Wat mutt, dat mutt – Ruhetag in Ban Krut

Ban Krut ist einer dieser Orte, die zwar nicht mehr als Geheimtipp durchgehen (wer im Loose oder Lonely Planet gelobt wird verliert diesen Status zwangsläufig irgendwann), aber touristisch auch noch nicht so richtig durchgestartet sind. Das freut den Ban Krut Fan, der für gewöhnlich lieber seine Ruhe haben will. Nur am Wochenende steppt hier angeblich der Bär, weil dann zahlreiche Thais aus der großen Stadt der Engel ihr Wochenendlager hier aufschlagen, und da heute Sonntag ist haben wir uns vorsichtshalber am eher unbesiedelten Strand nördlich des Tempelbergs im Bayview Beach einquartiert. Es gibt zwar noch andere Gäste, aber der herrliche kilometerlange Strand ist in der Tat menschenleer. Und von Halli Galli keine Spur!

Aber Strandleben wird ohnehin überbewertet, schauen wir uns also mal die Umgebung von Ban Krut an, und dass macht man am besten mit dem Rad. Die erste Herausforderung in südlicher Richtung kommt relativ rasch in Form den Bergs Khao Thong Chai, den man aber auch schlecht auslassen kann, da der gleichnamige hell im Sonnenlicht leuchtende Wat auf dem Gipfel ein echter Hinkucker ist. Willkommen im Märchenwald! Ein gewaltiger sitzender Buddha, die Hammeraussicht auf den Nordstrand vor grüner Bergkulisse (siehe Titelbild) sowie ein paar scheue Brillenaffen im Dschungel runden den Gesamteindruck ab. Geständnis am Rande: Hier bin ich nicht ausnahmsweise nicht hochgeradelt, sondern war früh morgens mit dem Auto da 🙂

 

Weiter geht’s über die Brücke in den eigentlichen Ort, der insgesamt recht verschlafen wirkt, wäre da nicht heute eine Art Thai-Parade mit einer Live-Band auf einem LKW begleitet von einer ausgelassenen tanzenden Meute. Sowas sieht man in Südostasien eher selten und ich schiebe ein Weilchen mit, zumal die Musik von der Ladefläche durchaus Laune macht. Weiter „unten“ wirds dann aber wieder still und einsam, die ganze Bucht ist ein einziger langer Sandstrand und selbst wenn hier alle Unterkünfte besetzt wären dürfte es noch genug Platz für Sonnenanbeter geben. Am Ortsende zweigt die Hauptstraße nach Osten ab, aber kann man noch gemütlich weiter ein paar Kilometer die befestigte Straße am Strand entlang fahren.

Hier und da  haben sich noch ein paar Resorts wie zum Beispiel das Rachavadee niedergelassen, aber auch hier sieht man eher selten Urlauber – wo sind die nur alle? Am Ende gelangt man über eine Stichstraße durch Palmenwälder in westlicher Richtung auf die große Road 4007 und somit nach Ban Krut Downtown zurück. Unterwegs werde ich von abenteuerlichen „Affentaxen“ überholt: Der Mopedfahrer balanciert fast wie bei einem Ritterturnier mehrere Meter lange Bambuslatten in der Hand, während der haarige Sozius lässig auf dem Ende der Rückbank hockt. Kokosnüsse sind hier offenbar ein wichtiger Wirtschaftszweig, und während ich beim Blick nach oben noch überlege, ob ich nicht lieber einen Helm aufgesetzt hätte, kraxelt der Kollege auch schon die Bambuslatte hoch und erntet die Palme buchstäblich im „Affentempo“ ab.

Fazit für Ban Krut: Wer ausgelassen feiern oder dem Backpackertrail  folgen will ist hier eher falsch. Wer hingegen einfach nur mal seine Ruhe haben will und auf leere Strände steht, mietet sich ein Moped oder Rad, bleibt ein Weilchen hier und liest für die Weiterreise gleich im Anschluss unseren Bericht durchs wilde Prachuap Khiri Khan!

