Ein Hauch von Hoi An im Ruhrgebiet

In Zeiten von #stayathome und damit einhergehend verstärktem Fernweh muss man sich die kulinarische Küche Südostasiens öfter mal ins Haus holen. Neulich hatten wir uns zum ersten Mal außerhalb Vietnams an Hoi An Pancakes versucht.  Gerolltes in Reispapier kennen die meisten sicher schon vom Vietnamesen um die Ecke, bei der etwas deftigeren Hoi An Version wird dazu noch ein Reismehlpfannkuchen mit eingewickelt, und üblicherweise landen Shrimps oder Schweinefleisch in der Füllung. Kurkuma sorgt dabei für eine schöne leuchtende Farbe,  frische Kräuter (in diesem Fall die heimische Minze) zieren das Endprodukt, und ein kleiner Napf Nuoc Cham darf natürlich auch nicht fehlen, denn das Dippen der Rollen gehört zum Ritual einfach dazu. Sieht dann am Ende des Tages in etwas so aus:

Wer jetzt Appetit bekommen hat, kann sich bei den folgenden Quellen inspirieren lassen, oder einfach drauflos brutzeln. Reismehl und Reispapier gibt es in jedem gut sortierten Asia Laden!

Kann ich bitte die Getränkekarte haben?

Am besten passt dazu natürlich das berühmte Bia Saigon, das es inzwischen übrigens in einem neuen und etwas hipperen Drachengewand gibt (im Bild die 2. Pulle von links, während sich die klassische Variante schüchtern zwischen Singha und Tiger versteckt). Aber wenn man schon mal den Aufwand betreibt, brutzelt man natürlich auch ein paar Kuchen mehr und lädt (natürlich im Rahmen der aktuellen Auflagen) noch noch 1-2 Gäste ein. Denn dann darf’s auch gerne eine bunte Auswahl aus asiatischem Gerstensäften sein. Im Endeffekt kam das Saigon Bier aber trotzdem am Besten an 🙂

Impressionen aus der heimischen Garküche …

Rückblick ins Jahr 2011

Dafür, dass wir die Pfannkuchen erst im Jahre 2020 zum ersten Mal zubereitet haben, kennen wir sie schon ganz schön lange. Im März 2011 haben wir das spannende Land zum ersten Mal bereist, und hatten damals bei der Red Bridge Cooking School einen Kochkurs belegt (nur Original mit roter Brücke davor) . Sieht rückblickend natürlich alles eine Spur authentischer aus, der versierte Koch hatte allerdings auch fleißig mit Hand angelegt, und letztlich ist ja auch nur eine Sache wichtig: Hauptsache, es schmeckt!

Mehr aus dem TiMaFe Vietnam Universum rum um Hoi An

→ Jäger des Verborgenen Strandes
→ Querbeet nach My Son
Food Corner (noch mehr Rezeptinspirationen)

 

Bukit Lawang und die Lagune am Landak

Auf dem Weg nach Bukit Lawang.

Nach einer Nacht in Banda Aceh wollen Felix und ich endlich in den legendären Dschungel Sumatras vordringen. Der Weg nach Bukit Lawang führt aber zunächst einmal  durch den Großstadtdschungel von Medan, abgesehen von vielen Staus bekommen wir von der Provinzhauptstadt jedoch nicht viel zu sehen. Eigentlich sind es heute nur ca. 125 Straßenkilometer, aber die ziehen sich gewaltig, da die Straße an vielen Stellen etwas Hege und Pflege vertragen könnte. Aber vielleicht  auch gut so, Bukit Lawang ist nämlich bei aller Popularität immer noch ein relativ überschaubarer wie sympathischer Ort geblieben, und so darf es auch gerne noch eine Weile bleiben. Der Fluss Bohorok rauscht heute relativ friedlich zu Tale, bei den Brücken hat man die Qual der Wahl, und wir verbringen zunächst eine Nacht im ruhigen Riverside Guesthouse, die wir leider auch bitter nötig haben: Felix‘ Knöchel ist immer noch angeschlagen, das Wunderöl aus Pulau Weh zeigt allerdings Wirkung.  Und bei mir hat sich leider  eine lästige Erkältung eingenistet, der ich heute Abend nur Unmengen an heißem Ingwertee entgegen zu setzen habe.

