Kambodscha Vietnam R’n’R – Routenplaner und Résumé

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Für Eilige

Tour-Tagebuch mit Links zu den einzelnen Blog Artikeln

Eine Stadt und ihr Bier Nach der langen aber halbwegs entspannten Anreise über Dubai nach Vietnam rockten wir erstmal ein paar Tage Phú Quốc around the clock, erkundeten auf der Tour de Quốc den Norden von Vietnams größter Insel, lagen vor Bãi Sao mit reichlich Sand in Sicht  in der Sonne, gondelten nach Rückkehr aufs Festland durchs Mekong Delta in das gemütliche grenznahe Städtchen Châu Đốc, passierten bei Vinh Xuong auf dem Mekong die Grenze nach Kambodscha , lernten mit einer Horde hochmotivierter Mitradler  Phnom Penhs relaxte Seite beim Inselhopping auf dem Mekong kennen, fuhren weiter westwärts auf der N5 entlang nach Battambang, betrieben ausgiebiges Wat-Wandern im Battambanger Tempeldreieck, ratterten mit der legendären Bambusbahn durch die Battambanger Provinz, bezogen anschließend Quartier in Siem Reap, staunten hinter Roluos nicht schlecht über das Schwimmende Dorfleben bei Kâmpóng Khleang, rollten auf E-Bikes mit 53Volt eine Runde durch den archäologischen Park Angkor , tuktukten auf dem Grand Circuit vorbei an Phnom Bakheng und anderen spannenden Tempeln, eilten von Sieam Reap bis Sihanoukville der Sonne hinterher, machten einen dreitägigen Abstecher ins Paradies auf Koh Rong, jagten dort den legendären Adventure Adam an Stränden und in Kneipen, schipperten mit Schnorchel und Angelschnur von der Pagodeninsel bis zum Long Beach , nahmen die total relaxte Chilloutfähre nach Sihanouk von wo aus wir weiter mit einem transportfreudigen Taxi nach Kampot tuckerten, genossen dort das schmackhafte Tagesmenu à la Kampot mit Riesendurians, Betonkrabben, Elefantenhöhlen und ordentlich Pfeffer drauf, erklommen mit unserem tapferen Roller den Bokor Hill und genossen auf dem Teuk Chhou das Ende eines langen Tages, reisten über Phnom Penh noch flugs nach Thailand um die Reise mit Siam Boran (einer Runde Bangkok auf Rädern) gebührend zu beenden, bevor es über Dubai zurück in die Heimat ging.

Fazit

IMG_4134_backpackerferryDas Hauptproblem war mal natürlich mal wieder: Wie plant man eine Route dreieinhalb Wochen durch Südostasien (mehr Zeit war nicht drin), ohne von einem Stop zum nächsten zu hetzen, aber auch ohne all zuviel Spannendes auf dem Weg zu verpassen? Es läuft natürlich wie immer auf einen Kompromiss hinaus, zumal wir dieses Mal mit Vietnam, Kambodscha und Thailand gleich 3 spannende Länder am Start hatten! Aber rückblickend würden wir eigentlich keine der Stationen missen wollen, und der Stress für die Transfers hielt sich weitgehend im Rahmen – komplett ohne Inlandsflüge wäre es allerdings zeitlich zu knapp geworden!

Welcome to CambodiaDie Visumsfreiheit für Vietnam für deutsche Staatsbürger (bis 15 Tage und im Moment noch befristet bis Juni 2017) ist auf jeden Fall eine super Sache, da man so einen kürzeren Aufenthalt in Vietnam ideal mit einem Trip nach Laos oder Kambodscha kombinieren kann. Auch die Einreise „über Wasser“ von Vietnam nach Kambodscha war definitiv eine spannende Alternative. Aufgefallen ist uns, dass vor allem auf Phu Quoc und an der kambodschanischen Golfküste im Moment ein regelrechter Bauboom ausgebrochen ist! Es bleibt zu hoffen, dass sich die Sünden im Rahmen halten und zumindest ein Stück vom Kuchen bei der einheimischen Bevölkerung hängen bleibt. Viele Ecken werden sich aber gewiss in den nächsten Jahren stark verändern, ähnlich wie im Nachbarland Thailand, wo der Boom eben schon deutlich früher eingesetzt hat.

Geschichten vom LandAndernorts setzt man wiederum vor allem in Kambodscha stark auf die grüne Karte:  Engagierte Anbieter von Rad- und Trekking Touren ins „ursprüngliche Umland“ finden zunehmend ihre Nische in den touristisch frequentieren Regionen und werden auch fleißig nachgefragt, und wir haben (natürlich mit etwas Vorrecherche) abermals nur positive Erfahrungen mit solchen Touren gesammelt. Und auch wenn es zuweilen noch an Radsitzen und Spielplätzen mangelt ; mit Kindern hat man in der Regel in keinem der drei Länder irgendein Problem, weil es auch ohne Vergnügungsparks (bzw. ohne deren Besuch, auf Phu Quoc hätte es so etwas gegeben!) immer genug Spannendes zu entdecken gibt und die Asiaten nun mal auch überwiegend ausgesprochen kinderlieb sind!