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Durchs wilde Prachuap Khiri Khan – Affentheater und ein Traumstrand im Sperrgebiet

In unserem nunmehr 200. Post (*tusch*) lassen wir es mal etwas ruhiger angehen und reisen nur vom Sam Roi Yot Nationalpark ins 120km südlich gelegene Ban Krut. Quasi mitten auf dem Weg macht sich die Provinzhaupstadt Prachuap Khiri Khan breit, die in westlichen Gefilden eher unbekannt ist. An der Landschaft kann es schon mal nicht liegen: Das Panorama von oben mit den Karstfelsen im Meer  erinnert fast schon ein wenig an Rio (das hört die Thai Tourismusbehörde sicher gerne), und die Bausünden halten sich zumindest auf den ersten Blick von oben in Grenzen.

Um sich einen Überblick zu verschaffen kraxelt man am besten erst einmal den „Spiegelberg“ Khao Chong Krachok hoch. Das ist zwar selbst in der Mittagshitze ganz gut zu bewältigen, man sollte allerdings keine Affen-Phobie haben – die haben nämlich sowohl den Tempel auf dem Gipfel als auch die Zubringertreppe fest in ihrer Hand, scheinen heute aber eher gelangweilt.  Oben genießt man dann in alle Himmelsrichtungen beste Aussichten: An der Küste sind es die schwungvollen weißen Sandstrände, und die Berge Westen gehören schon zu Myanmar, da die Grenze zum Greifen nahe ist. Kein Wunder, dass es den Affen hier so gut gefällt!

Natürlich wäre kein Besuch hier komplett ohne einen Abstecher zum Strand. Ao Manao am südlichen Ende wird gerne gelobt, allerdings beansprucht auch die thailändische Luftwaffe diesen Bereich („Wing 5“). Militärische Sperrgebiete sind ja für gewöhnlich eher Tabuzonen, die man weder betreten noch knipsen darf – der Gedanke dort sein Handtuch auszubreiten und vielleicht noch ein kühles Singha zu ergattern scheint da eher absurd. Aber am Eingangsbereich ist man auf Besucher eingestellt, man muss sich lediglich registrieren, kann auf der Weiterfahrt noch historische Flieger bewundern, und ruckzuck liegt man auch schon im Sand. Hier spannen überwiegend Thais aus, was auch nicht weiter verwundert, da die Ecke wie eingangs erwähnt nicht unbedingt ein Touristen-Hotspot ist. Wer weder Schickimicki noch absolute Einsamkeit braucht ist hier auf jeden Fall goldrichtig. Verhungern muss auch keiner, das Ufer ist mit Strand-Garküchen und Restaurants bestens ausgestattet!

Nachdem die Bäuche spottbilligst gefüllt wurden und die letzte Sandburg vollendet ist müssen wir leider auch schon wieder aufbrechen, um Ban Krut noch vor Einbruch der Dunkelheit zu erreichen. Prachuap Khiri Khan hat auf jeden Fall einen überaus sympathischen Eindruck hinterlassen, wer hier auf der Golf-Durchreise einen Zwischenstop für 1-2 Nächte einlegt macht gewiss nix verkehrt!

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Über allen Gipfeln ist Ruh – Sam Roi Yot und die Höhle des leuchtenden Pavillons

Sam Roi Yot heißt übersetzt angeblich so viel wie Berg mit 300 Gipfeln. Gezählt hat sie wahrscheinlich noch niemand, aber die Größenordnung kommt schon hin, wenn man auf der quer durch den Nationalpark verlaufenden Road 4020 ab und an zu den imposant aus der Landschaft herausragenden Karstfelsen rüber schaut. Wir steuern zuerst die Phraya Nakhon-Höhle an, weil hier morgens die beste Stimmung sein soll und weil man auch hoffentlich weniger schwitzt. In Ban Pu am Meer parkt es sich ganz gut, ab hier geht es entweder per pedes oder mit dem Boot weiter zum Hat Laem Sala. Wir entscheiden uns für die Option Boot, da wir Felix‘ Wanderlust nicht überstrapazieren wollen und so eine Bootsfahrt ja auch meist ein lustiges Erlebnis ist.