Damit sich die lange Anreise auch lohnt, wollen wir mindestens eine Nacht im Dschungel verbringen, und haben uns im Vorfeld natürlich auch schlau gemacht, wie und wo man sowas mit Kind am Besten organisiert. Dabei landete ich recht schnell bei Janine von Bukit Lawang Jungle Trekking, die mir nicht nur bei der Planung viel geholfen hat, sondern als „Landsfrau“ auch ausgezeichnet Deutsch spricht.
Am Tag des Aufbruchs sind wir beide auf jeden Fall deutlich fitter als am Vortag, und obwohl die Tour eigentlich als Gruppenpaket ausgelegt war, sind wir heute die einzigen Gäste und haben den agilen Guide gleich ganz für uns alleine. Wir verabschieden uns mit leichtem Gepäck aus der Zivilisation, die wir für die nächsten zwei Nächte zurücklassen werden:

Der erste Abstecher führt uns zu den Bat Caves, die zwar nicht weit vom Dorf entfernt sind, aber bereits von dichtem Dschungel umgeben sind. Spätestens hier macht sich festes Schuhwerk bezahlt, denn wer weiter in Höhlen vordringen will, sollte auch einigermaßen kraxelfest sein. Lohnt sich aber!

Die Halbtagesetappe endet an einer besonders malerische Stelle am Ufer des des Landak Flusses, an der sich eine Lagune aufgestaut hat. Am Wochenende halten die Einheimischen hier einen lokalen Markt ab, und wie es der Zufall so will, ist dies auch heute der Fall.  Für viele Familien scheint dies ein tagesfüllender Event zu sein: Im knietiefen Wasser werden Tisch-Garnituren aufgestellt, und je nach Alter und Geschlecht wird ausgiebig geschnackt, geshoppt und in der Lagune geplanscht. Vorbildlich: Plastikmüll ist zwar in Indonesien vielerorts ein großes Problem, der Markt scheint aber komplett auf nicht-organisches Verpackungsmaterial zu verzichten 👍!

Während es die Damen vor allem auf Felix abgesehen haben, scheine ich mich bei den männlichen Teenies als Selfie Buddy großer Beliebtheit zu erfreuen. Es gibt allerdings auch nicht sonderlich viele langnasige Touristen, die mir Konkurrenz machen könnten. Abends wird es dann abgesehen von gelegentlichen Tierlauten recht ruhig in der Lagune, die Tagesgäste verziehen sich,  dafür kommt der Regen, und zwar ziemlich stark. Aber heute haben wir zum Glück noch feste Mauern um uns herum, und die von den Jungle Trekkern organisierte Hütte direkt oberhalb der Lagune ist ist ein echtes Juwel. Morgen wird dann aber stilecht gecampt. Versprochen!

→ Was bisher geschah auf Sumatra

 

De Zoch kütt – mit der Bahn über Ayutthaya nach Chiang Mai

Zeitsprung:  Wir schreiben den 26. Februar 2017, stehen am Bahnhof von Ayutthaya, und dann ist da dieses Schild, das nach Chiang Mai zeigt. „Irgendwann sollten wir mal genau von hier aus mit dem Zug dort hin hin tuckern und uns gründlich umsehen“ denke ich mir noch so. Im Februar 2017  wurde es noch nix, denn die Weiterreise nach Yangon und von dort in den Süden Myanmars war bereits geplant (zum Bericht) , aber im Herbst 2019 sollte es dann schließlich soweit sein!

Erst einmal verbringen wir eine Nacht im wirklich putzigen Tamarind Guesthouse, das praktischerweise direkt gegenüber des zentralen Rama Public Parks liegt. Da dies schon unser dritter Besuch im Städtchen ist, und der Nachtzug aus Bangkok erst Abends hier hält, gibt es keinen Grund zur Eile. Wir können es uns sogar leisten, den berühmten eingewachsenen Buddha-Kopf im Banyan Tree des Wat Mahatat einfach mal nicht zu besichtigen, da er sich in den letzten Jahren gewiss nicht verändert hat, und es noch genügend andere spannende (und weniger überlaufene) Buddha Motive in der Gegend zu entdecken gibt. Wenn das mal nicht wahrer Luxus ist …

Mittags raffen wir uns dann doch zu einer Radtour auf. Die Drahtesel, die es für ein paar Baht um die Ecke zu leihen gibt, könnten zwar etwas Pflege und Liebe vertragen, aber für die überwiegend flache Umgebung reicht es. Das Zentrum von Ayutthaya würden wir übrigens für Thai Verhältnisse (und im Gegensatz zur Essener Innenstadt) als durchaus radfreundlich einstufen. Man braucht weder Guide noch sonderlich viel Mut, eine Navi App (oder eher klassisch eine gute Karte) und etwas Neugierde reichen völlig aus. Wir schauen uns erst einmal Wat Na Phra Men nördlich des Kanals an, eine Ecke, in die nicht viele Touristen vordringen. Dann geht’s zum gewaltigen liegenden Buddha von Wat Lokayasutharam, wo Felix noch mal kontrolliert, ob nach unserem letzten Besuch 2017 auch noch alle zehn Zehen vorhanden sind.