Zusammenfassung: Machen! Jetzt! Und gerne wieder!

Kleiner visueller Vorgeschmack

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Siam Boran – eine Runde Bangkok auf Rädern

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Einmalig: DuriandenkmalSchweren Herzens nehmen wir Abschiend von Kampot und Kambodscha! Die Riktikitavis organisieren uns einen netten Fahrer zum Phnom Penh Airport, der im Vergleich zu seinem Kollegen aus Sihanoukville auch dankenswerterweise keine weiteren Mitreisenden neben sich auf dem Fahrersitz plaziert. Der Flug mit Air Asia zum altehrwürdigen Don Mueang Airport dauert gerade mal eine gute Stunde (ungefähr genau so lange wie die Fahrt ins Zentrum), und schon hat uns die Stadt der Engel zum nunmehr fünften Male wieder, auch für Felix ist es immerhin schon der dritte Abstecher. Und irgendwie ist Bangkok für uns auch eine der wenigen wirklich sympathischen „Mega-Cities“, in etwa vergleichbar mit dem alten vertrauten Kumpel, den man nur einmal im Jahr sieht, ohne dass das ein Problem wäre. „Hi Bangkok, wir sind wieder kurz im Lande!“ – „Ach die TiMaFes mal wieder auf Südostasientrip. Habt ’ne gute Zeit, nehmt euch ein Singha, ihr wisst ja wo alles steht!“ Oder so ähnlich …🙂

IMG_4607_chaozimmerFür die letzte Nacht auf asiatischem Boden sind wir bei der Recherche durch das endlose Angebot an Hotels und Guesthouses auf eine ziemlich coole neue Unterkunft gestoßen: Das Chao Hostel (auf einer eigenen Etage mitten im edlen Design Hotel) am Siam Square bietet sowohl Mehrbettzimmer und Gemeinschaftskühlschrank für den etwas besser betuchten Backpacker, aber auch bezahlbare normale Doppelzimmer mit Dusche – alles eingebettet in hippen Ambiente mit perfekter Skytrain (BTS) Anbindung. Durchaus auch mit Kind zu empfehlen, vorausgesetzt man kann auf Fenster, Pool und Monsterbuffet verzichten! Ein weiteres Plus dieser Art der Unterkunft: hier fällt man nicht weiter auf, wenn man in den gemütlichen Wohnzimmern nach den Tagesaktivitäten erstmal das gesamte Gepäck auf Abreise trimmt und sich nochmal etwas frisch macht. Eine Dusche für Ausgecheckte wäre noch das i-Tüpfelchen gewesen, vielleicht gibt es die eines Tages…

IMG_4614_umbrellaAm nächsten Tag ist eigentlich schon unser Abflug gen Dubai, da der Checkin (dieses Mal am Suvarnabhumi Airport) aber nicht vor 22:00 öffnet, haben wir praktischerweise einen kompletten Tag in Bangkok, der natürlich viel zu schade zum herumgammeln ist. Mit dem Skytrain fahren wir zunächst zum Lumphini Park, der schon seit Ewigkeiten auf unserer Wunschliste steht. Es gibt hier jetzt keine besonders ausgefallenen Attraktionen, es ist einfach eine ruhige grüne Ecke mit einem künstlichen See inmitten der Wolkenkratzer, die man sich u.a. mit Waranen und Vögeln teilt. Für die Kleinen gibts noch einen Spielplatz dazu, Erwachsene staunen hingegen über die Muckimänner, die bei tropischen Temperaturen im Outdoor Gym Gewichte stemmen!

IMG_4626_marybikeAber kommen wir zum eigentlichen Highlight des Tages: Nachdem wir im letzten Jahr vor der Abreise nach Myanmar bereits sehr gute Erfahrungen mit einer Radtour nach Bangkachao auf der anderen Flusseite gemacht haben, wagen wir uns dieses Mal an eine „echte“ City-Tour. Anbieter gibt es wie Wats am Fluss, auch Kindersitze sind inzwischen zumindest auf Nachfrage verfügbar, und so buchen wird die Siam Boran Tour beim Platzhirsch Follow Me Biketours unweit des Lumphini Parks, die irgendwie alle gut finden und die praktischerweise auch erst nachmittags startet. Wie immer hat sich ein buntes Trüppchen eingefunden, auf der Homepage weist man in den FAQs daraufhin, dass die Touren zwar eher anspruchslos sind, aber man zumindest Radfahren können sollte. Diesen Passus hat die chinesische Familie mit den 3 Kindern wohl überlesen, da sie scheinbar zumindest mit Bremse und Schaltung zum ersten Mal in Kontakt kommen und somit endgültig den Mythos zerstören, dass alle aus dem Land der Mitte quasi auf dem Sattel groß geworden sind. Aber soviel sei vorweg genommen: auch sie schaffen es unfallfrei und sicher bis ans Ende der Tour!