Der Preis fürs Boot scheint nicht verhandelbar, dafür ist die Rückfahrt gleich mit drin, wobei man das Retourboot erst per Funk am Strand anfordern soll – eine Art Fahr-Chip gibt’s dafür auch. Klingt etwas abenteuerlich, gut zu wissen, dass man zur Not auch zu Fuß zurück kehren kann. Der Hat Laem Sala erweist sich dafür als echter Leckerbissen, und so mancher Besucher hat beim Anblick des ewig langen weißen Sandstrandes wahrscheinlich die ehrgeizigen Kraxelpläne spontan gestrichen und es sich lieber in der Sonne bequem gemacht. Wir natürlich nicht, und so machen wir uns zügig auf die Socken, bevor es hier vielleicht doch noch voll wird.  Eine Karte zur Orientierung packen wir noch obendrauf!

Man muss zwar ein paar Hundert Höhenmeter überwinden, aber der Weg ist gut markiert und auch einigermaßen kindertauglich. Blickfang in der Höhle ist natürlich der Pavillon, den man hier Ende des 19. Jahrhunderts zu Ehren Ramas V. aufgebaut hat und der auch das Wappen der Provinz Prachuap Khiri Khan ziert (Rubrik: Randwissen). Es muss ein ziemlicher Aufwand gewesen sein, vor über 125 Jahren die Teile durch den bergigen Dschungel in die Höhle zu schleppen, aber für die Nachwelt hat es sich durchaus gelohnt: Gegen 11 fällt das Licht steil durch die teilweise eingestürzte Decke, und erleuchtet sowohl den Pavillon als auch die Vegetation dahinter – so ein Motiv kriegen auch routinierte Höhlenknipser nicht alle Tage vor die  Linse!

Anschließend machen wir es uns dann doch noch am Strand gemütlich. Inzwischen sind zwar noch ein paar Tagestouristen aufgetaucht, die sich aber ziemlich schnell verlaufen. Und es gibt sie tatsächlich – die Männer mit dem Funkgerät, die das Boot für die Rückfahrt anfordern, wenn man sich hinreichend gebrutzelt hat.  Der Park hat zwar noch einiges zu bieten, schließt aber auch zeitig und so müssen wir uns für einen letzten Stop entscheiden. Die Wahl fällt auf den Khao Dang Viewpoint, von dem ich im Vorfeld schon ein paar Panoramaaufnahmen der Kategorie „Wow“ gesehen habe.  160 Meter sind es vom unten bis zum „Gipfel“, ein Schild warnt den Wanderer vorab, dass man mindestens moderate Kondition an den Tag legen soll, und in der Tat ist der Aufstieg in der Nachmittagssonne fast anstrengender als heute morgen zur  Phraya Nakhon Höhle, wenn auch nicht wirklich schwierig – für Kinder ab 4 mit etwas Hilfe jedenfalls gut zu schaffen.

Oben wird man dann aber auch wirklich von einer erstklassigen Aussicht übers Meer, die ~300 Gipfel und die zahlreichen „Seen“ belohnt (bei letzteren handelt es übrigens um Garnelen-Aufzuchtbecken), und auf den Felsen kann man herrlich für Fotos posen. Für einen feurigen Sonnenuntergang ist es zwar noch zu früh, aber das ist innerhalb der Parköffnungszeiten eigentlich auch kaum zu schaffen, zumal ein weiteres Schild im Tal mit Strafen droht, wenn man sich nach Feierabend im Gelände herumtreibt. Das riskieren wir mal lieber nicht, war ja auch so ein schöner Tag und morgen setzen wir unsere „Generation Golf“ Tour weiter gen Süden in Richtung Prachuap Khiri Khan fort (bei aufmerksamen Lesern sollt es jetzt klingeln und genau: Das ist die Stadt die so heißt wie die Provinz die den Pavillon im Wappen hat).

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Hua Hin und wieder weg – in der Holzklasse zurück ans Meer

Sind wir mal ehrlich: Drei Nächte sind eigentlich zu wenig für Kanchanaburi und Umgebung, vor allem wenn man spät ankommt und früh wieder gehen muss. Aber es hilft ja nix, die Urlaubshalbzeit ist längst vorbei und wir haben noch eine stattliche Strecke vor uns. Heute soll es erstmal „nur“ mit dem Zug nach Hua Hin an die thailändische Golfküste gehen. Obwohl Kanchanaburi einen populären Bahnhof hat, müssen wir erst ins 50 km entfernte Ban Pong reisen, um Anschluss an das südliche Streckennetz  zu erhalten (ab da kommt man dann aber  je nach Zeit und Laune bis nach Malaysia). Und Mr. PY wäre nicht Mr. PY hätte er nicht längst den passenden lokalen Bus für uns rausgesucht. Den eher provinziellen Ban Ponger Bahnhof finden wir dann sogar aus eigener Kraft, außer uns sind nur ein paar Backpacker, ein Mönch sowie eine handvoll Einheimischer am Start.

