letzte Stop: Ein kurzweiliger Halt am Drehort der Abenteuer-Schmonzette Kong: Skull Island, auch wenn man den Film wohl nicht zwingend gesehen haben muss (zur Kritik „Ewig lockt das Gestrige“ 🙂

Genug organisierte Bespaßung – wir rollern auf unserem An Phu Mobil weiter durch die Karstwelt und machen einen weiteren Stop an den Überresten der alten Kaiserstadt Hoa Lu,  wo man schön umherspazieren kann. Unser eigentliches Ziel des Nachmittags liegt aber noch deutlich weiter draußen: Das Vang Long Nature Reserve! Auch hier gibt’s Berge und Wasser (von wegen „trockene“ Halong Bucht), aber das Reservat hebt sich landschaftlich doch deutlich von Trang An ab. Auch touristisch ist hier alles noch etwas weniger entwickelt, und am Bootststand herrscht bei unsere Ankunft erst einmal Siesta. Nach einem üppigen (und spottbilligen) Lunch im Ort findet sich dann doch eine geschwätzige Dame, die uns auf einem der Holzboote durch die Landschaft paddelt. Unterwegs erhaschen wir tatsächlich einen Blick auf die seltenen wilden Panda-Languren, die buchstäblich mit einem Affenzahn über die schroffen Steilwände flitzen. Für ein scharfes Foto war die Entfernung (und die Überraschung) leider zu groß, das müsst ihr uns jetzt einfach mal so abkaufen.

Tja, und dann neigt sich der Tag dann auch schon wieder zügig dem Ende zu. Die gewaltige Bái Đính Pagoda, auf der wir auf dem Rückweg vorbei fahren, hat bereits dicht gemacht, aber dafür finden wir rechtzeitig in der Nähe von Hoa Lu vor Sonnenuntergang noch einen Viewpoint  . Der Name ist uns leider entfallen (evtl. King Dinh?), von der Straße aus ist der recht abenteuerliche (aber offenbar frisch renovierte) Aufstieg allerdings kaum zu übersehen!

In der zweiten Episode bekommen wir es mit steinernen Drachen zu tun, entdecken den verborgenen Garten von Bich Dong, versuchen uns im Bird Valley als Hobby-Ornithologen, und pendeln in einer einsamen Höhle zwischen Himmel und Hölle. Bleibt  am Ball!

Savannakhet – Dinos, Seen und Grenzerfahrungen

Nach Savannakhet zieht es nicht allzu viele Laos-Touristen: Wer in den Süden will, der startet meist weiter unten in Pakse, für die Nordfraktion ist in der Regel spätestens in Vientiane Endstation. Richtig spektakuläre Highlights gibt es hier zugegebenermaßen keine,  dafür entspanntes Lao Life fernab vom Massentourismus, und ein durchaus spannendes Umland, das man bequem mit dem Roller erkunden kann. Nicht zu vergessen: Hier entspringt auch der Highway 9, der sich einmal quer durchs Land bis zur vietnamesischen Grenze Dansavan / Lao Bao schlängelt, und uns nach vielen Wochen im Inland endlich zurück ans (südchinesische) Meer führen soll.

Da geht doch noch mehr …

Die Reise startet in Thakek mit verhaltener Freude: Es handelt sich um einen richtigen Bus, und keiner muss auf dem Gang sitzen. Solche Kapazitäten dürfen natürlich nicht ungenutzt bleiben, und so halten wir nach ein paar Kilometern Zuckelei gleich wieder auf einem Platz hinter der Stadt, woraufhin ein paar flinke (und später keuchende) Laoten anfangen, die freien Flächen mit tonnenweise Linoleumbodenrollen (?) zu füllen. Der schwächliche Bus ist daraufhin noch träger als vorher, aber immerhin bleiben wir bis Savannakhet  vor weiteren Überraschungen verschont.
Das Mekong Städtchen ist uns auf Anhieb sympatisch, denn hier sind nicht nur die Katzen entspannt. Die französischen Einflüsse sind nach wie vor unverkennbar, auch Nico, seines Zeichens Hausherr der putzigen Villa Vivanouk, ist Franzose. Das hört man ihm zwar an, aber seine relaxte Art ist wiederum typisch laotisch. Um dieses Stadium zu erreichen müssten wir noch ein Weilchen in Asien herum reisen, oder einfach mal irgendwo hängen bleiben 🙂