IMG_4675_bike+dogDie beiden Guides erweisen sich als außerordentlich geduldig und pünktlich zum Einsetzen des ersten heftigen Gewitters seit 3 Wochen setzt sich der Tross schliesslich doch in Bewegung. Die Tour führt zunächst in Richtung Chinatown durch enge abgelegene Gassen mit reichlich skurrilen Anblicken, deren Eingang wir ohne Guide wahrscheinlich nicht mal gesehen hätten. Die Anwohner reagieren gleichgültig bis belustigt auf den Anblick von radelnden Touristen mit Helmen und Anti-Regen-Tüten, und als sich die Wolken schließlich verziehen, fängt die Sache auch an mächtig Spaß zu machen. Im Chinatown schauen wir bei einem Tempel und 2 Märkten vorbei, bevor es mit der Fähre über den Chao Praya auf die andere Seite geht! Hier besuchen wir den Wat Kalayanamit, treten unter fachkundiger Anleitung mit dem riesigen Buddha in Dialog, und befahren den River Cycle Path – ein echtes Stück Radweg direkt am Fluss und somit gewiss ein Novum in Bangkok! Zurück gehts durch Thonburi und nach einer weiteren Fährfahrt zurück zum Shop, wo man sich bei einem Eis und einem Fussbad im shopeigenen Fish-Spa (!) von den Strapazen erholen kann. Fazit: Zumindest an einem Sonntag scheint Radeln in Bangkok nicht gefährlicher als in einer beliebigen Ruhrgebietsstadt zu sein, zumal die Tourplanung natürlich die Hauptverkehrsstraßen meidet. Wer mal etwas anderes von Bangkok sehen will macht nix verkehrt, wer es lieber grüner und ruhiger mag sollte den eingangs erwähnten Trip nach Bangkachao antesten!

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IMG_4705_dubaiairportAuch dreieinhalb Wochen gehen irgendwann einmal zu Ende, und nach dem durchaus amüsanten Finale in Bangkok heben wir Montag zu nachtschlafender Zeit in Richtung Dubai ab, und schaffen es Dank Zeitverschiebung sogar am gleichen Tag noch bis Düsseldorf. Bereits am Dienstag wird uns der Arbeitsalltag zurück haben, den Puffer hätte man natürlich auch etwas großzügiger planen können, aber rückwirkend betrachtet hätten wir auch keinen einzigen Tag der Dreiländertour missen wollen. Wer wissen will warum, startet einfach 20 Blogartikel früher in Vietnam, als mit dem Saigon Special alles begann. Viel Spaß!

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Berg Land Fluss – Bokor Hill und das Ende eines langen Tages

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IMG_4457_road-upTag #2 in Kampot empfängt uns mit einem ungewöhnlichen Anblick: Graues Gewölk über den Elefantenbergen von Bokor, dem Nationalpark im Westen mit den berühmten Ruinen aus französischer Kolonialzeit, den wir heute fest als Vormittagsziel eingeplant hatten. Da es aber auch in den letzten 3 Wochen nie ernsthaft geregnet hat, vertrauen wir auf den Wettergott, tanken den Roller noch mal randvoll (dem Tankgott trauen wir weniger), und knattern in Richtung N3. Der Abzweig der neugebauten Route in die Berge mit der überdimensionierten Mautstationen ist definitiv nicht zu verfehlen und es herrscht fast kein Verkehr. Die superbreite Piste dürfte aber kaum nur für ein paar Mopedtouristen ausgelegt sein, sondern man hat klar die großen Reisebusse im Visier – auch auf Bokor Hill wird nämlich fleißig gebaut!

IMG_4481_graffitiWährend sich die Straße ihren Weg nach oben schlängelt wird es merklich kälter. Kein Wunder, da der Startpunkt auf Meeresniveau und das Hauptplateau über 1000m Höhe liegen – wer partout nur mit Flipflops und Tanktop rollern will, sucht sich besser ein anderes Tagesziel. Unterwegs bieten sich zahlreiche Stops an, zum Beispiel der Black Palace am Yeay Mao Monument, eine Ex-Sommerresidenz von König Sihanouk, die inzwischen völlig verfallen ist, aber durch ein paar interessanten Graffiti durchaus aufgewertet wird, morbide Stimmung inbegriffen! Hier treffen wir auch die „Ts“, die einst neben mir beim Sonnenaufgang Phnom Bakheng  saßen. Das war vor einer Woche und 500km weiter in einer völlig anderen aber ebenso abgelegenen Welt, mal wieder einer dieser typischen „Déjà Vu“ Zufallsbegegnungen, von denen wir immer mindestens eine pro Reise haben . Man legt uns vor allem noch die Flussfahrt auf dem Kampot River nahe, damit wäre unser Tageskalender dann auch schon wieder komplett gefüllt, aber erstmal geht es weiter rauf Richtung Gipfelplateau!