Der Waggon ist eher aus der Reihe „zweckmäßig und schlicht – Polster werden überbewertet“, dafür kostet die Fahrt für die ganze Familie nur ein paar Euro und bietet auch durchaus paar reizvolle Ausblicke ins Umland. Der Bahnhof von Hua Hin ist übrigens ein echtes Schmuckstück, wozu nicht zuletzt der königliche Wartepavillion (!) beiträgt, da die thailändische Königsfamilie seit den 20er Jahren ihre Sommerresidenz vor Ort hat. Eigentlich wollte uns Onkel J.,  der seit längerem hier lebt, am Bahnsteig treffen. So richtig eng ist der Kontakt zwar nicht, eher Kategorie „geschiedener Schwippschwager“, aber für einen Snack und ein paar Insidertipps spielt das ja erstmal keine große Rolle. Ungeachtet des Verwandtschaftsgrades ist er aber vor allem auch nicht präsent, und so rächt sich die mangelnde Vorbereitung – der kurze 1 km Weg zum Mietwagen ist nicht parat, die Mittagssonne brutzelt und die Stadt erscheint größer als gedacht. Rettung naht in Form eines netten Thais, der neben seinen eigenen Eltern einfach die komplette TiMaFe Familie samt umfangreichen Gepäcks ins Auto packt und uns zum Thai Rent A Car Schalter fährt, zu dem wir eigentlich wollten. Hier gibt es sie also noch – die echte Gastfreundschaft made in Thailand – und hoffentlich bleibt das noch ein Weilchen so!

Der Mietwagen ist mal wieder Einheitskategorie „weißer Japaner“ und die letzte Tagesetappe eher kurz: Die Delphinbucht am Sam Roi Yot Nationapark liegt knapp 50km südlich von Hua Hin entfernt (Road 4020), und wenn man erst einmal den Trubel der Stadt hinter sich gelassen hat, geht es auf den Straßen und umliegenden Feldern recht gemächlich zu.  Wir haben uns für 2 Nächte im Dolphin Bay Resort einquartiert, zum einen weil es an einem schönen Strand und nicht allzu weit vom Park entfernt liegt, zum anderen weil man hier angeblich gut mit Kindern kann und Felix schließlich auch mal auf seine Kosten kommen soll. Der erste Eindruck ist schonmal gut, direkt vor unserem Häuschen gibts einen kleinen Spielplatz, dazu gesellen sich 2 schöne Pools, und in der Altersklasse U10 ist er mindestens mal nicht alleine. Auch das Essen ist erstaunlich authentisch und lecker – das hätten wir hier nicht unbedingt vermutet…

Am Abend schnappe ich mir noch ein Mountainbike und drehe eine Runde durch die Bucht. Der Strand mit den vorgelagerten Felsen und die Karstberge im Hinterland sind durchaus echte Hinkucker, offenbar blieb die Ecke trotz guter Infrastruktur trotzdem bisher vom Massentourismus verschont, da es die meisten Süd-Thailandurlauber auf die Inseln im Golf oder noch weiter runter nach Krabi oder Phuket zieht. Für heute reichts dann auch, morgen nehmen wir uns den Park vor, in dem es doch tatsächlich eine Höhle geben soll, in der ein goldener Tempel steht – wenn das mal keine Entdeckerinstinkte weckt!

