Savannakhet – Dinos, Seen und Grenzerfahrungen

Nach Savannakhet zieht es nicht allzu viele Laos-Touristen: Wer in den Süden will, der startet meist weiter unten in Pakse, für die Nordfraktion ist in der Regel spätestens in Vientiane Endstation. Richtig spektakuläre Highlights gibt es hier zugegebenermaßen keine,  dafür entspanntes Lao Life fernab vom Massentourismus, und ein durchaus spannendes Umland, das man bequem mit dem Roller erkunden kann. Nicht zu vergessen: Hier entspringt auch der Highway 9, der sich einmal quer durchs Land bis zur vietnamesischen Grenze Dansavan / Lao Bao schlängelt, und uns nach vielen Wochen im Inland endlich zurück ans (südchinesische) Meer führen soll.

Da geht doch noch mehr …

Die Reise startet in Thakek mit verhaltener Freude: Es handelt sich um einen richtigen Bus, und keiner muss auf dem Gang sitzen. Solche Kapazitäten dürfen natürlich nicht ungenutzt bleiben, und so halten wir nach ein paar Kilometern Zuckelei gleich wieder auf einem Platz hinter der Stadt, woraufhin ein paar flinke (und später keuchende) Laoten anfangen, die freien Flächen mit tonnenweise Linoleumbodenrollen (?) zu füllen. Der schwächliche Bus ist daraufhin noch träger als vorher, aber immerhin bleiben wir bis Savannakhet  vor weiteren Überraschungen verschont.
Das Mekong Städtchen ist uns auf Anhieb sympatisch, denn hier sind nicht nur die Katzen entspannt. Die französischen Einflüsse sind nach wie vor unverkennbar, auch Nico, seines Zeichens Hausherr der putzigen Villa Vivanouk, ist Franzose. Das hört man ihm zwar an, aber seine relaxte Art ist wiederum typisch laotisch. Um dieses Stadium zu erreichen müssten wir noch ein Weilchen in Asien herum reisen, oder einfach mal irgendwo hängen bleiben 🙂

Zu den Einrichtungen, mit denen man in Laos vielleicht nicht unbedingt rechnet, zählt zweifelsohne ein Dinosauriermuseum – das Exemplar in Savannakhet ist dann wohl auch das Einzige seiner Art und eine willkommene Abwechslung für Felix, auch wenn man natürlich keine Multimedia Show oder sonstigen Firlefanz erwarten darf. Ansonsten lässt man sich am besten zwischen der Mekong Uferstraße und dem Nachmarkt vor der katholischen Kirche treiben. Randnotiz: Hier verhungert garantiert keiner!

Am Wasser gebaut – Rollertrip ins Umland

Dass Savannakhet nicht allzu touristisch ist merkt man auch daran, dass es gar nicht so einfach ist, hier einen Rollerverleih zu finden. An einer der eher belebten Hauptstraßen (Sisavangvong Rd?)  werde ich schließlich fündig. Eine schöne Tour führt erstmal raus zum Bungva See, an dem sich ein paar einfache Kneipen niedergelassen haben. Die Terrassen aus Bambus ragen bis in den See rein, Seerosen und Frösche gibts gratis dazu.  Weiter geht’s zum Heilgtum That Ing Hang, dessen Stupa man schon aus der Ferne erkennen kann. Hier gibt’s allerhand zu besichtigen, und auch wenn es sich laut Reiseführer um „eine der bedeutensten Pilgerstätten des Landes“ handelt, hält sich heute der Besucherandrang in Grenzen. Uns zieht es anschließend in nördliche Richtung zum Lom See. Den fahrbaren Untersatz sollte man außerhalb des Waldes abstellen, es gibt zwar auf Maps.me einen Pfad Richtung See, der sich aber zunehmend im Dschungel verflüchtigt – Wandern macht da deutlich mehr Laune. Die Makaken und Pythons (!), die hier angeblich im Dickicht hausen, ließen sich übrigens heute nicht blicken. 