Zu den Einrichtungen, mit denen man in Laos vielleicht nicht unbedingt rechnet, zählt zweifelsohne ein Dinosauriermuseum – das Exemplar in Savannakhet ist dann wohl auch das Einzige seiner Art und eine willkommene Abwechslung für Felix, auch wenn man natürlich keine Multimedia Show oder sonstigen Firlefanz erwarten darf. Ansonsten lässt man sich am besten zwischen der Mekong Uferstraße und dem Nachmarkt vor der katholischen Kirche treiben. Randnotiz: Hier verhungert garantiert keiner!

Am Wasser gebaut – Rollertrip ins Umland

Dass Savannakhet nicht allzu touristisch ist merkt man auch daran, dass es gar nicht so einfach ist, hier einen Rollerverleih zu finden. An einer der eher belebten Hauptstraßen (Sisavangvong Rd?)  werde ich schließlich fündig. Eine schöne Tour führt erstmal raus zum Bungva See, an dem sich ein paar einfache Kneipen niedergelassen haben. Die Terrassen aus Bambus ragen bis in den See rein, Seerosen und Frösche gibts gratis dazu.  Weiter geht’s zum Heilgtum That Ing Hang, dessen Stupa man schon aus der Ferne erkennen kann. Hier gibt’s allerhand zu besichtigen, und auch wenn es sich laut Reiseführer um „eine der bedeutensten Pilgerstätten des Landes“ handelt, hält sich heute der Besucherandrang in Grenzen. Uns zieht es anschließend in nördliche Richtung zum Lom See. Den fahrbaren Untersatz sollte man außerhalb des Waldes abstellen, es gibt zwar auf Maps.me einen Pfad Richtung See, der sich aber zunehmend im Dschungel verflüchtigt – Wandern macht da deutlich mehr Laune. Die Makaken und Pythons (!), die hier angeblich im Dickicht hausen, ließen sich übrigens heute nicht blicken. 

Persönliches Highlight war der südöstlich gelegen Tao (=Schildkröten) See, den wir am späten Nachmittag erreichen. Am Westufer lockt ein Restaurant mit großzügigen Hütten, die auf einem Seerosenteich mit Planken verbunden sind. Stilvoller kann man sein Beerlao nicht konsumieren, spottbillig ist der Laden noch dazu. Zu Essen gibt es am Nachmittag nichts, aber ein paar Snacks haben wir zum Glück immer dabei. Tja, und viel mehr Stops sollte man an einem Tag bei gemütlichem Tempo eigentlich auch gar nicht unterbringen. In Savannakhet kann man abends noch einen der Wats besuchen (z. B. Wat Xaiyamoungkhoun südlich des Nachtmarktes), oder der Mekong Uferstraße weiter in südlicher Richtung folgen, wofür uns aber leider die Zeit fehlt.

Bye bye Laos, Hello Vietnam

Eine Nacht mehr hätte es schon ein können … aber wir wiederholen uns 🙂 Auf geht’s zum vorerst letzten Busabenteuer auf laotischem Boden: Der internationale Bus über den Lao Bao Pass und Đông Hà  nach Huế in Vietnam. Die Karten hatte ich schon am Vortag erworben und so bekommen wir gute Plätze relativ weit vorne, was bei Kurvenfahrten nicht ganz unerheblich ist. Die meisten mitreisenden Hühner nehmen im Gepäckfach unten Platz, und zumindest Teile des Buspersonals sprechen etwas Englisch. Etwas mulmig ist uns aber trotzdem, vor allem ob das mit dem Grenzübertritt so alles so reibungslos klappt. Ein Visum haben wir nicht im Pass, da wir in knapp 2 Wochen über Hanoi wieder ausreisen und auch das Rückflugticket parat haben und deutsche Staatsbürger (Stand 2018) bis zu 14 Tage visumfrei im Land bleiben dürfen. Das gilt theoretisch auch für Grenzen über Land, aber die Formalitäten ziehen sich trotzdem hin, da dieses Wissen offenbar doch nicht überall präsent ist. Als die überwiegend laotischen Mitreisenden schon alle abgefertigt sind, und auch der Bus mit unserem Habseligkeiten schon die Grenze passiert hat werde ich langsam nervös, aber schlussendlich kommt dann doch 3x das erlösende „TschakTschak“, mit dem der Einreisestempel auf den Pass trifft.