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Auf alle Fälle – Rollertrip zum Erawan Nationalpark

Morgens gehe ich erst einmal mit der Knipse auf Beutezug und werde auch relativ schnell fündig. Ähnlich wie  Ayutthaya ist Kanachanburi zwar einerseits touristisches Zentrum, hat sich aber auch noch genug Ecken bewahrt, in denen es noch typisches „Thai-Life“ zu bestaunen  gibt. Seien es nun die Mönche beim Almosengang, das putzige Eiermobil, die originellen bis maroden Verkaufsstände, oder der „Berufsverkehr“ zu Wasser auf dem Mae Klong am Chukdon Pier:

Nach dem Frühstück leihen wir uns den hauseigenen Roller aus, denn trotz der positiven Nahverkehrs-Erfahrungen vom gestrigen Tag wollen wir heute wir mal selbst auf Tour gehen. Diese führt uns zunächst über  Road 3199 in den nordöstlich gelegenen Erawan Nationalpark. Die parallel zum River Kwai verlaufende Straße ist zwar wenig befahren und landschaftlich durchaus interessant, geht aber leider auch fast nur geradeaus! Nach einer guten Stunde bin ich dann auch froh, dass wir endlich die Parkpforten passieren, bevor die Mitfahrer zu murren anfangen. Der Park ist vor allem bekannt für seine sieben Wasserfälle, die selbst in der Trockenzeit noch ausreichend Wasser führen. Auch schwimmen ist an den meisten Stellen erlaubt, so man denn den „rules and regulations including good aspects of the culture“ folgt, was (leider) nicht alle Gäste an diesem Tag tun. Auch mit der Mülltrennung nimmt es nicht jeder so genau, aber immerhin scheint hier inzwischen ein Umdenken im Land of Smile statt zu finden: Ab Stufe 3 muss man für jede mitgebrachte Dose/Flasche satte 100 Baht Pfand hinterlegen, und in der Tat sieht man nur sporadisch Plastik im Gebüsch. Weiter so, Thailand!

Aber Müll und Klamotten sollen hier nicht das Hauptthema sein, denn der Park ist wirklich ansprechend und die verschiedenen Ebenen sehr abwechslungsreich. Die Wege sind insgesamt gut ausgebaut, lassen aber hier und da auch noch echtes Dschungelfeeling aufkommen. Das Wasser geht in Anbetracht der tropischen Temperaturen durchaus als erfrischend durch, und je mehr man sich von Level zu Level vorarbeitet, desto eher hat man auch die Chance ein einsames Becken zu finden, in denen nicht permanent Badenixen fürs neue Profilbild posen. Allerdings ist heute auch Mittwoch, am Wochenende soll hier deutlich mehr los sein, da der Park selbst von Bangkok aus gut als Tagestrip zu erreichen ist. Hat sich aus unserer Sicht auf jeden Fall gelohnt, wer es lieber ganz einsam hat kann der Road 3199 am Si Nakharin Stausee vorbei weiter folgen, wo es noch weitere und weitaus weniger bekannte Nationalparks geben soll.

Zurück in Kanchanaburi: Der Abend ist noch jung, und da wir den Roller ohnehin für den ganzen Tag gemietet haben, riskieren wir noch eine Fahrt auf die andere Seite des Mae Klong, wo es noch ein paar interessante Tempel zu erkunden gibt. Etwas mulmig ist mir schon, als ich beherzt mir dem Roller auf die zu beiden Seiten offene Minifähre fahre, aber Ross und Reiter kommen rechtzeitig zum stehen, ohne in den Fluß zu plumpsen. Zunächst finden wir eher zufällig die Tempelanlage Wat Tham Mongkorn Thong! Über eine steile Treppe geht es zu einer kleinen Höhle, von hier hat man auch eine nette Aussicht in die Umgebung (und offenbar auch ein gutes Netz wie dieser Mönch beweist). Laut Loose Reiseführer soll hier auch eine Dame tätig sein, die gegen eine Spende meditierend über einem Pool schweben kann, aber zu dieser späten Stunde offensichtlich schon ausgeflogen ist. Dafür gibts um die Ecke neugeborene Katzenbabys zu bestaunen!

Da die Sonne nach diesem Abstecher doch schon arg tief steht, müssen wir uns für einen finalen Tempel entscheiden. Vorbei an chinesischen Friedhöfen geht es also zum Wat Tham Ban, den man nur durch den weit geöffneten Schlund eines Drachens erreichen kann. Ganz großes Kino! Eine rote Treppe (pardon, die Drachenzunge) führt zu einem Höhlentempel, der zu dieser späten Stunde leider schon geschlossen war. Dafür gelangt man über eine Art Wendeltreppe wieder ans Tageslicht und von dort weiter rauf zum Gipfel. Ein überaus lohnender Abschluss, man sollte allerdings keine Treppen- oder Drachenphobie haben.