Persönliches Highlight war der südöstlich gelegen Tao (=Schildkröten) See, den wir am späten Nachmittag erreichen. Am Westufer lockt ein Restaurant mit großzügigen Hütten, die auf einem Seerosenteich mit Planken verbunden sind. Stilvoller kann man sein Beerlao nicht konsumieren, spottbillig ist der Laden noch dazu. Zu Essen gibt es am Nachmittag nichts, aber ein paar Snacks haben wir zum Glück immer dabei. Tja, und viel mehr Stops sollte man an einem Tag bei gemütlichem Tempo eigentlich auch gar nicht unterbringen. In Savannakhet kann man abends noch einen der Wats besuchen (z. B. Wat Xaiyamoungkhoun südlich des Nachtmarktes), oder der Mekong Uferstraße weiter in südlicher Richtung folgen, wofür uns aber leider die Zeit fehlt.

Bye bye Laos, Hello Vietnam

Eine Nacht mehr hätte es schon ein können … aber wir wiederholen uns 🙂 Auf geht’s zum vorerst letzten Busabenteuer auf laotischem Boden: Der internationale Bus über den Lao Bao Pass und Đông Hà  nach Huế in Vietnam. Die Karten hatte ich schon am Vortag erworben und so bekommen wir gute Plätze relativ weit vorne, was bei Kurvenfahrten nicht ganz unerheblich ist. Die meisten mitreisenden Hühner nehmen im Gepäckfach unten Platz, und zumindest Teile des Buspersonals sprechen etwas Englisch. Etwas mulmig ist uns aber trotzdem, vor allem ob das mit dem Grenzübertritt so alles so reibungslos klappt. Ein Visum haben wir nicht im Pass, da wir in knapp 2 Wochen über Hanoi wieder ausreisen und auch das Rückflugticket parat haben und deutsche Staatsbürger (Stand 2018) bis zu 14 Tage visumfrei im Land bleiben dürfen. Das gilt theoretisch auch für Grenzen über Land, aber die Formalitäten ziehen sich trotzdem hin, da dieses Wissen offenbar doch nicht überall präsent ist. Als die überwiegend laotischen Mitreisenden schon alle abgefertigt sind, und auch der Bus mit unserem Habseligkeiten schon die Grenze passiert hat werde ich langsam nervös, aber schlussendlich kommt dann doch 3x das erlösende „TschakTschak“, mit dem der Einreisestempel auf den Pass trifft.

Der Bus lässt uns außerhalb von Đông Hà an einer Tanke heraus, um weiter nach Huế fahren – rückblickend wären wir wahrscheinlich am besten auch einfach durch gefahren, aber beim Zeitpunkt der Buchung erschien mir die Gesamtfahrzeit einfach zu lange, zumal man ja durchaus mal 25% mehr Zeit einkalkulieren muss.

Schwimmen am Cam-Lo River

Macht aber nix, der Tankwart ruft uns ein Taxi, wir quartieren uns für eine Nacht im Sai Gon Dong Ha Hotel ein (nicht gerade hübsch, aber mit hübschem Pool und Zimmer mit Aussicht über den Fluss) und fahren am nächsten Tag mit dem Zug weiter. Der letzte Abschnitt unserer 91 Days kann beginnen!

Weiter gehts mit TiMaFe in Vietnam:

 

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Luang Prabang – der Asia-Salat für Einsteiger

Zugegeben: Ein Kresse Anzucht Set  aus der „Kaffee-Ecke“ gehört nicht zu den wirklich essentiellen Dingen im heimischen Haushalt und bedarf schon einer gewissen Rechtfertigung. Aber dann fiel mir flugs der Luang Prabang Salat und dessen wichtigste Zutat ein, und so landete das gute Stück dann doch im Einkaufswagen.

Nach eine knappen Woche stand dann auch schon die erste Ernte an, und auch die restlichen Zutaten waren schnell geschnibbelt. Der Luang Prabang Salat zeigt sowohl optisch als auch im Hinblick auf die Zutatenliste deutlich europäische Züge, für den exotischen Touch sorgen aber immerhin Fischsauce, Koriander und  Minze. Damit eignet sich das Modell auch hervorragend für Asia-Salat Neulinge, denen Papaya, Laab und Konsorten entweder zu spicy oder schlichtweg zu unkonventionell sind.  Das detaillierte Rezept findet man bei asiastreetfood.com, viel verkehrt machen kann man eigentlich nicht. Und falls das Kresse Anzucht Set gerade aus ist: Zur Not tut es auch die Variante vom Gemüsehändler um die Ecke 🙂