Der Bus lässt uns außerhalb von Đông Hà an einer Tanke heraus, um weiter nach Huế fahren – rückblickend wären wir wahrscheinlich am besten auch einfach durch gefahren, aber beim Zeitpunkt der Buchung erschien mir die Gesamtfahrzeit einfach zu lange, zumal man ja durchaus mal 25% mehr Zeit einkalkulieren muss.

Schwimmen am Cam-Lo River

Macht aber nix, der Tankwart ruft uns ein Taxi, wir quartieren uns für eine Nacht im Sai Gon Dong Ha Hotel ein (nicht gerade hübsch, aber mit hübschem Pool und Zimmer mit Aussicht über den Fluss) und fahren am nächsten Tag mit dem Zug weiter. Der letzte Abschnitt unserer 91 Days kann beginnen!

Weiter gehts mit TiMaFe in Vietnam:

 

Luang Prabang – der Asia-Salat für Einsteiger

Zugegeben: Ein Kresse Anzucht Set  aus der „Kaffee-Ecke“ gehört nicht zu den wirklich essentiellen Dingen im heimischen Haushalt und bedarf schon einer gewissen Rechtfertigung. Aber dann fiel mir flugs der Luang Prabang Salat und dessen wichtigste Zutat ein, und so landete das gute Stück dann doch im Einkaufswagen.

Nach eine knappen Woche stand dann auch schon die erste Ernte an, und auch die restlichen Zutaten waren schnell geschnibbelt. Der Luang Prabang Salat zeigt sowohl optisch als auch im Hinblick auf die Zutatenliste deutlich europäische Züge, für den exotischen Touch sorgen aber immerhin Fischsauce, Koriander und  Minze. Damit eignet sich das Modell auch hervorragend für Asia-Salat Neulinge, denen Papaya, Laab und Konsorten entweder zu spicy oder schlichtweg zu unkonventionell sind.  Das detaillierte Rezept findet man bei asiastreetfood.com, viel verkehrt machen kann man eigentlich nicht. Und falls das Kresse Anzucht Set gerade aus ist: Zur Not tut es auch die Variante vom Gemüsehändler um die Ecke 🙂

Höhlencheck rund um Thakhek – Der Miniloop

Mit Thakhek  mussten wir erstmal warm werden, was wohl größtenteils der mehrstündigen Anfahrt aus Kong Lo auf der Pritsche eines ziemlich gut gefüllten Songthaews geschuldet war.  Nach über 2 Monaten auf Achse in Südostasien sind wir ja durchaus bescheiden in unseren Anforderungen geworden, aber in Bezug auf gefühlte Sicherheit und Komfort und war dieser Trip sicherlich der bisherige Tiefpunkt – leider gibt es außer teuren Privattransfers auf der Route aber auch wenig Alternativen. Felix sagt sich als erster „Schwamm drüber“, als wir an einer gut besuchten Hüpfburg am Nachtmarkt vorbeikommen, der auch ansonsten ziemlich sympathisch ist. Die Streetfood-Auswahl  ist verlockend, die Preise konkurrenzlos niedrig. Dahinter treffen wir später unseren alten Kumpel Mekong wieder, der auf dem Weg gen Süden deutlich zugenommen hat, und in der Ferne schimmern die Wats von Nakhon Phanom auf der Thai Seite. Vielleicht ist Thakhek ja doch ganz nett ?!?

Es muss ja nicht immer *der* Loop sein …

Wer sich mit der Reisedestination Thakek beschäftigt, stolpert früher oder später zwangsläufig über „den Loop“.   Der Legende nach hat Ende der 90er Jahre ein abenteuerlustiger Herr namens Enjar mit seinem Moped zum ersten Mal die über 400 km lange Nord-Ostschleife über Lak Xao und Khoun Kham zurück nach Thakek bewältigt. Wer den heutigen Zustand von Nebenstraßen in dieser Region kennt, kann sich ungefähr ausmalen, was für ein Holpertrip das vor 20 Jahren gewesen sein muss. Ein Abenteuer ist das Ganze auch sicher auch jetzt noch, aber dank Lonely Planet und Co. ist die Route zumindest deutlich populärer geworden. Ich gebe gerne zu, dass mich der Trip auch reizen würde, aber die mehrtägige Reise mit Familie und Gepäck auf einem Roller anzugehen ist schlichtweg keine Option, gewissermaßen nicht mehrheitsfähig. Und so beschränken wir uns mit leichtem Gepäck auf die Pisten und Höhlen im Umland, die sich durchaus sehen lassen können …