IMG_4513_abgrundWie aus dem Nichts tauchen plötzlich zwei goldgelbe „Monster“ auf: Das neue Bokor Highland Resort mit Casino, das offenbar nur den Anfang einer Serie ehrgeizer Bauprojekte darstellt. Wie sich das mit dem Konzept eines „Nationalparks“ vereinbaren lässt bleibt fraglich, ebenso warum man zum Zocken ausgerechnet auf einen 1000m hohen Berg kurven sollte, aber wenn man sich die Dimensionen auf dem Projektplan anschaut kann man davon ausgehen, dass sich die chinesische Investorengruppe ihrer Sache ziemlich sicher ist. Aber es gibt auch Schönes hier oben, so zum Beispiel den Wat Sampov Pram mit seiner dramatisch abfallenden Steilwand, von wo aus man einen erstklassigen Dschungel- und Meerblick hat. Ein paar Kurven weiter trifft man zur linken auf die alte katholische Kirche, die auch auf unserer Kampot Map nur ganz profan als „old church“ ausgewiesen wird. Das Gotteshaus ist noch recht gut erhalten, Eintritt ist für Gäste aller Konfessionen frei, und wer nur einen Schnappschuss braucht findet hinten einen praktischen Picknickhügel mit optimaler Perspektive.

IMG_4526_haunted2Es gibt also durchaus viel zu sehen hier oben, aber das Highlight ist für die meisten die Ruine des französischen Grand Palace Hotels aus den 20ern. Mobiliar oder gar Hotelgäste findet man hier natürlich keine mehr vor (Nachfrage wäre gewiss vorhanden), aber alle Stockwerke sind frei begehbar und machen einen halbwegs vertrauenerweckenden Eindruck. Die grauen Wolken wären gar nicht nötig gewesen, um für eine gruselige Atmosphäre zu sorgen. Falls jemals ein Nachfolger des King Klassikers „Shining“ gedreht werden sollte – hier wäre der optimale Ort dafür! Zufrieden begeben wir uns wieder auf Talfahrt, mit jeder Kehre erobert auch der blaue Himmel wieder sein Revier zurück, und gegen Mittag erreichen wir die Ausläufer von Kampot. Fazit: Bokor Nationalpark auf eigenem Roller ist auf jeden Fall ein spannender und zudem preiswerter Ausflug. Die tadellose neue Straße macht den Aufstieg auch für Rollermuffel (noch) relativ stressfrei, es bleibt aber abzuwarten wie sich das Bild hier oben wandelt, wenn erst einmal die ganzen neuen Hotels, Casisos und Golfplätze ihre Pforten fürs betuchte Massenpublikum öffnen.

Szenenwechsel: Südlich von Kampot befindet sich die Insel Traeuy Koh, die über eine Brücke mit dem Rest der Stadt verbunden ist. Hier gibt es einen Hügel namens Coconut Hill und ein Salzfeld. Eins? Ach was: Salzfelder soweit das Auge reicht! In Kampot muss man gewiss auch einiges importieren, Salz und Pfeffer (siehe Bericht vom Vortag) gehören gewiss nicht dazu. Weil ich mich mit der Bilderauswahl etwas schwer getan habe gibts jetzt einfach mal als Zwischeneinschub die „Sondergallerie Salz“:

IMG_4559_sunglassesWenn man nicht gerade wasserscheu ist oder gar eine Aversion gegen Sonnenuntergänge vor kitschiger Kulisse hat, kommt man um eine „Sunset Cruise“ eigentlich nicht herum und hat natürlich mal wieder die Qual der Wahl. Die „Ts“ haben uns heute Morgen wärmstens Captain Chim empfohlen, der auch wirklich ein sympathisches Programm hat, aber für den wuseligen Felix brauchen wir einfach etwas mehr Deckfläche zum erkunden. In der Nähe des Rikitikikavis liegt praktischerweise die Flying Dragon vor Anker, die zumindest ausreichend Platz für allerlei Palmengewächs und eine bemannte Bordbar bietet. Viel Zeit ist ohnehin nicht mehr bis zum Sonnenuntergang, der Ticketpreis is human, also schnell an Bord und Leinen los!

IMG_4595_therockGegen halb 5 legt der fliegende Drache ab und schippert gemächlich flussaufwärts den Teuk Chhou entlang. Das Publikum fällt zumindest heute überwiegend in die Kategorie „Ü30 gemäßigt“, will sagen chillen scheint wichtiger als eine Angkor Flatrate. Der Captain mit Hut und Hängepflanzen macht’s vor und hat sicherlich einen der niedlichsten Arbeitsplätze in ganz Kampot. Die letzten Ausläufer der Stadt lassen wir schnell hinter uns, vereinzelt sieht man noch ein paar Resorts und Bungalows mit hübschen Stegen und Anlegern – dann dominieren nur noch Berge und Wald. Keine Frage, die Gegend hier ist wunderschön und selbst bei bedecktem Himmer die Reise wert. Zur Halbzeit gehen wir in der Flussmitte vor Anker, Baden und Sprünge vom Oberdeck sind ab jetzt ausdrücklich erwünscht  – der Autor hat leider striktes Flussbadeverbot aufgrund einer Muschelverletzung am Fuß (Andenken an Koh Rong) und muss schweren Herzens an Deck bleiben. Irgendwann entschwindet dann auch die Sonne mit ein bisschen Tamtam hinter den Elefantenbergen, und beendet somit leider auch unseren letzten „richtigen“ Tag in Kambodscha. Morgen gehts über Phnom Penh zunächst nach Bangkok, wo wir noch eine Nacht dran hängen. Li hai, Kampot – Li hai, Kambodscha!

