Sneak Preview: Der Myawaddy Mekong Trip

Wie kommt man eigentlich zu Lande von Myanmar nach Laos? Auf diese Frage gibt es leider weder eine einfache noch die einzig wahre Antwort. Aber wer Zeit im Gepäck hat und schon schon immer mal ein paar entlegenere Winkel von Thailand abseits des Massentourismus kennenlernen wollte, bringt schon mal gute Voraussetzungen mit! Auf unserem Roadtrip  von der Grenzstadt Myawaddy bis ans laotische Mekong Ufer landeten wir unter anderem beim Westernfriseur von Phrae, verständigten uns mit Händen und Füßen in Nan, standen hoch oben am Phu Chi Pha bereits mit einem Bein in Laos, und duschten im 35° warmen Phu Sang Wasserfall.  Alles nie gehört? Dann gibts jetzt schon mal eine kleine Vorschau nebst Route, der Bericht zur ersten Etappe von Mae Sot bis in die alte Königstadt Sukhothai  folgt demnächst … Alle Eindrücke Revue passieren lassen kann man dann wunderbar auf dem laotischen Slow Boat.

Organisatorisches

Wir empfehlen ja eigentlich das Reisen mit den Öffentlichen in Südostasien (und natürlich anderswo), aber diesen Trip sollte man mit seinem eigenen fahrbaren Untersatz antreten.  Wir haben unseren Mietwagen über Thai Rent A Car in Mae Sot am Flughafen übernommen und in Chiang Rai am Flughafen zurückgeben, von dort kann man bequem mit dem Bus nach Chiang Khong. Ab einer Woche wird die Tagesmiete im Schnitt nochmal günstiger, und die Einwegmiete entfällt – ingesamt wurden für die Klasse Kompakt unter 200 € für 7 Tage fällig – da kann man nicht meckern.

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Abendbummel bei den Buddhas von Bago

Die alte Mon Hauptstadt Bago ist für viele nur ein Zwischenstop auf dem Weg von Yangon zum goldenen Fels oder nach Hpa An. Ist auch nicht weiter verwerflich, haben wir 2017 genauso gemacht (⇒ zum Bericht), aber nach sechs Stunden Busfahrt vom Ngwe Saung Beach nach Yangon, und weiteren zwei Stunden on the road mit unserem alten Freund MauMau sind wir definitiv reif für eine gepflegte Übernachtung bevor es weiter gen Osten geht!

Bago ist vor allem bekannt für seine zahlreichen Buddhas und Tempel, und obwohl wir einige Orte schon vom letzten Besuch kennen, haben sie zum Sonnenuntergang ihren ganz eigenen Charme.  Als Highlight erweist sich vor allem der über 80(!) Meter lange liegende Mya Tha Lyaung Buddha, dem die Sonne am Abend buchstäblich zu Füßen liegt. Auch Felix kommt anschließend auf seine Kosten, denn mitten im Pagodenviertel hat man für die jüngeren Bewohner eine stattliche Hüpfburg aufgestellt, wie üblich beschallt mit übersteuerter Techno Musik :-). Das Hotelangebot ist übrigens überschaubar, aber im Kanbawza Hinthar etwas außerhalb des Stadtkerns gibts hübsche Zimmer unter 50$ und zudem ein wirklich ausgezeichnetes Frühstück – traut euch ruhig auch an die Mohinga!

 

Querbeet nach My Son

Wer ein paar Tage mehr in Hoi An verbringt, hat früher oder später mal genug von Rummel und Bummel und sucht nach Auswegen. Die faszinierende Tempelstadt My Son liegt nur eine gute Autostunde entfernt und drängt sich schon deswegen auf, weil der Trip an jeder zweiten Ecke direkt neben Kochkurs, Cham Island und den Marble Mountains beworben wird. Womit wir auch schon beim 1. Haken wären: Wer die Ruinen lieber in Ruhe genießen möchte, reist am besten spät und auf eigene Faust an. Zudem ist die Autoroute nicht wirklich spektakulär, aber wer sich auf zwei Räder beschränkt,  kann sich alternativ südlich von Hoi An über die Felder nähern – es winken hübsche Natur, freundliche Locals und garantiert kein Trubel!