Zu guter Letzt schauen wir beim Wat Chai Watthanaram am südlichen Ufer des Chao Phrayas rein. Die Einheimischen haben sich zum großen Teil mächtig in Schale geworfen, und posieren vor den alten Mauern um die Wette. Offenbar erfreut sich das weitläufige Areal großer Beliebtheit, seit es Schauplatz der populären Thai Soap „Bhuppae Sunniwa (Love Destiny)“ war. Die Serie enthält angebliche Elemente aus Romantik, Comedy und Zeitreise (!) – wäre ich der Sprache mächtig, würde ich mit diesem neu gewonnenen Wissen glatt mal reinschauen 🙂

Mehr geht an einem Nachmittag auch nicht. Brücken über den Chao Phraya sind in dieser Ecke leider rar gesät, aber in etwa auf Höhe des Rama Parks finden wir einen freundlichen Fährmann, der uns mitsamt der Räder zurück an die Ufer der Altstadt schippert. In Bangkok hätten wir und das wahrscheinlich nicht getraut, aber hier ist der Fluss weitaus schmaler. Es bleibt Zeit für ein Abendessen im Malakor, dann gehts auch schon mit der Taxe zum Bahnhof. Der Zug aus dem Süden rollt natürlich mit Verspätung ein, aber zumindest funktioniert das Delay Board einwandfrei.  Die 1. Klasse ist zwar kein Raumwunder sondern sagen wir mal „sehr gemütlich“, aber es ist in unserer Doppel-Schlafkabine ist alles sauber und am nächsten Morgen kommen wir pünktlich am zentralen Bahnhof von Chiang Mai an. Unser Roadtrip Abenteuer im Norden kann beginnen!

Lust auf Ayutthaya bekommen? Dann schaut doch auch hier vorbei:

 

Bilder statt Böller – das Wort zum Dienstag

Tja, da ist es schon wieder rum, das Jahr 2019. Was die Reiserei angeht, war es für uns eine überaus spannende Zeit:  Wir sind über diverse Kanaren-Inseln gehüpft, haben die Unterwasserwelt und den Dschungel Nord-Sumatras erforscht, sind auf Bali tatsächlich noch auf relaxte Orte gestoßen, und dann war da auch noch der viel zu lange auf der Wunschliste geparkte Roadtrip durch Nordthailand.

Der Blog blieb dabei leider buchstäblich etwas auf der Strecke, und wie das mit den guten Vorsätzen am Jahresende so ist, soll sich das selbstverständlich 2020 wieder ändern – immerhin stehen bis Sommer erst einmal keine fernen Reisen an. Aber genug geredet, wir verabschieden uns jetzt zunächst mal mit ein paar (fast) willkürlich zusammengewürfelten Eindrücken von besagtem und sehr empfehlenswerten Roadtrip durch den grünen Norden Thailands. Fortsetzung folgt ….

Zu guter Letzt: Ob in der Kneipe oder in der heimischen Küche, wir wünschen euch einen guten Rutsch und viele schlaue Sprüche 🙂

Pulau Weh und die unvollendete Reise zum Kilometer 0

Auf 17.508 Inseln verteilt sich Indonesien angeblich insgesamt, wer also nicht den Massen nach Bali folgen will, hat die Qual der Wahl. „Einfach oben anfangen“ ist ein bewährter pragmatischer Ansatz, und dort stoßen wir über Sumatra auf die Insel Pulau Weh, die außer schönen Stränden und hochgelobten Tauchrevieren auch noch den offiziellen Kilometer 0 (Indonesiens) beherbergt. Schauen wir mal, wie weit wir kommen, denn die Anreise ist erstmal eine kleine Herausforderung. Unsere Route führt uns über Kuala Lumpur und Banda Aceh zum Hafen, wo je nach Wetterlage und Wochentag mal mehr, mal weniger Fähren auf die Insel verkehren. Immerhin: Die Expressfähre um 10:00 braucht gerade mal eine Dreiviertelstunde, wenn alles gut läuft kann man also schon mittags den Schnorchel klar machen:

Pantai Sumur Tiga – Ein Strand zum Abtauchen

Gut gekühlt: Freddie präsentiert das Menu

Es gibt zwar auch alternative Unterkünfte auf der Insel, aber als westlicher Besucher ist es bei der Recherche fast unmöglich, nicht über Freddies Santai Sumur Tiga zu stoßen. Der Südafrikaner kam ein Jahr nach dem verheerenden Tsunami 2004 mit der UN Hilfsmission nach Sumatra, und ist geblieben. Die einfachen Holzhütten sind sauber und geräumig, die Aussicht und der Strand inklusive Hausriff zum Schnorcheln ein Traum. Beim gemeinsamen Abendessen lässt es sich der Hausherr nicht nehmen, das Menu des Tages persönlich vorzustellen, und sich bei den Anwesenden nach dem Befinden zu erkunden. Aufraffen fällt hier schwer!