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Unterwegs mit den Öffentlichen – über den Hellfire Pass zur Brücke am Kwai

Nach zahlreichen Südostasientrips gibt es doch immer noch ein Transportmittel, das uns ernsthaft Respekt abverlangt:  Der lokale Bus, und wie man den Richtigen findet! Der Herr des (P.Y.) Hauses hat es sich jedoch offenbar zur Lebensaufgabe gemacht, seinen Gästen die Vorzüge des hiesigen Nahverkehrs nahe zu bringen, anstatt einfach nur Tourpakete von der Stange zu vermitteln. Und so arbeitet er für uns einen detaillierten Logistikplan für den heutigen Tag aus, kutschiert uns nach einem ausgezeichneten Frühstück serviert im reich dekorierten Garten in seinem Van zum Busbahnhof, assistiert bei Kauf der Tickets, und passt natürlich noch auf, dass seine Gäste auch im richtigen Gefährt (hier N. 8203) Platz nehmen. Vorbildlich!

Unsere erste Station ist das Hellfire Memorial Museum am gleichnamigen Pass an der Road 323. Kurze geschichtliche Einordnung: Im Jahre 1942 erobern japanische Truppen das damalige Burma und suchen nach einer günstigen Nachschubroute, die ihnen den weiten Weg um die malaiische Halbinsel  erspart. Das daraus resultieren Eisenbahn-Mammutprojekt zwischen dem thailändische Schienennetz bei Bang Pong mit dem burmesischen bei  Thanbyuzayat südlich von Mawlamyine  sollte bis 1943 Tausende von Kriegsgefangen und Zivilisten das Leben kosten – nicht umsonst ist der heute noch existierende Teilstück in erster Linie unter dem Namen Death Railway bekannt. Wir hatten zwar kurz überlegt, ob Felix mit knapp fünf nicht vielleicht noch zu jung für das Museum ist, andererseits haben wir nur Gutes darüber gelesen und haben es im Anschluss auch nicht bereut. Man kann es wirklich nur empfehlen, denn man hat die unrühmliche Geschichte dieses Ortes wirklich anschaulich und doch sachlich ohne unnötiges Schockieren aufbereitet (was bei den Fakten auch wahrlich nicht nötig ist). Eintritt ist frei, Spende erwünscht!

Dem Museum  angeschlossen ist ein Wanderweg oberhalb des Kwae Noi Valley, der auch durch den Einschnitt Konyu Cutting führt. Es ist heute nur schwer vorstellbar, wie man bei bei tropischen Temperaturen Tag und Nacht mit primitivem Gerät eine derartig tiefe Schneise in den Fels schlagen konnte. “Like a scene out of Dante’s inferno …“ heißt es in einem Augenzeugenbericht, und so hatte die Death Railway nun auch einen Hellfire Pass.  Heute erinnern nur noch Tafeln am Wegesrand an die düstere Zeit, und die Umgebung ist zumindest bei wenig Andrang überaus friedlich – an manchen Stellen kann man über das Tal hinweg bis zu den Bergen Myanmars hinüber schauen.

Dank unseren Local Bus Notizen erwischen wir pünktlich den Bus zurück in Richtung Kanchanaburi und steigen ca, 35 km später am Sai Yok Noi Wasserfall wieder aus. Hier kann man eine alte Lok bewundern, ausgedehnt in schöner Natur herumspazieren, und preiswert essen. Ach ja, den Wasserfall selbst gibt es natürlich auch noch, allerdings haben wir ihn erst ganz am Ende entdeckt, da er quasi fast an der Straße auf Höhe des Eingangs liegt – manchmal sieht man eben den Wald vor lauter Bäumen nicht. Der P.Y. Plan sieht nun vor, dass wir von hier aus ein Songthaew zum Bahnhof vom Nam Tok nehmen, wo wir ein Bahnticket zurück nach Kanchanaburi erwerben können, was tatsächlich auch beides genauso und ohne offensichtliche Abzocke hinhaut – wir sind mächtig stolz!