 ⇒ Ab zur groben Karte  (für eilige Nachfahrer)

Zunächst geht es von An Hoi über die neue Mopedbrücke auf die Insel Cam Kim, ggf. mit einem Kneipen-Abstecher zum urgemütlichen  und erfrischend untouristischen Bambuswald im Westen von An Hoi. Auf Cam Kim ticken die Uhren dann schon deutlich langsamer,  im Süden geht es abermals auf einer kleinen Brücke über den Thu Bon Fluss, und dann immer weiter nach Westen bis zu einer großen Straßenbrücke auf die nächste Insel (Achtung: Der Vorgänger des aktuellen Viadukts endet im Wasser und nicht alle Karten kennen offenbar die neue Version :-))

Wir queren weitere Brücken, brausen durch Reisfelder (die Ernte ist gerade in vollem Gange) und grüßen Bauern und Büffel, während das Bergmassiv am Horizont stets die grobe Richtung weist. Aber zugegeben: Ohne die maps.me App wären wir aufgeschmissen gewesen, die kennt aber in dieser Ecke zum Glück jeden noch so kleinen Ackerweg. Ganz am Ende wird es dann doch einmal etwas holprig, aber nach gut zwei kurzweiligen Stunden (inklusive Fotostops) haben wir es geschafft: Wir stehen vor den Toren von  My Son,  UNESCO Weltkulturerbe, Zeuge des längst untergegangen Champa Reichs, und unser Ziel für heute Nachmittag!

Nach soviel weitgehend unberührter Natur wird man bei Ankunft in My Son ggf. etwas überrumpelt: Hier scheint man durchaus auf größere Besuchermassen eingestellt, die aber zu dieser Uhrzeit offenbar alle bereits das Weite gesucht haben. Ein Elektro-Shuttle chauffiert den Gast die knapp 2 km vom Eingang bis zu den Ruinen-Stätten, die je nach Alter und Lage in verschiedene Gruppen aufgeteilt sind. Viele Monumente wurde leider während des Vietnamkriegs erheblich in Mitleidenschaft gezogen, und an vielen Stellen erinnern noch riesige Krater an die US-Bombardierungen.  Heute wirkt dieser Ort friedlich und faszinierend zugleich, und auch wer kein Hobby Archäologe ist, dürfte sich alleine an der Natur ringsherum erfreuen.

Der letzte Shuttle fährt leider bereits um 17:30 zurück zum Eingang, eigentlich viel zu früh, aber da sich der Sonnenuntergang in diesen Breiten nicht lange bitten lässt, wählen wir trotzdem den potentiell schnelleren Weg über die „richtige“ Straße zurück nach Hoi An. Vor allem die letzen Kilometer bis Hoi An machen aufgrund der Schlaglöcher und er einsetzenden Dunkelheit nicht wirklich Spaß, aber was soll’s – Weg und Ziel waren es auf jeden Fall wert!

Rückblick: 2011 waren wir schon mal vor Ort, damals allerdings noch ohne Felix, dafür mit etwas üppigerem Grün …

Gewusel, Gebräu und eine Kreuzung namens Bia Hoi

Ultimative Prüfung und würdiger Abschluss am Ende einer kleinen Ewigkeit in Südostasien: Das amüsant-chaotische Straßenleben in Hanois Altstadt, das sich am besten an der legendären Bia hơi Junction in gebührendem Abstand zur Straße beobachten lässt 🍻

Jäger des verborgenen Strandes

Behäbig zuckelt  der Zug von Hue in Richtung Da Nang am Hai Van Pass entlang, den viele einfach nur Wolkenpass nennen, weil es oben eigentlich immer bewölkt ist und  das Wetter auf dem Weg gerne mal wechselt. Die Strecke scheint heute beliebt, wir haben nur noch Plätze in einem Schlafwagen bekommen, was morgens um 11 zwar etwas ungewöhnlich ist, aber irgendwie auch gemütlich. Man nimmt es dem „Express“ Zug auch nicht übel, dass er so langsam ist, weil sich zur Linken immer wieder schöne Ausblicke auf Meer  und Dschungel eröffnen. Und kam da nicht gerade ein ziemlich leckerer einsamer Strand vorbei? Aussteigen kann man auf der Strecke leider nicht, aber wir beschließen der Sache nach zu gehen, nachdem wir uns erst einmal bei Hoi An häuslich niedergelassen haben.

Die Maps.me Recherche ergibt: Nördlich von Da Nang ist tatsächlich ein passender isolierter Strandabschnitt, zu dem zumindest ein „Weg“ eingezeichnet ist, was in diesen Gefilden vieles bedeuten kann. Wir schnappen uns einen Roller und brausen hin. An der Millionenstadt führt kaum ein Weg vorbei, da man den Hàn Fluss queren muss, doch der Verkehr hält sich heute am Feiertag in Grenzen (den 1. Mai als Tag der Arbeit feiert man hier natürlich auch, wenn auch etwas anders). Wir wählen schon alleine Felix zuliebe die originelle Drachenbrücke, später finden wir an der nördlichen endlosen Bucht noch einen ebenfalls sehenswerten (aber nicht seetüchtigen) frisch getünchten Schiffstempel, ebenfalls reich mit Drachen verziert.