Am 2. Tag kommen wir dem Kilometer 0 immerhin ziemlich nahe. Auf der Hinfahrt haben Felix und ich nämlich drei deutsche Ladies kennen gelernt (Konstellation Mutter / Freundin / Tochter), die einen Schnorcheltrip buchen wollen und noch Platz an Bord haben – die Gelegenheit lassen wir uns natürlich nicht entgehen. Felix darf mit den Damen stilgerecht im pinken Hello Kitty Tuk Tuk zum Hafen von Sabang brausen, ich muss mit dem Sozius des Guides Vorlieb nehmen. Der Trip führt an die Nordwestspitze zum Long Beach Riff, später machen wir Mittagspause auf der Mini-Insel Pulau Rubia , die Anfang des letzten Jahrhunderts unter anderem als Quarantänestation für heimkehrende Pilger aus Mekka gedient hat.  Weiter im Süden duftet es dann unverkennbar nach faulen Eiern: Schuld sind Schwefelblasen, die in schöner Regelmäßigkeit von einem  waschechten Unterwasservulkan aus aufsteigen. Unter Wasser müffelt natürlich nix mehr, und für Felix ist das Schnorcheln hier trotz Fischmangel das Highlight des Tages, das auch von den bunten Nemo Clownfischen am letzten Stop  nicht getoppt werden kann.

Am nächsten Tag ist es zu bedeckt um einfach nur am Sumur Tiga herumzulungern, und zum Schnorcheln am Hausriff sind die Wellen zu hoch. Wir leihen uns bei Freddies ein Moped und fahren zum Wasserfall in der Mitte der Insel. Sumatras Straßen genießen in der Regel keinen so guten Ruf, aber hier auf Pulau Weh sind die meisten Beläge in einem überraschend gutem Zustand, zudem herrscht abseits der Inselhaupstadt Sabang  nicht viel Verkehr.  Die letzten Kilometer zum Wasserfall müssen wir zu Fuß durch den Dschungel gehen, und werden dabei immer wieder von Regengüssen überrascht. Der Wasserfall selbst (indonesisch: Air Terjun) ist durchaus hübsch anzuschauen, auf ein Bad verzichten wir aufgrund des Wetters und des unwegsamen Geländes trotzdem. Im späteren Verlauf der Reise wird uns dann jemand berichten, dass im dortigen Pool angeblich eine meterlange Python wohnt – ob es sich hierbei um die üblichen Guide-Gruselgeschichten oder um eine authentische Begegnung handelte, konnten wir leider nicht klären.

Der Regen lässt nicht locker und das Fahren macht trotz der tollen Natur rundherum einfach keinen Spaß mehr. In einem gemütlichen halboffenen Warung in der Nähe des Unterwasservulkans trocknen wir erstmal unsere Klamotten, und während ich mich an dem leckeren Kaffee erfreue, futtert Felix den Kuchen des Hauses fast leer.  In der anschließenden Trockenphase schaffen wir es immerhin bis zum Gapang Beach, der sich als würdige Endstation unseres Roadtrips erweist. Der Kilometer 0 bleibt wie viele andere Ecken von Pulau Weh für uns heute unerreichbar, die Insel ist auf jeden Fall noch einen Folgebesuch wert. Aber auf Felix und mich wartet erst einmal der Dschungel von Bukit Lawang! 

Kuala Lumpur – Stopover bei Lord Murugan

Das Abenteuer beginnt …

Malaysias Hauptstadt sollte für uns eigentlich nur Sprungbrett über die Straße von Malakka in den Norden Sumatras sein, aber 2 Nächste mussten zum Verschnaufen schon drin sein – rückblickend hätte es wie so oft auch gerne eine mehr sein dürfen. Als super praktisch erwies sich der KLIA Ekspres, der beide Terminals direkt mit dem Bahnhof Sentral verbindet. In der Nähe kann man preiswert  (oder je nach Geldbeutel auch teuer) wohnen, einkaufen, essen, und vor allem treffen sich hier eigentlich alle wichtigen öffentlichen Verkehrslinien, mit denen man die vielfältige Stadt erkunden kann.