In Nam Tok trifft man dann mal wieder zahlreiche andere Touristen, die natürlich alle nicht nur von A nach B reisen sondern, vor allem die berühmte Strecke zum Vergnügen erfahren wollen. Komfort braucht man nicht zu erwarten, hier gibt es im wahrsten Sinne des Wortes nur eine Holzklasse, dafür sind einzelne Streckenabschnitte in der Tat spektakulär. Eine Auswahl: Viadukt bei Wang Po, Reisfelder in Fahrtrichtung links im letzten Viertel, winkenden Kinder überall und natürlich die Überquerung des River Kwai (wobei sich Fotofreaks für dieses Motiv doch lieber außerhalb des Zuges positionieren sollten) !  Vom Zielbahnhof handeln wir noch einen soliden Preis für das Songthaew ins Guesthouse aus, und so endet ein Reisebudget schonender Tag mit reichlich Verkehrsträgermix.

Abends steht noch eine besondere Mission an: Auf dem Trip durch Myanmar habe ich aus einer Laune heraus aufs Rasieren verzichtet, was nur unter der Zusage toleriert wurde, dass das schratige Bartgewächs nach Überquerung der Thai-Grenze  wieder ab kommt. Wenn schon, dann aber bitte mit Stil: Schon gestern Abend ist uns in „unserem Viertel“ das urig-hippe Koi Soi Nae in aufgefallen, die Message „Bart muss ab“ kommt trotz Sprachbarrieren erfolgreich rüber, und der Meister zieht für ein paar Baht wirklich alle Register. Wer auf der Facebook Seite des Ladens vorbeischaut findet dort mit Glück ggf. immer noch das Bild des Abends vor – als westlicher Besucher hinterlässt man hier offenbar einen bleibenden Eindruck!

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Grenzerfahrungen – über Htee Khee nach Kanchanaburi

Nachdem wir  bereits erfolgreich über Land (oder besser gesagt über Wasser)  von Thailand nach Laos sowie über Vietnam nach Kambodscha eingereist sind, wären wir bereit für das nächste Level in der Kategorie „exotische Grenzübergänge Südostasiens“: Htee Khee / Phu Nam Ron! Nie gehört? Kein Grund peinlich berührt zu sein, nicht mal Google Maps scheint den kleinen Grenzort im Tenasserim Gebirge zu kennen, der auch erst seit wenigen Jahren für Touristen geöffnet ist. Obwohl das letzte und längste Stück der Piste von Dawei noch nicht asphaltiert und entsprechend rumpelig ist, soll man angeblich auf Thai Seite unkompliziert und schnell nach Kanchanaburi gelangen, was nicht ganz zufällig unser nächstes Etappenziel ist.

Damit man die Reise am Morgen möglichst früh antreten kann, sollte man sich davor zumindest eine Nacht in Dawei gönnen. Wir finden recht spontan noch ein Zimmerchen im Shwe Moung Than Hotel, die Zimmer sind OK wenn auch nicht umwerfend, aber die Dachterasse ist wirklich ein großartiger Ort zum Abhängen, egal ob die Sonne nun gerade auf oder unter geht. Am nächsten Morgen holt uns MauMau gegen 8 ab, und obwohl er sicherlich schon die meisten touristisch halbwegs erschlossenen Ecken (und noch ein paar mehr) gesehen hat, wird auch er die Route nach Htee Khee heute zum ersten Mal passieren. Anfangs kommen wir auch durchaus zügig voran, zumal wir auf Anraten von MauMau im Hotel 4 Kopien von Pass und Visum haben anfertigen lassen, was die Abfertigungszeit an den Checkpoints offenbar erheblich beschleunigt. Im letzten größerem Ort – laut Karte müsste es Myitta sein – ist dann aber nach einem unauffälligen Abzweig für „normale“ PKWs erstmal Schluss mit lustig. Die Pickups die uns ab und an überholen haben es dank besserer Bodenfreiheit etwas leichter, dafür wirken die Mitfahrer auf der offenen Ladefläche reichlich verstaubt. Die Landschaft ist übrigens durchaus abwechslungsreich und schön, man sollte es eben nur nicht eilig haben.