Höhlencheck rund um Thakhek – Der Miniloop

Mit Thakhek  mussten wir erstmal warm werden, was wohl größtenteils der mehrstündigen Anfahrt aus Kong Lo auf der Pritsche eines ziemlich gut gefüllten Songthaews geschuldet war.  Nach über 2 Monaten auf Achse in Südostasien sind wir ja durchaus bescheiden in unseren Anforderungen geworden, aber in Bezug auf gefühlte Sicherheit und Komfort und war dieser Trip sicherlich der bisherige Tiefpunkt – leider gibt es außer teuren Privattransfers auf der Route aber auch wenig Alternativen. Felix sagt sich als erster „Schwamm drüber“, als wir an einer gut besuchten Hüpfburg am Nachtmarkt vorbeikommen, der auch ansonsten ziemlich sympathisch ist. Die Streetfood-Auswahl  ist verlockend, die Preise konkurrenzlos niedrig. Dahinter treffen wir später unseren alten Kumpel Mekong wieder, der auf dem Weg gen Süden deutlich zugenommen hat, und in der Ferne schimmern die Wats von Nakhon Phanom auf der Thai Seite. Vielleicht ist Thakhek ja doch ganz nett ?!?

Es muss ja nicht immer *der* Loop sein …

Wer sich mit der Reisedestination Thakek beschäftigt, stolpert früher oder später zwangsläufig über „den Loop“.   Der Legende nach hat Ende der 90er Jahre ein abenteuerlustiger Herr namens Enjar mit seinem Moped zum ersten Mal die über 400 km lange Nord-Ostschleife über Lak Xao und Khoun Kham zurück nach Thakek bewältigt. Wer den heutigen Zustand von Nebenstraßen in dieser Region kennt, kann sich ungefähr ausmalen, was für ein Holpertrip das vor 20 Jahren gewesen sein muss. Ein Abenteuer ist das Ganze auch sicher auch jetzt noch, aber dank Lonely Planet und Co. ist die Route zumindest deutlich populärer geworden. Ich gebe gerne zu, dass mich der Trip auch reizen würde, aber die mehrtägige Reise mit Familie und Gepäck auf einem Roller anzugehen ist schlichtweg keine Option, gewissermaßen nicht mehrheitsfähig. Und so beschränken wir uns mit leichtem Gepäck auf die Pisten und Höhlen im Umland, die sich durchaus sehen lassen können …

Bereits wenige Kilometer hinter Thakek gehts zum Aufwärmen rechts vom Highway 12  in die Pampa, wo es die Tham Xang Höhle zu erkunden gilt. Die Höhle ist gut durch Steintreppen erschlossen, die zudem mit Gebetsfahnen geschmückt sind – somit kann eigentlich auch für Einsteiger nix schief gehen.  Links der Hauptstraße auf Höhe der alten Eisenbahnbrücke (die zugehörige Bahn wurde nie fertiggestellt) führt eine nette Piste zur Tham Pha Fa Höhle, besser bekannt als Buddhahöhle.  Hier finden sich hier 229 Buddha Statuen, die schon einige Jahrhunderte auf dem Buckel haben, aber erst vor 15 Jahren entdeckt wurden. Der Eingang ist knapp bemessen, das Ambiente driftet  leicht ins Kitschige, und Fotos sind tabu – trotzdem rechtfertigt alleine das herrliche Umland die Anreise.

Tham Xieng Liap –  Ab durch die Mitte

Wir fahren zurück auf dem Highway 12 immer weiter in Richtung Vietnam, wo das nächste Highlight nicht lange auf sich warten lässt: Die Tham Xieng Liap kann man je nach Wasserstand und Mut komplett durchqueren, Stirnlampe und kletter- wie wasserfeste Sandalen sollte man allerdings schon am Start haben. Für Kinder ist das natürlich ganz großes Kino, je nach Stand der Sonne erfreuen dann mit etwas Glück noch schicke Spiegelungen das Fotografenherz,  und schwimmen kann man im (relativ) kühlen Wasser auch. Wem die Kraxelei in der Höhle nicht genug ist, kann vom Hinterausgang der Höhle zum Green Climbers Home durchmarschieren und von dort aus seine vertikalen Grenzen ausloten … oder einfach nur schöner wohnen!