Im Internet gibt es unzählige Seiten, die einem schmackhaft machen wollen, was man mit Kindern und Erwachsenen in „KL“ so alles erleben und shoppen kann. Felix war jedoch vom Hinflug noch etwas angeschlagen (ein Virus oder vielleicht einfach nur schlechtes Essen schlug ihm auf den Magen) und hat erstmal bis nachmittags durchgeschlafen, es folgte ein heftiger wenn auch nicht unüblicher tropischer Schauer, und so mussten wir unser Tagesprogramm deutlich straffen. Bei unserem ersten Malaysia Besuch vor fast 10 Jahren war ich mit Maria bei den Batu Caves etwas außerhalb der Stadt, und die erschienen mir heute auch das ideale Ziel: Weitläufige Kalksteinhöhlen mit bunten Hindu Tempeln, bewacht von Fledermäusen, Affen sowie einer gigantischen Statue des Gottes Murugan – da kann kein Museum oder Park mithalten. Die rote Port Klang Linie ist zwar nicht die schnellste, bringt einen aber für ca. 1€ fast direkt ans Ziel, und für die Anlage selbst ist nach wie vor keinen Eintritt fällig. Nur die knallbunten Treppen – die gab es vor einer Dekade noch nicht (zum Vergleich), aber die fügen sich durchaus harmonisch ins Gesamtbild ein 🙂

6 Monate schlafen, 6 Monate essen

Auf dem Rückweg zur Bahnstation besuchen wir kurz vor „Ladenschluss“ noch den ebenfalls imposanten Ramayana Cave.  Im Mittelpunkt steht der hedonistische  Herr zur Rechten, der auf den Namen Kumbhakarna hört und seine Zeit angeblich im 6 Monatstakt abwechselnd mit Schlafen und Essen verbringt. Das behauptet zumindest ein indischer Mitbesucher der Höhle, verifizieren konnten wir diese Information zwar nicht, aber dafür hat der Trip auch uns ordentlich hungrig gemacht. Zurück am Sentral Bahnhof gibts für mich endlich die ersehnte malaysische Laksa (Nachkocher bedienen sich hier), Felix‘ Magen kann immerhin bereits eine Bolognese verarbeiten. Nächster Stop nach dem Stopover: Banda Aceh

Eine Nacht in Banda Aceh

Meet Mr. Bob!

Unser jüngstes Abenteuer auf Sumatra beginnt ganz im Norden der Insel in der Hauptstadt der gleichnamigen Provinz Banda Aceh. Für viele weckt der Name noch Erinnerungen an den verheerenden Tsunami 2004, der große Teile der Region zerstörte. Zudem gilt die Provinz als sehr konservativ – es gilt die Scharia, das Kopftuch ist obligat und ein kühles Bintang  Bier braucht man gar nicht erst zu suchen. Das alles lockt natürlich nicht gerade viele Touristen an, aber nach einem kurzen Abendspaziergang  war ich trotzdem positiv überrascht: Die Bewohner sind überaus freundlich, ohne aufdringlich zu sein, es herrscht eine angenehme Atmosphäre, und das fehlende Feierabendbier lässt sich mit dem phantastischen Kaffee (Kopi) kompensieren, den es hier an jeder Ecke gibt. Zudem ist der Fährhafen der Stadt Sprungbrett zur Insel Pulau Weh, die sowohl über als auch unter Wasser ein echtes Schmuckstück sein soll. Höchste Zeit also für einen Check … Fortsetzung folgt!

Von Vietnam nach NRW: Reisnudelsalat à la TiMaFe

Die Zutaten stellen sich vor …

Für eine wohl geformte Partyschüssel: Reisnudeln (trocken mind. 125 g), Sprossen,  Rumpsteak (um die 300g), Kirschtomaten, Erdnüsse, Gurke, Frühlingszwiebeln, Limette(n), Zitronengras, Chilies, Kaffir Limettenblätter, Koriander, Thai Basilikum. Leider nicht im Bild: Fischsauce, Minze, Salatherz, Salz / Pfeffer / Zucker, Bier & Beilagen sowie spontane Eingebungen

Warm up: Marinade & Dressing

Zunächst wird wird fleißig gehackt: Zitronengras  ( so gehts), Korianderstängel,  Limettenblätter (Rippe ab!), Chilis je nach „Scharf-Bedarf“ (eine sollte es schon sein damit sich der Salat auch spicy nennen darf) und Knoblauch. Alles ab in den Mörser, kräftig stampfen und in eine Schüssel geben. Dazu frisch gemahlener Pfeffer (gerne den aus Kampot), Zucker, Fischsauce, Sojasauce und Limettensaft und etwas durchziehen lassen. Einen Teil davon zweigen wir für die Marinade ab,  gerne noch mit etwas Öl (wie wär’s mit Sesam?) und das Rumpsteak darin ein paar Stunden marinieren. Der Rest wird zum Dressing befördert, da der  Geschmack vor allem durch die Fischsauce ziemlich intensiv ist, kann man die Mischung mit etwas warmem Wasser oder Brühe strecken. Der Kenner merkt spätestens jetzt: Es handelt sich um eine Nuoc Cham mit ein paar Extras.