Bereits wenige Kilometer hinter Thakek gehts zum Aufwärmen rechts vom Highway 12  in die Pampa, wo es die Tham Xang Höhle zu erkunden gilt. Die Höhle ist gut durch Steintreppen erschlossen, die zudem mit Gebetsfahnen geschmückt sind – somit kann eigentlich auch für Einsteiger nix schief gehen.  Links der Hauptstraße auf Höhe der alten Eisenbahnbrücke (die zugehörige Bahn wurde nie fertiggestellt) führt eine nette Piste zur Tham Pha Fa Höhle, besser bekannt als Buddhahöhle.  Hier finden sich hier 229 Buddha Statuen, die schon einige Jahrhunderte auf dem Buckel haben, aber erst vor 15 Jahren entdeckt wurden. Der Eingang ist knapp bemessen, das Ambiente driftet  leicht ins Kitschige, und Fotos sind tabu – trotzdem rechtfertigt alleine das herrliche Umland die Anreise.

Tham Xieng Liap –  Ab durch die Mitte

Wir fahren zurück auf dem Highway 12 immer weiter in Richtung Vietnam, wo das nächste Highlight nicht lange auf sich warten lässt: Die Tham Xieng Liap kann man je nach Wasserstand und Mut komplett durchqueren, Stirnlampe und kletter- wie wasserfeste Sandalen sollte man allerdings schon am Start haben. Für Kinder ist das natürlich ganz großes Kino, je nach Stand der Sonne erfreuen dann mit etwas Glück noch schicke Spiegelungen das Fotografenherz,  und schwimmen kann man im (relativ) kühlen Wasser auch. Wem die Kraxelei in der Höhle nicht genug ist, kann vom Hinterausgang der Höhle zum Green Climbers Home durchmarschieren und von dort aus seine vertikalen Grenzen ausloten … oder einfach nur schöner wohnen!

Zum Ausklang bietet sich noch ein Abstecher zum nahe gelegenen Tha Falang See (eine breite Stelle am Fluss) an.  Hierhin haben sich die Franzosen angeblich während der Kolonialzeit zur Erfrischung zurück gezogen, das klappt auch über 80 Jahre später noch ganz gut. Proviant sollte man dabei haben da es keine Verkaufsstände gibt, und man munkelt das das Befahren der Piste währen der Regenzeit keine so gute Idee ist.

Tagesbilanz: Die Umgebung hat so einiges zu bieten, und als Tages-Tourer können wir sogar mehr Zeit zum erkunden investieren da wir ja abends gemütlich ins schon bezogene Zimmer zurückkehren. Die Pizza am Fluss ist auch erstaunlich lecker – da steigt die Vorfreude auf die nächste Runde!

Für den zweiten Tag unseres Höhlenloops haben wir uns die etwas abgelegenere Tham Pha Chan herausgesucht. Die erste Herausforderung kommt allerdings schon mitten in Thakek: Polizeikontrolle hinter einer belebten Kreuzung, herausgewunken werden wohl vorzugsweise ausländische Mopedfahrer, an denen in und um Thakek kein Mangel herrscht. Also immer schön dran denken, dass auch in Laos Helmpflicht für alle Mitfahrer gilt, der internationale Führerschein dabei sein muss, und die heimische B Klasse (der Ü40 Generation besser als „Dreier“ bekannt) zumindest auf dem Papier nur bis 50 ccm gilt  – so wenig Hubraum trifft man in Südostasien eher selten an.