Zum Ausklang bietet sich noch ein Abstecher zum nahe gelegenen Tha Falang See (eine breite Stelle am Fluss) an.  Hierhin haben sich die Franzosen angeblich während der Kolonialzeit zur Erfrischung zurück gezogen, das klappt auch über 80 Jahre später noch ganz gut. Proviant sollte man dabei haben da es keine Verkaufsstände gibt, und man munkelt das das Befahren der Piste währen der Regenzeit keine so gute Idee ist.

Tagesbilanz: Die Umgebung hat so einiges zu bieten, und als Tages-Tourer können wir sogar mehr Zeit zum erkunden investieren da wir ja abends gemütlich ins schon bezogene Zimmer zurückkehren. Die Pizza am Fluss ist auch erstaunlich lecker – da steigt die Vorfreude auf die nächste Runde!

Für den zweiten Tag unseres Höhlenloops haben wir uns die etwas abgelegenere Tham Pha Chan herausgesucht. Die erste Herausforderung kommt allerdings schon mitten in Thakek: Polizeikontrolle hinter einer belebten Kreuzung, herausgewunken werden wohl vorzugsweise ausländische Mopedfahrer, an denen in und um Thakek kein Mangel herrscht. Also immer schön dran denken, dass auch in Laos Helmpflicht für alle Mitfahrer gilt, der internationale Führerschein dabei sein muss, und die heimische B Klasse (der Ü40 Generation besser als „Dreier“ bekannt) zumindest auf dem Papier nur bis 50 ccm gilt  – so wenig Hubraum trifft man in Südostasien eher selten an.

Mitten durch den Karst und immer der Nase nach

Der Weg ist zunächst der gleiche wie zur Buddhahöhle, zweigt dann aber in nord-östliche Richtung ab. Die Maps.me App erweist sich mal wieder als guter Begleiter, wer nur eine der meist handgekritzelten Karten dabei hat, kann schnell die Orientierung verlieren. Irgendwann passieren wir das Dörfchen Ban Nase, das sich aufgrund seines markanten Namens eingeprägt hat, dann verschwimmen die Erinnerungen. Die letzte Etappe sind weit verzweigte Sandwege auf einer Art Wiese, aber immer auf die Bergwand zuhalten erweist sich als gute Idee. Irgendwann verschwindet der Pfad in einem dunklen Schlund und wir sind am Ziel!
Im Eingangsbereich wird man zur Linken von einem Buddha auf einem Plateau begrüßt (daran erkennen wir dass wir in der richtigen Höhle gelandet sind, denn der ist auch in unserem Loose beschrieben), dann geht es mit etwas Kraxelei über Planken weiter ins Innere. Ohne nasse Füße geht es auch hier nicht, aber zumindest müssen wir zu keinem Zeitpunkt schwimmen. Am anderen Ende sollte man nicht gleich umkehren sondern ruhig etwas die trotz Trockenheit erstaunlich grüne Gegend erkunden. Ein Fluss speist ein breites Becken in dem man gut planschen kann, es gibt eine keine Sandbank, und weit und breit kein Mensch in Sicht.

Für den Trip zur Tham Pha Chan mit anschließendem Dschungel Relax Programm kann  man gut und gerne einen halben Tag einplanen, so dass uns nur noch Zeit für einen letzten Höhlenbesuch bleibt. Die Wahl fällt auf die touristisch gut erschossenene Tham Nang Aen, da hier zumindest die gut ausgeschilderte Anfahrt berechenbar ist. Andrang herrscht auch hier keiner, aber der Parkplatz und das Gastronomieangebot  lassen erahnen, dass hier auch gerne mal größere Tourgruppen durchgeschleust werden. Die Dimensionen der gut ausgebauten und an vielen Stellen bunt illuminierten Höhle sind durchaus beeindruckend, die Boote die weiter durchs Innere schippern haben allerdings aufgrund der späten Stunde schon Feierabend. Hinter uns wird das Licht ausgemacht, da haben wir den Tag also bis zuletzt gut genutzt!