Es geht ans Eingemachte …

Drive-through Market

Jetzt wenden wir uns endlich dem Salat zu. Wichtig: Reisnudeln nicht kochen, sondern nur in warmem Wasser einweichen bis sie bissfest sind, dann mit kaltem Wasser spülen und im Sieb trocken lassen.  Möhren am besten mit dem Julienneschneider bearbeiten, dann kann man die resultierenden dünnen Streifen auch lässig „die Julienne“ nennen und seinen Kochbuddy beeindrucken. Tomaten je nach Größe halbieren oder vierteln. Gurke längs halbieren, die Kerne mit einem Löffeln entfernen, den Rest in kleine Stücke. Gehackte Frühlingszwiebeln passen auch immer. Salatherzen sind zwar nicht typisch asiatisch, harmonieren aber ebenfalls gut und machen die Schüssel voller. Aber bitte auch quer in Streifen schneiden. Sojasprossen können, müssen aber nicht (Besserwisser werfen an dieser Stelle ein, dass es sich meist um Mungobohnensprossen handelt). Und das marinierte Rumpsteak im Kühlschrank  vergessen wir natürlich auch nicht: Trocken tupfen, brutzeln und in dünne Streifen schneiden. Da wir keine Meat-Enthusiasten sind, bitte die einzig wahre Zubereitung mit dem Grillguru eures Vertrauens abklären.

An der Ziellinie: Kräuter und Schnickschnack

Ohne Kräuter und ein paar zusätzliche Extras geht es natürlich nicht. Frischer Koriander und gezupfte Thai Basilikum-Blätter runden das Bild ab. Bitte letztere *nicht* mit europäischem Basilikum ersetzen  – dann lieber weglassen. Thai Minze passt auch sehr gut, die kann man wiederum getrost durch „unsere“ etwas intensivere Minze austauschen. Eine Handvoll unbehandelter Erdüsse ohne Öl anbraten, wieder rausholen bevor sie komplett verkokelt sind und klein stampfen. Und noch ein Geheimtipp: Gerösteter gemahlener Reis! Zum fertigen Produkt reichen wir je nach Verfügbarkeit Saigon Beer oder ein heimisches Produkt (Hauptsache kalt), sowie ein knuspriges Baguette und ein paar übrige Limettenviertel und Chillies fürs Auge. Chúc ngon miệng!

Nachtrag: Ob dieser Salat zwingend Vietnam zuzuordnen ist, lasse ich mal dahin gestellt. Nach Südostasien passt er allemal, und zudem basiert er auf dem Rezept eines gewissen Herrn Huynh, der auf jeden Fall vietnamesischen Ursprungs ist 🙂

→ Mehr Rezeptinspirationen aus aller Welt im Food Corner 🍲

Scharfe Sache: Som Tam Papaya Salat

Die Zeiten, in denen der Gastgeber sagte „Bring mal Bier mit!“, sind wohl endgültig gelaufen – ein Salat wird hingegen immer noch gerne gesehen. Kompakt soll er sein, originell bitte auch, und bei den derzeitigen Temperaturen zudem möglichst hitzeresistent. Wer dann noch irgendwo eine knackige unreife Papaya ergattert, ist mit einem thailändischen Som Tam Salat perfekt beraten. Letztere bearbeitet man am besten mit dem Julienne Hobel, 1-2 Karotten ebenso, dann kommen noch Bohnen dazu. Wer es authentisch mag nimmt Schlangenbohnen, die normalen aus deutschen Landen tun es natürlich auch (die aber bitteschön vorher kurz blanchieren). Alles dezent stampfen, Dressing aus Fischsauce, Limettensaft, Knobi und Zucker drüber, gut durchziehen lassen und da haben wir den Salat.