Irgendwann ist auch die Stadt mal zu Ende und „10% Steigung“ Schilder signalisieren den Beginn der Bergwelt rund um den Wolkenpass.  2005 wurde ein Tunnel eröffnet, der dankenswerterweise einen Großteil des Verkehrs schluckt. Roller, Busse und ein vereinzelter Radfahren sind trotzdem unterwegs – wer auf schöne Aussichten aus ist, fährt natürlich nicht unterm Berg durch. Bei Kilometerstein 86 Richtung Hue (bzw. 912 in der Gesamtrechnung) werden wir dann fündig. Rechts geht ein kleiner Weg ab, ein Schild frohlockt mit  „Hai Van Garden“ (oder so ähnlich), und ein junger Vietnamese knöpft einem 10000 Dong (~35 Cent) pro Nase ab, die aber laut Ticket sämtliche fees für parking, fishing, sea bathing, sight seeing (!) catching und  „etc…“ beinhaltet 🙂

So einsam und unerschlossen ist unser „Secret Beach“ also offenbar doch nicht, aber der Pfad ist zu Fuß gut passierbar und wunderschön, und unten gibt’s außer ganz viel Sand nur eine äußerst provisorische Behausung mit Drinks. Ein paar Einheimische sitzen im Schatten der Felsen und picheln Larue Bier, vereinzelt sieht man auch eine Langnase, und natürlich kommt auch mal der Zug vorbei, dem wir diesen Fund schließlich zu verdanken haben. Fazit: Lohnt sich auf jeden Fall, Proviant sollte man besser mitbringen,  volltanken nicht vergessen, und wer rechtzeitig den Absprung schafft, kann auf der Rückfahrt noch einen Abstecher zu den Marble Mountains machen!

Mekong Slowboat Gedanken

Der Trip von der nordthailändischen Grenze bei  Chiang Khong bis nach Luang Prabang ist ein echter Klassiker und gehört zu einem gepflegten Südostasien Trip wie Khao San Road und Angkor Wat. Demzufolge existieren auch bereits unzählige detaillierte Blogartikel zu der zweitätigen Reise und wie man ohne Nepp und Stress über die Grenze nach Laos  kommt. Wir beschränken uns daher an dieser Stelle mal auf ein paar lose Gedanken und Bildchen:

Woanders ist auch schön

In den Grenzorten Chiang Khong und Huay Xai lässt es sich in einer überaus grünen Umgebung preiswert wohnen. Also ruhig mal 1-2 Nächte vor Ort einplanen und nicht gleich direkt aufs Boot umsteigen, das ohnehin jeden Tag ablegt.

Hinten ist lauter

Auch wenn das Boot langsam ist – der Schiffsdiesel ist trotzdem riesig und Schallisolierung sucht man vergebens. Dem Personal scheint das zwar nichts auszumachen, wer zeitig an Bord geht sollte aber die Chance nutzen und sich einen Platz weiter vorne sichern. Es gibt zwar so etwas wie eine (sehr) improvisierte Sitzplatz Reservierung wenn man die Tour als Paket bucht, aber die ist spätestens am 2. Tag hinfällig, da die Boote in der Regel wechseln.

Vorbuchen und gut frühstücken entspannt

OK,  Vorabreservierungen mögen den Gedanken an Freiheit und Unabhängigkeit auf Reisen widersprechen, aber an der Übernachtung in Pakbeng führt ohnehin kein Weg vorbei. Wer sich sein Guesthouse vorab online reserviert, wandert abends völlig gelassen durch die für laotische Verhältnisse recht aufdringliche Schlepperbande am Anleger. Uns hat das Dreierzimmer im DP Guesthouse gut gefallen. Hier gab es auch ein gutes Frühstück, was man nicht unterschätzen sollte, denn das „Bordrestaurant“ auf dem Slowboat führt später ausschließlich Instant Nudeln und Chipstüten.

Alles hat ein Ende?