Tagesbilanz: Morgens Indiana Jones, Abends eher Disneyworld, unterm Strich ein kurzweiliger Tag, den wir mit einem zünftigen Abendessen im Smile Boat über dem Mekong beenden. Daumen hoch, Thakek! Morgen gehts schon wieder weiter mit dem Bus nach Süden in Richtung Savannakhet – hoffentlich ist es dieses Mal ein richtiger 🙂

Auch mal nett: Ko Samet

Bangkok hat eigentlich für jeden etwas zu bieten, lediglich Strandliebhaber kommen nicht wirklich auf ihre Kosten. Die meisten Sonnenhungrigen verziehen sich dann auch gleich per Inlandsflug oder Fernbus Richtung Golfküste oder gleich nach Phuket / Krabi.  Wer aber eigentlich ganz andere Pläne hat und nur nach der Landung ein paar Tage am Meer herum lungern will, muss gar nicht soweit in die Ferne schweifen oder den Flughafen wechseln: 2-3 Taxistunden vom Flughafen Suvarnabhumi entfernt liegt der Hafen Ban Phe, von dort kann man auf die Insel Ko Samed übersetzen. Und die stellen wir jetzt mal vor …

Birken die wirken: Stopover in HEL

Viele Weg führen nach Bangkok, Finnland hat man dabei vielleicht nicht unbedingt auf der Liste. Ist das nicht ganz oben im Norden, wo die Einwohner so viel Zeit in der Sauna verbringen und lustig reden? Stimmt so, trotzdem ist es auf der sogenannten Nordroute nach Thailand nicht wirklich viel weiter als zum Beispiel über die arabische Halbinsel. Finnair will sich hier offenbar als Drehkreuz-Alternative etablieren und lockt mit mitunter günstigen Preisen, wir haben’s probiert und können uns eigentlich nicht beschweren. Vor allem der Zwischenstopp am  Airport Hesinki erweist sich als überaus entspannend: Birkenbäume, Fototapeten mit Booten auf einsamen Waldseen, ein Kinderspielplatz sowie ein leicht verrückter Herr namens Ryan Zhu, der es sich zum Ziel gesetzt hat, 30 Tage (!) in einem putzigen Häuschen mitten im Transitbereich zu verbringen (zur Story). Inzwischen dürfte er wieder ausgezogen sein.

Weil wir möglichst noch am Ankunftstag auf die Insel wollen  haben uns vorab über die Seite taxikosamed einen Transfer direkt vom Flughafen bis Ban Phe organisiert. 2000 Baht (derzeit ca. 54€) kostet der Spaß im Privatmobil – geht sicher auch billiger, aber für Familien frisch nach der Landung durchaus ein guter Deal und gewiss angenehmer als die berüchtigten Kamikaze Minibusse. Die Fähre ist eher ein Kutter, der auch die Versorgung der Insel mit übernimmt, kostet dafür nicht viele Baht, und eine gute halbe Stunde  später haben wir bereits festen Inselboden unter den Füßen!

Darf’s ein bisschen Meer sein?

Vom eher hässlichen Nadan Pier im Norden bis zum Hauptstrand Sai Kaew Beach ist es nicht wirklich weit, und wer nicht zwingend vom Bett direkt ins Meer fallen muss, findet an der Straße Unterkünfte zu fairen Preisen. Am Wochenende kann es dann etwas voller werden (die Nähe zu Bangkok und Umgebung ist natürlich kein Geheimnis), aber bis runter zum Südzipfel  gibt es auch noch zig Buchten mit teils luxuriösen Resorts, aber auch einfacheren Hütten. Da die Insel auf meiner Karte ohne Maßstab einen überschaubaren Eindruck macht, miete ich mir erst einmal selbstbewusst ein Mountain Bike, während Maria und Felix den Hauptstrand ausloten. Die Überraschung lässt nicht lange auf sich warten, denn das Höhenprofil ist nicht zu verachten, vor allem auf den letzten Kilometern zum Kap kommen Zweifel auf, ob ein Roller nicht doch die bessere Wahl gewesen wäre 🙂 Der sportlich motivierte Leser sollte sich an dieser Stelle allerdings nicht entmutigen lassen, bei einem Singha am Strand sind die Anstrengungen nämlich schnell vergessen, und im Prinzip ist das Mountainbike das optimale Vehikel zum Erkunden der Insel, zumal viele Zubringerstraßen zu Meeresbuchten eher Trampelpfaden gleichen. Abends landen wir eher zufällig am Ao Phrao Beach im Nordwesten der Insel, wo offenbar die etwas besser betuchten Inselgäste residieren. Für ein Dinner am Strand reicht unser Budget aber noch, dafür gibts Thai Curry frisch aus der Kokosnuss – wenn das mal kein Ausklang ist.