Mitten durch den Karst und immer der Nase nach

Der Weg ist zunächst der gleiche wie zur Buddhahöhle, zweigt dann aber in nord-östliche Richtung ab. Die Maps.me App erweist sich mal wieder als guter Begleiter, wer nur eine der meist handgekritzelten Karten dabei hat, kann schnell die Orientierung verlieren. Irgendwann passieren wir das Dörfchen Ban Nase, das sich aufgrund seines markanten Namens eingeprägt hat, dann verschwimmen die Erinnerungen. Die letzte Etappe sind weit verzweigte Sandwege auf einer Art Wiese, aber immer auf die Bergwand zuhalten erweist sich als gute Idee. Irgendwann verschwindet der Pfad in einem dunklen Schlund und wir sind am Ziel!
Im Eingangsbereich wird man zur Linken von einem Buddha auf einem Plateau begrüßt (daran erkennen wir dass wir in der richtigen Höhle gelandet sind, denn der ist auch in unserem Loose beschrieben), dann geht es mit etwas Kraxelei über Planken weiter ins Innere. Ohne nasse Füße geht es auch hier nicht, aber zumindest müssen wir zu keinem Zeitpunkt schwimmen. Am anderen Ende sollte man nicht gleich umkehren sondern ruhig etwas die trotz Trockenheit erstaunlich grüne Gegend erkunden. Ein Fluss speist ein breites Becken in dem man gut planschen kann, es gibt eine keine Sandbank, und weit und breit kein Mensch in Sicht.

Für den Trip zur Tham Pha Chan mit anschließendem Dschungel Relax Programm kann  man gut und gerne einen halben Tag einplanen, so dass uns nur noch Zeit für einen letzten Höhlenbesuch bleibt. Die Wahl fällt auf die touristisch gut erschossenene Tham Nang Aen, da hier zumindest die gut ausgeschilderte Anfahrt berechenbar ist. Andrang herrscht auch hier keiner, aber der Parkplatz und das Gastronomieangebot  lassen erahnen, dass hier auch gerne mal größere Tourgruppen durchgeschleust werden. Die Dimensionen der gut ausgebauten und an vielen Stellen bunt illuminierten Höhle sind durchaus beeindruckend, die Boote die weiter durchs Innere schippern haben allerdings aufgrund der späten Stunde schon Feierabend. Hinter uns wird das Licht ausgemacht, da haben wir den Tag also bis zuletzt gut genutzt!

Tagesbilanz: Morgens Indiana Jones, Abends eher Disneyworld, unterm Strich ein kurzweiliger Tag, den wir mit einem zünftigen Abendessen im Smile Boat über dem Mekong beenden. Daumen hoch, Thakek! Morgen gehts schon wieder weiter mit dem Bus nach Süden in Richtung Savannakhet – hoffentlich ist es dieses Mal ein richtiger 🙂

Auch mal nett: Ko Samet

Bangkok hat eigentlich für jeden etwas zu bieten, lediglich Strandliebhaber kommen nicht wirklich auf ihre Kosten. Die meisten Sonnenhungrigen verziehen sich dann auch gleich per Inlandsflug oder Fernbus Richtung Golfküste oder gleich nach Phuket / Krabi.  Wer aber eigentlich ganz andere Pläne hat und nur nach der Landung ein paar Tage am Meer herum lungern will, muss gar nicht soweit in die Ferne schweifen oder den Flughafen wechseln: 2-3 Taxistunden vom Flughafen Suvarnabhumi entfernt liegt der Hafen Ban Phe, von dort kann man auf die Insel Ko Samed übersetzen. Und die stellen wir jetzt mal vor …

Birken die wirken: Stopover in HEL

Viele Weg führen nach Bangkok, Finnland hat man dabei vielleicht nicht unbedingt auf der Liste. Ist das nicht ganz oben im Norden, wo die Einwohner so viel Zeit in der Sauna verbringen und lustig reden? Stimmt so, trotzdem ist es auf der sogenannten Nordroute nach Thailand nicht wirklich viel weiter als zum Beispiel über die arabische Halbinsel. Finnair will sich hier offenbar als Drehkreuz-Alternative etablieren und lockt mit mitunter günstigen Preisen, wir haben’s probiert und können uns eigentlich nicht beschweren. Vor allem der Zwischenstopp am  Airport Hesinki erweist sich als überaus entspannend: Birkenbäume, Fototapeten mit Booten auf einsamen Waldseen, ein Kinderspielplatz sowie ein leicht verrückter Herr namens Ryan Zhu, der es sich zum Ziel gesetzt hat, 30 Tage (!) in einem putzigen Häuschen mitten im Transitbereich zu verbringen (zur Story). Inzwischen dürfte er wieder ausgezogen sein.