Stop! Eine  essentielle Zutat fehlt natürlich noch, nämlich 🌶️Chillies! Es ist ein Gerücht, dass alle Thai Gerichte höllisch scharf sein müssen, beim Tom Sam ist eine gewisse Schärfe aber schon Pflicht. Wenn man überwiegend westliche Gäste erwartet, muss man es vielleicht nicht gleich übertreiben, aber passt auf, dass es euch nicht so geht wie mir: Aus übertriebener Vorsicht landeten nur 3 Schoten in der Schüssel, und da war doch glatt eine Thailänderin zu Gast, die das Endprodukt prompt mit  „Schmeckt gut – aber scharf ist der nicht!“ kommentierte. Detaillierte Rezepte gibt es zuhauf im Netz, ich bin mal wieder bei Asia Street Food fündig geworden. Khõ hai dja!

→ Mehr Rezeptinspirationen aus aller Welt im Food Corner 🍲

Grenzerfahrungen #6 – Von Südlaos nach Bangkok

Eile mit Weile

Wer schon einmal im Süden von Laos am Bolaven Plateau oder auf einer der 4000 Inseln verweilt hat,  der weiß dass man hier ganz passabel ein paar Tage, Wochen oder gar Monate relaxen kann.  Wer dort nicht auch zufällig seinen Wohnsitz hat, muss aber leider auch eins: Irgendwann zurück in die Heimat, weil die Arbeit ruft oder das Visum abläuft. Meistens führt der Heimweg über Bangkok, und natürlich kann man da auch einfach mit dem nötigen Kleingeld über Pakse hinfliegen, erlebt dabei aber in der Regel auch nichts, das einen Blogbeitrag füllen würde.  Nachdem wir 2013 schon einmal erfolgreich mit dem Nachtzug von Bangkok in Richtung Vientiane gezockelt sind (zum Bericht), wollten wir statt dessen der State Railway of Thailand mal wieder eine Chance geben.

Kurz zur Logistik: Der nächste Gleisanschluss liegt in Ubon Ratchathani, Kenner sagen einfach nur Ubon und wissen, dass die freundliche Stadt im Isaan liegt und somit bereits auf thailändischer Seite. Die Tickets für den Nachtzug nach Bangkok haben wir über 12go.asia gebucht, die sie für uns dort am Bahnhof hinterlegen wollen. Von Champasak – der letzten Station unseres Abstechers nach Südlaos – führt eine relativ neue flotte Straße am Westufer des Mekongs entlang, so dass man auf dem Weg zur Grenze bei Vang Thao Pakse rechts liegen lassen kann.  Während Maria die Rucksäcke packt und dabei gerne die Männer aus dem Haus hat, erkunde ich mit Felix noch mal das Umfeld mit dem Rad.  An einem der zahlreichen Wats sind noch die Reste von einem Fest inklusive Trampolin aufgebaut (so geht Kirchweih‚ in buddhistisch geprägten Ländern), kurzweilig ist auch ein Abstecher in den Süden zum Wat Muang Kang immer schön parallel zum Mekong Ufer …

Geruhsamer Abschied von Champasak

Es handelt sich um den ältesten aktiven Tempel im Umkreis von Champasak, und gerade weil ihn auch ein leichter Hauch des Verfalls umgibt, ist er ein spannendes Erkundungsziel. Ein freundlicher Mönch zeigt Felix sogar seine überaus bescheidene Bleibe (gefühlt 5m² mit Matte und Stuhl – dafür mit Mekongblick). Dann wir es Zeit, sich auf den Weg ins Nachbarland zu machen. Unser Hausherr ist Thai, was in dieser Gegend nichts ungewöhnliches ist. Ungewöhnlich ist schon eher, dass er offenbar früher einen hohen Posten als Grenzbeamter am Übergang nach Thailand hatte – da sollte doch bei der Aus- und Einreise eigentlich nichts schief gehen können. Außerdem chauffiert er uns zu einem fairen Preis quasi direkt ins Grenzgebäude, und kann sich zudem noch per Handy mit dem Taxifahrer aus Ubon unterhalten, der uns auf dem Hinweg nach Chong Mek gebracht hat und dessen Karte wir vorsorglich eingesteckt haben, weil er vernünftig gefahren ist und uns nicht über den Tisch gezogen hat. Die Abholung „drüben“ sollte also auch arrangiert sein.