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Tagesmenu à la Kampot – Riesendurians, Betonkrabben, Elefantenhöhlen und ordentlich Pfeffer drauf

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IMG_4342_volltankenbitteEinmal volltanken bitte und ab geht die Reise! Die Rikitikitavi Lady vom Dienst hat uns einen flotten Roller organisiert, und nach alter Väter Sitte wandert der Sprit hier noch aus der Pulle mittels Trichter direkt in den Tank. An Kartenmaterial mangelt es ebenfalls nicht, mit die knuffigsten Examplare der Umgebungen findet man übrigens als PDF direkt auf der Homepage unserer Bleibe. Ursprünglich wollten wir eigentlich gen Westen ins Landesinnere starten, verpassen allerdings den Abzweig am offensichtlich gut getarnten „Nashornmonument“, und kaum eine halbe Stunde später befinden wir uns auch schon auf der Road 33a vor den Toren von Kep.

IMG_4362_welcome2kepIn Kep ist man vor allem mächtig stolz auf seine Krabbengastronomie und hat dem Tierchen sogar ein Denkmal ins Meer gesetzt, das dieses Mal wirklich nicht zu übersehen ist. Wenn man gerade ein paar heiße Tage oder Wochen im Inland hinter sich gebracht hat, ist sicherlich auch der hiesige Strand nicht zu verachten, da wir aber quasi direkt aus dem Inselparadies Koh Rong kommen brausen nach einen kurzem Stop ganz arrogant weiter. Die Straße schlängelt sich westlich um die Berge des Kep Nationalparks herum, um dann beim „White Horse Monument“ (die Bewohner der Region Kampot scheinen eine gewisse Affinität für Tierkreisverkehre zu haben) wieder auf die Road 33a zu treffen. Der erste interessante Stop abseits der Haupstraße ist Phnom Sorsia, ein Komplex mit einem bunten Tempel und mehreren Karsthöhlen, von denen wir nur die Höhle des weißen Elephanten besucht haben (kein Eintritt, aber eine Buddha Spende sowie ein Mindestlohn für den „Guide“ sind Pflicht).

IMG_4396_ladywithdrinkNur wenig später auf der Straße zurück nach Kampot zweigt ein relativ leicht zu übersehender unbefestigter Weg ins Landesinnere ab, der für uns eines der Highlights der heutigen Tour war. Und das obwohl es keine wirklich herausragenden Attraktionen auf dem Weg gibt.  Nachdem man den Bahnübergang passiert hat knattert man einfach in einer herrlichen Landschaft wirklich mitten durch die kambodschanische Provinz vorbei an kleinen Farmen, allerlei Getier und einem Tempel, bis man an einer T-Kreuzung rechts abbiegt und dann wenig später auf den „Secret Lake“ trifft.

IMG_4415_dinner4threeSo richtig „secret“ ist der See natürlich alleine schon aufgrund seiner Größe nicht, und seine Entstehung die viele Opfer gefordert hat ist leider auch ein unrühmliches Kapitel aus der Ära der roten Khmer. Heute ist es hingegen ein überaus friedlicher und ruhiger Ort, zumal es hier auch keine wirkliche Durchgangsstraße gibt. Die Piste im Süden führt dann auch geradewegs zur La Plantation, einer der Pfefferfarmen, für die Gegend um Kampot so berühmt ist wie Kep für seine Krabben. Wir kommen gerade noch rechtzeitig vor Toresschluss an und bekommen noch eine Gratisführung durch die Plantage. Auf der hauseigenen Sunset Terasse mit unverbautem Seeblick kann man die Produkte natürlich auch käuflich erwerben, man ist dabei aber erfreulich unaufdringlich. Da unser heimischer Pfefferkornkonsum in den letzten Jahren ohnehin massiv gestiegen ist nehmen wir gleich ein Kilo mit (nicht billig, aber hierzulande utopisch teuer).

IMG_4435_pepperMit der Sonne machen auch wir uns buchstäblich aus dem Staub und finden dieses Mal zumindest die direkte Route zurück nach Kampot, wenngleich wir zu Felix‘ Missfallen abermals das steinerne Nashorn verpassen. Das Rikitikitavi Restaurant erfreut sich offensichtlich auch bei Nichtgästen großer Beliebheit, wahrscheinlich weil es hier auch wirklich gut schmeckt, und unseren verdienten Roller behalten wir mal gleich bis zum nächsten Tag wenn es heißt „Kurs auf Bokor Hill“!