Weil wir möglichst noch am Ankunftstag auf die Insel wollen  haben uns vorab über die Seite taxikosamed einen Transfer direkt vom Flughafen bis Ban Phe organisiert. 2000 Baht (derzeit ca. 54€) kostet der Spaß im Privatmobil – geht sicher auch billiger, aber für Familien frisch nach der Landung durchaus ein guter Deal und gewiss angenehmer als die berüchtigten Kamikaze Minibusse. Die Fähre ist eher ein Kutter, der auch die Versorgung der Insel mit übernimmt, kostet dafür nicht viele Baht, und eine gute halbe Stunde  später haben wir bereits festen Inselboden unter den Füßen!

Darf’s ein bisschen Meer sein?

Vom eher hässlichen Nadan Pier im Norden bis zum Hauptstrand Sai Kaew Beach ist es nicht wirklich weit, und wer nicht zwingend vom Bett direkt ins Meer fallen muss, findet an der Straße Unterkünfte zu fairen Preisen. Am Wochenende kann es dann etwas voller werden (die Nähe zu Bangkok und Umgebung ist natürlich kein Geheimnis), aber bis runter zum Südzipfel  gibt es auch noch zig Buchten mit teils luxuriösen Resorts, aber auch einfacheren Hütten. Da die Insel auf meiner Karte ohne Maßstab einen überschaubaren Eindruck macht, miete ich mir erst einmal selbstbewusst ein Mountain Bike, während Maria und Felix den Hauptstrand ausloten. Die Überraschung lässt nicht lange auf sich warten, denn das Höhenprofil ist nicht zu verachten, vor allem auf den letzten Kilometern zum Kap kommen Zweifel auf, ob ein Roller nicht doch die bessere Wahl gewesen wäre 🙂 Der sportlich motivierte Leser sollte sich an dieser Stelle allerdings nicht entmutigen lassen, bei einem Singha am Strand sind die Anstrengungen nämlich schnell vergessen, und im Prinzip ist das Mountainbike das optimale Vehikel zum Erkunden der Insel, zumal viele Zubringerstraßen zu Meeresbuchten eher Trampelpfaden gleichen. Abends landen wir eher zufällig am Ao Phrao Beach im Nordwesten der Insel, wo offenbar die etwas besser betuchten Inselgäste residieren. Für ein Dinner am Strand reicht unser Budget aber noch, dafür gibts Thai Curry frisch aus der Kokosnuss – wenn das mal kein Ausklang ist.

Hauptsache es rollt – Land unter in Ban Na Dan

In der nächsten Nacht meldet sich erst einmal der Monsun mit Nachdruck wieder zurück. Wir kennen Thailand ja eher aus der Trockenzeit, jetzt sind wir auch mal hautnah dabei, wie sich ganze Straßenabschnitte plötzlich in Teiche verwandeln. Die einheimischen Thais nehmen es gelassen, sie sind wahrscheinlich deutlich größere Wassermassen gewohnt, und auch die Wattiefe der Roller scheint unbegrenzt zu sein, wenn man nur fest genug daran glaubt. Wir sind zumindest merklich erleichtert, als sich die düsteren Wolken langsam lichten und wir uns mit dem Roller noch einmal die Strände an der Südwestküste zwischen Ao Nuan und Ao Wai vornehmen können.

Auch am Wat Koh Samet  und in Na Dan selbst (dem einzigen Dorf der Insel) kann man gut ein paar Stunden verbringen. Morgens brutzeln die Streetfood Grills besonders fotogen, es gibt ein paar putzige Cafés, und der Übergang zwischen originellen Souvenirs und Nippes ist natürlich wie immer fließend. Wirklich hübsch ist der Ort zwar nicht, aber bedenkt man wie viele Touristen tagtäglich anlanden und wieder verschwinden, hat er sich zumindest noch einen Hauch von authentischem „Thai Life“ bewahrt. Ko Samet hat somit einen guten Eindruck bei uns hinterlassen: Definitiv familientauglich, die Strände können sich durchaus mit den Platzhirschen im Süden messen, und zumindest unter der Woche im Oktober kam uns die Insel nicht überlaufen vor.  In der Nähe in Richtung Rayong liegt übrigens auch der militärisch wie zivil genutzte U-Tapao Airport, von wo aus zum Beispiel auch AirAsia und Nok Air abheben.

Woanders is auch schön!