Hauptsache es rollt – Land unter in Ban Na Dan

In der nächsten Nacht meldet sich erst einmal der Monsun mit Nachdruck wieder zurück. Wir kennen Thailand ja eher aus der Trockenzeit, jetzt sind wir auch mal hautnah dabei, wie sich ganze Straßenabschnitte plötzlich in Teiche verwandeln. Die einheimischen Thais nehmen es gelassen, sie sind wahrscheinlich deutlich größere Wassermassen gewohnt, und auch die Wattiefe der Roller scheint unbegrenzt zu sein, wenn man nur fest genug daran glaubt. Wir sind zumindest merklich erleichtert, als sich die düsteren Wolken langsam lichten und wir uns mit dem Roller noch einmal die Strände an der Südwestküste zwischen Ao Nuan und Ao Wai vornehmen können.

Auch am Wat Koh Samet  und in Na Dan selbst (dem einzigen Dorf der Insel) kann man gut ein paar Stunden verbringen. Morgens brutzeln die Streetfood Grills besonders fotogen, es gibt ein paar putzige Cafés, und der Übergang zwischen originellen Souvenirs und Nippes ist natürlich wie immer fließend. Wirklich hübsch ist der Ort zwar nicht, aber bedenkt man wie viele Touristen tagtäglich anlanden und wieder verschwinden, hat er sich zumindest noch einen Hauch von authentischem „Thai Life“ bewahrt. Ko Samet hat somit einen guten Eindruck bei uns hinterlassen: Definitiv familientauglich, die Strände können sich durchaus mit den Platzhirschen im Süden messen, und zumindest unter der Woche im Oktober kam uns die Insel nicht überlaufen vor.  In der Nähe in Richtung Rayong liegt übrigens auch der militärisch wie zivil genutzte U-Tapao Airport, von wo aus zum Beispiel auch AirAsia und Nok Air abheben.

Cha Ca La Vong – ein Hauch von Hanoi am heimischen Herd

Bei Fisch und Dill denken die meisten  wahrscheinlich eher an Norddeutschland als an Nordvietnam. Wer aber schon einmal in der Altstadt von Hanoi residierte, wird sicher irgendwo von Cha Ca La Vong gehört oder zumindest im Reiseführer darüber gelesen haben. Vor langer Zeit im Jahre 2011 haben wir die Fischpfanne im angeblich originalen Lokal ebenfalls geordert (weil man das eben so macht), letzten Frühling in Vientiane ist sie uns in einem putzigen Lokal namens Little Hanoi dann erneut über den Weg gelaufen. Da aller guten Dinge bekanntlich drei sind wird es höchste Zeit,  Cha Ca La Vong mal am heimischen Herd nachzubrutzeln!

Ein gelungenes Rezept findet man hier bei Asia Street Food, Hobbyköche mit Südostasien Affinität haben die gleichnamige Fibel ohnehin im Regal stehen. Richtig schwierig ist das Rezept eigentlich nicht, aber ausreichend Zeit sollte man schon mitbringen. Als Fisch ist bei uns Schollenfilet in die Marinade gekommen, beim Auspressen des Galgants hat sich eine Knoblauchpresse gut bewährt. Beim Dill ruhig klotzen statt kleckern, und die Servierpfanne, die sonst eher für Deftiges a là Bauernfrühstück herhalten darf, macht ebenfalls eine gute Figur. Als Beilage empfehlen sich leicht angebrutzelte Reisnudeln und ein kaltes Saigon Bier, falls verfügbar auch Bia Hà Nôi  oder einfach nur der Lieblingsweißwein. Wer jetzt noch einen echten Holzkohletischofen wie im letzten Bild unten an den Start bringen kann, wird auf ewig meine Bewunderung genießen, Normalsterbliche können statt dessen aufs Stövchen ausweichen.