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Die Chilloutfähre nach Sihanouk und Carsharing auf kambodschanisch

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Unser HausgeckoDer Vormittag endet mit einem ziemlichen Schreck: Die Geldbörse ist weg! Da vor allem der Autor unter chronischer Schusseligkeit leidet, nehmen wir eigentlich grundsätzlich unterwegs nur das absolut Nötige mit. Umso ärgerlicher, dass neben verschmerzbaren 20$ in kleinen Scheinen heute ausgerechnet mein Führerschein mit an Bord war – und das auf einer Insel ohne Straßen in einem Land in dem deutsche Führerscheine eigentlich reichlich überflüssig sind. Vergessen habe ich sie wohl morgens am Strand, das kommt also davon, wenn Männer ohne Handtaschen Sarongs tragen🙂

IMG_4300_einladendFür die Abreise zurück nach Sihanoukville wollten wir eigentlich die Schnellfähre am Nachmittag buchen, damit wir noch möglichst viel Inselfeeling bunkern können. Diesen Plan hatten offenbar auch andere, und so hatten wir die Wahl mittags schnell abzureisen oder auf die späte Slow Ferry auszuweichen, die allerdings erst gegen 18:00 am Festland anlegt. Ob wir dann noch zu humanen Zeiten bis ins zweieinhalb Stunden entfernte Kampot kommen? Kein Problem meint der Mann von der Fähre, wir sind hier schließlich im Can-Do-Land und nach einem kurzen Telefonat bekommen wir einen „Voucher“ für einen „Private Taxi“ Trip für 40$ (Vorkasse), was zwar sicherlich nicht die billigste Transportoption ist, aber in dem Moment unsere beste Alternative.

IMG_4304_slowboatDie Slow Ferry erweist sich schließlich als echter Glücksgriff für die Heimreise. Im Gegensatz zur schnellen Variante sitzen die Fahrgäste hier nicht wie Hühner auf der Stange auf Plastiksitzreihen, währen das Boot lautstark durch den Golf von Thailand brettert:   Vielmehr liegen auf dem Oberdeck ein paar Matten aus, die wenigen Mitreisenden dösen, lesen, rauchen, oder schauen einfach nur tiefenentspannt aufs Meer, wo die Sonne und Koh Rong gleichsam behäbig am Horizont entschwinden. Eine durch und durch würdige Abreiseoption, die wir allen nur wärmsten ans Herz legen können!

IMG_4309_rikitikiAußer einem Zettel und einer Handynummer haben wir nichts in der Hand und sind daher hocherfreut, als wir am Pier tatsächlich erwartet werden. Der Fahrer spricht wie üblich fast kein Englisch, weiß aber zumindest wohin die Reise geht. Warum er dann zunächst quer durch die Stadt gurkt klärt sich ebenfalls schnell auf: Eine zierliche Dame mit einem unzierlichen Karton wird wenig später auch noch eingesammelt und muss sich mit Maria und Felix die Rückbank teilen. „Private Taxi“ hatten wir zwar in Kambodscha bisher immer anders verstanden, aber nun denn – es sind ja nur 2-3 Stunden und Car Sharing ist schließlich auch in Europa schwer in kommen. Irgendwo in der kambodschanischen Pampa – es ist bereits stockdunkel – hält unser Freund dann erneut am Straßenrand an, wo eine weitere Dame („my sister“) wartet. „Der wird doch nicht …“ denken Maria und ich quasi gleichzeitig, und irren nicht: Da die Rückbank schon voll ist und ich den Beifahrersitz blockiere, platziert er unsere 2. Mitfahrerin kurzerhand zwischen sich und der Tür auf dem Fahrersitz! Wir versuchen zu protestieren weil so die Fahrfähigkeit schon merklich eingeschränkt wird, Nachts im Nirgendwo fehlen uns allerdings auch jegliche Alternativen. Zum Glück herrscht so gut wie kein Verkehr mehr und eine 3. Mitfahrerin bleibt uns erspart (die dann wahrscheinlich auf meinem Schoß hätte Platz nehmen müssen). Gegen 9 landen wir wohlbehalten im Rikitikitavi – das Fahrer-Trinkgeld fällt heute leider aus!

IMG_4327_kampotbiergartenMorgens halb zehn in Kampot: Die Problemchen vom Vortag sind schnell vergessen: Das Rikitikitavi Personal und die Inhaberin sind wirklich supernett, und Zimmer wie Küche sind ein Traum. Auch die Stadt selbst mit ihren knapp 50000 Einwohnern ist uns sofort sympathisch: Lange nicht so hektisch wie Phnom Penh oder Siem Reap, aber auch nicht völlig verschnarcht und vor allem hübsch gelegen mit dem Prek Thom River in der Mitte und den Elefantenbergen (Bokor Nationalpark) in der Ferne. Felix kann sich erstmal auf dem nahe gelegenen Spielplatz mit den kultigen Reifenschaukeln austoben, für den Nachmittag hat uns Frau Rikitikitavi einen Roller organisiert, mit dem wir die Gegend um Kep erkunden wollen. Fortsetzung folgt!