Grenzüberquerung mit Wat Stop

Der Grenzübertritt verläuft dann in der Tat problemlos, man sollte aber wie immer darauf achten, dass man mit deutschem Pass inzwischen nur noch 2x pro Kalenderjahr visumfrei über Land nach Thailand einreisen darf. Auf der Thai Seite wartet tatsächlich bereits unser Taxi Buddy auf uns, und hält sogar ein Lunchpack mit chinesischen Dumplings auf der Rückbank bereit .  Für Sparfüchse sei erwähnt, dass es zumindest von Pakse aus auch ein grenzüberschreitender Busverkehr existiert. Das ist natürlich deutlich preiswerter, dann gibts aber auch keine Dumplings und – weitaus tragischer – man hat keine Gelegenheit für einen Abstecher zum Wat Sirindhorn Wararam. Der relativ moderne Tempel liegt direkt in der Grenzregion in hübscher Natur, und wird bei Einbruch der Dunkelheit auch noch  eindrucksvoll illuminiert (schaut euch mal ein paar Ergebnisse  der Bildersuche an). Er ist aber auch bei Tageslicht ein lohnenswerter Abstecher.

Dann wird es Zeit zum Bahnhof von Ubon aufzubrechen, denn 90 Minuten sollte man schon für den Trip einkalkuieren. Entgegen meiner Restzweifel liegen die Tickets in der Tat fein säuberlich verpackt in einem Umschlag für uns am Bahnhof  bereit. Überhaupt sind alle hier sehr relaxt und freundlich, es gibt zudem eine Gepäckaufberwahrung, eine extra „Touristenbeauftragten“  sowie eine antike Lok die man zur Freude von Nachwuchs und Liebhabern antiker Eisenbahnen sogar betreten kann. Da wir noch Zeit haben, gönnen wir uns noch einen Lunch in der Umgebung und stocken die Vorräte auf. Wer noch mehr Zeit hat sollte durchaus in Erwägung ziehen, 1-2 Nächte in Ubon zu verweilen: In der Umgebung gibt es Einiges zu sehen, zudem kann man spottbillig essen und übernachten!

Alles einsteigen bitte!

Endlich kann es los gehen und der Zug rollt relativ pünktlich ein. Wir haben uns ein Schlafwagenabteil gegönnt. Die Wagen sind zwar nach wie vor eng, aber dafür top modern ausgestattet. Mein persönliches Highlight: Ein Touchscreen zeigt wie im Langsteckenflieger die aktuelle Position an, dazu gibt es Infos wie Temperatur und Status des Klos. Nach einiger Zeit bittet ein Mitarbeiter zum Verlassen des Abteils, um die Betten für die Nacht klar zu machen.  Zugegeben: Für uns drei (Felix war damals 5 Jahre alt)  ist es im Etagenbett schon sehr eng, und man sollte sich als zweiter Erwachsener überlegen, ob man nicht in einem separaten Abteil (welches man ggf. mit einer anderen Person teilt) oder einfach im Liegesitz in der 2. Klasse nächtigt. Aber es hat auch etwas überaus Gemütliches, wenn beengt man in den Betten hockt während der Zug behäbig durch den nächtlichen Isaan rattert. Da auch die Klimaanlage sehr modern und effektiv ist (aber leider nicht über den Abteil-Monitor steuerbar) wären etwas wärmere Sachen vielleicht gut gewesen, aber auch so hielten uns die Borddecken halbwegs warm.

Bangkok schläft nicht? Von wegen …

Vor Bangkok kommt der Zug relativ häufig zum stehen, und gegen 6:00 morgens erreichen wir endlich Bangkoks altehrwürdigen Bahnhof Hua Lamphong – genau jenen Ort, an dem vor knapp 5 Jahren unser erstes Südostasien Abenteuer als Familie begann. Um diese Zeit herrscht noch recht wenig Trubel, sogar die Metro schläft noch, wie auch die meisten der emsigen TukTuk Fahrer, doch nach kurzer Suche und etwas längerer Verhandlung werden wir schließlich fündig und brausen in einem vollbeladenen chromblitzenden Mobil durch das noch halbdunkle Bangkok.

Unser Ziel ist das Hostel Sleepbox Sukhumvit 22 in der Nähe des Benjakiti Parks. Das hat zum einen praktische Gründe, da unser Heimflug mit Finnair erst spätabends geht und man hier auch ein Zimmer für alternative Zeitperioden mieten kann (06:00 bis 18:00  entspricht ansonsten nicht gerade der üblichen checkin/checkout Zeit wenn man eine Übernachtung bucht). Außerdem wohnt man quasi in echten Containern, was durchaus ein Erlebnis für sich ist. Unsere Reservierung wurde zwar verbummelt, ein Zimmer – pardon – einen Container bekommen wir aber trotzdem. Nach einer Dusche, einem Frühstück und einer Mütze Schlaf gehts in Richtung Chao Phraya Ufer, von wo aus man auf die entspannte Insel Bang Krachao übersetzten kann. Aber das ist eine andere Geschichte 🙂

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