Fazit: Schmeckt vorzüglich und wird garantiert bald wieder auf dem Teller landen (und nicht erst wieder nach 8 Jahren). Zum Nachtisch gibt’s noch ein paar Eindrücke aus dem quirligen Hanoi sowie die TiMaFe Leseempfehlung  → Gewusel, Gebräu und eine Kreuzung namens Bia Hoi. Wohl bekomm’s!

 

Unverhofft kommt oft – das Hue Festival 2018

Auf dem Weg mit der behäbigen Bahn von Dong Ha nach Hoi An haben wir recht spontan noch einen Zwischenstopp in der alten (Ex-) Kaiserstadt Huế eingeplant. Ende April ist normal weder in Vietnam noch im Rest von Südoastasien Hochsaison – um so verwunderter waren wir, als uns die Auslastungsbaromteter der einschlägigen Buchungsplattformen signalisierten, dass Huế „zu den Reisedaten äußerst beliebt“ und quasi so gut wie ausgebucht ist.  Des Rätsels Lösung: Alle zwei Jahre findet das Hue Festival statt!  Das Motto  “Cultural Heritage with Integration and Development; Hue – one destination, five World Heritagesmag zwar etwas sperrig klingen, aber die Stadt hat sich offenbar ganz schön ins Zeug gelegt, und wir sind zufällig mittendrin gelandet,

Die vermeintliche Ruhe im Reisfeld

Im Hotel Mondial in der Nähe des Bahnhofs finden wir noch relativ preiswert ein richtig schickes Zimmer, ein Hotelmitarbeiter leiht uns später seinen Roller, und wir verlassen erst einmal die trubelige Stadt  über die Reisfelder gen Süden zur Than Toan Bridge! Vor knapp 8 Jahren waren wir (damals noch ohne Felix) schon mal da und fanden die Gegend rund um die alte japanische Brücke recht idyllisch. Das ist sie auch im Jahre 2018 noch, allerdings steppt auch hier im Zuge der Festivalaktivitäten ganz schön der Bär. Das Dörfchen ist bunt geschmückt und überall wird munter gebrutzelt. Kein Wunder – schließlich speisen die Vietnamesen schon gerne und häufig, wenn nicht gerade ein Megafest im Gange ist. Die pittoreske Brücke ist zwar sicher kein Geheimtipp mehr, trotzdem trifft auch heute überwiegend Einheimische, so dass man als Langnasenfamilie durchaus noch auffallen kann.  Auf dem Rückweg machen wir noch einen Schlenker zu den berühmten Kaisergräbern im Süden der Stadt. Beim Khai Dinh Grabmal ist am späten Nachmittag ordentlich Andrang,  nachdem man die ersten Treppen erklommen hat, verlaufen sich jedoch die Massen. Deutlich ruhiger geht es zu vorgerückter Stunde in der weitläufigen Grabanlage des Tu Duc zu, da sich die meisten organisierten Tourbusse schon auf dem Rückweg befinden.

Es werde Licht …

Nach Einbruch der Dunkelheit marschieren wir ans Südufer des Perfume Rivers, wo im Zuge des Festivals neben diversen Installationen auch eine schicke Bühne aufgebaut wurde – Eintritt gratis. Die Illuminationen sind schon beeindruckend, auch wenn man vielleicht nicht jeder Bühnenperformance etwas  abgewinnen kann. Zu später Stunden spendiert man dann noch ein Feuerwerk, erzürnt damit aber offenbar den Wettergott, der wenig später die Schleusen öffnet. Taxis sind plötzlich unauffindbar, nur ein einziger Fahrradrikschafahrer bietet seine Dienste an und ist überzeugt, dass er die komplette Familie mit seinem betagten Gefährt im Regen zum Mondial zurück kutschieren kann. Was soll ich sagen: Er behielt natürlich recht, und hat sich seinen Lohn redlich verdient. Und morgen wird der Wolkenpass in Angriff genommen!

Heute vor (knapp) 8 Jahren: TiMa in Huế

Wie doch die Zeit vergeht: Im Jahre 2011 waren wir zum ersten Mal in Vietnam und haben auf dem Weg von Hanoi nach Hoi An ebenfalls in Hue Station gemacht. Ob sich unsere Botschaft im Lac Thien bis ins Jahr 2018 gehalten hat, konnten wir leider nicht verifizieren, gelohnt hat sich der zweite Abstecher aber allemal!