 

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Ein Schiff wird kommen – Koh Rong zu Wasser

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IMG_4251_matteDas Leben auf einer Insel ohne Infrastruktur hat viele Vorzüge, aber auch einen Haken: Um rumzukommen braucht man in der Regel ein Boot! Und da wir den Platzhirsch Adventure Adam gestern nicht zu fassen bekamen (zum Bericht), sehen wir uns in Koh Tui nach Alternativen um, die zwar zahlreich aber auch nicht gerade individuell sind. Das Programm ist in der Regel immer das Gleiche: Schnorcheln rund um die Pagodeninsel, Angeln irgendwo auf dem Meer, ein Abstecher zum Long Beach mit Aufenthalt bis zum Sonnenuntergang, gerne garniert mit fluoreszierendem Plankton auf der Heimfahrt (in Fachkreisen auch Biolumineszenz genannt). Kontraste finden sich allenfalls in der Menge des eingepreisten Alkohols, im Fassungsvermögen des Boots sowie bei Qualität und Lautstärke der Musik. Als brave Familie buchen wir einfach in unserer Stammfrühstückskneipe den Nachmittagstrip mit nur einem Freibier pro Nase, was das Pichelpartypublikum hoffentlich hinreichend abschrecken dürfte.

IMG_4269_pagoda_islandIn der Tat finden sich außer uns lediglich drei Franzosen mit auf dem Boot ein, der Captain wirkt relaxed (und maximal 14) und los gehts zur Pagodeninsel. Das Schnorcheln hier ist ganz spaßig und auch der ein oder andere Fisch schaut vorbei, man sollte aber keine üppigen Korallenriffe in explodierenden Farben erwarten. Die Beschallung durch die übrigen Boote hält sich zum Glück auch in Grenzen. Weiter gehts zurück in den Westen mit Kurs auf Long Beach, bis der Captain abrupt auf offener See stoppt – it’s fishing time! Ich muss an dieser Stelle gestehen, dass ich bezüglich dieser „Sportart“ ziemlich voreingenommen bin: In jungen Jahren war ich auf der Insel Rab im damaligen Jugoslawien mit einer Urlaubsbekanntschaft angeln und durfte stolz den handflächengroßen Fang nach Hause transportieren. Auf halber Strecke begann der scheintote Fisch urplötzlich heftig zu zappeln, ich bekam einen Riesenschreck und beförderte ihn reflexartig in hohen Bogen zurück in die Adria. Das war vor ca. 30 Jahren und seitdem finde ich Angeln ziemlich doof! Die Franzosen sehen das heute leider anders und scheinen Gefallen daran zu finden, eine verhedderte Nylonschnur für eine gefühlte Ewigkeit in die Wellen zu halten. Captain Jungspund fängt tatsächlich ein paar Kleinfische, die er dann in einem Benzin/Meerwasser Gemisch im Schiffsrumpf zwischenlagert, der Rest der Besatzung kann hingegen keine Erfolge verbuchen. Schließlich fängt dank anhaltenden Wellengeschaukels Felix lautstark an zu moppern, die Angelwütigen haben ein Erbarmen und wir steuern endlich den Long Beach an, der die ganze Zeit zu rufen schien: „Was dümpelt ihr da draußen im Meer rum! Kommt her! Hier ist das wahre Paradies!“

IMG_4283_fxkickstartUnd recht hat er, der Long Beach – soviel unverbauten Sand gibts sonst nur in Geschichten von früher. Leider scheint dieses Fleckchen auch ins Visier der neuen Inselpächter gerückt zu sein, und erste Bauaktivitäten sind unübersehbar. Im Moment kann man allerdings noch kilometerweit bis ins Dorf Sok San am Ende der Bucht marschieren, und wird unterwegs gewiss nicht allzuviele Leute treffen. Der Strand fällt flach ab und ist somit auch für kleine Kinder gut geeignet, auch Freunde von kitschigen Sonnenuntergängen kommen je nach Wolkenlage auf ihre Kosten, da der Großteil des Strands konsequent nach Westen zeigt. Nachdem die Sonne komplett verschwunden ist tuckern die teils reichlich vollgestopften Boote wieder zurück in die Inselhauptstadt. Unser Captain hat aber offenbar der Versuchung widerstanden, noch zahlende Gäste dazuzubuchen, dafür gibt es tatsächlich ein „Fisch BBQ“ mit den gegrillten Minifischen aus der Brühe am Schiffsboden – die Franzosen greifen beherzt zu. So sind die Fischli immerhin nicht umsonst am Haken gelandet…

Daheim ist auch schönDie Biolumineszenz Show fällt heute flach weil der Mond offenbar zu hell (?) ist, macht aber nix weil unsere Heimat rund Koh Tui auch im Dunkeln ein ebenbürtiger Anblick ist. Leider bricht mit der dritten auch schon wieder die letze Nacht auf der Insel an, morgen Abend gehts zurück aufs Festland nach Sihanoukville und von dort (hoffentlich) direkt weiter nach Kampot – unserer letzten Station im Land der Khmer, die im direkten Vergleich mit dem relaxten Inselleben auch wieder etwas mehr Action im Urlaubsalltag verspricht. Versprochen!