Viele Etablissements gibt es auf der Strecke nicht, auf der letzten Etappe lädt allenfalls das Shwe Restaurant noch mal dazu ein, die letzten Kyats in ein burmesisches Mahl oder diverse Fuselei zu investieren. Die Straße wird übrigens zum Ende hin wieder besser, und am Rande lässt schweres Gerät erahnen, dass hier wahrscheinlich irgendwann mal eine deutlich breitere Handelsroute entstehen soll, falls die Gelder an den richtigen Stellen fließen. Noch ist Htee Khee aber ein eher verschlafener wenn auch nicht gerade charmanter Grenzort, und im Immigration Office sind wir zu dieser Stunde die einzigen Gäste. Man ist freundlich und nimmt sich Zeit, wir sind hier schließlich auf dem Land, aber vor bösen Überraschungen à la „mit den Visumsstempeln aus Yangon können Sie hier aber nicht ausreisen“ bleiben wir dankenswerterweise verschont. MauMau darf uns begleiten, sein Toyota ebenso, was wir ob der Mittagshitze sehr zu schätzen wissen, da man bis zur Thai Grenze noch einige Kilometer im Niemandsland zurücklegen muss, und uns niemand aufgefallen ist, der spontan seine Fahrdienste angeboten hätte. Immerhin gibt es noch eine Tanke mit einem „Duty Free Shop“, der zwar nicht mit Bangkok Airport konkurrieren kann, aber dafür spottbillig ist, und wir ja auch keine Ahnung haben, was uns „drüben“ erwartet.

Als dann der thailändische Grenzposten auftaucht, müssen wir uns dann leider wirklich von MauMau trennen, der nach Myanmar zurück muss und uns auf dem weiten Weg von Yangon bis hierher nie enttäuscht hat. An der Thai Immigration herrscht etwas mehr Andrang und der Papierkram zieht sich auch hin, aber wir haben Glück und erwischen gegen 14:00 noch eine Dame mit Minibus, die uns sowie ein paar andere Mitreisende bis zum Busbahnhof nach Kanchanaburi bringt. Später wäre evtl. noch ein normaler Bus gekommen, aber so richtig frequentiert scheint die Route noch nicht zu sein. Wie eingangs erwähnt sollte man also lieber etwas früher in Dawei aufbrechen, da sich die Fahrt zur Grenze je nach Zustand von Straße, Gefährt und Fahrer durchaus mal 5 Stunden hinziehen kann (ohne Abfertigung). Auch eine Reifenpanne im staubigen Nirgendwo ist sicher kein besonderer Spaß, glücklicherweise blieben wir davon verschont! Marias besonderer Dank gilt Mario & Annett mit ihrer detaillierten Foto-Dokumentation, ohne die wäre diese Route wohl nicht ins Familienreiseprogramm aufgenommen worden!

Nach den letzen Tagen im verschlafenen Süden Myanmars wirkt der Westen Thailands plötzlich wie eine andere Welt. Nun ist Kanchanaburi auch kein unbekannter Ort auf der touristischen Landkarte, und entsprechend trubelig kann es hier zu gehen. Wir haben uns bereits vorab für drei Nächte im P.Y. Guesthouse einquartiert und können es nur jedem empfehlen, der dem Trubel eher aus dem Weg gehen will, aber trotzdem nicht völlig ab vom Schuss wohnen möchte. Das kleine putzige Guesthouse liegt in einer Seitengasse in der Nähe des Mae Klongs, am Fluss kann man nett auf schwimmenden Restaurants essen und es gibt einen völlig untouristischen Nachtmarkt sowie diverse Einkaufsmöglichkeiten. Eigentlich müsste man nach einem solchen Tag früh im Bett verschwinden, aber im P.Y. Garten sitzen heute noch zwei andere Pärchen und es kommt wie es kommen muss – mit steigender Frequenz holt irgendeiner immer wieder Nachschub für die ganze Bande, die Gespräche werden lauter (und für Außenstehende gewiss auch alberner), aber glücklicherweise sind die auch reichhaltigen Biervorräte im P.Y. Schrank (Modell „rausnehmen und Strich machen“) irgendwann restlos aufgebraucht!

 

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