Unbestätigten Gerüchten zufolge soll die gemütliche Flussfahrt von der Grenze bis Luang Prabang aufgrund ehrgeiziger Mekong Dammprojekte bald der Vergangenheit angehören. Es mag sich hierbei um Traveller Latein handeln, aber auf dem Nam Ou kam es aus den gleich Gründen auch schon zu Einschränkungen. Und wer einfach nur einen Grund sucht, die Fahrt endlich mal in die Reiseplanung einzubauen, hat ihn hiermit gefunden 🙂

⇒ Weitere Artikel aus der Rubrik Grenzerfahrungen

 

Vang Vieng für Gipfelstürmer

Früher fuhren die meisten nach Vang Vieng, um sich benebelt in LKW Schläuchen den Nam Xong Fluss herunter treiben zu lassen. Nachdem die Regierung 2012 Tabula Rasa gemacht hat, hat sich das Bild etwas gewandelt: Auf dem Fluss überwiegen die Kanus, im Hinterland brettern Offroad-Buggys durch die Landschaft, und unter das Backpacker Publikum mischen sich jetzt auch vermehrt Familien und Senioren. Ein ruhiger Ort ist Vang Vieng damit noch lange nicht, aber wie so oft hat man schnell seine Ruhe, wenn es etwas anstrengender wird. Und an der Straße westlich der Mautbrücke hat man ein paar der imposanten Karstfelsen mit Viewpoints gekrönt, die dafür perfekt geeignet sind. Besorgt euch zur Orientierung am besten die erstklassige (und putzige)  Vang Vieng Area Hobomap.

Die Aufstiege sind steil, bei Nässe nicht gerade unproblematisch, und somit nur bedingt familientauglich. Aber da mit Aufenthalt und Abstieg selten mehr als 2h drauf gehen, erfüllen sie trotzdem eine wertvolle Rolle: Der jeweils aktive Familienteil keucht auf den Berg, der Rest bleibt etwas länger im Bett, und es ist immer noch genug Zeit für einen gemeinsamen Tagesausflug 🙂  Wir arbeiten uns auf der Straße Richtung Osten vor und starten mit einem relativ neuen Viewpoint direkt am Ende des Dorfs Houiyea (an den Bearlin Bungalows ~200m vorbei). Oben eröffnen sich abwechslungsreiche Ausblicke in alle Richtungen. In der Ferne erkennt man  die Ausläufer von Vang Vieng und den Nam Xong, direkt vor der Nase erhebt sich der gewaltige Phadeng. Abzüge gibt es leider für den Weg, da er fast nirgends mit Steinen befestigt bzw. mit Geländern gesichert ist. Kein Problem wenn alles trocken ist, aber nach einem Wolkenbruch wird der Abstieg zur Rutschpartie.

Es geht immer weiter gen Osten durch das Dorf Nathong, den Abzweig zur Tham Pou Kham (Goldkrabbenhöhle) lassen wir rechts liegen. Der Asphalt hört hier auf, die Landschaft bleibt spektakulär. Wenig später folgt ein Abzweig zum Silver Cliff Viewpoint, den man sich ebenfalls nicht entgehen lassen sollte. Der Weg ist zwar ebenfalls steil, aber im direkten Vergleich recht gut gesichert (trotzdem bitte nicht barfuß oder in Flip Flops anreisen), die Ausblicke sind abermals über jeden Zweifel erhaben:

Und weiter gehts zum Nam Xai Top View. Der Aufstieg durch den Dschungel ist zunächst ähnlich wie bei den anderen und zumindest zum Teil mit Steinen verstärkt, am Schluss ist noch etwas Felskraxelei gefragt. Die Bambusplateaus oben sind sehr hübsch,  auch hier gibts natürlich eine 1a Rundumsicht, die alle Strapazen vergessen lässt:

Die Piste nach Osten verläppert sich irgendwann, aber wenn man sich links hält, kann man einen Loop machen und „untenrum“ über das Dorf Phonexay zurück nach Vang Vieng fahren. Bei einem erfrischenden Bad in der Lagune #3 (die Lagunen haben hier leider alle wenig originelle Namen), bietet sich noch ein kurzer Aufstieg zu deren Viewpoint an: Einfach durchs Gelände durch, den Fluss  überqueren, und dann rechts. Hier braucht man auch nicht viel Kondition, denn als einziger des hier vorgestellten Quartetts handelt es sich eher um eine Höhle mit schöner Aussicht:

Mehr „Besteigungen“ waren leider in der Kürze der Zeit nicht drin, aber es gibt noch weitaus mehr Felsen in der Gegend zu erklimmen. Wer noch weitere Tips hat – wir freuen uns über Kommentare!

Woanders is auch schön!