 

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Koh Rong Strandhopping und die Jagd auf Adventure Adam

IMG_4198_morninghasbroken5_PANOIMG_4179_sunriseourbeachDie Tempel von Angkor haben wir zwar inzwischen weit hinter uns gelassen, der Tagesrhythmus lässt sich aber nicht so leicht abschütteln. Und so stehe ich gegen halb 6 auf der Matte und marschiere rüber zum östlich gelegenen Long Set Beach immer schön rein in den kitschigen Sonnenaufgang, während die übrigen Bewohner von Koh Tui noch überwiegend an der Matratze (oder wahlweise am Strand) horchen. Wer den eigentlich recht relaxten Tui Beach tatsächlich für hektisch hält kann sich am fast unverbauten Nachbarstrand auf 4km Sand und Einsamkeit freuen, während ein spiegelglatter See vor Dschungelkulisse für das nötiger Robinsonfeeling sorgt.

Anfahrt auf Koh Rong Später frühstücken wir im Smile Restaurant am Strand und gehorchen brav dem eigentlich überflüssigen Schild „Smile you’re in Paradise“, später folgen wir den verwitterten Wegweisern von „Adventure Adam“, die uns über eine steile Treppe mitten in die Skybar führen. Beim Namen denkt man eher an eine überteuerte Rooftopbar im 100. Stock eines Edelhotels irgendwo in Bangkok, die Koh Rong Variante zeigt sich hingegen nach allen Seiten offen, bodenständig und offenbart trotz vergleichsweise bescheidener Höhe einen wirklich grandiosen Blick über die Bucht. Hinter dem Tresen werkelt ein schlaksiger tätowierter Europäer mit freiem Oberkörper – haben wir etwa schon den den legendären Adventure Adam gefunden, der laut Tripadvisor mit seinem Boot die entlegensten Winkel der Insel erkundet und jeden Gast restlos begeistert? Aber nein, der Herr erweist sich als freundlicher Franzose, der Herrn Adam aber selbstverständlich höchstpersönlich kennt und ein Treffen am Abend organisieren will!

IMG_4224_kraxelQuasi inmitten der Skybar entspringt einer der wenigen kartografierten Pfade, der Koh Tui mit dem Reset der wilden Insel verbindet und am Long Beach endet. Wer den Marsch mit Flipflops oder gar barfuß anzutreten gedenkt, dem legt das ansonsten recht unkonservativ wirkenden Personal eindrücklich festes Schuhwerk ans Herz – mein Interesse ist geweckt!  Der ausgetretene Pfad wirkt zunächst nicht sonderlich anspruchsvoll, aber spätestens am Windy Stone trennt sich die Spreu vom Weizen und es geht steil an einem Seil nach unten (Erinnerungen an den Viewpoint von Rai Leh werden wach). Wer den Weg zu Ende geht wird dafür belohnt: Endlos erstreckt sich der Long Beach bis zum Dorf Soksan, auch hier gibt es noch so gut wie keine Infrastruktur. Das dürfte sich allerdings bald ändern, erste große Bauvorhaben sind bereits im Gange und machen unmissverständlich klar: Hier wird geklotzt und nicht gekleckert! Die Royal Group, die die komplette Insel für 99 Jahre geleast hat, gedenkt offenbar hier „Asia’s first environmentally planned resort island“ zu errichten, und man muß kein Pessimist sein, um bei solchen Worten ein mulmiges Gefühl zu bekommen. Ich beschließe auf jeden Fall, morgen mit Maria und Felix nochmal vorbei zu schauen. Wenn Koh Rong in ein paar Jahren wirklich zur Resort Insel transformiert wurde, können wir wenigsten allen auf die Nerven gehen, dass wir es noch als hippe einsame Backpackerinsel erlebt haben. Ungefähr so ähnlich wie die Thai-Veteranen, die regelmässig von den frühen 90ern schwärmen, als es rund um Phuket nur Bambushütten und Generatorstrom gab…

20160321_212101_rongislandicetea2Wer den Rückweg aus Lust- oder Lichtmangel meiden möchte muss sich übrigens keine großen Sorgen machen, da die Tagesausflugsboote nach Sonnenuntergang immer auf der Suche nach Mitfahrern für ein paar Dollar sind. Abends schauen wir noch mal in der Skybar nach Adventure Adam. In Gedanken habe ich mir ausgemalt, wie wir mit dem charismatischen Captain bei einem Rong Island Ice Tea einen spektakulären Inseltörn ausbaldovern. Leider ist weder unser französischer Freund noch der Captain vor Ort, aus den Boxen dröhnt ein rettungslos übersteuerter Drum’n’Base Mix, und der Rong Island Ice Tea hat zwar einen coolen Namen, wird aber auch nicht zwingend internationale Cocktailgeschichte schreiben. So ist es halt oft mit den Zweitbesuchen, wir schreiben Herrn Adam kurzerhand als „Phantom, unauffindbar“ ab und lassen den Rest des Abends mit den Geckos vor unserer Hütte bei einem hausgemachten Gin Tonic ausklingen. Die Adventures werden schon noch früh genug kommen, und an Booten scheint auf der Insel kein Mangel zu bestehen!

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