4000 Inseln #1 – Das Guesthouse am Ende der Welt

Erstmal in Ruhe ankommen

Die Weihnachtszeit steht traditionell im Zeichen der Ruhe und Besinnlichkeit, und welcher Ort kommt uns da als erstes in den Sinn? Klar, die 4000 Inseln im Süden von Laos! Tatsächlich haben wir bisher kaum einen enspannteren Ort kennen gelernt, Grund genug also, diesem Fleckchen Erde mal wieder eine kurze Serie zu widmen.

Ob sich hinter Si Phan Don wirklich 4000 Inseln verbergen, darf man natürlich anzweifeln, zumal die Anzahl auch vom Wasserstand des Mekongs abhängt. Sicher ist allerdings, dass die Fahrt ab irgendeinem Punkt  übers Wasser führt. Die meisten Reisenden mit Ziel Don Det & Don Khon  fahren dann auch aus Pakse mit organisierten Minibussen bis nach Nakasong, und steigen dort auf mehr oder weniger urige Holzboote um. Wir hatten bei Herrn Boun, mit dem wir bereits das Bolaven Plateau durchquert haben (Bericht folgt), eigentlich auch so einen Minibus gebucht, da der geschäftstüchtige Herr aber ohnehin gerade sein Business auf Don Det ausbaut und heute keine weiteren Mitfahrer hat, gelangen wir sogar für kleines Geld in den Genuss eines Privattransfers.

In Nakasong am Ufer des Mekong kann man sich dann Tickets organisieren, wenn man nicht ohnehin ein Paket gebucht hat.  Unser Boot hält  zunächst an der Insel Don Det, die vom Wasser aus schon ziemlich relaxed aussieht, wir verabschieden uns von Herrn Boun und schippern weiter bis zur Nachbarinsel Don Khon, der der Ruf voraus eilt, noch etwas entspannter als die Schwester im Norden zu sein. Geht das überhaupt? Am Pier ist allerdings noch lange nicht Endstation, denn unsere Bleibe – das Pomelo Restaurant & Guesthouse – befindet sich am Südzipfel der ca. 5km langen Insel. Der Main-Highway entpuppt sich als Feldweg, die einzige sichtbare Taxi Option zu Lande ist ein Moped mit Beiwagen. Ob das für die eine 3 köpfige Familie mit Gepäck reicht? Natürlich reicht es: Während man zuhause Last hat, den Kombi fürs Wochenende bei Oma nicht zu überladen, können die Laoten beim Thema Gepäck verstauen wie gewohnt außerordentlich kreativ sein!

Südlicher wird’s nicht: Willkommen in Ban Khon

Das Guesthouse macht seinem Namen Ehre: Man wird freundlich von Gastgeberin Oliva empfangen, das Zimmer ist gemütlich, und Im Zentrum der Terrasse steht tatsächlicher ein ausgewachsener Pomelo Baum! Dahinter geht es direkt (jetzt in der Trockenzeit recht tief) runter zum Mekong, wo eine schwimmende Holzterrasse zum entspannten Beerlao Konsum mit unverbautem Mekong Blick einlädt, die kleinen Berge am Horizont gehören bereits zu Kambodscha . Felix wirft derweil die Angel aus, die natürlich nur mit einem Kronkorkenköder bestückt ist, damit auch ja keiner anbeißt. Passt soweit!

Wer auf Animation und Nightlife aus ist, ist hier natürlich völlig falsch. In der Nähe gibt es noch eine alte Eisenbahnlok aus der französischen Kolonialzeit und eine nette Kneipe über dem Ufer, und man kann sich natürlich einen Fischer nebst Boot mieten und auf den Mekong raustuckern.  Wir hatten erst einmal genug Ortswechsel für einen Tag und lassen uns von Gastgeberin Olivia einen wirklich köstlichen Mekong Fisch kredenzen, der frisch in der Nachbarschaft zubereit wurde. Und im Teil #2 unseres 4000 Inseln Reports erzählen wir dann, was man hier sonst noch so unternehmen kann!

Mehr Lust auf Südlaos? Wie wärs denn mit  einem Abstecher  …

Woanders is auch schön!